Das Wort „Perücke“ hat eine lange Geschichte, die oft mit Theater, Verkleidungen und auffälligen Frisuren in Verbindung gebracht wird. Auch wenn Perücken heute in zahlreichen Lebensbereichen eine wichtige Rolle spielen - etwa bei medizinischen Indikationen, Mode oder als Möglichkeit, mit Frisuren zu experimentieren - haftet dem Begriff häufig ein veraltetes oder negatives Image an. Deshalb greifen Fachleute und viele Betroffene lieber auf Begriffe wie Haartechnik oder Zweithaartechnik zurück. In diesem Artikel werfen wir einen Blick darauf, warum das so ist und warum diese moderneren Begriffe die Realität besser widerspiegeln.
Das Wort „Perücke“ wird oft mit einer bestimmten Ästhetik assoziiert: Die pompösen Frisuren der Barockzeit, bunte Karnevals-Accessoires oder künstlich wirkende Haarteile, die sich deutlich von natürlichem Haar abheben. Diese Assoziationen passen nicht zu den modernen Möglichkeiten und der Qualität, die heutige Haarlösungen bieten.
Woher kommt der Begriff eigentlich? Das Wort „Perücke“ stammt aus dem französischen Wort „perruque“, das ursprünglich „Haarpracht“ oder „Haarwuchs“ bedeutete. Es ist wiederum vom lateinischen Wort „perrucus“ abgeleitet, was „Haar“ oder „Pracht“ bedeutet. Eigentlich sehr schön, oder?
Aber inzwischen haftet diesem Wort nichts Schönes mehr an:
Vor allem Menschen, die durch Krankheit (z. B. Krebs oder Alopezie) auf eine Haarlösung angewiesen sind, möchten sich nicht mit Klischees oder Vorurteilen konfrontiert sehen. Die Vorstellung, dass eine „Perücke“ auffällt oder unnatürlich aussieht, entspricht längst nicht mehr der Realität, wird aber dennoch oft mit dem Begriff assoziiert.
Heute geht es nicht mehr nur darum, Haarverlust zu kaschieren oder eine Verkleidung zu tragen. Zweithaar bietet Menschen Selbstbewusstsein, Natürlichkeit und eine individuelle Lösung. Der Begriff „Perücke“ greift hier zu kurz und wird den Ansprüchen vieler Betroffener nicht gerecht.
Diese Rokoko-Perücke ist aus Plastik gefertigt
Im Bereich Zweithaar ist die Zeit wahrlich nicht stehen geblieben, ganz im Gegenteil - modernste Technik und immer besser werdende Fachkenntnis schaffen täuschend natürliche und schöne Ergebnisse.
Sich mit einer Haartechnik wohlfühlen
Auch wenn wir das Wort „Perücke“ im Alltag ungern benutzen, spielt es eine wichtige Rolle bei der Online-Suche. Viele Menschen, die nach Haarlösungen suchen, verwenden Begriffe wie „Perücken kaufen“, „natürlich aussehende Perücke“ oder „Perücke Echthaar“. Deshalb ist es wichtig, dass dieser Begriff in Artikeln und Informationen auftaucht - eingebettet in eine moderne und positive Darstellung.
Wissenschaftler haben einen römischen Reiterhelm mit üppiger Perücke aus Pferdehaar rekonstruiert. Bislang sind nur wenige Kavallerie-Helme mit Haar bekannt. Mit aufwendigen naturwissenschaftlichen Methoden sei es nun gelungen, die akribische Herstellungstechnik und das Aussehen dieser Stücke zu ermitteln. Für die exakte Wiederherstellung des Helmes waren Experten am Reiss-Engelhorn-Museum in Mannheim und am Landesmuseum in Bonn verantwortlich. Das rekonstruierte Exemplar soll künftig gemeinsam mit einem Originalhelm aus dem 1. Jahrhundert n. Chr. Diese speziellen Helme, die zwischen Stirn und Nacken dicht von einer Anzahl Zöpfchen aus Pferdehaar überzogen sind, scheinen eine "Spezialität" des vor 2000 Jahren am Niederrhein siedelnden Volkes der Bataver gewesen zu sein, die im Römerheer oft als Reiter gedient haben. Dies sagte Restaurator Frank Willer vom Rheinischen Landesmuseum Bonn.
Der Helm wie auch die herabklappbare Gesichtsmaske aus Metall seien mit großer Präzision jedem Träger individuell angepasst worden, beschreibt der Experte. Das fein geflochtene, glänzend schwarze Haar und das starre "Gesicht" des Reiters hoch auf seinem Pferd "wirkte abschreckend für jemanden, der das nicht kennt", beschreibt Willer den wohl beabsichtigten psychologischen Effekt des Helmes. Nach einem Aufstand der Bataver 69 n. Chr. sei dieser Helmtyp aber plötzlich verschwunden.
Man kennt das Bild: Ein Gerichtssaal in England. Darin befinden sich Menschen, die sich einer strikten Kleiderordnung unterwerfen: Perücke und lange Robe.
Das Bild ist ikonisch: Ein Gerichtssaal in England, gefüllt mit Personen in formeller Kleidung, darunter die charakteristischen Perücken und langen Roben. Doch woher stammt diese Tradition, und warum tragen Vertreter der englischen Justiz solche besonderen Kleidungsstücke?
Perücken haben eine lange Geschichte und erfreuten sich bereits im Altertum großer Beliebtheit. Während sie im christlichen Mittelalter weitgehend aus der Mode kamen, erlebten sie in der Renaissance und besonders im Barock ein Comeback. Ihren festen Platz in England verdanken Perücken König Karl II., der sie nach seiner Rückkehr aus dem französischen Exil im Jahr 1660 populär machte.
John Thomas, Baron Thomas of Cwmgiedd* - mit Perücke aus Roßhaar
Im 17. Jahrhundert waren fließendes Wasser und regelmäßige Haarpflege ein Luxus. Anstatt die Haare zu waschen, entschieden sich viele Menschen, Perücken zu tragen, und gingen sogar dazu über, die eigenen Haare komplett zu rasieren. So konnte man sich vor Läusen und anderen Parasiten schützen. Perücken wurden zum modischen und hygienischen Accessoire gleichermaßen.
Auch heute noch tragen viele englische Richter und Anwälte Perücken, obwohl die Zahl derer wächst, die auf diese Tradition verzichten möchten. Diejenigen, die die Perücke befürworten, führen vor allem zwei Gründe an:
Die klassischen Perücken der englischen Justiz werden auch heute noch traditionell aus weißem Rosshaar gefertigt. In der Vergangenheit verwendete man auch Echthaar oder Ziegenhaar, doch seit Mitte des 19. Jahrhunderts hat sich Rosshaar durchgesetzt.
Bevor die Perücken von Hand geknüpft werden, werden sie zuerst gebleicht.
Seit einigen Jahren regt sich Widerstand gegen die Gerichtsperücke. Einige Richter verzichten bei Strafsachen vor dem Familien- oder Zivilgericht sogar ganz auf die Gerichtsperücke. Im Gegensatz zu den Anwälten.
Die englische Anwaltskammer, der sogenannte Bar Council, hat zwar schon erste Anstrengungen unternommen, ist aber noch zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen, ob die Gerichtsperücke nun getragen werden soll oder nicht.
Während Anwälte in Deutschland vor Gericht so ziemlich alles tragen können, was sie möchten (zumindest mehr oder weniger), herrschen in England (und Ländern des heutigen Commonwealth) noch strengere Sitten. Dort tragen Prozessanwälte vor Gericht neben der Anwaltsrobe in der Regel auch eine Perücke - aus Pferdehaaren. Sie soll die Würde der Justiz betonen. Pferdehaare? Muss das wirklich sein? Offenbar nicht - denn es gibt auch dafür gute vegane Alternativen!
Samuel March, ein englischer Rechtsanwalt und Volunteer bei den "Advovates for Animals", hat sich jetzt eine vegane Anwalts-Perücke anfertigen lassen - aus Hanffasern. Das berichtete VegNews. Es ist wohl die weltweit erste vegane Anwalts-Perücke! Hergestellt wurde die vegane Perücke vom nachhaltig und tierfreundlich orientierten Modelabel Cultiva Kingdom.
Zwar handelt es sich dem Vernehmen nach bei dieser Erfindung noch um eine Einzelanfertigung, doch noch in diesem Jahr sollen vegane Hanf-Perücken für Anwälte ins Standard-Sortiment aufgenommen werden. Grundsätzlich unterstütze er das Tragen von Perücken vor Gericht, sagte Samuel March dem Daily Record. "Menschen sollten sich frei und ihren Werten entsprechend ausdrücken dürfen". So wie ein Sikh vor Gericht einen Turban statt einer Anwaltsperücke tragen solle, sollten auch Veganer etwas Passendes tragen dürfen.
Eingeführt wurden die (puderfreien) Pferdehaar-Perücken ursprünglich von Humphrey Ravenscroft im Jahr 1822 - also vor knapp 200 Jahren!
2025 würden ein Viertel der Menschen in Großbritannien vegetarisch oder vegan leben, schreibt das Mode-Label in einem Blog-Eintrag. Eine junge, fleischfreie Generation, die künftig auch Wert auf ethische Bekleidung vor Gericht Wert legen wird. Womöglich hat Samuel March hier also eine echte Marktlücke für sich entdeckt.
| Aspekt | Pferdehaarperücke | Vegane Hanfperücke |
|---|---|---|
| Material | Pferdehaar (Rosshaar) | Hanffasern |
| Tradition | Langjährige Tradition, besonders in der englischen Justiz | Moderne, ethische Alternative |
| Zielgruppe | Juristen, die Wert auf Tradition legen | Vegane Juristen, die Wert auf Tierwohl und Nachhaltigkeit legen |
| Verfügbarkeit | Weit verbreitet | Bisher Einzelanfertigung, soll aber ins Standard-Sortiment aufgenommen werden |
tags: #Pferdehaarperücke
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