Immer mehr Menschen hinterfragen kritisch ihren Konsum, besonders bei Kosmetikprodukten. Dabei rücken Herstellungspraktiken und Inhaltsstoffe in den Fokus. Sich die Haare mit Rindertalg oder tierischem Nervengewebe zu waschen, ist keine schöne Vorstellung.
Wer sich vegan ernährt, achtet normalerweise auch bei Kosmetikprodukten wie Shampoos darauf, eine vegane und tierversuchsfreie Variante zu verwenden. Doch auch, wer Fleisch isst oder sich vegetarisch ernährt sollte auf tierleidfreie Shampoos setzen: Verfahren, die zur Verträglichkeitsprüfung an Tieren durchgeführt werden sind durchweg grausam und schmerzhaft. Zudem können sie mittlerweile durch In-Vitro-Tests (d.h.
Tierversuchsfreie Kosmetik ist leider (!) immer noch ein Thema. So grausam und sinnfrei es auch klingen mag, bis zum heutigen Tage testen manche Hersteller ihre Erzeugnisse an den Augen und der Haut von Tieren. Das gilt für Make-up und Gesichtspflege ebenso wie für Haircare, Kolorationen und Styling-Produkte. Kaninchen, Mäuse, Meerschweinchen und andere Tiere werden für die Tests eingesetzt und tragen häufig langfristige Schäden davon.
Man darf also immer noch nicht davon ausgehen, dass Kosmetik ohne Tierleid produziert wird. Es liegt also in unserer eigenen Verantwortung das vor dem Kauf abzuchecken. Aber keine Sorge, dafür gibt es inzwischen gut erkennbare Sigel und uns, die dir verraten, welche Shampoos und Spülungen du bedenkenlos shoppen kannst.
Ein Haarmittel gilt erst dann als tierversuchsfrei, wenn im Laufe der kompletten Produktion und Entwicklung keine Versuche an Tieren durchgeführt werden. Kooperiert ein Hersteller also mit Firmen oder Rohstofflieferanten, die Tierversuche nutzen, dann bekommen die Produkte kein Zertifikat.
Übrigens sind tierversuchsfreie Produkte nicht automatisch vegan und vegane Produkte auch nicht automatisch tierversuchsfrei.
Innerhalb der EU sind Tierversuche verboten. Allerdings kaufen europäische Marken oft Rohstoffe aus dem Ausland ein, was nicht dem EU-Recht unterliegt. Diese Brands nutzen dann in ihren Angaben zu den Wirkstoffen Formulierungen wie "wir geben keine Tierversuche in Auftrag" oder "von uns werden keine Tierversuche durchgeführt". Damit gelten sie aber noch lange nicht als cruelty-free, denn sämtliche Zulieferer und Produktions-Partner sind damit nicht eingeschlossen.
REACH ist das Kürzel für Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals. Gemeint ist damit eine Verordnung, die sicherstellen soll, dass Chemikalien ausreichend getestet werden müssen, bevor sie auf den Markt gelangen. Um diese Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien in der EU zu ermöglichen, erlaubt die REACH-Verordnung Tierversuche. Wobei darin klar definiert ist, dass Tests an Tieren erst dann infrage kommen, wenn alternative Methoden nicht die erforderlichen Daten einbringen, um den Schutz menschlicher Gesundheit zu garantieren.
Es ist also gar nicht so einfach, den Überblick zu behalten. Ob ein Produkt oder eine Marke tierversuchsfrei ist, erkennt man am schnellsten anhand von Zertifikaten und Siegeln.
Ein tierversuchsfreies Shampoo stoppt das Leid, das Tiere ertragen müssen! Abgesehen davon sind Shampoos ohne Tierversuche meistens auch vegan (aber nicht immer!), was sich auch positiv auf das Haar auswirkt. Vegane Shampoos sind auch nachhaltiger und damit besser für Mensch und Natur.
Um ganz sicherzugehen, sieht man sich genau an, welche Tierschutz-Logos auf den Verpackungen abgedruckt sind. Alternativ kann man aber auch die Listen von PETA, dem "Leaping Bunny"-Programm oder der Vegan Society checken.
PETA führt eine Online-Datenbank, in welche man den Namen jeder Kosmetik-Brand eingeben kann und schnell und zuverlässig ein Ergebnis ausgespuckt bekommt. Sofern eine Marke in der Liste angeführt ist, bedeutet dies, dass sie weltweit keine Tierversuche durchführen. Eingeschlossen sind hier auch Brands, die in Ländern produzieren, in denen animal testing erlaubt ist - der Großteil Asiens gehört dazu. Und die sich klar von Tests an Tieren distanziert haben, sie weder durchführen noch in Auftrag geben, bezahlen oder zulassen.
Zudem vergibt PETA auch noch zwei verschiedene Siegel für tierleidfrei produzierte Produkte: Das Logo für "global tierversuchsfreie"-Produkte und das für solche, die "global tierversuchsfrei und vegan" sind. Für beide müssen Unternehmen bestätigen und nachweisen, dass sie selbst sowie ihre Zulieferer weltweit keine Tierversuche für Inhaltsstoffe, Rezepturen oder Endprodukte durchführen, beauftragen, bezahlen oder zulassen - und dies auch in Zukunft nicht tun werden. Wer zusätzlich auch noch als vegan zertifiziert werden will, der muss beweisen, dass die gesamte Produktlinie frei von tierischen Inhaltsstoffen ist.
Um von PETA aufgelistet zu werden oder das "Animal Test Free"-Logo oder das "PETA Approved Global Animal Test Policy"-Logo zu tragen, werden die Unternehmen also strengstens geprüft und müssen zusichern, dass sie auch in Zukunft nicht mit Tierversuchen beginnen werden.
Das Leaping-Bunny-Logo ist ein international anerkanntes Zertifikat, welches garantiert, dass bei der Entwicklung eines Produkts, keine Tierversuche durchgeführt wurden. Damit verpflichten sich die Brands, ab dem festgelegten Stichtag keine Tierversuche mehr durchzuführen oder in Auftrag zu geben und keine Rohstoffe oder Rezepturen zu verwenden, die an Tieren getestet wurden. Allerdings ist damit nicht garantiert, dass vor dem fixierten Stichtag nicht schon mal Tierversuche durchgeführt, in Auftrag gegeben oder finanziert wurden.
Dieses Logo ist ein Zertifikat, das vom Deutschen Tierschutzbund in Zusammenarbeit mit dem internationalen Herstellerverband gegen Tierversuche in der Kosmetik vergeben wird.
Um das Zertifikat zu erhalten, dürfen Marken keiner Unternehmensgruppe angehören oder mit einem Unternehmen kooperieren, das Tierversuche durchführt oder zulässt. Tests an Tieren sind weder bei der Entwicklung noch der Herstellung der Produkte erlaubt. Rohstoffe, die nach 1979 an Tieren getestet wurden, sind ebenfalls nicht gestattet.
Tierische, also nicht vegane Rohstoffe werden dann ausgeschlossen, wenn sie durch Tierquälerei gewonnen werden, zu Ausrottung führen oder ein Tier dafür sterben muss. Der Hase unter schützender Hand ist damit zwar kein veganes Siegel, verbietet aber auch Rohstoffe von toten Tieren zu verwenden. Honig, Bienenwachs und Co. sind also erlaubt, sofern sie Bio-Standards gemäß der EG-Bio-Verordnung erfüllen. Schließlich dürfen Marken und Unternehmen auch nicht in jene Länder exportieren, in denen Tierversuche sogar vorgeschrieben werden. Das wäre beispielsweise in China der Fall.
Die Vegan-Blume von der Vegan Society England wird seit 1990 an Produkte vergeben, die ohne Tierversuche und ohne tierische Inhaltsstoffe entwickelt und produziert werden. Die Vegan Society wurde schon 1944 gegründet und vergibt seit den 90ern nun auch ihr strenges Siegel.
Um das Logo auf einem Produkt drucken zu dürfen, müssen Hersteller garantieren, dass weder während der Herstellung noch bei der Entwicklung tierische Produkte, Nebenprodukte oder aus Tieren gewonnene Rohstoffe zum Einsatz kommen. Tierversuche dürfen weder selbst durchgeführt noch in Auftrag gegeben werden. Da das Siegel für einzelne Produkte und nicht für eine ganze Marke vergeben wird, muss sichergestellt werden, dass alle Maschinen, die bei der Herstellung gebraucht werden, gründlich gereinigt werden, bevor sie vegane Stoffe verarbeiten.
Genetisch veränderte Organismen müssen auf der Verpackung angehen werden. Derartige GVOs von Tieren sind verboten. Unter dem Begriff Tiere sind in allen Punkten nicht nur Wirbeltiere, sondern auch mehrzellige wirbellose Tiere eingeschlossen.
Veganes Shampoo zu erkennen ist leider gar nicht so einfach. Auf der Verpackung sind die Inhaltsstoffe zwar aufgelistet, doch ob ein Stoff tierischer Herkunft ist oder nicht, lässt sich nicht immer eindeutig erkennen. Zwar hat Peta eine ausführliche Liste mit tierischen Inhaltsstoffen in Kosmetik zusammengestellt, doch nicht immer werden auch alle während der Herstellung verwendeten Stoffe auf der Verpackung genannt. Zudem ist es ziemlich anstrengend bei jedem Produkt die komplette Zutatenliste zu analysieren. Deshalb lohnt es sich auf vegane Zertifizierungen zu achten. Das Problem dabei: Der Begriff „vegan“ ist nicht rechtlich definiert und geschützt.
Wenn du ganz sichergehen möchtest, solltest du auf Siegel wie das V-Label (für Lebensmittel und Kosmetik) oder die Veganblume (für Lebensmittel und Kosmetik) achten. Die Veganblume zeichnet Produkte aus, die frei von tierischen Bestandteilen, Nebenprodukten und Rohstoffen sind.
Moment - vegane Shampoos sind doch sowieso tierversuchsfrei, oder? Leider nicht unbedingt. Da der Begriff „vegan“ nicht geschützt ist, können vegane Shampoos zwar frei von tierischen Inhaltsstoffen sein, prinzipiell aber auch Inhaltsstoffe enthalten, die an Tieren getestet wurden. Umgekehrt müssen tierversuchsfreie Shampoos nicht gleichzeitig auch vegan sein.
Ein verlässliches Siegel ist die Veganblume, wie im letzten Abschnitt bereits erwähnt.
Bio-Shampoos werden zwar aus natürlichen Rohstoffen hergestellt und kommen ohne Silikone, Mineralöle und Parabene aus, vegan sind sie deswegen aber nicht unbedingt.
Manche Haarpflege-Hersteller oder Kosmetikmarken wie beispielsweise Annemarie Börlind oder Glynt geben auf ihren Webseiten eine Stellungnahme ab und distanzieren sich von Tierversuchen, allerdings tragen sie kein Zertifikat. Wiederum andere Hersteller wie Paul Mitchell sind umstritten.
Allerdings gehören diese, nach außen als grün kommunizierten Brands häufig zu riesigen Konzernen, welche Tierversuche durchführen, wie zum Beispiel L’Oréal, Estée Lauder, Unilever, Johnson & Johnson oder Coty. So sollen die Marke Dove von Unilever cruelty-free sein, aber der Mutterkonzern ist es nicht. Aveda ist sogar PETA Approved und mit dem Leaping-Bunny-Logo ausgezeichnet, aber gehört zu Estée Lauder.
Vegane Shampoos enthalten keine tierischen Inhaltsstoffe, wie beispielsweise Honig, Milch oder andere tierische Inhaltsstoffe wie Lanolin. Es kann jedoch vorkommen, dass Produkte zwar keine tierischen Inhaltsstoffe aufweisen, die Firmen jedoch Tierversuche durchführen lassen oder nach China verkaufen. Dort sind Tierversuche für viele Kosmetika nach wie vor gesetzlich vorgeschrieben.
Hier sind einige Beispiele für vegane Shampoos:
Hier eine Übersicht einiger empfohlener Bio-Shampoos, die im Test gut abgeschnitten haben:
| Shampoo | Bewertung | Besonderheiten |
|---|---|---|
| Teebaum-Shampoo von Urtekram | Sehr gut | Wirksames Anti-Schuppen-Shampoo, vegan, ohne SLS |
| Age Energy Shampoo von LOGONA Naturkosmetik | Sehr gut | Vitalisierendes Shampoo für dünner werdendes Haar, vegan, Bio |
| Chia Haar Shampoo von Kastenbein & Bosch | Sehr gut | Vegane Rezeptur, praktischer Pumpspender |
| Anti-Schuppen Shampoo von LOGONA Naturkosmetik | Sehr gut | Effektive Bekämpfung von Schuppen, vegan |
| Clean Shampoo Orange + Salbei von Wildschön Naturkosmetik | Sehr gut | Beruhigende Wirkung auf die Kopfhaut, vegan |
| Frische & Balance von Lavera | Sehr gut | Verpackung aus 93 % recyceltem Material, vegan |
| Rosmarin-Shampoo von Faith in Nature | Gut | Pflege für normales bis fettiges Haar, vegan |
| basis sensitiv Feuchtigkeit & Pflege Shampoo von Lavera | Gut | Sanfte Reinigung mit Aloe Vera und Quinoa, vegan |
| 40333 von SANTE Naturkosmetik | Gut | Festes Shampoo für trockenes Haar, vegan |
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Die Wahl eines Shampoos ohne Tierversuche ist ein wichtiger Schritt für Tierwohl und Nachhaltigkeit. Achten Sie auf Zertifizierungen und informieren Sie sich über die Marken, um sicherzustellen, dass Ihre Haarpflege ethisch und umweltfreundlich ist.
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