Lumigan für Wimpern: Anwendung, Wirkung und Risiken

Für lange und voluminöse Wimpern greifen viele Frauen zu Färbungsmitteln oder Mascara. Ein neuartiges Medikament des Botox-Herstellers Allergan bietet nun eine Alternative: Latisse, ein Präparat, das auf Augenlider und Wimpern aufgetragen wird und nach etwa acht Wochen Behandlungszeit für längere und vollere Wimpern sorgen soll. Nach ungefähr zwei Monaten sollen die Wimpern ihre endgültige Länge erreicht haben.

Die Geschichte von Lumigan und seinen Auswirkungen auf das Wimpernwachstum begann jedoch anders als geplant.

How to apply lumigan

Die zufällige Entdeckung

Ursprünglich wurde das Medikament Lumigan entwickelt, um grünen Star (Glaukom) bzw. einen zu hohen Augeninnendruck zu behandeln. Allergan machte sich eine zufällige Entdeckung einer Nebenwirkung zunutze, die bei der Therapie mit Lumigan auftrat: Viele Patienten entwickelten längere, dunklere und vollere Wimpern. Mit Latisse wurde diese Folgeerscheinung aufgegriffen, indem der Wirkstoff, der den Wimpernwuchs begünstigte, isoliert wurde.

Innerhalb weniger Wochen soll Latisse die Wimpern länger und voluminöser machen. In den USA wurde Latisse im Dezember 2008 zugelassen. Namhaft gemacht hat sich die Firma Allergan bislang in erster Linie für das Fabrikat Botox, das 2002 auf den Markt gebracht wurde. Basierend auf dem starken Nervengift Botulinumtoxin, das gegen Gesichtsfalten eingesetzt wird, wurde Botox ursprünglich entwickelt, um Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen) zu behandeln. Deutlich später hat man herausgefunden, dass Botox auch Falten reduziert.

Angefangen hat die Wimpernrapunzel-Geschichte 2001 in den USA: Dort träufelten sich Menschen, die an grünem Star erkrankten, erstmalig Tropfen ins Auge, die nicht nur den erhöhten Augeninnendruck der Patienten ausglichen, sondern auch ihre Wimpern auf wundersame Weise vermehrten, dunkler färbten und länger wachsen ließen. Seit 2009 ist nun in den USA das Resultat dieser Zufallsentdeckung auf dem Markt: das Wimpernwachstumsmittel "Latisse" des Botox-Herstellers Allergan, das man sich in den Staaten vom Dermatologen verschreiben lassen kann. Es enthält den gleichen Wirkstoff (Brimatoprost) wie das in Deutschland erhältliche Medikament "Lumigan", das allerdings ausschließlich zur Behandlung des grünen Stars angewandt wird.

In den kosmetischen Produkten, zum Beispiel von M2, steckt der Stoff Brimatoprost allerdings nur in einer geringen Konzentration, die ungefährlich sein soll. Selten kann es zu leichten Reizungen der Lidränder kommen, die sich aber in der Regel schnell wieder legen.

Augentropfen, die längere Wimpern zaubern? Wir klären die wichtigsten Fragen zu Lumigan:

Lumigan sind verschreibungspflichtige Augentropfen, die unter anderem zur Behandlung der Augenkrankheit Grüner Star verwendet wird. Als eine ihrer Nebenwirkungen bekannt wurde, wurden sie plötzlich auch für manche gesunde Frauen attraktiv: Die Tropfen lassen die Wimpern wachsen.

Hierzulande ist das Arzneimittel Lumigan aus gutem Grund nur auf Rezept erhältlich, und der Wunsch nach längeren Wimpern reicht für eine Verschreibung nicht aus. Trotzdem ist das Mittel schon seit Jahren als Wundermittel für lange Wimpern im Gespräch und wird, vor allem in den USA, zum Teil auch von gesunden Menschen verwendet. Laut verschiedener Testpersonen ist der Effekt tatsächlich deutlich sichtbar.

Wie genau regt der in Lumigan enthaltene Wirkstoff das Haarwachstum an?

Aus wissenschaftlicher Sicht ist es noch weitgehend unerforscht, wie es dazu kommt. Haare können ja nicht beliebig lang wachsen, da ihre Lebenszeit genetisch begrenzt ist: Nach einer Wachstumsphase gehen sie in die Ausfallphase über und werden dann nach ca. drei Monaten abgestoßen. Nach der aktuellen wissenschaftlichen Theorie erklärt sich das erheblich verbesserte Wimpernwachstum dadurch, dass der Wirkstoff von Lumigan die Lebensphase, in der das Haar wächst, verlängert.

Und wenn man Lumigan daneben tropft, wächst an diesen Stellen auch Haar?

Erst mal muss man die Seren sechs bis acht Wochen verwenden, um Wimpern oder Brauen überhaupt zum Wachsen zu bringen . Als Überbleibsel aus der entwicklungsgeschichtlichen Phase, in der der Mensch vollständig behaart war, besitzen wir jedoch an vielen Körperstellen, z. B. auf der Stirn, noch sogenannte Haarfollikel. Die bringen zwar keine Haare mehr hervor, in ihnen steckt aber noch die Anlage dazu. Gerät der Wirkstoff auf solche Stellen, können hier Haare wachsen. Ähnliches passiert in Phasen hormoneller Umstellung, wo an bislang unbehaarten Körperstellen Härchen auftauchen.

Anwendung von Lumigan

Die Anwendung von Lumigan erfordert Sorgfalt und sollte stets nach Absprache mit einem Arzt erfolgen. Hier sind einige wichtige Punkte, die Sie beachten sollten:

  • Dosierung: Die empfohlene Dosis beträgt einmal täglich abends ein Tropfen in jedes zu behandelnde Auge.
  • Anwendung: Lumigan darf nur am Auge angewendet werden. Waschen Sie vor der Anwendung Ihre Hände und vergewissern Sie sich, dass das Einzeldosisbehältnis unversehrt ist.
  • Kombination mit anderen Augenarzneimitteln: Wenn Sie Lumigan zusammen mit einem anderen Augenarzneimittel anwenden, warten Sie nach der Anwendung von Lumigan mindestens 5 Minuten bis zur Anwendung des zweiten Augenarzneimittels.
  • Kontaktlinsen: Wenn Sie Kontaktlinsen tragen, nehmen Sie diese vor der Anwendung heraus und setzen Sie sie erst 15 Minuten nach dem Anwenden der Tropfen wieder ein.
  • Regelmäßige Anwendung: Lumigan sollte täglich angewendet werden, damit es richtig wirken kann. Wenn Sie die Anwendung abbrechen, könnte sich der Druck in Ihrem Auge erhöhen. Sprechen Sie daher mit Ihrem Arzt, bevor Sie diese Behandlung abbrechen.

Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  1. Nehmen Sie ein Einzeldosisbehältnis aus dem Beutel, halten Sie es senkrecht (mit der Schutzkappe nach oben) und drehen Sie die Schutzkappe ab.
  2. Ziehen Sie das untere Augenlid vorsichtig nach unten, bis sich eine Tasche bildet. Drehen Sie das Einzeldosisbehältnis mit der Öffnung nach unten und drücken Sie es zusammen, bis je ein Tropfen in das betroffene Auge fällt.
  3. Entsorgen Sie das Einzeldosisbehältnis nach dem Gebrauch, auch wenn noch etwas Lösung übrig ist. Wischen Sie herablaufende Flüssigkeit von Ihrer Wange ab.

Es ist wichtig, das Arzneimittel immer genau nach Absprache mit Ihrem Arzt oder Apotheker anzuwenden. Fragen Sie bei Ihrem Arzt oder Apotheker nach, wenn Sie sich nicht sicher sind.

Risiken und Nebenwirkungen

Leider sind bei Latisse Nebenwirkungen nicht ausgeschlossen: Während der Behandlung mit anderen Augenmedikamenten sollte Latisse nur verordnet werden, wenn sich der Augendruck unter ärztlicher Kontrolle befindet, um Glaukome zu verhindern. Ebenfalls vorstellbar ist eine Verfärbung der Iris und des Augenlids. Gerade bei einer farblich veränderten Iris ist es möglich, dass die Verfärbung auf lange Sicht bestehen bleibt.

Wie erfolgreich Latisse wird, hängt sicherlich nicht zuletzt von den auftretenden Nebenwirkungen ab. Bei der Nutzung des Vorgängers Lumigan traten neben juckenden Augen unter anderem auch Verfärbungen an Augenlidern und Iris auf. Die Zulassung von Latisse in Europa wird aufgrund dessen vermutlich noch einige Zeit auf sich warten lassen.

Abgesehen von der Frage, ob man so lange Wimpern überhaupt haben will, ist die Anwendung von rezeptpflichtigen Medikamenten auf das gesunde, empfindliche Auge natürlich fragwürdig - nicht zuletzt, weil neben längeren Wimpern vereinzelt auch andere Nebenwirkungen auftreten können, vor denen in der Packungsbeilage gewarnt wird. So kann der Anwender zum Beispiel kurzzeitig verschwommen sehen oder bei einer Überempfindlichkeit juckende Augen bekommen. Bei längerer Anwendung beobachteten einige Patienten darüber hinaus dunklere Verfärbungen der Iris und des Augenlids, die sogar dauerhaft bleiben können.

Zu den Nebenwirkungen des Medikaments gehören nämlich nicht nur (vielleicht auch dauerhafte) Irisverfärbungen, sondern auch dunkle Flecken am Lidrand.

Fakt ist allerdings: Sobald das Wachstums-Gel wieder abgesetzt wird. egal ob an Wimpern, Brauen oder irgendwann mal auf dem Kopf -, fällt die Haar-Pracht wieder aus.

Mögliche Nebenwirkungen von Lumigan:

  • Veränderung der Irisfarbe
  • Verstärktes Wachstum der Augenwimpern
  • Verfärbungen des Augenlids
  • Reizerscheinungen am Auge (Juckreiz, Brennen, Schmerzen, tränende oder trockene Augen, Fremdkörpergefühl)
  • Erhöhte Lichtempfindlichkeit am Auge
  • Augenentzündungen (allergische Bindehautentzündung, punktförmige Hornhautentzündung, Lidrandentzündung, Irisentzündung)
  • Augenschwellungen (Lidödem, Bindehautödem, Lidrötung)
  • Sehstörungen (verschwommenes Sehen, Hornhautschäden)
  • Blutungen im Auge
  • Kopfschmerzen
  • Haarwuchs, verstärkter
  • Schwindel
  • Bluthochdruck
  • Wassereinlagerungen (Ödeme), vor allem an den Beinen oder Armen
  • Allgemeine Schwäche
  • Auffällige Leberfunktionswerte

Bemerken Sie eine Befindlichkeitsstörung oder Veränderung während der Behandlung, wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Wichtige Hinweise

Es gibt bestimmte Umstände, unter denen Lumigan nicht angewendet werden sollte. Dazu gehören:

  • Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe

Unter bestimmten Umständen sollten Sie vor der Anwendung von Lumigan Ihren Arzt oder Apotheker konsultieren:

  • Bronchien, die überempfindlich reagieren (z.B. bei Asthma bronchiale)
  • Herzschwäche
  • AV-Block (Störung der Erregungsleitung vom Vorhof des Herzens zur Kammer)
  • Eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion
  • Hornhautschäden (Auge)
  • Trockenes Auge (Keratokonjunktivitis sicca)
  • Neigung zu Augenentzündungen

Weitere wichtige Hinweise:

  • Das Reaktionsvermögen kann auch bei bestimmungsgemäßem Gebrauch beeinträchtigt sein.
  • Falls mehrere Augentropfen/Augensalben verwendet werden, ist ein Abstand zwischen den Anwendungen erforderlich.
  • Das Arzneimittel enthält einen Konservierungsstoff, der sich in weichen Kontaktlinsen anreichern kann.
  • Unter der Behandlung mit phosphathaltigen Augentropfen entwickelten in sehr seltenen Fällen Patienten mit ausgeprägter Hornhautschädigung Trübungen der Hornhaut durch Kalkablagerungen.

Es ist wichtig, dass Sie vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, Ihrem Arzt oder Apotheker angeben. Dies gilt auch für Arzneimittel, die Sie selbst kaufen, nur gelegentlich anwenden oder deren Anwendung schon einige Zeit zurückliegt.

tags: #lumigan #für #wimpern #anwendung

Populäre Artikel:

Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen