Wimpernseren: Inhaltsstoffe und Wirkung im Überblick

Wimpernseren erfreuen sich großer Beliebtheit, da sie versprechen, den Blick durch längere, dichtere und geschwungene Wimpern zu intensivieren. Doch welche Inhaltsstoffe stecken in diesen Seren, und wie wirken sie? Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Arten von Wimpernseren, ihre Inhaltsstoffe, Anwendung und mögliche Risiken.

Was sind Wimpernseren?

Wimpernseren oder Wimpern-Booster werden verwendet, um die Wimpern zu pflegen, zu stärken und ihr Wachstum zu fördern. Sie sind in verschiedenen Formulierungen erhältlich, von natürlichen Ölen bis hin zu Seren mit Hormonen.

Ein Wimpernserum wird mit einem Bürstchen oder einem feinen Pinsel am Wimpernkranz entlang aufgetragen. Einige pflegen mit Inhaltsstoffen wie Rizinusöl, wobei die positive Wirkung auf das Wimpernwachstum wissenschaftlich nicht belegt ist.

Potenter sind Seren, deren Wirkung durch Hormone entsteht, meist das Gewebshormon Prostaglandin. Die Anwendung von Prostaglandin im Augenbereich kann jedoch auch Nachteile mit sich bringen.

Übrigens: Einige Wimpernseren können auch auf die Augenbrauen aufgetragen werden, um auch ihr Wachstum zu unterstützen.

Arten von Wimpernseren

Es gibt hauptsächlich zwei Arten von Wachstumsseren:

  • Wimpernseren ohne Hormone: Diese Produkte setzen auf natürliche Inhaltsstoffe und Peptide.
  • Produkte mit synthetischen Prostaglandin-Analoga: Diese Seren sind potenter, bergen aber auch Risiken.

Wimpernseren mit Prostaglandin-Analoga (PGAs)

Wimpernseren werden umgangssprachlich als »hormonhaltig« betitelt, wenn der wachstumsfördernde Inhaltsstoff zur Gruppe der synthetischen Prostaglandin-Analoga (PGAs) gehört. Diese sind in schwächerer Konzentration und explizit auf der Haut angewendet, (derzeit noch) nicht verschreibungspflichtig.

Bei regelmäßiger Anwendung verlängern die PGAs die Wachstumsphase der Wimpernhärchen, sodass sie später im Zyklus herausfallen. Bis dahin können sie einige Millimeter mehr als üblich wachsen und auch die Anzahl der zeitgleich vorhandenen Wimpern erhöht sich. Dadurch wirken sie nicht nur länger, sondern auch voller.

Allerdings sind PGAs berüchtigt für Nebenwirkungen wie Verfärbungen der Haut und der Iris, Irritationen der Lidhaut oder des Auges sowie Volumenverlust der Augenpartie.

Die EU bewertet derzeit, ob diese Wirkstoffe weiterhin für den Einsatz in Kosmetik zugelassen werden sollten. Ein Verbot wird immer deutlicher gefordert, wahrscheinlicher scheint jedoch eine Regulierung der Einsatzkonzentrationen zu sein.

Wimpernseren ohne Hormone (Peptid-Seren)

Als Alternative zu prostaglandin-haltigen Wimpernseren haben sich bestimmte Peptide gemausert. Peptide wirken, indem sie dem Körper signalisieren, ein Eiweiß sei beschädigt und man müsse sich um die Reparatur kümmern.

Wimpernseren mit Peptiden wirken sich sichtbar auf die Wimpernlänge aus und bergen deutlich weniger Risiken beim Wimpernwachstum als solche mit PGAs.

Völlig frei von potenziellen Nebenwirkungen sind allerdings selbst sie nicht, denn auch hier können durchaus vereinzelte Irritationen auftreten.

Inhaltsstoffe im Fokus

Einige häufige Inhaltsstoffe in Wimpernseren sind:

  • Rizinusöl: Eine reine Pflegemaßnahme zum Schutz der Wimpern vor Bruch und zur Stärkung der Widerstandskraft.
  • Pflanzenextrakte: Können antioxidative, schützende, beruhigende oder heilungsfördernde Wirkungen haben.
  • Biotin: Eher der Kategorie »Marketing« zuzuordnen, da die äußerliche Anwendung wenig Einfluss hat.

Anwendung von Wimpernseren

Die meisten Wimpernseren trägst du ähnlich wie deinen Eyeliner auf: Fahre einfach mit dem feinen Pinsel an deinem oberen Wimpernkranz entlang. Pflegende Wimpernseren können auch ein Bürstchen statt des Pinsels haben. Sie trägst du dann einfach wie eine Mascara aus, indem du das Bürstchen vom Ansatz bis zu den Spitzen ziehst und so jede einzelne Wimpern mit Pflege umhüllst.

Wimpernseren trägt man am besten abends auf die gereinigten Wimpern auf. Bei einmaliger Anwendung pro Tag sieht man in der Regel innerhalb von sechs bis acht Wochen die ersten Ergebnisse. Nach Erreichen der gewünschten Fülle kann das Serum seltener angewendet werden.

Vor der Anwendung: Make-up abschminken und ölhaltigen Reiniger entfernen. Ungeschminkte Augen sollten ebenfalls von Sebum und Schmutz befreit werden, damit das Wimpernserum problemlos in die Haut einziehen kann.

Nicht geizen! Auch wenn die Pinsel einiger Hersteller eine sparsame Dosierung erleichtern, reduziert sich mit der Menge auch das Erfolgspotenzial.

Man kann das klare Wimpernserum sanft einmassieren oder einfach sich selbst überlassen, bis es getrocknet ist. Verwendet man es abends, sollte man aufpassen, dass man es seitlich liegend nicht womöglich ins Kissen schmiert.

Wimpernbooster lassen sich auch problemlos auf den Augenbrauen auftragen, auch wenn die Hersteller es nicht als solches bewerben und ein separates Produkt für den Zweck haben.

Wimpernseren sollte man ähnlich wie Mascara oder Eyeliner nicht mit anderen Personen teilen.

Man kann jederzeit mit der Anwendung aufhören. Die genährten Wimpern wachsen noch ihren ausgedehnten Wachstumszyklus (ungefähr so lang, wie man auf Erfolg warten musste), bis sich dann die Länge auf ursprünglichem Niveau wieder einpendelt.

Bekannte Produkte im Vergleich

Einige bekannte Wimpernseren sind:

  • The Ordinary Lash & Brow Serum: Ein Peptid-Serum ohne Prostaglandinderivat, das für längere und gepflegte Wimpern sorgt.
  • Revitalash Advanced Eyelash Conditioner: Ein weltweit meistverkauftes Wimpernserum mit Prostaglandin und Peptid.
  • Orphica ReaLash Eyelash Enhancer: Ein Wimpernserum mit Prostaglandin-Analogon, das deutliches Wachstum und Volumen verspricht.

Wimpernserum im Test - Lange, dichte, volle Wimpern? | taff

The Ordinary Lash & Brow Serum

Mit diversen Peptiden und Aminosäuren gespickt ist das The Ordinary Lash & Brow Serum und kommt ohne Prostaglandinderivat aus, um zu wirken. Das Resultat ist entsprechend nicht so üppig wie mit Hormonderivaten, sorgt aber dennoch für längere, gegebenenfalls dichtere und gepflegte Wimpern. Die Formulierung könnte auf dem Papier kaum beeindruckender aussehen. Viel mehr als andere Peptid-Seren schafft es allerdings unserer Erfahrung nach nicht. Dafür ist es günstig, bleibt sicherlich lange im Sortiment und kommt von einer vertrauenswürdigen Marke.

Revitalash Advanced Eyelash Conditioner

Laut Hersteller ist der Revitalash Advanced Eyelash Conditioner das meistverkaufte Wimpernserum weltweit und gilt als Pionierprodukt, das viele Anwender seit Jahren schätzen - trotz der damit einhergehenden Risiken. Es kombiniert Prostaglandin und ein Peptid für lange, kräftige und dichte Wimpern. Wir sind vom Resultat ebenso beeindruckt wie vom ReaLash. Es ist hochwertig verarbeitet, mit einem gelungenen Pinsel und hoffentlich auch so hochpreisig, weil die Marke in Forschung für höhere Verträglichkeit investiert.

Orphica ReaLash Eyelash Enhancer

Der Orphica ReaLash Eyelash Enhancer ist ein Wimpernserum mit Prostaglandin-Analogon und daher mit Vorsicht zu genießen. Dafür kann man hier mit deutlichem Wachstum und Volumen rechnen, das mit Peptid-Seren kaum zu erzielen sein dürfte. Zusätzlich enthält es auch ein potenziell wachstumsförderndes Peptid sowie allerlei Extrakte. Die Kombination der Wirkstoffe erinnert an den Klassiker von Revitalash, ist aber günstiger (preislich sowie in der Füllmenge).

Risiken und Nebenwirkungen

Bevor man ein Wimpernserum ausprobiert, sollte man sich genau mit den Inhaltsstoffen und der Wirkungsweise vertraut machen, um eventuelle Risiken gewissenhaft abzuschätzen.

Nebenwirkungen von Wimpernseren mit PGAs können sein:

  • Verfärbung der Haut und Iris
  • Irritationen der Lidhaut oder des Auges
  • Volumenverlust der Augenpartie

Auch Wimpernseren ohne Hormone können Irritationen wie Rötungen, Schuppungen, Jucken oder trockene Augen verursachen.

Das Urteil des Europäischen Gerichtshofs

Ein kürzlich gefälltes Urteil des Europäischen Gerichtshofs schränkte die Abgabe von Wimpernseren mit Hormonanaloga nicht wesentlich mehr ein als bisher. Zwar wurde bestätigt, dass man im Falle medizinisch relevanter Wirkungen auch ein Wimpernserum als Arzneimittel einstufen und entsprechend vertreiben müsse, kurzfristig bleibt der Verkauf jedoch erlaubt.

Mit dem Urteil können jedoch einzelne Produkte in Visier genommen werden. Es wird erwartet, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.

Der Hautschutzengel

Der Hautschutzengel ist eine neutrale und unabhängige Quelle, die seit rund 10 Jahren Usern hilft, sich im Kosmetikdschungel besser zurecht zu finden und so ihre Hautprobleme zu besiegen. Er empfiehlt u.a. auch Produkte mit nicht ausschließlich unbedenklichen Inhaltsstoffen, wenn der Nutzen dem Risiko überwiegt.

In der Hautschutzengel Datenbank kann jeder durch das gezielte Filtern selbst entscheiden, welche Faktoren ihm bei der Wahl seiner Kosmetikprodukte besonders wichtig sind.

Fazit

Ein wirksames Wimpernserum kann tatsächlich die Wimpern länger und dichter aussehen lassen. Die Wahl des richtigen Produkts hängt von den individuellen Bedürfnissen und der Risikobereitschaft ab. Vor der Anwendung sollte man sich gründlich informieren und die Inhaltsstoffe sowie mögliche Nebenwirkungen beachten.

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