Die alten Ägypter legten großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Schönheit und ein glanzvoller Auftritt waren im alten Ägypten sehr wichtig. Dies spiegelte sich in ihrer Kleidung, ihrem Schmuck und insbesondere in ihrer Haartracht wider. Perücken spielten dabei eine zentrale Rolle, sowohl für Männer als auch für Frauen.
Ägyptische Perücke mit Zöpfen
Die Kleidung in Ägypten bestand hauptsächlich aus Leinen. Doch auch Schaf- und Ziegenwolle und sogar Kleidung aus Gras, Schilf und Hanf wurde von den alten Ägyptern getragen, wenn auch letztgenannte nicht unbedingt zu den Favoriten zählte. Ägyptische Baumwolle, die auch heute noch wegen ihrer Qualität berühmt ist, setzte sich erst sehr langsam ab dem 3. Jh. v. Chr. durch, Seide ein wenig später in der Ptolemäischen Epoche. Flachs hingegen, das für die Herstellung von Leinenkleidern verwendet wurde, kannte man schon um 5000 v. Chr.
Die Farben variierten von Weiß bis zum hellen und goldenen Braun, je nach Reife des Flachs und nach Art der Herstellung. Kleidung für besonders edle und reiche Herrschaften bleichten die Hersteller in ein reines Weiß. Wer es bunter mochte, der konnte sich seine Kleidungsstücke oder Teile davon mit Hilfe von pflanzlichen und mineralischen Stoffen blau, rot, gelb, lila und dunkelbraun färben. Oder die Ägypter nutzten die Farben, um ihre Kleidung mit Mustern, Hieroglyphen, religiösen Motiven, Lotusblumen, Tieren, usw.
Die Ägypter hatten je nach Qualität verschiedene Kategorien für ihre Kleidung: „königliches Leinen“, „feines, dünnes Gewebe“, „dünnes Gewebe“ und „schlichtes (gewöhnliches) Gewebe“. Das „königliche Leinen“ war von so herausragender Qualität, dass es nur vom Pharao und Götterstatuen, die in den Tempeln standen und jeden Tag aufs neue eingekleidet wurden, getragen werden durfte. Der Pharao hatte das Monopol auf das „königliche Leinen“. Um Geld in die Schatzkammer zu spülen, wurde es zu einem geringen Prozentsatz ins Ausland exportiert.
Weil ein Großteil der ägyptischen Bevölkerung nur einfache Bauern waren, wurde das „schlichte Gewebe“, die einfache Kleidung - grob gewebt und von minderer Qualität - am häufigsten getragen. Gesponnen und gewoben wurde in Werkstätten, die zu den Tempeln des Landes gehörten. Je reicher ein Ägypter war und je höher seine Stellung, umso aufwändiger war seine Kleidung. Mehrere Schichten Stoff wurden getragen, die mit Bändern und Tüchern zusammengehalten und verziert wurden.
Die Unterschicht trug einen einfachen Kilt (knielangen Rock) oder einen Lendenschurz, den sie um die Hüften wickelten und dessen lange Enden auf der Vorderseite herab baumelten. In den kühlen Abendstunden zogen sie sich eine Tunika über. Das einfache Volk schämte sich nicht, auch mal gänzlich ohne Kleidung zu erscheinen. Dienerinnen, Musikantinnen und Tänzerinnen sehen wir auf Abbildungen sowieso meist nur mit einem schmalen Gürtel bekleidet, was sicherlich auch erotische Aspekte hatte. Schamgefühle kannten die Ägypter nicht und daher zeigten sich viele Frauen Ägyptens, egal ob reich oder arm, mit nackten Brüsten.
Im Neuen Reich war alles en vogue was transparent war. Im frühen Neuen Reich kleidete sich dieser feine Herr mit Halbglatze in einen langen Rock. Die Damen trugen die gleiche Mode wie im Alten Reich.
Auch in dieser Epoche war der Kilt für Männer nicht wegzudenken. Er wurde oft als Zweitstück, unter einem längeren, fast durchsichtigen Überrock getragen. Dieser, manchmal auch in Falten gelegte (plissierte), Überrock reichte fast bis zu den Fersen. Bei einer weiteren Variante fing der Kilt weit oberhalb der Taille an und man(n) streifte sich gleich mehrere Röcke übereinander.
In den ersten Jahrzehnten des Neuen Reiches entwickelten die Ägypter die Mode des Mittleren Reiches weiter. Den Kilt trug der Mann von damals natürlich weiterhin, doch den Oberkörper zierte nun eine sackähnliche Tunika. Der letzte Schrei auf Festbanketten war ein über die linke Schulter gelegtes transparent-gestreiftes Tuch, das am Rücken verknotet wurde. Im Laufe der Zeit wurde die Kleidung immer verspielter. Die Männer trugen eine lange Tunika, die bis zu den Knöcheln reichte und mit langen Flügelärmeln bestückt war. Um die Hüfte trugen sie eine schurzähnliche Schärpe. Dieses, oftmals plissierte (gefaltete), Stoffstück band man vorne so zusammen, dass die vorderen Stoffbahnen wie ein Dreieck fielen.
Frauen trugen am Anfang des Neuen Reiches enge Etuikleider und Tuniken. Doch schon bald wurde die Damenwelt noch mutiger. Plissierte Gewänder waren, wie bei den Männern, ein Must-Have. Arbeiter trugen auch weiterhin den praktischen Lendenschurz. Mal kurz, mal bis zu den Knien reichend. Die Arbeiter wurden, in Anlehnung an den außergewöhnlichen Modegeschmack ihrer Herren, auch ein wenig mutiger. Um die Hüfte schlangen sie nun noch eine Schärpe, die über den Lendenschurz reichte. Einige Männer trugen auch eine wenige Zentimeter breite Stoffbahn quer über den Oberkörper, die vielleicht die Schweißausdünstungen regulieren sollte.
Besonders aufwändig war das Styling der Haare (wohl dem, der eine Perücke besaß), die im alten Ägypten als besonders erotisch galten. Bei besonderen Anlässen trug die Mittel- und Oberschicht Perücken aus Menschenhaar. Die Perückenstile variierten je nach Modegeschmack und Epoche.
Die antiken Toupets wurden aus menschlichem Haar hergestellt. Aber auch billigere Ersatzstoffe wie Palmblattfasern, Tierhaar und Wolle wurden verwendet. Sie zeigten Rang, sozialen Status und religiöse Frömmigkeit an und dienten als Schutz vor der Sonne, während sie den Kopf frei von Ungeziefer hielten.
Bei Frauen sehen wir oft den dreiseiten Schnitt. Dafür wird die Perücke (bzw. die eigenen Haare) in drei Hälften geteilt, wobei die Seitenpartien über die Schulter hingen. Die gescheitelte Löckchenperücke war teilweise sehr ausladend und bestand aus hunderten von Löckchen. Sie muss sehr schwer auf dem Haupt der Trägerin gesessen haben.
Verschiedene ägyptische Perückenstile
Besonders beliebt waren, neben Haarverlängerungen, Frisuren mit Ringel- und Spirallöckchen an den Ohren. Viele trugen schulterlange Zöpfe die aus drei Strähnen zusammengeflochten waren. Fett sorgte für einen gutes Hairstyling und eine Dame könnte gar ihr graues Haar mit rotem Henna gefärbt haben. Man darf gespannt sein, was Amarna noch für Frisurgeheimnisse der alten Ägypter preisgeben wird.
Als Haarschmuck nahm man Diademe, Blütenkränze, Kämme aus Elfenbein, Ringe, Bänder oder dekorative Gewichte, die in die Zopfenden geflochten wurden. Auch Männer trugen mit kleinen Zöpfchen verzierte Haartrachten oder eine Löckchenperücke. Manchmal wurden beide Varianten auch kombiniert.
Frauenperücken waren dekorativer und schöner als Männerperücken und enthielten oft Zöpfe mit Gold und Elfenbein. Sie wurden aus Fasernetzen mit Materialien wie Wolle, Pflanzenfasern und menschlichem Haar hergestellt.
Haare waren dabei - besonders bei Frauen - neben der Funktion als natürlicher Schmuck eine hygienische „Problemzone“, die anfällig für Unreinheit, schlechten Geruch und Ungezieferbefall war. Viele Ägypter rasierten sich deshalb die Haare vollständig ab oder trugen sie kurz und griffen auf kostspielige Perücken zurück. Besonders in den heißen Sommermonaten schwitze man unter üppigen Frisuren, sodass man häufig die Rasur als adäquate Lösung wählte.
Die Ägypter legten großen Wert auf ein gepflegtes Äußeres. Mit einem Lidstrich umrandeten sie ihre Augen und zogen den Außenstrich bis weit an die Schläfe. Um ein gleichmäßiges Erscheinungsbild zu gewährleisten, zogen sie mit einem Strich ihre Augenbrauen nach und verlängerten sie bis weit nach hinten. Das weibliche Schönheitsideal war ein blasser Teint. Daher tragen Frauen auf Abbildungen meistens eine hellere, ockergelbe Hautfarbe, während die Männer einen rotbraunen, dunklen Teint haben.
Ein blasser Teint war für die gehobene Gesellschaft ebenfalls ein Muss. Dazu trugen die Damen Bleiweiß oder ein helles Lehmgemisch auf, das sie auf Gesicht, Hals und Arme verteilten.
Wenn man am ganzen Körper gut riecht, sollte man keinen Mundgeruch haben. Die Ägypter waren sehr eitel und daher gab es auch allerlei Schönheitsrezepturen gegen das Altern. Ein Rezept, das auf dem medizinischen Papyrus Ebers gefunden wurde, empfahl als Gesichtsmaske gegen Falten Weihrauch, Wachs, Zyperngras und frisches Olivenöl, das man in frische Milch geben und damit sechs Tage lang das Gesicht eincremen sollte.
Eher schmerzhaft war die Prozedur, mit der die alten Ägypter ihre Haare entfernten. Die Ägypter liebten es glatt und ohne ein einziges störendes Härchen am Körper. Ein Mann mit wilder Brustbehaarung war damals undenkbar! Die Damen bevorzugten eine Enthaarungscreme aus Zucker, Zitronensäure, Sonnenblumenöl und Wasser. Männer griffen zur Pinzette oder zu Rasierklingen aus Bronze.
Die alten Ägypter waren ihrer Zeit ganz schön voraus. Dir wird bestimmt auch auffallen, dass viele dieser altägyptischen Erfindungen mit Körperhygiene, Gesundheit und sogar Mode verbunden sind.
Ungefähr um 4.000 v. Chr. erfunden, waren Augen Makeup nicht auf Frauen beschränkt. Was den Kohl betrifft, wurde die schwarze Salbe durch die Kombination von Ruß mit Bleiglanz, einem dunkelgrauen Bleierz, geschaffen.
Die erste bekannte Verwendung von Tinte speziell für den Zweck des Schreibens stammt jedoch von einem viel späteren Datum um 2500 vor Christus. Das Hauptpigment von solchen schwarzen Tintenprodukten bestand aus einer Art von Kohlenstoff, bekannt als Lampenschwarz. Es wurde geschaffen, indem man Teer mit Pflanzenöl langsam verbrannte und dann in einer Art von Klebstoffen wie Gummi oder einer anderen kleberähnlichen Substanz (als Bindemittel) suspendierte, um seine Hafteigenschaft an der Papyrusoberfläche zu verbessern.
Papyrusblätter sind das früheste papierartige Material - alle anderen Zivilisationen verwendeten Stein, Tontafeln, Tierhaut, Holzwerkstoffe oder Wachs als Schreibfläche. Papyrus war über 3000 Jahre das wichtigste Schreibmaterial der Antike.
Schlechter Atem war weder damals noch heute eine "tolle Sache", besonders für die Adligen, die sich für "unberührbar" hielten. Die Lösung kam in Form der ersten Atemminze bzw. Pfefferminzbonbons, die aus einer Kombination von Myrrhe, Zimt und Weihrauch hergestellt wurde.
Frauen und Männer der Unterschicht trugen ihr Haar wahrscheinlich in der Regel kurz, damit es weder bei der Arbeit hinderlich war, noch die ägyptische Hitze unter einer dicken Haartracht zu unangenehmen Schweißausbrüchen führte. Einige Gelehrte haben die Theorie aufgestellt, dass regelmäßiges Rasieren dem Befall von Läusen entgegenwirkte, was in vielen alten Kulturen eine missliche Lage gewesen sein könnte. Zu diesem Zweck trugen sowohl freie Männer mit Ausnahmen als auch Frauen im alten Ägypten Perücken, während Sklaven gesetzlich nicht einmal ihre natürlichen Haare abrasieren durften. Und merkwürdigerweise trugen die reicheren Leute und Adligen Perücken aus echtem menschlichem Haar, die eher ihren hohen Status widerspiegelten. Es genügt zu sagen, dass Frauen eher dekorative Perücken zur Schau stellten, die oft mit Stirnbändern, Blumen, Schmuckgegenständen, Bändern und Mützen geschmückt waren.
Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Aspekte der Perücken im alten Ägypten zusammen:
| Aspekt | Beschreibung |
|---|---|
| Materialien | Menschenhaar, Palmblattfasern, Tierhaar, Wolle |
| Zweck | Schutz vor Sonne und Ungeziefer, Statussymbol, Mode |
| Stile | Dreiseitenschnitt, Löckchenperücke, Zöpfe |
| Schmuck | Diademe, Blütenkränze, Kämme aus Elfenbein, Ringe, Bänder |
| Soziale Bedeutung | Unterscheidung zwischen den Klassen, Ausdruck von Reichtum und Status |
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