Haarausfall im Winter: Ursachen und Lösungen für gesundes Haar

Haben Sie auch schon einmal bemerkt, dass Ihnen in den kühleren Jahreszeiten mehr Haare ausfallen als im Sommer? Viele Menschen stellen im Herbst und Winter vermehrten Haarausfall fest. Das ist oft Anlass zur Sorge - allerdings handelt es sich in den meisten Fällen um ein natürliches Phänomen, den sogenannten saisonalen Haarausfall.

Wenn die kalten Winde wehen und die Tage kürzer werden, bemerken viele von uns eine Veränderung nicht nur in der Umgebung, sondern auch in der Beschaffenheit unserer Haare. In diesem Beitrag widmen wir uns genau diesem Thema und bieten Dir Lösungen, um Dein Haar in den Wintermonaten gesund und schön zu halten. Doch was sind die Ursachen, wie lange hält er an und was kann man tun, um den Haarausfall zu minimieren? Dieser ist in der Regel vorübergehend und reguliert sich von selbst wieder.

Verabschieden sich die Haare gefühlt büschelweise, sodass du ihnen nachweinst wie einer verlorenen Liebe in den Kitschliedern einer Boyband? Das nennt man saisonalen Haarausfall.

Im Winter sind nicht nur gemütliche Abende vor dem Kamin angesagt; es ist auch eine Zeit, in der viele von uns verstärkten Haarausfall erleben. Aber warum ist das so? Es gibt mehrere Faktoren, die hier eine Rolle spielen:

Ursachen für Haarausfall im Winter

Der Wechsel der Jahreszeiten bringt eine ganze Reihe von Umweltveränderungen mit sich.

1. Trockene Heizungsluft

In den Wintermonaten neigen wir dazu, unsere Wohnungen und Büros stark zu beheizen. Die trockene Wärme der Heizung entzieht der Kopfhaut und dem Haar Feuchtigkeit. Diese warme, trockene Luft kann dazu führen, dass Deine Kopfhaut austrocknet. Die Kopfhaut kann gereizt werden. Das kann jucken, schuppen und in manchen Fällen auch zu Haarausfall führen.

2. Kalte Außentemperaturen

Ebenso wie die Heizungsluft können auch die niedrigen Temperaturen draußen unsere Haarstruktur beeinträchtigen. Niedrige Temperaturen verlangsamen die Blutzirkulation - auch im Kopf. Die Kälte verengt die Haarfollikel, was den Haarwuchszyklus stören und so den Haarausfall fördern kann. Laut Phil Day können niedrige Temperaturen dazu führen, dass Nährstoffe langsamer zu den Haarfollikeln transportiert werden.

3. Weniger Sonnenlicht und Vitamin-D-Mangel

Im Winter gibt es weniger Sonnenlicht. Das bedeutet, dass unser Körper weniger Vitamin D produziert. Vitamin D spielt eine wichtige Rolle für die Gesundheit Deiner Haare. "Vitamin D spielt für das Haarwachstum eine entscheidende Rolle. Im Winter verbringen Menschen weniger Zeit draußen, haben also weniger Vitamin D im Körper", so Phil Day. Ein Mangel an Sonnenlicht kann unseren Schlaf negativ beeinflussen und zu Haarverlust führen. "Kürzere Tage bedeuten, weniger Sonne zu sehen. Das kann unseren Schlafrhythmus durcheinanderbringen" sagt Phil Day. Ein Mangel beeinträchtigt den Haarwuchs und kann vermehrten Haarausfall herbeiführen. Durch das schwache Sonnenlicht leiden viele Menschen im Herbst und Winter unter Vitamin-D-Mangel. Das kann zu schwächeren Haarfollikeln führen. "Dieses Defizit kann zu schwächeren Haarfollikeln und damit Haarausfall führen".

4. Häufiges Tragen von Mützen und Schals

Mützen und Schals halten uns warm, doch sie können auch die Kopfhaut und die Haarwurzeln belasten. Dies kann zu einem schwächeren Haarwachstum führen und in einigen Fällen saisonalen Haarausfall verursachen. Eng anliegende Mützen reizen die Kopfhaut und führen zu einer schlechteren Durchblutung, was zu Haarausfall beitragen kann.

5. Stress und Ernährung

Der Winter kann auch eine stressige Zeit sein, gerade die Vorweihnachtszeit. Das wirkt sich negativ auf unsere allgemeine Gesundheit aus und damit auch auf die Gesundheit unserer Haare. Zusätzlich neigen viele Menschen dazu, in den Wintermonaten weniger nährstoffreich zu essen, was den Haarzustand weiter beeinträchtigen kann. In der kalten dunklen Jahreszeit fahren wir unseren Körper runter und bewegen uns weniger. Der Drang nach Salat und gesunder Ernährung weicht in dieser Zeit eher dem Bedürfnis nach Fettigem und Süßen.

6. Der normale Haarzyklus

Sommermonate mit langen Tagen und starker Sonneneinstrahlung sind dafür zuständig, dass unsere Haare von der Wachstumsphase in die Ruhephase wechseln. Heißt: Im Juli ruhen die meisten Haare. Etwa 100 Tage später, also pünktlich zum Winteranfang, beginnen sie dann auszufallen.

7. Haarschäden im Sommer

Dazu kommt: Die Haarwurzeln werden im Sommer durch die starke Hitze, die UV-Strahlung, das Chlorwasser im Pool oder das Salzwasser im Meer extrem strapaziert. Der vermehrte Haarausfall im Winter hängt also auch oft damit zusammen, dass die Haare vom Sommer einfach durchgerockt sind und ausfallen.

All diese Faktoren zusammen erklären, warum Du und viele andere Frauen im Winter einen verstärkten Haarausfall erleben. Es ist daher besonders wichtig, dass Du in dieser Zeit auf eine geeignete Haarpflege und einen gesunden Lebensstil achtest.

Was kannst du gegen Haarausfall im Winter tun?

Bist Du bereit, Deine Haare im Winter zu verwöhnen und sie vor den harschen Bedingungen der kalten, dunklen Jahreszeit zu schützen? Gesundes Haar beginnt mit der richtigen Pflege, und wir zeigen Dir, wie Du Deine Haarpracht in dieser herausfordernden Zeit bestens unterstützt.

  • Feuchtigkeit ist alles: Achte darauf, Dein Haar mit feuchtigkeitsspendenden Shampoos und Conditionern zu pflegen. Ein Entfeuchter kann dabei ebenso helfen wie Feuchtigkeitsprodukte für das Haar.
  • Sanftes Styling: Vermeide hitzebasierte Styling-Tools, die Deine Mähne zusätzlich austrocknen. Übermäßiges Hitze-Styling trocknet nicht nur die Haarfaser aus, es kann auch deine Kopfhaut schädigen. Versuche beim Föhnen auf eine niedrigere Temperatureinstellung zu switchen und die Düse ständig in Bewegung zu halten, damit Teile der Kopfhaut nicht überhitzt werden. Das minimiert Haarschäden. Bei heißen Styling-Tools unbedingt einen Hitzeschutz verwenden und nicht zu nah an der Kopfhaut arbeiten.
  • Haare richtig bürsten: Nach dem Waschen solltest Du Deine Haare nie grob durchbürsten. Die Haare sind durch das Wasser aufgequollen und extrem anfällig für Haarbruch. Auch im trockenen Zustand kann zu starkes Bürsten die Haarfaser angreifen und zu Haarbruch führen. Verwende also lieber eine Bürste mit dicken Kunststoffborsten, sie ist oft haarschonender als stachelige Naturborsten. Am besten ist es, wenn Du eine Bürste mit dicken Kunststoffborsten oder einen Kamm verwendest - diese sind oft schonender. Du kannst deine Kopfhaut sanft massieren und nicht nur die Haare, sondern auch die Kopfhaut bürsten. Das sorgt für eine bessere Durchblutung.
  • Nährstoffreiche Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, reich an Vitaminen und Mineralien, unterstützt die Gesundheit Deines Haares von innen heraus. Ergänze Dein mit Lebensmitteln, die reich an Omega-3-Fettsäuren, Zink und Eisen sind. Super für kräftiges, gesundes Haarwachstum: Blattgemüse (zum Beispiel Spinat oder Brokkoli), es enthält viel Eisen. Lachs und Nüsse sind auch super für das Haar, denn sie enthalten wichtige essenzielle Fettsäuren, die dein Haar zum Wachsen braucht. In den dunklen Monaten können Nahrungsmittel mit viel Vitamin D (bspw. Fisch und Meeresfrüchte, einige Pilzarten, Leinsamen, Milchprodukte, Avocados) helfen, dern Mangel vorzubeugen. Dies ist besonders wichtig, wenn die Sonneneinstrahlung unzureichend ist.
  • Bewegung: Auch wenn es schwerfällt: ÜBERWINDE deinen inneren Schweinehund und bewege dich. In der kalten dunklen Jahreszeit fahren wir unseren Körper runter und bewegen uns weniger. Klar, bei schlechtem Wetter bleiben wir gern in unserem warmen Zuhause. Aber weniger Bewegung heißt auch schlechtere Durchblutung und eine stärkere Gift- und Säuren-Konzentration im Körper. In Bewegung verarbeiten wir schädliche Stoffe nämlich besser. Auch wenn es schwerfällt: ÜBERWINDE deinen inneren Schweinehund und bewege dich.
  • Natürliches Sonnenlicht: Natürliches Sonnenlicht ist nach wie vor die beste Quelle für Vitamin D. Spaziergänge an sonnigen Tagen, auch im Winter, können helfen, die Vitamin-D-Speicher aufzufüllen.
  • Kopfhautpflege: Gesundes Haar beginnt am Follikel, daher ist es wichtig, die Kopfhaut richtig zu pflegen: Mittlerweile gibt es Produkte für die Kopfhaut, die so clever wie Hautpflegeprodukte funktionieren. Wirkstoffe wie Kurkuma- und Ginsengextrakt stärken zudem den Haarfollikel. Auch effektiv für gesundes Haarwachstum: Produkte mit einem Power-Mix aus Zinksulfat, Vitamin B6 und Azelainsäure.
  • Haare nicht zu oft waschen: Es ist empfehlenswert, die Haare nicht zu oft zu waschen und lauwarmes statt heißes Wasser zu verwenden, um die Kopfhaut nicht auszutrocknen.

Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer

Mythen rund um das Thema Haare

Es gibt viele Meinungen und Ratschläge rund um das Thema Haare. Doch was stimmt wirklich?

Hier sind einige Mythen, die ein Friseurmeister aufklärt:

  • Mythos 1: Tägliches Waschen macht die Haare fettig
    Falsch! Das hängt vor allem von den Genen ab. Auch Ernährung und Hormone haben einen Einfluss, aber man kann die Talgdrüsen, die für die Fettproduktion verantwortlich sind, nicht aktiv trainieren. Jedoch werde mit jeder Wäsche der Säureschutzmantel der Kopfhaut abgewaschen, was die Talgproduktion immer wieder anrege, erklärt Antonio Weinitschke vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. Deshalb sei es sinnvoll, die Haare nicht täglich zu shampoonieren oder ein mildes Shampoo zu verwenden.
  • Mythos 2: Salz- und Chlorwasser schädigen das Haar
    Stimmt zum Teil. Haarschäden können entstehen, weil Salz- und Chlorwasser die Haare spröder und stumpfer machen. Dadurch sind sie anfälliger für Reibung. Salzkristalle können zudem die Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas verstärken. Gerade Blondierte und von Natur aus Hellblonde müssen doppelt aufpassen: "Je nachdem wie stark Pools gechlort sind, kann das einen Grünstich im blonden Haar verursachen", so Friseurmeister Antonio Weinitschke.
  • Mythos 3: Haare nicht nass kämmen
    Stimmt zum Teil. Durch die geöffnete Schuppenschicht bei nassen Haaren können diese schneller brechen. Allerdings lassen sich laut Weinitschke Haare im nassen Zustand bis fast über die Hälfte ihrer ursprünglichen Länge dehnen. Damit könnten sie auch das Kämmen gut aushalten, aber bei zu starkem Ziehen natürlich trotzdem irgendwann reißen - deswegen behutsam vorgehen.
  • Mythos 4: Mehr Haarausfall im Herbst
    Stimmt. Um sich im Sommer vor der stärkeren Sonnen- und UV-Einstrahlung zu schützen, gehen überdurchschnittlich viele Haarfollikel von der Wachstumsphase in die Ruhephase über und fallen dann nach ein paar Wochen - also im Herbst - aus. Die Stärke des Haarverlustes ist dabei sehr individuell. Die verlorenen Haare wachsen aber direkt wieder nach. Der verstärkte Haarausfall ist also eigentlich ein Haarwechsel, der sich von selbst wieder reguliert. Auch wenn es einem etwas viel vorkommen mag, ist es tatsächlich völlig normal am Tag zwischen 50 und 100 Haare zu verlieren. Die Anzahl der ausfallenden Haare kann dazu saisonal bedingt für einige Wochen bis wenige Monate etwas schwanken. Sollte aber auffallen, dass man über einen längeren Zeitraum deutlich mehr Haare verliert, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache des verstärkten Haarausfalls zu ermitteln.
  • Mythos 5: Mehr Haare durchs Rasieren
    Falsch! Friseurmeister Weinitschke erklärt: "Das Haar wächst in einem Haarfollikel unter der Haut und den erwischt man mit keinem Messer." Das Haarwachstum wird nur durch die Genetik gesteuert und auf die hat das Rasieren keinen Einfluss.
  • Mythos 6: Haarmasken wirken wie Sonnencreme
    Nur bedingt! Es ist sinnvoll, die Haare vor Sonne zu schützen da UV-Strahlung chemische Reaktionen im Haar-Keratin auslöst. Das schwächt die Struktur, macht sie anfälliger für mechanische und chemische Einflüsse und erhöht das Risiko für Spliss und Bruch. Allerdings böten Haarmasken mit Lichtschutzfaktor keine so hohe Prävention wie etwa Sonnencreme mit Faktor 50, so Weinitschke. Was dafür immer gut schützt: ein Sonnenhut.
  • Mythos 7: Haarwachstum mit Grünkohl oder Thymian fördern
    Kaum erforscht. In den sozialen Medien werden für mehr Haarwachstum Grünkohl-Smoothies oder das Auftragen von Thymian-Öl empfohlen. Statt großangelegter Studien gibt es jedoch nur kleinere Tests, in denen sich zum Teil positive Trends zeigten. Man kann also medizinisch nicht sagen, dass es definitiv wirkt, da die positive Wirkung sich auch daraus ergeben könnte, dass Betroffene sich ohnehin bewusster um ihren Körper kümmern. Doch eines steht fest: Genetischen oder krankheitsbedingten Haarausfall kann man mit derlei Mitteln nicht heilen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Saisonaler Haarausfall ist ein natürliches und vorübergehendes Phänomen, das in der Regel keinen Grund zur Besorgnis darstellt. Wenn Sie unsicher sind, ob Ihr Haarausfall noch im normalen Bereich liegt oder Sie eine individuelle Beratung wünschen, stehen Ihnen unsere Haarexperten gerne zur Verfügung. Kontaktieren Sie uns, damit wir gemeinsam die besten Lösungen für Ihre Haargesundheit finden können!

Hält der Haarausfall über einen längeren Zeitraum (mehr als 8 bis 12 Wochen) bis zum Frühjahr/Sommer an, kann dies auf eine ernste Ursache hinweisen, insbesondere wenn täglich mehr als 100 Haare ausfallen. Auch Begleiterscheinungen wie Juckreiz, Rötungen, Schuppen oder sichtbare kahle Stellen sind ein Hinweis darauf, dass der Haarausfall behandlungsbedürftig sein könnte.

Ein ungleichmäßiges Ausfallmuster, beispielsweise an der Stirn, am Oberkopf oder in Form von kreisrunden kahlen Stellen, sollte ebenfalls fachärztlich untersucht werden.

Die oben genannten Symptome können ein Hinweis auf eine andere Form des Haarausfalls wie z.B. androgenetische Alopezie, Krankheiten oder Hauterkrankungen sein.

Häufig gestellte Fragen

Warum verliere ich im Winter mehr Haare?

Im Winter kann die Kombination aus trockener Heizungsluft und kalten Außentemperaturen Deine Kopfhaut und Haare belasten. Dies führt oft zu Trockenheit, Schwächung der Haarwurzeln und letztendlich zu vermehrtem Haarausfall.

Welche Rolle spielt die Ernährung bei Haarausfall im Winter?

Eine nährstoffreiche Ernährung, reich an Vitaminen, Mineralien und Omega-3-Fettsäuren hilft, Dein Haar von innen zu stärken und Haarausfall zu reduzieren.

Kann das Tragen von Mützen im Winter zu Haarausfall führen?

Eng anliegende Mützen reizen die Kopfhaut und führen zu einer schlechteren Durchblutung, was zu Haarausfall beitragen kann.

tags: #Haarausfall #im #Winter #Ursachen

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen