Lohnt sich teures Shampoo? Ein umfassender Test

Glänzendes, voluminöses und seidig glattes Haar wie in der Werbung wünschen sich viele. Anders als viele andere Beauty-Träume lässt sich dieser mit der richtigen Pflege durchaus realisieren oder zumindest ein Ergebnis erzielen, dass dem sehr nahe kommt. Das richtige Produkt für sich selbst zu finden ist allerdings gar nicht so einfach, da das Haar je nach Alter, Ernährung, Lebensumständen und Haarstruktur andere Bedürfnisse hat. Auch achten immer mehr Verbraucher darauf, dass sie Produkte kaufen, die möglichst wenige schädliche Inhaltsstoffe enthalten.

Top Shampoos aus der Drogerie 2024

Insgesamt wurden 44 Shampoos getestet, um das beste für die meisten zu finden. Hier sind einige der Testergebnisse und wichtige Aspekte, die bei der Wahl eines Shampoos zu beachten sind.

Testsieger und Empfehlungen

Einige Shampoos haben im Test besonders gut abgeschnitten:

  • Jean&Len Volumen Shampoo: Überzeugt in allen Bereichen. Es macht das Haar angenehm weich und leicht und kommt ohne Parabene, Silikone und Co. aus.
  • Khadi Aryuvedisches Elixier Shampoo Rose Repair: Baut auf den ayurvedischen Beauty-Standards auf und soll die Haare in der Tiefe regenerieren. Das Ergebnis der Haarstruktur ist weich, leicht und glänzend. Dafür kommen natürliche Inhaltsstoffe zum Einsatz, ohne Silikone und Co.
  • Lavera Pflegeshampoo Family: Bietet tolle Pflege für Kinder und Erwachsene. Dafür kommen unter anderem Bio-Apfel und Bio-Quinoa zum Einsatz. Die gesamte Rezeptur ist biologisch abbaubar.
  • Swiss-O-Par Shampoo Teebaumöl: Wurde für gereizte Kopfhaut und gegen Schuppen entwickelt. Ein Ziel, das hier mit wenigen, aber dafür effektiven Inhaltsstoffen erreicht wird.
  • Anti-Juckreiz Shampoo von Salthouse: Setzt auf beruhigende und feuchtigkeitsspendende Inhaltsstoffe wie Mineralien aus dem Toten Meer.

Diese Shampoos zeichnen sich durch ihre spezifischen Vorteile und die Verwendung hochwertiger Inhaltsstoffe aus.

Wie funktioniert Shampoo?

Shampoo reinigt das Haar und befreit es von abgestorbenen Hautschüppchen, überschüssigem Fett und Kalkrückständen. Stylingprodukte wie Haarspray, Gel und Co. werden von einem Shampoo ebenso herausgespült wie Staub und andere Umwelteinflüsse. Um eine gründliche Reinigung zu garantieren, enthalten Shampoos Inhaltsstoffe - Stichwort: waschaktive Tenside -, die die Haarfasern öffnen. Das Haar soll aber nicht nur sauber, sondern auch gepflegt werden.

Damit das Shampoo optimal wirken kann, lohnt es sich, beim Haarewaschen ein paar Dinge zu beachten. Schon bevor es unter die Dusche geht, können Sie Ihr Haar auf die bevorstehende Wäsche vorbereiten. Viele von uns verwenden beim Einschäumen der Haare zu viel Shampoo. Dabei ist bereits eine haselnussgroße Menge ausreichend. Mehr sollte - bei einem guten Shampoo - nicht nötig sein. Allen voran, weil stets nur der Ansatz und die Kopfhaut eingeseift werden sollten. Wird das Shampoo ausgespült, werden Längen und Spitzen automatisch mit gewaschen.

Stellen Sie sicher, dass Sie Ihre Haare gründlich auswaschen. Shampooreste können das Haar unnötig beschweren und für schnelles Nachfetten sorgen. Deshalb so lange spülen, bis sich die Haare wirklich sauber und frei von Schaum und Shampoo anfühlen.

Verschiedene Shampoo-Arten

Nicht jedes Shampoo funktioniert für jeden Haartyp und auch wenn wir uns in unserem Test auf normales Haar konzentriert haben, möchten wir Ihnen hier einen kleinen allgemeinen Überblick über die verschiedenen Shampoo-Arten geben.

  • Anti-Frizz-Shampoo: Wer abstehenden Härchen und Krauselocken den Kampf ansagen möchte, sollte zu dieser Shampoo-Art greifen. Sie glättet die Haarstruktur sichtbar. Da Frizz viele Ursachen hat, wie beispielsweise feuchte Umgebungsluft, gibt es meist keine Möglichkeit, das Problem ganz loszuwerden.
  • Shampoo für lockiges Haar: Die Struktur lockiger Haare unterscheidet sich deutlich von der glatter Haare. Deshalb braucht man für diese auch eine speziell auf sie zugeschnittene Pflege.
  • Anti-Schuppen-Shampoo: Wie Frizz, kann auch schuppiges Haar viele Ursachen haben: genetische Veranlagung, Hormonschwankungen oder äußere Einwirkungen. Um gegen das Problem anzugehen, konzentrieren Anti-Schuppen-Shampoos sich auf die Kopfhaut.
  • Shampoo für koloriertes und dauergewelltes Haar: Umso wichtiger ist es, dass wir es im Anschluss besonders gut pflegen. Shampoos für koloriertes und dauergewelltes Haar sind spezifisch darauf ausgelegt, den Haaren dieses Plus an Pflege zukommen zu lassen. Vitamine und Pflanzenextrakte stärken das Haar und helfen ihm dabei, sich zu regenerieren.
  • Shampoo für strapaziertes Haar: Am wohlsten fühlt sich unser Haar, wenn wir es möglichst naturbelassen tragen. Glätten, häufiges Frisieren mit Gel und Haarspray, aber auch das Föhnen strapaziert unser Haar. Auch hierfür gibt es Shampoos mit speziell darauf zugeschnittenen Rezepturen. Diese eignen sich auch sehr gut für besonders lange Haare, bei denen man oft mit ausgetrockneten, splissanfälligen Spitzen zu kämpfen hat.

Feste Shampoos und Haarseifen

Auch wenn in unserem Test viele Produkte mit vorwiegend natürlichen Inhaltsstoffen vertreten waren, bleibt bei den Flüssig-Shampoos stets das Problem der Verpackung. Immer mehr Menschen wechseln deshalb zu festem Shampoo oder Haarseifen, die einfach in einer umweltfreundlicheren Pappschachtel verpackt werden können.

Wie bei jeder Seife sind auch hier die Grundzutaten Fette und Laugen. Je nach Rezepturen gesellen sich dann noch unterschiedliche Öle dazu. Allerdings kommt es bei der Verseifung - ein komplizierter Prozess, dessen Erklärung hier den Rahmen sprengen würde - häufig zu Überfettung. Sicher, manche Haare mögen sich darüber freuen. Aber meistens führt dieser Effekt zu schweren und, wie sich erraten lässt, fettigen Haaren. Dem kann man mit einer sauren Rinse allerdings gut entgegenwirken. Die Rinse lässt sich ganz einfach selbst herstellen, indem man zwei Esslöffel Apfelessig zu einem Liter Wasser hinzugibt.

Festes Shampoo ist quasi flüssiges Shampoo, dem Wasser entzogen wurde. Viel mehr Unterschiede gibt es gar nicht. So schäumt eine Haarseife ebenso wie sein flüssiger Bruder und kann zudem mit den gleichen pflegenden Ergebnissen punkten. Deshalb entscheiden sich immer mehr für feste Shampoos, zumal diese umweltfreundlich in Papier oder Pappe verpackt werden können. Übrigens: Auch auf der Liste der Inhaltsstoffe findet sich in der Regel kein Plastik, auch nicht in Form von Mikroplastik.

Manch einem fällt allerdings gerade deshalb die Umstellung auf festes Shampoo schwer. Immerhin sind es im Besonderen Inhaltsstoffe wie eben Polyquaternium-7, die für Glanz und Geschmeidigkeit im Haar sorgen. Oft fühlen sich mit Haarseife gewaschene Haare vergleichsweise belegt, schwer und fettig an.

Problematische Inhaltsstoffe

Manche Shampoos enthalten Inhaltsstoffe, die potenziell schädlich für die Gesundheit oder die Umwelt sein können. Hier sind einige davon:

  • Silikone: Sie legen sich wie ein Film um das Haar und sorgen so für eine weiche und glänzende Oberfläche. Allerdings beschweren sie feines Haar und sorgen für schnelles Nachfetten. Silikone lassen sich nicht einfach so ausspülen und können sich bei jeder Haarwäsche neu auf den Haaren und der Kopfhaut ansammeln.
  • Parabene: Das Konservierungsmittel steht in Verdacht, das Brustkrebsrisiko zu erhöhen. Sicher ist, Parabene wirken zumindest schwach hormonähnlich.
  • Sulfate: Sie weisen eine starke Reinigungskraft auf und schäumen. Viel Schaumbildung wird bei Shampoos oft mit Sauberkeit und guter Reinigungskraft verbunden.
  • Polyethyenglykol (PEG): Das synthetische PEG verbindet Wasser mit Ölen. Tatsächlich können Shampoos mit PEGs Rückstände des krebserregenden Stoffes Dioxan enthalten.
  • Mikroplastik: Es soll für gute Kämmbarkeit sorgen und gehörten in Shampoos und anderen Kosmetika viele Jahre zu den Standardzutaten. Mikroplastik gelangt nahezu ungehindert in die Natur, wo es gar nicht oder nur sehr, sehr langsam abgebaut wird.

Es ist ratsam, die Inhaltsstoffliste vor dem Kauf sorgfältig zu prüfen und gegebenenfalls auf Produkte mit diesen Inhaltsstoffen zu verzichten.

Beispiel für Inhaltsstoffe in Shampoos.

Preisvergleich: Teuer vs. Günstig

Ein Test von teuren Shampoos (Olaplex, Kérastase, Redken) zeigt, dass der Preis nicht immer die Qualität bestimmt:

  • Olaplex: Teuerstes Produkt, aber sehr ergiebig und wirksam. Frei von Parabenen, Phtalaten, Phosphat und Sulfaten.
  • Kérastase: Nahezu so teuer wie Olaplex, aber weniger ergiebig und mit mehr problematischen Inhaltsstoffen.
  • Redken: Günstiger, angenehmer in der Anwendung, aber nicht so ergiebig wie Olaplex.

Olaplex geht als klarer Sieger hervor, da es trotz des höheren Preises ergiebiger und wirksamer ist. Kérastase hingegen schneidet schlechter ab, da es teuer, weniger ergiebig und mit mehr problematischen Inhaltsstoffen ist.

Tabelle: Vergleich von teuren Shampoos

Shampoo Preis pro 250ml/300ml Ergiebigkeit Problematische Inhaltsstoffe Wirksamkeit
Olaplex Nr. 4 19,44 EUR Sehr hoch Keine Unschlagbar
Kérastase Resistance 19,61 EUR Gering 8 Weniger gut
Redken 15,60 EUR (300ml) Mittel Weniger als Kérastase Angenehm

Drogerie-Shampoos im Test

Auch Drogerie-Shampoos wurden getestet, um eine Alternative zu teuren Produkten zu finden. Hier sind einige Ergebnisse:

  • Cien Tag für Tag Frucht/Vitamin Shampoo Power & Volumen Normales Haar von Lidl: Überzeugt in allen Kategorien, ist frei von kritischen Duftstoffen und verleiht dem Haar Volumen und Glanz.
  • Alverde Festes Shampoo mit Mandarine-Basilikum-Duft für normales Haar von dm: Naturkosmetik-Produkt, das in Sachen Verpackung sehr gut abschneidet und frei von Konservierungsstoffen ist.
  • Finigrana Haarseife Rosmarin: Zertifizierte Naturkosmetik, die frei von Konservierungs- und Schadstoffen ist.

Diese Produkte zeigen, dass gute Haarpflege nicht teuer sein muss.

Shampoo im Test bei Stiftung Warentest.

Fazit

Die Wahl des richtigen Shampoos hängt von vielen Faktoren ab, darunter Haartyp, persönliche Vorlieben und die Inhaltsstoffe. Teure Shampoos sind nicht immer besser als günstigere Alternativen. Es lohnt sich, die Inhaltsstoffliste sorgfältig zu prüfen und auf Produkte mit schädlichen Inhaltsstoffen zu verzichten. Feste Shampoos und Haarseifen sind eine umweltfreundliche Alternative zu flüssigen Shampoos.

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