Die Geschichte des Bestandes Genealogische Mappenstücke ist eng verbunden mit dem Werdegang der genealogischen Bibliotheken und Sammlungen des ehemaligen Vereins Deutsche Ahnengemeinschaft e. V. in Dresden sowie der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte in Leipzig.
Der 1921 durch den Dresdner Landgerichtsdirektor Karl Förster (1873 - 1931) organisierte Ahnenlistenumlauf führte im selben Jahr zur Gründung des Vereins Ahnenlistenaustausch (ALA), der 1930 den Namen Deutsche Ahnengemeinschaft e. V. annahm.
Seit dem 15. September 1933 waren die Ahnenstammkartei und daraus resultierende Sammlungen der Reichsstelle für Sippenforschung in Berlin übergeben worden, wo ein Stab von ca. 10 Mitarbeitern diese ständig zur Feststellung von Abstammungen, für Erbbiologische Gutachten sowie allgemein zur Familien- und Sippenforschung für die Zeit vor 1800 nutzte.
Bis zum 3. April 1939, dem Tag der Rückkehr der Kartei nach Dresden, wurden eingehende Ahnenlisteninhalte, aber auch zahlreiche orts- und sozialgeschichtliche Veröffentlichungen eingearbeitet. Der Verein Deutsche Ahnengemeinschaft wurde 1945 wie alle Vereine durch SMAD - Befehl formell aufgelöst und seine genealogischen Sammlungen im Hauptstaatsarchiv Dresden eingelagert, wo sie bis 1967 verblieben und von Kurt Wensch betreut und weiter ausgebaut wurden.
Teile der Handbibliothek und der genealogischen Sammlungen der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte, gegründet 1904 in Leipzig und seit 1921 in der Deutschen Bücherei beheimatet, wurden 1962 dem Landesarchiv Leipzig zugeordnet und in dessen Räume verbracht. Alle diese genealogischen Materialien wurden 1967 mit der Gründung der Zentralstelle für Genealogie in der DDR in Leipzig zentralisiert und für die direkte Benutzung zugänglich gemacht.
Mit der Erweiterung des Ahnenlistenaustausches in Dresden im Jahre 1923 auf die Anlegung einer Ahnenstammkartei hin ergab sich die Notwendigkeit, auch Bücher, Zeitschriften, Manuskripte, Karten, Pläne oder Sonderkarteien auszuwerten.
Hatte zunächst als Signatur für die Ahnenlisten die Bezeichnung AL und die laufende Nummer genügt, mussten nun weitere Unterscheidungsmerkmale festgelegt werden. Als A-Stücke wurden somit genealogische Materialien bezeichnet und ihnen folgende Zusätze beigegeben: Bu (Buch), Z (Zeitschrift), Ma (Mappe).
Während Zeitschriften und Bücher in der Bibliothek aufgestellt wurden, verwahrte man die vom Umfang her meist geringfügigeren genealogischen Mappenstücke in Mappen, die in Kartons eingelegt wurden. Im Wesentlichen handelte es sich dabei um unselbständige Werke oder auch graue Literatur.
Die wichtigsten unselbständigen Werke waren jene Werke, die als Bestandteil von Sammelwerken oder Sammlungen erschienen sind. Dazu zählten z. B. Zeitschriftenartikel, Aufsätze, Beiträge, Karten, Ortspläne, Rezensionen oder Statistiken. Aber auch nur für den engsten Familienkreis gefertigte Stamm- und Ahnentafeln, Familienzeitschriften oder kurze Familiengeschichten wurden in dieser Form archiviert.
Bereits 1933 bis 1939 wurde bei der Reichsstelle für Sippenforschung in Berlin ein großer Teil der Sammlung genealogischer Mappenstücke angelegt, da erkannt wurde, dass es sich um unikale Dokumente handelte. In diesem Sinne fand auch keine gesonderte Verzeichnung statt, sondern sie wurde analog den bibliothekarischen Stücken durchgeführt und in die Ahnenstammkartei eingearbeitet.
Die große Familien-Umschlagsammlung der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte in Leipzig wurde neben den in der Reichsstelle für Sippenforschung zusammengetragenen Materialien zur zweiten großen Quelle für den Bestand Genealogische Mappenstücke. Seit 1988 wurde systematisch diese Umschlagsammlung, die aus handschriftlich ausgefüllten, gedruckten Karteikarten mit genealogischen Angaben zu zahlreichen Familien sowie aus dazugehörigen Rechercheergebnissen und Zeitungsausschnitten bestand, aufgelöst und später in den Bestand Mappenstücke eingefügt.
Als dritte größere Überlieferungseinheit sind die seit 1967 eingegangenen unselbständigen Werke zu nennen. Überwog vor 1945 im Bestand noch die große Gruppe der Familienzeitschriften, so lag nach 1967 der Schwerpunkt eindeutig auf Stammtafeln und Familiengeschichten. Das ursprünglich angelegte Verzeichnis der A-Stücke in Buchform konnte nicht über den 2. Weltkrieg gerettet werden. Zugangsbücher für den Bestand waren insgesamt von 1946 bis 2008 vorhanden.
Parallel zu den Zugangsbüchern erfolgte ab 1967 bis 2002 eine Eintragung in den Sachkatalog der genealogischen Spezialbibliothek sowie in die Ahnenstammkartei. Diese Verzeichnungsarbeiten wurden bis 1996 in der Zentralstelle für Genealogie und von 1997 bis 2008 in der Archivbibliothek des Staatsarchivs Leipzig durchgeführt. Zusätzlich wurde ab 1975 im Zuge einer Revision eine numerische Kartei mit ausführlicheren Angaben als im Zugangsbuch erstellt.
Allerdings erfolgte mit dem Jahr 1980 ein Abbruch dieser Kartei, da das umorganisierte Zugangsbuch nunmehr alle erforderlichen bibliographischen Angaben enthielt. Diese genannten Zugangsbücher und -karteien bildeten die Ausgangsbasis für die Retrokonversion der Verzeichnungsangaben dieses Bestandes. Im Zweifelsfalle wurden durch Autopsie fehlende oder unvollständige Angaben ersetzt bzw.
Mit dem 2009 begonnenen Projekt der Verzeichnung des Bestandes 22179 Genealogische Mappenstücke im Umfang von ca. 15.300 Archivalieneinheiten mit Hilfe der Archivsoftware Augias (Formular StA-Druckschriften) wurde erstmalig der Zugriff auf alle Informationen zu Verfassern, Personen, Familien, Orten und Regionen möglich, da diese Angaben zusätzlich indiziert wurden.
Dubletten von Dokumenten und Druckschriften sowie überholte Fassungen von Stammlisten, Stammtafeln u. ä. im Umfang von 11 VZE wurden ausgesondert. Für diese überholten und ausgesonderten Fassungen erfolgte ein Vermerk in der Ahnenstammkartei sowie im Zugangsbuch.
Da zahlreiche Mappenstücke personenbezogene, schützenswerte Daten enthalten, sind für die Einsichtnahme die Regelungen zum Datenschutz zu beachten. Es gelten die im § 10 Abs. 1 Satz 3 des Sächsischen Archivgesetzes festgelegten Schutzfristen.
Folgende Besonderheiten in der Verzeichnung sind zu erwähnen: Im Feld "Medienart" wurde für maschinenschriftliche Mappenstücke sowie handschriftliche Stammtafeln, Stammlisten u. ä. die Form "Manuskript" verwendet. Bei handschriftlichen Dokumenten wurde im Feld "Bemerkung" "handschr." bzw. "z. T. handschr." angegeben, fremdsprachige wurden mit dem Vermerk "Text … " (z. B. Text franz.) versehen. Ebenfalls ins Bemerkungsfeld übertragen wurden ausführliche Jahrgangs- und Heftangaben bei unvollständigen Zeitschriftenjahrgängen.
In einigen Fällen sind Mappenstücke nicht in der numerischen Reihenfolge zugeordnet worden, sondern den weiteren Materialien zur betreffenden Familie. In diesen Fällen erfolgte im Feld "Verweis" ein Vermerk in Form von "in Ma … ". Im gleichen Feld sind Verweise auf weitere Dokumente zur gleichen Familie zu finden ("s. Ma … ").
Die Archivalien werden in der Regel durch private Familienforscher übergeben und zeitnah in den Bestand aufgenommen.
Den Begriff Rentenversicherung - die Rente - benutzen wir als Selbstverständlichkeit. Täglich hören wir über Prozentsätze, die zu zahlen sind, sich erhöhen sollen usw. Seit wann gibt es solch eine Absicherung für das Alter? Es sind die zusammengefassten Bestimmungen der Reichsversicherungsordnung, Angestelltenversicherung und der Reichsknappschaft.
Diese gingen hervor aus der Invalidenversicherung für den Fall der Invalidität und des Alters der Arbeiter im Rahmen der Bismarckschen Sozialreform vom 22. Juni 1889, die ab 1.Januar 1891 eingeführt wurden. Dabei wurde eine Rente erst ab 70 Jahre gezahlt. Ab 1916 wurde das Alter für den Anspruch einer Rente auf 65 Jahre herabgesetzt. Also erst gut 100 Jahre ist diese generationsübergreifende Absicherung für Deutschland vorhanden. Wie sicherten sich aber die Menschen vor dieser Zeit ab?
Aus Zempin ist uns ein genaues Beispiel durch den Erbteilungs-Rezess des Bauern und Schulzen Martin Lüder (geb.08.02.1797, gest. 09.12.1865) mit der Gültigkeit vom 1. Oktober 1863 bekannt. Seine Frau Christine, geb. Dosin, war 1857 gestorben. Drei Kinder sind aus der Ehe hervorgegangen und der Witwer hat all seinen Besitz gleichmäßig den drei Kindern übergeben, aber was blieb für ihn zum Leben übrig? Was, wenn die Kinder ihn nicht mehr ernähren wollten oder konnten?
Aus der Erfahrung hat er sich seine Absicherung viel Geld kosten lassen. Denn er hat eine ausführliche Urkunde anfertigen lassen.
Durch die Lebenswege bekommt man Einblick in das Leben der Menschen, die sich im Ort Zempin auf der Insel Usedom während und nach Kriegzeiten aufgehalten haben und wie sie deshalb den Wohnort und die Arbeit wechseln mussten.
Am 23. August 2005 kam von Frau N. Ewald HELDT geb. 20 Mai 1916 - 1939 als in Zempin (Usedom Wollin) ansässig registriert. Erschwerend bei der Suche bis dahin kam hinzu, dass die Geburtsurkunde in Stettin ausgestellt war. Ihre Freundin S. hatte ihr immer wieder mal erzählt, dass sie doch gern ihren Vater im Leben gehabt hätte. Sie ist 1944 in Frankreich geboren. Ihr Vater war ein „deutscher Besatzer“. Ihr Vater hat sie als Baby erlebt, aber nach Kriegsende war ihre Mutter eine „Verräterin“ und er musste das Land verlassen.
Nun hat Frau N. den Ort und den Namen bei der Verwaltung und im Telefonbuch gesucht und bekam eine negative Antwort. Sie überlegte, ein alter Mensch braucht bestimmt einen Pflegedienst. Alle diese Betriebe des Ortes rief sie an und erhielt die Auskunft: eine Betreuerin besucht 1 x in der Woche einen Herrn HELDT. Dieser „Engel“ wie Frau N. am 30. Ich konnte vorher viele Bilder über die Familie und eine Chronik des Seebades Zempin an die Freundin S.
Warum hat der Vater die Tochter nicht gesucht? Er war verheiratet seit 1944 mit einer Frau, mit der er noch nie zusammen gelebt hatte. Er versorgte sie bis zu seinem Tode. Am 02.09.2005 teilte mir Frau N. Seine Tochter S. ist verheiratet und hat drei Töchter. Die Familie lebt in der Schweiz. Sie konnten den 90. Ewald HELDT ist am 14 Februar 2008 verstorben. Im Juni 2010 erfüllte sich sein Wunsch einer Seebestattung im Zempiner Achterwasser. Sein einziges Kind, Tochter S., mit Schwiegersohn und Freundin N.
Das Foto zeigt Henriette Michaelis geb. Geboren am 07.05.1837 in Zinnowitz, gestorben am 01.08.1904 in Zempin. Sie ist ein Kind eines der ersten freien Bauern in Zinnowitz, Friedrich Schmock und seiner Ehefrau Friedericke geb. Venz und nicht mehr als Leibeigene geboren.
Henriette Schmock heiratete den Fischer August Michaelis in Zempin. Aus dieser Ehe blieben die Kinder Hermann, Wilhelm und Berta am Leben.
2016 Gast aus Cottbus Bericht über Fam. Lieselotte Bartsch geb. 80 Jahre Lieselotte BARTSCH geb. Krüger Am 21.12.1916 wurde die Tochter des Fischers Max Krüger (1880 - 1972) in Zempin geboren.
Professional experience for Edith Glatz:
Die hier dargestellten Informationen geben einen Einblick in die vielfältigen Aspekte der Genealogie, von der systematischen Erfassung und Archivierung von Familiendaten bis hin zu den persönlichen Geschichten einzelner Menschen und Familien. Die genealogischen Mappenstücke stellen eine wertvolle Quelle für die Erforschung der eigenen Familiengeschichte dar und ermöglichen es, die Lebenswege der Vorfahren nachzuvollziehen.
tags: #sabine #glatz #brandenburg #lebenslauf
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.