Meerschweinchen Shampoo selber machen: Sanfte Pflege für empfindliche Nager

Meerschweinchen sind zwar pflegeleichte Haustiere, aber ihre Fellpflege sollte dennoch nicht vernachlässigt werden. Grundsätzlich ist es nicht notwendig, Meerschweinchen regelmäßig zu baden, da sich die kleinen Nager alleine um ihre Fellpflege kümmern. Ihre Augen bilden ein Sekret, dass die Meeris selbstständig mit ihren Pfötchen im Fell verteilen. Meistens reicht diese Art der Pflege ohne Wasser vollkommen aus, damit die Tiere hygienisch sauber werden.

Doch es gibt Ausnahmen, in denen ein Bad oder die Reinigung bestimmter Körperstellen notwendig sein kann. In solchen Fällen ist es wichtig, ein geeignetes Shampoo zu verwenden, um die empfindliche Haut der Tiere nicht zu reizen. Hier erfährst du, wie du ein mildes Meerschweinchen-Shampoo selber machen kannst und welche Alternativen es gibt.

Wann ist ein Bad für Meerschweinchen notwendig?

Meerschweinchen sind wasserscheu und sollten nur in Ausnahmefällen gebadet werden. Nur in seltenen Fällen ist es notwendig, ein Meeri von Kopf bis zu den Pfötchen zu baden. In manchen Fällen ist es aber unumgänglich, eine Region des Schweinchens zu waschen, oft ist es die Poregion. Beispielsweise bei Durchfall, nach überstandenen Blasenproblemen oder bei manchen Pilzerkrankungen ist dies der Fall.

Dies hat mehrere Gründe: Wenn du dich über das Meerschweinchen beugst und es umklammert hältst, bedeutet das zusätzlichen Stress für das Tier. Vor allem ängstliche Tiere geraten schon beim Anblick von Wasser in Panik und wollen die Flucht ergreifen.

Es gibt bestimmte Situationen, in denen Meerschweinchen nicht baden dürfen. Nur dann, wenn es medizinisch notwendig ist und der Tierarzt ein Bad anordnet, solltest du dein Meerschweinchen baden.

Oftmals kannst du ein Vollbad sogar umgehen, indem du die verschmutzten Stellen mit einem nassen Tuch reinigst. Zudem mögen es die meisten Meerlis einfach nicht, nass zu werden.

Was du vor dem Baden beachten solltest

Wichtig zu wissen ist, dass die Haut der Meerschweinchen sehr empfindlich auf Wasser reagiert. Die natürliche Fettschicht, die sich auf der Haut befindet, wird durch die Bäder gestört und aus der Balance gebracht. Dies macht die kleinen Tiere anfälliger für Parasiten oder Infektionen.

Falls es nicht anders geht und du dein Meerschweinchen baden musst, solltest du neben einer lauwarmen Wassertemperatur auch auf die richtige Raumtemperatur achten. Danach legst du das Tier in eine zweite Wanne und wäscht es mit klarem Wasser ab.

Wichtig: Um das Tier nicht zu verängstigen und Stress zu vermeiden, solltest du ihm auch beim Baden niemals Wasser über den Kopf schütten! Generell sollte das Wasser nicht auf Kopfhöhe des Schweins sein. Benutze eine kleine Putzwanne mit nicht allzu hohem Rand. Du selbst solltest während des Badens auf dem Boden sitzen.

Hier kann es helfen, die Tiere einige Tage im Voraus auf das anstehende Bad „vorzubereiten“. Dafür nimmst du es etwa drei bis fünf Tage vorher mit ins Badezimmer und redest beruhigend auf das Tier ein. Viele Meerschweinchen lieben es, wenn man ihnen mit einer Bürste das Fell kämmt. Sobald sich das Tier beruhigt hat, lässt es sich in die noch trockene Wanne legen. Im letzten Schritt kannst du zur Eingewöhnung eine kleine Menge Wasser einfüllen, die nicht an das Fell, sondern nur an die Pfötchen gelangt. So ermöglichst du deinem Nager, sich schrittweise an das Wasser zu gewöhnen.

Tipp: Sollte sich dein Tier gegen das Baden sträuben, kannst du versuchen, ein positives Ritual daraus zu machen. Es bietet sich dann beispielsweise an, deinem Nager vor dem Bad ein gesundes Leckerli anzubieten.

Die richtige Wahl des Shampoos

Bei der Wahl des Shampoos musst du vorsichtig sein. Harte Reinigungsmittel sind tabu, da sie der Haut der Tiere schaden. Verwende ausschließlich unparfümierte und sanfte Seifen. Es gibt im Handel spezielle Meerschweinchen-Shampoos mit neutralem pH-Wert zu kaufen.

Meerschweinchen Shampoo selber machen - Rezept

Alternativ kannst du ein mildes Shampoo für dein Meerschweinchen selber machen. Hier ist ein einfaches Rezept:

  • 1 Tasse warmes Wasser
  • 1 Esslöffel milde, unparfümierte Babyshampoo
  • Einige Tropfen Olivenöl (optional, für zusätzliche Pflege)

Mische alle Zutaten gut miteinander und fülle die Lösung in eine saubere Flasche. Befeuchte das Fell deines Meerschweinchens mit lauwarmem Wasser und trage das selbstgemachte Shampoo vorsichtig auf. Vermeide dabei die Augen und Ohren. Spüle das Fell gründlich mit klarem Wasser aus, bis keine Shampoo-Rückstände mehr vorhanden sind.

Nach dem Bad ist vor dem Kuscheln

Nach dem Bad solltest du dein Haustier in ein Handtuch einwickeln, damit das Fell gut trocknet. Wenn möglich, solltest du das warm eingepackte Meerschweinchen vorsichtig in Fellrichtung trocken rubbeln. Vor allem im Winter, wenn niedrige Temperaturen vorherrschen, sollte das Fell in einer warmen Umgebung trocknen.

Allerdings: Dem Trocknungsprozess mit einem heißen Fön „auf die Sprünge zu helfen“ solltest du vermeiden! Die Kombination aus lauten Geräuschen und der ausströmenden Luft ängstigt dein Tier.

Abkühlung bei Hitze

Meerschweine benötigen im Vergleich zu anderen Nagern keine Sandbäder. Steigen die Temperaturen, könnten die Meerschweinchen überhitzen. Es gibt allerdings viele Möglichkeiten, den Nagern die dringend benötigte Abkühlung zu verschaffen. Gebadet werden müssen Meerschweinchen bei Hitze aber nicht. Stattdessen reicht es aus, kühle Handtücher über das Gehege oder den Stall zu hängen. Auch ein in ein Handtuch eingewickeltes Kühlakku hilft gegen die Hitze.

Parasitenbefall erkennen und behandeln

Meerschweinchen sind anfällig für sogenannte Ektoparasiten, also Parasiten wie Milben, Haarlinge, Flöhe oder Zecken, die sich auf der Haut und im Fell von Tier und Mensch ansiedeln.

Haarlinge: Haarlinge beim Meerschweinchen sind kleine, flügellose, parasitische Insekten. Es gibt unterschiedliche Arten von Haarlingen, die wirtsspezifisch sind. Das bedeutet, manche Arten befallen beispielsweise nur Katzen, manche Arten nur Meerschweinchen. Sie können nicht auf den Menschen übergehen.

Das Fell des Meerschweinchens sieht bei einem Befall mit Haarlingen oft stumpf und ungepflegt aus. Vermuten Sie einen Haarlingsbefall bei Ihrem Meerschweinchen, suchen Sie Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt auf.

Milben: Milben zählen zu den Spinnentieren. Während manche Milben anderer Wirtstiere noch gerade mit dem Auge erkennbar sind, kann man die der Meerschweinchen zuverlässig nur unter dem Mikroskop nachweisen. Im Gegensatz zu den Haarlingen sind einige Milbenarten nicht wirtsspezifisch, d. h. sie können auch auf andere Tierarten sowie auf den Menschen übergehen.

Wenn Sie den Verdacht haben, dass Ihr Meerschweinchen einen Milbenbefall hat, ist es ratsam, Ihre Tierärztin/Ihren Tierarzt aufzusuchen. Um die Parasiten loszuwerden, gibt es Wirkstoffe, um die Milben abzutöten. Die genaue Dosierung und sachgerechte Anwendung ist sowohl zum Schutz Ihres Meerschweinchens als auch für eine erfolgreiche Behandlung gegen Milben wichtig.

Flöhe und Zecken: Ein Flohbefall beim Meerschweinchen ist selten. Werden Meerschweinchen im Freien gehalten oder haben sie dort Auslauf, können sie auch von Schildzecken (z. B. Ixodes spp.) befallen werden. Da Zecken auch Krankheitserreger übertragen können, sollten sie immer zeitnah entfernt werden.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Parasiten

  • Regelmäßige Hygienemaßnahmen
  • Wechseln Sie die Einstreu im Meerschweinchen-Gehege bzw. achten Sie darauf, dass der Untergrund trocken und sauber ist.
  • Grundsätzlich sind gestresste Tiere anfälliger für Erkrankungen sowie für Parasiten.

Hautpilz erkennen und behandeln

Die häufigste Hauterkrankung beim Meerschweinchen ist Hautpilz. Beim Meerschweinchen am häufigsten vertreten ist T. mentagrophytes, welcher für ganze 97% der im Labor eingereichten Fälle verantwortlich ist.

Durch Stress, (nicht erkannte) Krankheiten und andere Faktoren, die das Immunsystem beeinträchtigen, kann der Hautpilz sich plötzlich ausbreiten, es kommt zu Haarausfall (oft, aber nicht immer kreisrund), Krusten und Kahlstellen mit Schuppen. Juckreiz zeigen hingegen nur etwa die Hälfte der Tiere. Besonders häufig wird Hautpilz beim Meerschweinchen an den Ohren, im Kopfbereich und weniger häufig an den Gliedmaßen festgestellt. Die Stelle(n) sind oft mit einem weißlichen Schleier überzogen, schorfig (Schuppen), wund oder sogar nässend, ähnlich einer Wunde.

Die genaue Diagnose stellt der Tierarzt anhand des klinischen Bildes und durch das Anlegen einer Kultur (Hautgeschabsel oder Haarprobe), dies dauert jedoch meistens eine gute Woche. Eine schnellere und zuverlässige Diagnose ist durch eine Dermatophyten-PCR im Labor möglich, der Tierarzt entnimmt dafür eine Probe von Haut und Haaren.

SymptomeUrsachenBehandlung
Haarausfall, Krusten, Kahlstellen, Schuppen, JuckreizStress, Krankheiten, geschwächtes ImmunsystemSpezielle Shampoos, Pilzmittel zum Eingeben, Hausmittel (bei kleinen Stellen)

Wichtig: Hautpilz kann auf den Menschen übertragen werden. Kinder sollten von erkrankten Tieren ferngehalten werden.

Um den Hautpilz nachhaltig vom Tier zu beseitigen, sind Waschungen mit speziellen Shampoo (z.B. Malaseb® Shampoo) oftmals unumgänglich. Bei starken oder auf dem Tier verteilten Befall hilft ein Pilzmittel zum Eingeben am besten, da es im ganzen Körper wirkt. Die Behandlung muss gewissenhaft und mindestens zwei Wochen über die Genesung hinaus durchgeführt werden. Zusätzlich sollte das Immunsystem unterstützt und aufgebaut werden.

Bei einem Befall kann dieser auf andere geschwächte Tiere oder den Menschen übertragen werden (Zoonose), deshalb ist Hygiene Pflicht. Allerdings sind Pilzsporen oft auf vielen Tieren zu finden ohne das diese erkranken, nur Tiere und Menschen mit geschwächtem Immunsystem sind betroffen.

Ist ein Tier in der Gruppe befallen, so tragen die anderen Gruppenmitglieder oft bereits Pilzsporen, so dass eine Trennung wenig Sinn macht. Zudem setzt die Einzelhaltung und die Vergesellschaftung nach der Behandlung das Meerschweinchen unter starken Stress, so dass der Pilz kaum richtig abheilen kann bzw.

Weitere wichtige Aspekte der Meerschweinchenpflege

Neben der Fellpflege gibt es noch weitere wichtige Aspekte, die du bei der Pflege deiner Meerschweinchen beachten solltest:

  • Stallhygiene: Reinige den Stall regelmäßig, um Krankheiten vorzubeugen.
  • Fußpflege: Kontrolliere die Ballen regelmäßig und pflege rissige Haut.
  • Krallenpflege: Schneide die Krallen regelmäßig, um Fehlstellungen zu vermeiden.
  • Kontrolle von Perinealtasche und Penis (bei Böckchen): Reinige die Perinealtasche bei Bedarf und kontrolliere den Penis auf Verunreinigungen.
  • Ohren putzen: Reinige die Ohren bei Bedarf vorsichtig mit einem Wattestäbchen.
  • Gesundheits-Checkup: Führe regelmäßig einen Gesundheits-Checkup durch, um Krankheiten frühzeitig zu erkennen.

Indem du diese Tipps befolgst, kannst du sicherstellen, dass deine Meerschweinchen gesund und glücklich sind.

Meerschweinchen baden, aber halt RICHTIG | Die Meeries

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