Mickie Krause ist seit vielen Jahren eine feste Größe in der deutschen Musikszene. Mit Liedern wie "Zehn nackte Friseusen", "Schatzi, schenk mir ein Foto" und "Geh mal Bier hol‘n" ist er nicht nur auf dem Ballermann berühmt geworden.
Doch wer steckt wirklich hinter der Kunstfigur Mickie Krause, und was verbirgt sich unter der berühmten Perücke?
Mickie Krause wurde am 21. Juni 1970 in Wettringen, Nordrhein-Westfalen, geboren. Bevor er als Partyschlager-Ikone auf Mallorca durchstartete, schlug er zunächst eine ganz andere Richtung ein. Im Gespräch mit dem Mallorca Magazin erzählte er, dass er ursprünglich eine Ausbildung zum Textilveredler gemacht und später als Jugend- und Heimerzieher gearbeitet habe.
Die Textilbranche, in der er zunächst tätig war, sei jedoch in Deutschland eingebrochen, und die Firma, für die er arbeitete, existiere heute nicht mehr. Die Musik ist für ihn dennoch stets ein wichtiger Bestandteil seines Lebens gewesen. Schon früh sei er als Entertainer aufgefallen und habe als „Klassenclown“ für Stimmung gesorgt, wie er selbst erzählt.
Bei den Pfadfindern habe er häufig die Rolle des Unterhalters übernommen und bis zu 40 Leute mit seiner Gitarre zum Lachen und Singen gebracht. Bei einem Talentwettbewerb im selben Jahr hat Krause dann einen entscheidenden Moment erlebt: „Unsere Rockband war die einzige, bei der die Zuschauer Zugabe gerufen haben“, erzählte er. Dieses Schlüsselerlebnis habe ihn nachhaltig geprägt und ihm gezeigt, dass seine wahre Berufung auf der Bühne liege.
Mit seinem Hit „Zehn nackte Friseusen“ gelang Mickie Krause vor 25 Jahren der Durchbruch in der Partymusik-Szene. Im Gespräch mit dem Mallorca Magazin erinnerte sich Krause, dass er und der Song nach der Veröffentlichung plötzlich „in aller Munde“ gewesen seien. „Für mich bedeutete das, dass ich meinen Job als Heimerzieher, bei dem ich 1800 Mark im Monat verdiente, nicht weiter ausüben musste“, erzählte er.
Zunächst habe er sich zwei Jahre Zeit gegeben, um zu sehen, ob er von der Musik leben könne. Mit „Zehn nackte Friseusen“ konnte er sich als Künstler etablieren und plötzlich auch im Fernsehen Präsenz zeigen. „Dabei hatte ich noch nie zuvor ein Interview gegeben für RTL oder andere Sender“, erinnerte er sich. Innerhalb kurzer Zeit seien Agenturen auf ihn aufmerksam geworden und hätten ihn exklusiv unter Vertrag nehmen wollen.
Der Partysänger Mickie Krause ist im wahren Leben eigentlich Michael Engels. Der Künstlername entstand, wie er im Gespräch mit Pierre M. Krause erzählte, ganz spontan und eher zufällig. Ursprünglich habe er mit einer Band namens Erika Rehbein und das Schlagerkarussell Musik gemacht, inspiriert von Künstlern wie Guildo Horn und Dieter Thomas Kuhn. „Ich war Sänger und dann fragte natürlich ein Bandmitglied: Wie heißt du eigentlich? Ja, ich heiße Michael, Mickey, Micky Maus, Micky Kraus, Mickie Krause“, erinnerte er sich.
Auch seine markanten langen Haare, die ihn auf der Bühne unverwechselbar machen, gehören zur Kunstfigur - in Wahrheit trägt er eine Perücke. Mit der Zeit habe er gemerkt, dass diese Trennung ihm viel bedeutet. Am Flughafen habe er oft mit Jürgen Drews zusammengesessen, erzählte er, und dabei beobachtet, wie Drews als öffentliche Person immer erkannt und angesprochen wurde. „Da sagte er nur zu mir: ‚Ey, du hast alles richtig gemacht‘“, erinnerte sich Krause.
Immer wieder wird Mickie Krause wegen seiner Songtexte kritisiert, doch er selbst nimmt das gelassen. Im Interview mit der Gala erklärte er, dass er sich an seinen musikalischen Werken nichts auszusetzen habe. Die Kritik an seinen Texten kommt seiner Meinung nach ohnehin nicht von den Fans. Stattdessen, so Krause, seien es vor allem Medienvertreter, die sich mit seinen Songs kritisch auseinandersetzen. „Ich musste mich ja nur schlecht recherchierenden Medienvertretern gegenüber rechtfertigen“, erklärte er dazu.
Für Mickie Krause steht heute seine Familie an erster Stelle. Im Gespräch mit der Gala erzählte er, dass die bedeutendsten Erlebnisse in seinem Leben seine Hochzeit und die Geburten seiner vier Kinder gewesen seien - jedes davon ein unvergesslicher Moment. Besonders beeindruckt habe ihn auch eine Reise nach Ruanda mit der Stiftung Fly & Help, bei der er eine Schule finanzierte und eröffnete.
In einem Interview mit RTL sprach Krause offen darüber, dass er in den letzten Jahren vieles zugunsten der Arbeit vernachlässigt habe. „Ich habe für mich festgestellt, dass ich einfach in den letzten Jahren viel zu viel gearbeitet habe und mich zu wenig um meine Familie gekümmert habe“, sagte er. Heute wolle er das ändern und sich mehr Zeit für seine Familie und Freunde nehmen.
Einen zusätzlichen Anstoß zum Umdenken gab ihm die Diagnose Blasenkrebs, von der er inzwischen genesen ist und aktuell tumorfrei lebt. „Mir ist mit der Diagnose bewusst geworden, wie wichtig Familie ist und wie unwichtig auch dieser Beruf sein kann“, erklärte er. Obwohl er die Bühne und die Musik liebe, habe er für sich erkannt, dass es nicht immer darum gehe, „noch eine Schippe draufzulegen“, oder ständig Vollgas zu geben.
Mickie Krause hat ein wohlbehütetes Geheimnis: In der Öffentlichkeit trägt der Schlagersänger stets eine Perücke, um seine Privatsphäre zu schützen. Meist ist der Party-Sänger auch noch stark geschminkt und trägt zusätzlich eine Sonnenbrille. Auch wenn der Ballermann-Star seine Verkleidung perfektioniert hat, gibt es Fotos von dem 53-Jährigen, die ihn ohne sein markantes Outfit zeigen.
Obwohl der „Schatzi schenk mir ein Foto“-Interpret stets darauf achtet, dass das künstliche Haarteil sicher sitzt, gab es bei ihm den ein oder andere Perücken-Fauxpas. In aller Öffentlichkeit musste Mickie Krause dann doch kurzzeitig ohne die künstliche Frisur auskommen.
Im Januar 2019 kam es zu einem einmaligen Vorfall, den Mickie Krause sicherlich nicht so schnell vergessen wird. Bei einem Promi-Kickerturnier in Gummersbach riss Fußballer und Witzbold Lukas Podolski ihm die falschen Haare vom Kopf. Vor 4.200 Zuschauern stand Mickie Krause ohne Perücke auf dem Spielfeld. Den Vorfall nahm der Komiker wie gewohnt mit Humor und drohte Poldi spaßeshalber gegenüber "Express": "Ich habe meinen Anwalt schon angerufen, das gibt mindestens zwei Jahre auf Bewährung."
Trotzdem gewährte Mickie seinen Fans pünktlich zu seinem 20. Hochzeitstag im Juni 2021 einen selten Einblick in sein Privatleben. Auf einem süßen Schnappschuss auf Instagram wirbelt der Schlagerstar seine Frau durch die Luft - beide sehen überglücklich aus. Doch noch etwas fällt auf: Auf dem Hochzeitsfoto ist Mickie Krause ohne Perücke zu sehen!
Auf dem Bild weht Mickies goldene Haarpracht im Wind, was darauf hindeutet, dass der Malle-Star früher seine Haare ebenso lang trug wie seine bekannte Perücke. Ursprünglich wollte Mickie Krause mit diesem Throwback-Foto nicht auf seine Haarpracht vor der Perücke hinweisen. Er wollte vielmehr seiner geliebten Uschi zum 32. Jahrestag gratulieren. Unter dem Bild schrieb er: „Liebe ist, wenn man dafür geliebt wird, wie man eben ist! 32 Jahre zusammen.“
"Irgendwann habe ich gemerkt: Es ist wichtig, nicht 24 Stunden Mickie Krause zu sein, sondern auch die Möglichkeit zu haben, ein anderer Mensch zu sein", verriet der Sänger 2020 gegenüber „dpa“.
Mit seiner Frau Ute und seinen vier Kindern lebt Mickie Krause bis heute in seiner Heimatstadt Wettringen. Dort hat der Schlagerstar seinen Frieden vom Promi-Dasein gefunden. „Die Menschen im Dorf kennen mich seit meiner Kindheit, dort lässt man uns in Ruhe. Die Kinder werden vielleicht mal in der Schule gefragt: Sag mal, bist du die Tochter von Mickie Krause? Ich sage immer: Antwortet einfach, den kennt ihr gar nicht, dann habt ihr eure Ruhe.“
Neben „Hell’s Kitchen“ (2014) und „Grill den Henssler“ (2014 und 2019), war Mickie Krause zuletzt 2020 in Stefan Raabs neuer Late-Night-Show „Täglich frisch geröstet“ zu Gast. Seine Teilnahme als Kandidat bei „Let’s Dance“ stellte ihn trotzdem noch einmal vor eine ganz besondere Herausforderung.
Bei seinen Auftritten kann Krause auf ein Partyschlager-Repertoire aus insgesamt acht Alben zurückgreifen. Ob „Schatzi, schenk‘ mir ein Foto“, „Geh mal Bier holen, du wirst schon wieder hässlich“, "Reiß die Hütte ab“, „Ich bin solo“ oder „Jan Pillemann Otze“ - er reißt die Menschen mit seinen Ohrwürmern mit. Das Resultat: Zwei Goldene Schallplatten, „Bester Partyact 2018“ auf schlager.de, und fünf „Ballermann Awards“.
| Auszeichnung | Jahr |
|---|---|
| Goldene Schallplatte | Unbekannt |
| Bester Partyact auf schlager.de | 2018 |
| Ballermann Award | 2011, 2019 |
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