Die Welt der Frisuren ist vielfältig und spiegelt oft gesellschaftliche Trends und historische Ereignisse wider. Von ikonischen Haarschnitten bis hin zu den Produkten, die verwendet werden, um sie zu stylen, gibt es viel zu entdecken. Dieser Artikel beleuchtet einige interessante Aspekte der Frisurenmode, von der Bedeutung historischer Frisuren für Kostümfeste bis hin zu den jüngsten Trends, die von Gangster-Gattinnen inspiriert sind.
Historische Haarmode aus dem Jahr 1914
Die Karnevalszeit macht die Verkleidung des äußeren Menschen zur angenehmen Pflicht. Nichts ist ja so geeignet die Wirkung eines Kostüms zu heben als eine stilgerechte Coiffure. Namentlich historische Frisuren sind in der letzten Zeit für Kostümfeste sehr beliebt geworden. Sehr bekannt ist die Frisur „Königin Luise“ (Abb. Höchst originell, wenn auch etwas überladen, wirken die französischen Frisuren „Marie Antoinette“ (Abb. 2) und „Maintenon“ (Abb. Zum einfachen Altwiener Kostüm eignet sich vortrefflich die Frisur „Metternich“ (Abb. Sehr beliebt ist die Frisur „Direktoire“ (Abb. Ebenso bevorzugt wird die Haartracht ‚Pompadour“ (Abb. Recht kompliziert ist die Haarfrisur „Princesse Lamballe“ (Abb.
Diese historischen Frisuren sind nicht nur ein Blickfang, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der Kostümierung. Sie verleihen dem Outfit Authentizität und lassen die Träger in die jeweilige Epoche eintauchen.
Die 80er waren doch ein krasses Jahrzehnt, oder? Ich denke an Michael Jacksons “Thriller” (Vokuhila!) mit den süßen Zombiebräuten, an Schulterpolster von hier bis zum Nachbarn und natürlich an DIE Frisur für aufgeweckte Mantafahrer, Fußballstars und Sexsymbole. Sogar die Ärzte haben dem Vokuhila ein Lied gewidmet! Stars wie Nick Kershaw, David Hasselhoff und Dieter Bohlen zählten zu den bekanntesten Vertretern dieser Trendfrisur. Dabei durfte sich der Friseur am Oberkopf austoben, hinten musste die Schere jedoch fernbleiben.
Wer partytechnisch die 80er auferstehen lassen will, kommt jedenfalls an Vokuhila nicht vorbei. Vokuhila Perücken gibt es in den verschiedensten Farben und Styles, und natürlich auch für die Dame des Hauses. Hört auf mich und werdet stylingtechnisch zum Aufreißer - ob Discoparty, Bad Taste oder 80er Mottoparty, Junggesellenabschied oder Abschlussfeier; wer sich nicht traut, diese Frisur im Alltag auszuführen, der braucht einfach dringend eine Vokuhila-Perücke für die nächste Sause!
Eine moderne Interpretation des Vokuhila
Man kann eine Vokuhila Frisur zum Verkleiden benutzen. Dennoch kommen diese Frisuren als Perücke sehr gern bei verschiedenen Mottopartys zum Einsatz. Ich finde ja, diese Frisur macht einfach jeden zum Star! Auch wenn es nur der Star eine Bad Taste oder Mottoparty ist.
Mit fanatischer Hingabe sucht Hollywoodbeau Clooney in dem Film "O Brother, Where Art Thou?" aus dem Jahr 2000 als entflohener Häftling Everett McGill nach dem geeigneten Schmiermittel für seine Haare. Aus heutiger Sicht mag das skurril wirken - für das Schönheitsideal im Amerika der dreißiger Jahre war das nicht untypisch. Der gepflegte Mann von Welt verwendete damals Pomade, dieses schmierige Gemisch aus Fett, Bienenwachs und Duftstoffen, ebenso selbstverständlich wie Rasierwasser zur täglichen Körperpflege. Bereits im 18. Jahrhundert war Pomade in europäischen Adelskreisen ein beliebtes Pflegeprodukt.
In der Blütezeit des Rock'n'Roll während der späten fünfziger Jahre wandelte sich die Pomadenträgerszene: Fachmännisch geschmierte Haare waren nun nicht mehr Dandys und Spießern vorbehalten, sondern wurden zur Insignie junger Rebellen. Verantwortlich dafür waren vor allem zwei Männer: Der Bekanntere von ihnen war Elvis Presley, der zu Hits wie "Jailhouse Rock" auf der Bühne nicht nur seine Hüften, sondern auch seine spitz nach vorne pomadierten Haare schwang. Seither haben die Schmalzlocken sich einen festen Platz im Showbusiness erobert und so manchem Star das entscheidende Quäntchen Glanz verliehen.
Das Geschäft mit echtem Menschenhaar floriert. Grund für den wachsenden Wirtschaftszweig sind westliche Modetrends. Die Nachfrage von Extensions und Perücken hat in den vergangen Jahren einen regelrechten Boom erfahren: „Nachdem die Hollywoodstars vor einigen Jahren angefangen haben, sich offen dazu zu bekennen, will es auf einmal jeder haben“, erklärt Peter Volk, Vorsitzender des Verbands der Zweithaarhändler. Zu den Abnehmer*innen zählen vor allem westliche Länder. Allein in den USA wurde seit 2011 Echthaar im Wert von 980.000 Euro importiert, doch auch in Deutschland hat sich der Markt etabliert. Akribisch dokumentiert von den Zolldienststellen sind jährlich 30 Tonnen importiertes Echthaar längst keine Neuheit mehr.
Die Bezugsquellen der Haarhändler*innen werden oft geheim gehalten: Nicht selten stecken Armut und organisierte Kriminalität dahinter. Immer wieder gibt es Berichte über Haarraub. Betroffen sind vor allem Süd- und Lateinamerika. Zwischen verarmten Frauen mit wallendem Haar und westlichen Friseursalons, in denen ebendieses Haar eine*n neue*n Besitzer*in findet, befinden sich Welten.
Die steigende Nachfrage nach Echthaar hat jedoch auch ihre Schattenseiten. In einigen südamerikanischen Ländern werden Frauen auf offener Straße überfallen und ihre Haare brutal abgeschnitten. Denn auf dem Schwarzmarkt erzielen Kriminelle dort bis zu tausend Euro, also ein Vielfaches dessen, was das Kopfhaar in diesen südamerikanischen Ländern auf dem legalen Markt einbringt.
Es scheint also nicht schwer zu sein, Haare schnell und einfach zu verkaufen. Diesen Gedanken hatten wohl auch einige, die selbst nicht mit dem gefragten Haar gesegnet sind - und sich daher an der Pracht anderer bedienen. Wobei „bedienen“ im gefragten Kontext wohl etwas zu harmlos klingt: „Wo viel Geld zu verdienen ist, sind die Mafias nicht weit“, so Pito. Eine Bekannte von ihr wurde an einer Bushaltestelle überfallen. Wie aus dem Nichts hielt ein Moped mit zwei Männern neben ihr, der hintere von beiden holte eine Schere hervor und schnitt ihr brutal das Kopfhaar ab, wobei er sie am Hals verletzte.
Echthaarverlängerung
Allgemein bestehen im Friseurbetrieb einige wesentliche Unterschiede zwischen Friseuren in den Industrienationen und solchen in Entwicklungsländern. Auch aus Kostengründen fällt in ärmeren Ländern die Ausstattung von Friseursalons oft deutlich spartanischer aus. Neben den logistischen gibt es aber auch kulturelle Unterschiede. So wird das Frisieren von Haaren in vielen asiatischen Ländern wie China, Indien und Kambodscha oftmals nicht räumlich von anderen Tätigkeiten getrennt, in manchen Fällen sogar mitten auf der Straße durchgeführt. Nur in Thailand verrichten Friseure ihre Arbeit häufiger in separaten Räumen.
In Afrika nehmen sich Friseure viel Zeit für ihre Arbeit. Für eine traditionelle afrikanische Frisur mit geflochtenen Zöpfen, die sehr zeitaufwändig ist, sollten Friseurbesucher einen ganzen Tag einplanen. Zudem ist es üblich, dass mehrere Personen gleichzeitig diese Haarflechtarbeit verrichten. In Uganda ist es Mode, anstatt dem Verflechten der echten Haare Kunsthaare zu verwenden, welche am Haaransatz befestigt werden. Ugandische Frauen tragen diese Frisur maximal drei Wochen. Da in der Zwischenzeit diese künstlichen Haare weder gekämmt noch gewaschen werden, ist spätestens nach diesem Zeitraum eine Erneuerung nötig.
Nicht nur auf anderen Kontinenten stoßen Friseurbesucher auf Besonderheiten, in denen sich die Friseure in dem jeweiligen Reiseland von dem unterscheiden, was sie von deutschen Friseuren gewohnt sind. So dominieren in Frankreich einzelne, in einem familiären Stil geführte Friseursalons den Markt. Friseurketten sind dort eher selten. In diesen französischen Salons ist es üblich, einen Termin zu vereinbaren. Zudem nimmt sich ein dortiger Friseur - der „Coiffeur“ genannt wird - für das Haareschneiden genug Zeit. Österreichische Friseure bieten oft als Stylisten noch Nagelpflege- und Kosmetikleistungen an.
Wer in einem muslimischen Land einen Friseur aufsucht, sollte sich vorher mit den hier geltenden kulturellen Regeln vertraut machen. Es zeugt von Respekt und vermeidet Fettnäpfchen, wenn sich Touristen in einem gewissen Maß an die Kultur des bereisten Landes anpassen. Musliminnen dürfen in streng konservativen islamischen Ländern nur in Begleitung ihres Ehemannes oder eines verwandten männlichen Begleiters öffentlich auftreten, nicht aber mit fremden Männern. Aus diesem Grund schneiden dort männliche Friseure nur Männern die Haare. Frauen erhalten ihre Haarschnitte von einer Geschlechtsgenossin.
Je nachdem, wie konservativ das islamische Land ausgelegt ist, gibt es des Weiteren Unterschiede beim Leistungsumfang der Friseure. Während in der Türkei zusätzliche Behandlungen wie das Entfernen störender Härchen im Gesicht inklusive sind, dürfen etwa Friseure im Iran offiziell keine Augenbrauen zupfen. Wie auf Spiegel online zu erfahren ist, sind dort sogar bestimmte Frisuren wie Gelfrisuren, moderne Undercuts und lange Haare bei Männern verboten.
Wer sich im vergangenen Jahr in Shoppingmalls, Hörsälen, Büros, auf Instagram oder an anderen Orten der modernen Zivilisation aufgehalten hat, der hat sie gesehen: Frauen mit zum strengen Dutt gebundenen Haaren, mit dünnen Gold- oder Silberkreolen und dezentem Make-up, in beiger, eher schlichter Kleidung. Gepflegt sah das aus und gleichzeitig zurückhaltend. „Clean Girl“ hieß dieser zuletzt alles bestimmenden Look: sauberes Mädchen. Doch damit soll es nun vorbei sein.
Seidig glatt, bunt gefärbt, lockig und kräftig - Europas größtes Menschenhaarlager in Madrid bietet für jeden Geschmack die entsprechende Ware an.
Das reizvollste an „Mafia War“ sind seine Referenzen an das Blaxploitation Genre. Der Film spielt 1975, zur Hochzeit des Genres. Kriminalität, Drogen, Zuhälterei und mafiöse Strukturen bilden thematischen Eckpunkte. Seine Helden tragen wildeste Afrolookfrisuren, die wichtigsten Rollen sind mit Farbigen besetzt und vor allem Pam Grier wiederholt zumindest optisch ihre wohl bekannteste Rolle als Foxy Brown.
Inszenatorisch ist „Mafia War“ ok. Regisseur Ryan Combs legte im Rahmen seines sichtlich schmalen Geldbeutels großen Wert auf eine authentische Ausstattung. So atmen manche Schauplätze durchaus 70s Flair, hier und da wirken sie aber auch sehr steril und vor allem leer. Auch der funky Soundtrack gefällt, leider hat er nach ca. 15 Minuten Laufzeit komplett Pause und setzt erst in Richtung Abspann wieder ein. Hier hätte man ruhig noch ein zwei Lizenzen kaufen können.
Optisch arbeitet der Regisseur mal mit stilsicheren, sepiafarbenen, unaufgeregten Einstellungen, mal mit leicht farbentzogenen. Das gemahnt durchaus an Filme der damaligen Zeit, passt aber nicht zum ansonsten leider zu glatten Videolook des Filmes.
| Land | Umsatz |
|---|---|
| Vereinigtes Königreich | Bis zu 70 Millionen Euro jährlich |
| USA (2011) | 1,3 Millionen Dollar |
tags: #Mafia #Frisuren #Frauen #Geschichte
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