Melatonin Spray gegen Haarausfall: Aktuelle Studien und Erkenntnisse

Haarausfall ist ein häufiges Problem, das Menschen jeden Alters betrifft und verschiedene Ursachen haben kann. In den letzten Jahren hat Melatonin, ein Hormon, das hauptsächlich mit dem Schlaf in Verbindung gebracht wird, Aufmerksamkeit als mögliche Behandlungsoption für Haarausfall erhalten. In diesem Artikel werden wir genauer untersuchen, wie Melatonin das Haarwachstum beeinflussen könnte und welche Forschungsergebnisse dazu vorliegen.

Was ist Melatonin?

Melatonin ist ein körpereigenes Hormon, das an der Regulation des Tag-Nacht-Rhythmus beteiligt ist. Es wird umgangssprachlich auch als „Schlafhormon“ bezeichnet. Melatonin wird in der Zirbeldrüse im Gehirn produziert und ist bekannt für seine Rolle bei der Regulation des Schlaf-Wach-Zyklus. Allerdings beeinflusst es nicht nur den Schlaf, sondern hat auch noch andere Funktionen im Körper.

Es spielt jedoch auch eine wichtige Rolle als Antioxidans im Körper, was bedeutet, dass es freie Radikale bekämpfen und oxidativen Stress reduzieren kann. Einige Studien legen nahe, dass Melatonin Einfluss auf das Haarwachstum haben könnte. Haarfollikel sind empfindlich gegenüber oxidativem Stress, der das Haarwachstum beeinträchtigen kann.

Verschiedenste Präparate, die Melatonin als Wirkstoff enthalten, werden als Schlafmittel angeboten - etwa als allgemeine Einschlafhilfe oder bei Jetlag. Einige davon sind offiziell als Medikament für bestimmte Anwendungsgebiete zugelassen. Zudem werden in manchen Ländern Nahrungsergänzungsmittel mit Melatonin frei verkauft.

Wie der Körper Melatonin produziert

Natürlicherweise bildet der Körper Melatonin hauptsächlich in der Zirbeldrüse des Gehirns (Epiphyse). Geringe Mengen produzieren aber auch die Netzhaut des Auges und der Darm.

Wie viel Melatonin der Körper bildet und ausschüttet, hängt unter anderem von der Lichtintensität der Umgebung ab. Dunkelheit in der Nacht regt die Ausschüttung an. Tagsüber hingegen ist der Melatonin-Spiegel etwa drei- bis zwölfmal niedriger als nachts. Licht stoppt nämlich die Melatonin-Produktion.

Faktoren, die den Melatoninspiegel beeinflussen

  • Die körpereigene Melatonin-Produktion nimmt natürlicherweise mit zunehmendem Alter ab.
  • Ein niedriger Melatonin-Spiegel beziehungsweise Melatonin-Mangel kann aber auch durch den übermäßigen Genuss koffeinhaltiger Getränke, Alkohol oder Nikotin bedingt sein.
  • Sportliche Aktivität am Abend sowie dauerhafter Stress senken den Melatonin-Spiegel ebenfalls.
  • Ein weiterer (sehr) seltener Grund ist ein Mangel an dem Nervenbotenstoff Serotonin.
  • Zudem können auch Medikamente den Melatonin-Spiegel senken, zum Beispiel Entzündungshemmer und Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR (wie Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen) bei abendlicher Anwendung.
  • Umgekehrt kann ein (dauerhaft) erhöhter Melatonin-Spiegel die Folge langer Dunkelphasen in den Wintermonaten mit wenigen Sonnenstunden sein.
  • Bestimmte Antidepressiva sowie Leberfunktionsstörungen können die Menge an Melatonin im Körper ebenfalls erhöhen.

Studien zu Melatonin und Haarausfall

Es gibt begrenzte wissenschaftliche Untersuchungen, die die Auswirkungen von Melatonin auf das Haarwachstum untersucht haben. Eine kleine Studie ergab, dass die topische Anwendung von Melatonin bei Menschen mit androgenetischer Alopezie (eine häufige Form des Haarausfalls) zu einer Zunahme der Anzahl der Haare führte.

Eine Placebo-kontrollierte, randomisierte Doppelblindstudie untersuchte die Wirkung von Melatonin auf das weibliche Haarwachstum. Die Studie wurde mit 40 Frauen durchgeführt, die sämtlich unter diffuser oder androgen-bedingter Alopezie leiden. Diesen Frauen wurde über 6 Monate hinweg täglich entweder eine 0,1% Melatonin Lösung, oder eine Placebolösung auf die Kopfhaut aufgebracht. Der jeweilige Haarwachstum Erfolg wurde mittels Trichogramm überwacht.

Melatonin führte bei Frauen mit hormonell bedingtem Haarausfall im Vergleich zum Placebo zu einer signifikant erhöhten Haarwachstumsrate der Haare im Hinterhauptsbereich. Bei Frauen mit diffusem Haarausfall im Stirn- und Scheitelbereich war dieser Effekt ebenfalls signifikant ausgeprägt. Die Melatoningabe war auch im Blutplasma nachvollziehbar.

Weitere interessante Studienergebnisse (Stand November 2025)

  • Fettzellen und Haarwachstum: Eine Studie zeigt, dass Fettzellen unter der Haut eine entscheidende Rolle beim Haarwachstum nach Gewebeschädigungen spielen. Freigesetzte Fettsäuren aktivieren ruhende Haarfollikel-Stammzellen.
  • Nanotechnologie gegen Chemo-bedingten Haarausfall: Britische Forscher haben resveratrolhaltige nanostrukturierte Lipidträger (NLCs) entwickelt, die in Kombination mit Kopfhautkühlung während einer Chemotherapie eingesetzt werden soll.
  • Stammzelltherapie bei männlichem Haarausfall: In einer japanischen Pilotstudie wurde ein innovativer, auf Stammzellen basierender Ansatz getestet, der patienteneigene Blutzellen nutzt, um das Haarwachstum bei Männern mit androgenetischer Alopezie zu fördern.
  • JAK-Inhibitoren bei Alopecia Areata: Eine aktuelle Metaanalyse zeigt, dass Deuruxolitinib (8 mg, zweimal täglich) die besten kurzfristigen Ergebnisse beim Haarwachstum bei schwerer Alopecia Areata erzielt.
  • Liposomale Wirkstoffabgabe: Aktuelle Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass liposomale Wirkstoffträger einen vielversprechenden Fortschritt bei der Therapie der androgenetischen Alopezie darstellen.
  • Neues Supplement zur Verstärkung von Minoxidil und Finasterid: Eine italienische Studie zeigt, dass die Ergänzung herkömmlicher Behandlungen mit dem Nahrungsergänzungsmittel AGA-P - bestehend aus Zink, Vitamin C, L-Cystin, Kürbiskernextrakt und Sägepalme (Saw Palmetto) - die Wirksamkeit von Minoxidil und Finasterid deutlich steigern kann.
  • KI-gestützte Beurteilung von Alopezie: Ein neu entwickeltes KI-gestütztes System liefert deutlich genauere, sensiblere und objektivere Ergebnisse als herkömmliche manuelle Verfahren bei der Bewertung von Alopecia areata.
  • 3D-Bildgebung zur Analyse von Haarprodukten: Eine neue Studie koreanischer Forscher nutzte modernste 3D-Raman-Spektroskopie, um zu analysieren, wie effektiv Haare Feuchtigkeit und Wirkstoffe aus Pflegeprodukten aufnehmen und speichern.

Wie wird Melatonin angewendet?

Melatonin-Präparate sind in verschiedenen Formen erhältlich:

  • Tabletten: Verschreibungspflichtige und frei verkäufliche Tabletten zur Einnahme.
  • Spray: Melatonin Sofort-Spray für eine schnelle Aufnahme.
  • Gummies: Melatonin Gummies als schmackhafte Alternative.
  • Topische Lösungen: Melatonin-Lösungen zur direkten Anwendung auf der Kopfhaut.

Studien zufolge soll äußerlich angewendetes Melatonin bei Haarausfall (Alopezie) helfen können, etwa bei anlagebedingtem oder diffusem Haarausfall bei Frauen.

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Wichtige Hinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Vor der Einnahme von Melatonin-Präparaten sollten Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt Rücksprache halten. Melatonin kann nämlich in Wechselwirkung mit anderen Arzneistoffen treten. In der Folge kann sich die Wirkung von Melatonin oder jene der anderen Arzneistoffe verringern oder verstärken. Eventuell treten auch vermehrt Nebenwirkungen auf.

Hier eine Übersicht über Wirkstoffe, die nicht und nur mit Vorsicht gleichzeitig mit Melatonin eingenommen werden sollten:

  • Fluvoxamin und Imipramin (Mittel gegen Depression)
  • Benzodiazepine (Schlafmittel wie Diazepam und Lorazepam)
  • Z-Drugs (Schlafmittel wie Zolpidem und Zopiclon)
  • Thioridazin (Mittel gegen Psychosen)
  • Methoxypsoralen (zur Phototherapie bei Psoriasis)
  • Cimetidin (Mittel gegen Sodbrennen)
  • Östrogene (z.B. in hormonellen Verhütungsmitteln oder Hormonersatzpräparaten)
  • Chinolon-Antibiotika (wie Ciprofloxacin)
  • Rifampicin (Antibiotikum)
  • Carbamazepin (Mittel gegen Epilepsie)

Außerdem sollten Sie die Einnahme von Melatonin nicht mit Alkohol kombinieren. Bier, Wein & Co. können nämlich die Wirksamkeit von Melatonin auf den Schlaf verringern.

Es ist noch nicht hinreichend bekannt, welche Auswirkung Melatonin-Tabletten in der Schwangerschaft auf das ungeborene Kind haben könnten. Untersuchungen an Tieren zufolge kann das Hormon über die Plazenta zum Ungeborenen gelangen. Vorsichtshalber raten Experten Schwangeren von einer Melatonin-Anwendung ab.

Natürliches Melatonin kann in die Muttermilch übertreten. Das gilt wahrscheinlich auch für von außen zugeführtes Melatonin. Über die Muttermilch kann das Hormon in den Körper des Babys gelangen. Die möglichen Auswirkungen sind bislang nicht bekannt. Von einer gleichzeitigen Melatonin-Einnahme und Stillen raten Experten vorsichtshalber ab.

Weitere Therapieansätze bei Haarausfall

Neben Melatonin gibt es verschiedene andere Therapieansätze bei Haarausfall:

  • Minoxidil: Kann ergänzend und nur in ärztlicher Begleitung erwogen werden, sollte aber nicht als primäre Therapie angesehen werden.
  • Finasterid: Ein häufig verschriebenes Medikament gegen männlichen Haarausfall - das Risiko für Depressionen und Suizid deutlich erhöhen könnte, selbst nach dem Absetzen der Behandlung.
  • Haartransplantation: Für viele Männer eine interessante Option.
  • Hormontherapie: Die Antibabypille oder eine Tablette mit antiandrogen (antimännlich) wirkendem Gelbkörperhormon kann Frauen helfen, ihren Überschuss an männlichen Hormonen oder ihre Überempfindlichkeit darauf zu neutralisieren.
  • Nährstoffe und Mikronährstoffe: Silizium, Zink, Selen, Omega-3-Fettsäuren, Eisen, B-Vitamine inklusive Biotin, (Pro-)Vitamin A, C, Vitamin D3, Vitamin E.
  • PRP-Behandlung (Plättchenreiches Plasma): Nutzt körpereigene Wachstumsfaktoren, die direkt in die Kopfhaut injiziert werden, um die Regeneration der Haarfollikel zu fördern.

Saisonbedingter Haarausfall

Haarausfall im Herbst und Winter ist ein Phänomen, das viele Menschen beunruhigt. Wissenschaftler vermuten, dass dieser verstärkte Haarausfall mit der veränderten Lichtmenge und dem damit verbundenen Vitamin-D-Mangel zusammenhängt. Sonnenlicht ist entscheidend für die körpereigene Vitamin-D-Produktion, und niedrige Werte können den Haarzyklus negativ beeinflussen.

Ein weiterer möglicher Auslöser für saisonalen Haarausfall sind hormonelle Veränderungen, insbesondere die erhöhte Produktion von Melatonin im Herbst. Durch das geringere Tageslicht schüttet der Körper mehr Melatonin aus, was nicht nur den Schlaf beeinflusst, sondern auch Wachstumsprozesse verlangsamen kann - darunter möglicherweise auch die Aktivität der Haarfollikel.

Zusammenfassung

Melatonin hat aufgrund seiner antioxidativen Eigenschaften und begrenzten Studienergebnisse das Interesse als mögliche Behandlungsoption für Haarausfall geweckt. Es ist jedoch wichtig, realistische Erwartungen zu haben und die Anwendung von Melatonin mit einem Fachmann zu besprechen.

Wenn Sie an Haarausfall leiden und erwägen, Melatonin zur Behandlung in Erwägung zu ziehen, sollten Sie dies immer in Absprache mit einem Arzt oder Dermatologen tun. Die Ursachen für Haarausfall können vielfältig sein, und die Anwendung von Melatonin ist möglicherweise nicht für jeden geeignet.

Saisonaler Haarausfall ist in der Regel ein natürlicher und vorübergehender Vorgang, der meist keinen Grund zur Sorge darstellt. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten kann es verstärkt zu Haarausfall kommen - das ist Teil des normalen Haarzyklus. Mit einer ausgewogenen Ernährung, der richtigen Pflege und einem gesunden Lebensstil lässt sich dieser Prozess meist gut in den Griff bekommen.

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