Neurodermitis und Rasieren der Beine: Tipps für eine glatte und schonende Haarentfernung

Viele Menschen empfinden glatt rasierte Beine als angenehm und gepflegt. Doch gerade bei empfindlicher Haut, wie sie oft bei Neurodermitis vorkommt, kann die Rasur schnell zu Irritationen führen. Dieser Artikel gibt Ihnen umfassende Tipps, wie Sie Ihre Beine trotz Neurodermitis schonend rasieren können, um Hautirritationen zu vermeiden und ein glattes Ergebnis zu erzielen.

Was ist Reibeisenhaut und wie hängt sie mit Neurodermitis zusammen?

Raue Hautstellen an Armen und Beinen, die unzählige winzige, hautfarbene oder rötliche Knötchen aufweisen und sich wie ein Reibeisen anfühlen: das sind die typischen Anzeichen einer Keratosis pilaris. „Dabei handelt es sich um eine weit verbreitete, harmlose Verhornungsstörung der Haut“, erklärt Stephan Torke, Apotheker in Freital. Betroffen sind vor allem die Außenseiten der Oberarme und Oberschenkel sowie das Gesäß, manchmal auch die Wangen.

Menschen mit Neurodermitis sind eher von Reibeisenhaut betroffen. Zu unterscheiden, ob es sich um die Verhornungsstörung oder ein akutes, behandlungsbedürftiges Ekzem handelt, kann für das ungeschulte Auge schwierig sein. Um sich zu vergewissern, dass es sich bei den Veränderungen tatsächlich nur um Reibeisenhaut handelt, ist daher vor allem bei zusätzlichen Auffälligkeiten wie entzündlichen Rötungen und Juckreiz eine hautärztliche Abklärung ratsam.

Grundlagen der Rasur bei empfindlicher Haut

Das Rasieren kann für Menschen mit empfindlicher Haut eine echte Herausforderung sein. Hautirritationen wie Rötungen und Brennen sind dabei keine Seltenheit. Empfindliche Haut reagiert oft stärker auf äußere Einflüsse, was sich auch bei der Rasur bemerkbar macht.

Beim Rasieren wird die oberste Hautschicht stark beansprucht, was bei sensibler Haut häufig zu Reizungen führt. Vor allem bei wiederholtem Rasieren auf der bereits gereizten Haut kann es zu Rötungen, Spannungsgefühlen und unangenehmem Brennen kommen. Diese Reaktionen werden auch als Rasurbrand bezeichnet. In ernsteren Fällen kann sich zudem eine Follikulitis entwickeln.

Trocken- oder Nassrasur?

Ob du deine empfindliche Haut besser trocken oder nass rasierst, hängt in erster Linie von deinen persönlichen Vorlieben sowie von der Beschaffenheit deiner Haut ab. Beide Methoden haben ihre Vor- und Nachteile.

Die Trockenrasur ist besonders für eine schnelle und unkomplizierte Rasur gedacht. Elektrische Rasierer sind hierfür ideal und ermöglichen ein schonendes Rasieren, da sie weniger direkten Kontakt mit der Haut haben. Wähle einen elektrischen Rasierer mit scharfen Klingen und einem leistungsstarken Motor, um ein möglichst reibungsloses Ergebnis erzielen zu können.

Die Nassrasur gilt oft als gründlicher und kann bei richtiger Anwendung ebenfalls schonend für empfindliche Haut sein. Allerdings besteht ein höheres Risiko für winzige Schnitte, wenn die Klinge des Rasierers stumpf oder die Rasurtechnik nicht optimal ist.

Die Wahl des richtigen Rasierers

Auch bei der Wahl eines Rasierers für empfindliche Haut gibt es ein paar Dinge zu beachten. Für die Nassrasur sind deshalb Rasierer mit einer einzelnen Klinge eine gute Wahl. Sie sind schonender zur Haut als Mehrklingenrasierer. Diese solltest du bei empfindlicher Haut meiden. Denn: Je mehr Klingen ein Rasierer hat, desto wahrscheinlicher ist es, dass sie deiner Haut mikrofeine Schnitte zufügen.

Auch für Frauen gibt es spezielle Rasierer für empfindliche Haut. Diese sind meist mit einem zusätzlich pflegenden Feuchtigkeitsstreifen versehen, um Irritationen während der Rasur vorzubeugen.

Vorbereitung der Haut auf die Rasur

Eine sorgfältige Vorbereitung der Haut trägt wesentlich dazu bei, Hautreizungen während der Rasur zu vermeiden. Vor dem Rasieren solltest du deine Haut deshalb sorgfältig reinigen, um Schmutz, Talg und abgestorbene Hautzellen zu entfernen. Verwende dazu einen milden, feuchtigkeitsspendenden Reiniger für Gesicht und/oder Körper, wie unser La Roche Posay CICAPLAST Lavant B5 Reinigungsgel.

Ein anschließendes sanftes Peeling kann dabei helfen, die Hautoberfläche zu glätten, sodass der Rasierer leichter über die Haut gleitet und die Klingen nicht mit Hautschüppchen verstopfen. Bei empfindlicher Haut wirkt ein mechanisches Peeling jedoch oft reizend. Hier kann stattdessen ein chemisches Peeling mit Wirkstoffen wie Salicylsäure oder Milchsäure sinnvoll sein.

Tipp: Rasiere dich am besten direkt nach dem Duschen. Die Wärme und der feuchte Dampf öffnen die Poren und sorgen so dafür, dass sich die Haut leichter rasieren lässt.

Die richtige Rasurtechnik

Eine sanfte Rasur ist bei empfindlicher Haut besonders wichtig.

  • Rasierschaum ohne Alkohol: Bei der Nassrasur solltest du einen Rasierschaum oder ein Rasiergel verwenden. Auf diese Weise werden die Haare weicher und der Rasierer gleitet einfacher über die Haut. Wähle ein Produkt, dass keinen Alkohol enthält.
  • In Wuchsrichtung rasieren: Vermeide es, kreuz und quer zu rasieren und rasiere stets in Wuchsrichtung der Haare.
  • Wenig Druck ausüben: Achte darauf, mit dem Rasierer nur wenig Druck auf die Haut auszuüben. Starker Druck kann die Haut verletzen und zu winzigen Schnitten führen.
  • Rasierer regelmäßig reinigen: Reinige deinen Rasierer nach jeder Verwendung gründlich, um Bakterienansammlungen zu vermeiden.

Pflege nach der Rasur

Nach der Rasur ist die Haut angegriffen und braucht besonders viel Pflege.

  • Aftershave: Aftershave ist eine Pflege speziell zur Anwendung nach der Rasur. Es erfrischt die beanspruchte Haut, spendet ihr Feuchtigkeit und wirkt angenehm beruhigend. Ein Aftershave für sensible Haut sollte idealerweise weder Alkohol noch Duftstoffe enthalten.
  • Feuchtigkeitscreme: Anzeichen von Trockenheit und Irritationen kommen beim Rasieren von empfindlicher Haut häufig vor. Trage daher als Ergänzung zum Aftershave eine feuchtigkeitsspendende Creme für empfindliche Haut auf. Die La Roche Posay TOLERIANE Dermallergo Creme pflegt trockene bis sehr trockene, zu Allergien neigende Haut. Die Formel der leichten Creme mit Sphingobioma, Neurosensine und Thermalwasser versorgt die Haut sofort mit Feuchtigkeit, mildert Hautreizungen und stärkt das hauteigene Mikrobiom. Ist deine Haut nach der Rasur sehr gereizt, pflegt und schützt La Roche Posay CICAPLAST Baume B5+.

Tipp: Verwende die Creme deiner Wahl nicht nur im Anschluss an die Rasur, sondern auch als Teil deiner täglichen Hautpflegeroutine.

Was tun bei Rasurbrand?

Alle Frauen kennen das Problem von gereizter Haut nach dem Rasieren, ganz egal, welcher Hauttyp man ist. Dabei lässt sich das Gröbste schon vermeiden, indem das richtige Mittel der Wahl zur Anwendung kommt. Heißt: niemals trocken oder nur unter dem Wasserstrahl rasieren, sondern entweder zu einem Rasiergel für Frauen greifen oder aber ein ölhaltiges mildes Duschgel nehmen.

Rasurbrand wird durch Reizzustände auf der Haut und in den Haaranhangsgebilden (u.a. Talgdrüsen) beim nachwachsenden Haar nach der Rasur ausgelöst. Häufig kommt es dann noch sekundär zu einer bakteriellen Besiedlung, so dass eine antiseptische Waschlotion sinnvoll ist.

Auch eine Haarspülung eignet sich übrigens für die Rasur - der rutschige Film auf der Haut sorgt dafür, dass die Klingen nicht unsanft über die obere Hautschicht kratzen und sie beschädigen. Außerdem werden die Härchen dadurch weicher und lassen sich leichter abtrennen.

Sollte es doch zu einer Reizung gekommen sein, helfen diese SOS-Maßnahmen: sofort gut kühlen - am besten mit einem Kühlpad und anschließend ein Pflegeprodukt mit Aloe Vera auf die betroffenen Stellen großzügig auftragen. Auch Hausmittel wie Magerquark oder Honig können Linderung verschaffen - einfach dünn auftragen und später mit einem feuchten Tuch abnehmen. Danach heißt es: der Haut genügend Zeit geben, sich zu erholen.

Weitere Tipps und Tricks für eine schonende Rasur

  • Rasieren Sie nicht entgegen der Wuchsrichtung: Glatte Haut? Rasieren auch Sie wie viele Frauen instinktiv entgegen der Wuchsrichtung? Dann wechseln Sie lieber die Richtung, besonders in der Bikinizone mag es die Haut wesentlich lieber entlang der Wuchsrichtung. Das ist wesentlich schonender, eingewachsene Haare lassen sich so leichter entfernen, auch wenn es andersherum effektiver erscheint. Die Haare werden sonst vor dem Abschneiden nach oben gerissen, was die Haut besonders reizt.
  • Cremen, cremen, cremen: Bei der Rasur wird der Haut viel Feuchtigkeit entzogen, beim Duschen sowieso! Andererseits ist warmes Wasser für ein gutes (und schonendes) Ergebnis wichtig, denn das öffnet die Poren und macht die Härchen schön weich, wodurch sie sich leichter entfernen lassen. Am Ende mit kaltem Wasser die rasierten Stellen kühlen, damit sich die Poren schließen. Tupfen (nicht rubbeln) Sie sich nach dem Rasieren mit einem frischen Handtuch vorsichtig ab. Außerdem ist es essenziell, nach dem Rasieren die Haut mit feuchtigkeitsspendender Lotion gut einzucremen. So kann sie sich schnell erholen und Rasurbrand hat erst gar keine Chance bzw.
  • Achten Sie auf Hygiene: Es gibt nichts Schlimmeres, als eine stumpfe oder gar verschmutzte Rasierklinge zu verwenden, vor allem sensible Haut wird diesen Kardinalfehler niemals verzeihen. Sind die Klingen nicht mehr scharf, müssen Sie beim Rasieren mit mehr Druck zur Sache gehen, was zusätzlich reizt. Schmutzpartikel und Keime dringen in die aufgeweichte Schutzbarriere und verursachen Entzündungen, die in schmerzhaften Schwellungen, Rötungen und Pusteln münden. Auch winzige Schnitte entzünden sich viel eher, wenn die Klingen nicht richtig sauber sind. Zwischendrin immer Schaum und Haare abspülen, so dass der Rasierer bei jedem Ansetzen wieder sauber ist. Zum Schluss den Rasierer gut reinigen, danach mit einem Tuch trocknen und am besten in einer geschlossenen Dose aufbewahren. Wer auf Nummer sichergehen will, desinfiziert den Rasierer.

Alternativen zur Rasur

Wer zu Rasurbrand neigt und auf die Haarentfernung nicht verzichten möchte, kann auch andere Methoden ausprobieren.

Enthaarungscremes

Beliebt neben der Rasur mit Trocken- oder Nassrasierer sind spezielle Enthaarungscremes. Sie enthalten Stoffe, die über eine chemische Reaktion die Hornsubstanz der Haare über der Hautoberfläche aufweichen und dazu führen, dass sich die Haare leicht ablösen lassen.

Dazu trägt man die Creme auf die entsprechenden Hautbereiche auf und lässt sie einwirken. Anschließend kann man die Cremereste zusammen mit den Haaren einfach abwaschen oder mit einem Tuch abreiben. Manche Menschen reagieren allerdings empfindlich auf die enthaltenen Wirkstoffe. Daher ist es ratsam, die Creme zuvor an einer kleinen Stelle der Haut auf ihre Verträglichkeit zu testen.

Epilation

Eine weitere Methode der Haarentfernung ist die sogenannte Epilation, bei der das Haar nicht gekürzt, sondern samt Wurzel ausgerissen wird. Das funktioniert entweder mit Wachs oder mit elektrischen Epiliergeräten. Epilieren muss man nur alle paar Wochen, denn bis die neuen Haare nachgewachsen sind, dauert es einige Zeit. Allerdings ist die Prozedur nur für Menschen geeignet, die nicht allzu schmerzempfindlich sind. Dafür bleibt Rasurbrand in der Regel aus. Bilden sich dennoch kleine Pickelchen oder Rötungen, beachten Sie folgende Tipps:

  • Entfernen Sie die Haare nach dem Duschen - die Haut ist dann noch feucht und gut durchblutet.
  • Epilieren Sie gegen die Wuchsrichtung und halten Sie das Gerät im 90-Grad-Winkel.
  • Versorgen Sie Ihre Haut nach dem Epilieren mit ausreichend Feuchtigkeit, zum Beispiel mithilfe einer Lotion.

Laserbehandlung

Wer Haare an bestimmten Körperstellen dauerhaft entfernen möchte, kann auf die Behandlung mit einem Lasergerät setzen. Dabei wird das Haar bis in die Wurzel zerstört, sodass es nicht mehr nachwachsen kann. Mehrere Sitzungen sind nötig, um ein zufriedenstellendes Ergebnis zu erreichen. Eine Laserbehandlung sollte allerdings nur von einem erfahrenen Dermatologen durchgeführt werden. Denn bei nicht fachkundiger Anwendung drohen Nebenwirkungen wie Pigmentflecken, Verbrennungen oder Narben.

Wichtig: Die meisten Hautärzte raten bei Neurodermitis von IPL (Intense Pulsed Light) und Laser-Behandlungen ab. Ist der Wunsch nach dauerhafter Haarlosigkeit wirklich groß, ist auf jeden Fall eine ausgiebige Beratung beim Dermatologen im Vorfeld erforderlich.

Zusammenfassung der wichtigsten Punkte

Das Rasieren bei empfindlicher Haut erfordert besondere Sorgfalt und die richtigen Produkte, um Hautirritationen entgegenzuwirken. Ob du dich für eine Trocken- oder Nassrasur entscheidest, hängt von deinen individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Mit einer gründlichen Vorbereitung, der richtigen Rasurtechnik und einer wohltuenden Hautpflege nach dem Rasieren kannst du Hautreizungen bestmöglich vorbeugen.

Hier eine Tabelle, die die wichtigsten Aspekte der Rasur bei Neurodermitis zusammenfasst:

Aspekt Empfehlung
Rasierer Einzelklinge oder spezieller Rasierer für empfindliche Haut
Vorbereitung Milde Reinigung, warmes Wasser, evtl. chemisches Peeling
Rasurtechnik Rasierschaum ohne Alkohol, in Wuchsrichtung rasieren, wenig Druck
Nachsorge Alkoholfreies Aftershave, feuchtigkeitsspendende Creme
Alternativen Enthaarungscremes, Epilation, Laserbehandlung (nach ärztlicher Beratung)

Schub bei Neurodermitis - so kannst du dir helfen! (Tipps von Ärztin bei atopischer Dermatitis)

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