Haarausfall ist kein unausweichliches Schicksal. Fast jede dritte Frau hat im Laufe ihres Lebens mit Haarausfall zu kämpfen. Der Leidensdruck ist groß. Viele Frauen machen sich in den Wechseljahren oder nach der Geburt Gedanken um ihr Haar, denn in diesen Lebensphasen ist der Hormonhaushalt des Körpers in Bewegung und kann sich unter anderem auf das Haar auswirken.
In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Ursachen für lichten Haaransatz bei Frauen und welche Möglichkeiten es gibt, dem entgegenzuwirken.
Ursachen für lichten Haaransatz bei Frauen
Haarausfall bei Frauen hat viele Gründe. Dauert der Haarausfall mehrere Wochen und gehen täglich mehr als hundert Haare aus oder es entstehen haarfreie Stellen, liegt Haarausfall vor. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
- Erblich bedingter Haarausfall (androgenetische Alopezie): Besonders das Auftreten von dünnem Haar im Alter ist ein Zeichen für genetisch bedingten Haarausfall. Die häufigste Form von Haarausfall ist der erblich bedingte Haarausfall, der in der Fachsprache auch als androgenetische Alopezie bezeichnet wird. Typisch für diese Form des Haarausfalls sind schütter werdendes Haar vor allem im Bereich des Mittelscheitels sowie auch die Ausbildung von Geheimratsecken. Dieser macht sich vor allem am Scheitel bemerkbar und ist auf keine äußeren Ursachen zurückzuführen.
- Hormonelle Veränderungen: Viele Frauen leiden häufig auch unter Haarausfall aufgrund einer Veränderung im Hormonhaushalt. Bis zu einem Drittel der Frauen in den Wechseljahren leiden unter Haarausfall. In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, was dünner werdende und vermehrt ausfallende Haare zur Folge haben kann. Auch die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel kann zu Haarausfall führen.
- Diffuser Haarausfall: Wenn der gesamte Kopf von dünnem Haar betroffen ist, ist ein diffuser Haarausfall meist die Ursache. Diffuser Haarausfall macht sich durch einen gleichmäßigen Haarverlust auf dem ganzen Kopf bemerkbar. Die Ursachen sind vielfältig. Mögliche Auslöser sind zum Beispiel Schilddrüsenerkrankungen, bestimmte Medikamente, chronische Erkrankungen, Autoimmunkrankheiten, schwere Infekte wie eine Grippe, Mangelernährung oder eine Chemotherapie. Dieser wird unter anderem durch Stress, eine ungesunde Ernährung oder Mangelzustände im Körper (z. B. Eisenmangel, Vitamin-D-Mangel) ausgelöst.
- Stress: Die Vermeidung von Stress ist ein wichtiger Faktor für gesundes Haar. Auch übermäßiger Stress kann Haarausfall verstärken oder begünstigen. Denn bei Stress schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus. Halten besonders stressige Perioden länger an, wirkt sich das Stresshormon negativ auf das Haarwachstum aus.
- Kopfhauterkrankungen: Auch Beschwerden wie sensible oder trockene Kopfhaut können schütteres Haar begünstigen. Einige Kopfhauterkrankungen können vorübergehend oder dauerhaft zu Haarverlust führen. Denn trockene Kopfhaut stört die Nährstoffzufuhr für die Haarwurzeln, was zur Folge haben kann, dass Haare vermehrt ausfallen.
- Mechanisch bedingter Haarausfall: Des Weiteren ist der Haaransatz bei Frauen nicht selten von einem Haarausfall betroffen. Eine besondere Ursache von lichter werdendem Haar am Haaransatz aber auch an den Schläfen ist der sogenannte mechanisch bedingte Haarausfall: Frauen, die oft einen besonders hohen Zug auf Ihre Haarwurzeln ausüben, z.B. durch das Tragen von einem straffen Pferdeschwanz oder Dutt, verursachen eine Überbeanspruchung der Haarwurzeln.
- Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata): Kreisrunder Haarausfall - auch Alopecia areata genannt - kann in nahezu jedem Lebensalter auftreten. Dabei gehen die Haare schmerzlos und büschelweise aus. Die Krankheit kann neben dem Kopfhaar auch die übrige Körperbehaarung betreffen. Alopecia areata ist eine Autoimmunkrankheit.
Es gibt auch einige äußere Faktoren, die Haarausfall begünstigen können:
- Falsche Haarpflege: Verwende milde Shampoos und Conditioner, um das Haar nicht zu beschädigen. Aggressive Chemikalien in Shampoos können das Haar austrocknen und brüchig machen, was wiederum zu Haarausfall führen kann.
- Hitzestyling: Wenn möglich, lass dein Haar lufttrocknen, anstatt es mit einem Fön zu trocknen. Hitze vom Fön kann das Haar beschädigen und brüchig machen, was wiederum zu Haarausfall führen kann.
- Kratzen bei Juckreiz: Durch das Kratzen bei unangenehmem, starkem Juckreiz können Haare ausgerissen werden, was zu einer Ausdünnung führt.
Wenn du dir Sorgen um deinen Haarausfall machst, solltest du zunächst herausfinden, ob es sich um einen normalen oder um einen erblich bedingten Haarausfall handelt. Normalerweise fallen täglich 50-100 Haare aus.
Die besten Tipps gegen Haarausfall | Dr. Johannes Wimmer
Was tun gegen lichten Haaransatz?
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Haarausfall zu stoppen oder zumindest zu verlangsamen. Je nach Ursache und Form der zugrundeliegenden Haarausfallerkrankung unterscheiden sich die zur Verfügung stehenden Therapieoptionen stark voneinander. Hier sind einige Tipps und Behandlungsmöglichkeiten:
- Medikamentöse Behandlung: Es gibt zwei Wirkstoffe, die dem Haarausfall wirksam entgegensteuern können.
- Minoxidil: Der Blutdrucksenker Minoxidil lässt bei erblich bedingtem Haarausfall in einigen Fällen neue, kräftigere Haare nachwachsen. Mit Regaine® Frauen Schaum und Regaine® Frauen Lösung kann das Haarwachstum angeregt werden. Der enthaltene Wirkstoff Minoxidil kann das Wachstum neuer Haare anregen und das Fortschreiten des erblich bedingten Haarausfalls stoppen. Die Wirksamkeit ist klinisch belegt.
- Anti-Androgene: Gegen hormonbedingten Haarausfall verschreiben Dermatologinnen und Dermatologen Tabletten, die Anti-Androgene enthalten.
- Koffein-Präparate: Bei diagnostiziertem Haarausfall können Hautärzte als Therapie die Injektion koffeinhaltiger Präparate in die Kopfhaut verschreiben.
- Haartransplantation: Dafür werden Haare am Hinterkopf entnommen. An den kahlen Stellen setzt der Arzt Mikroschlitze und verpflanzt die Transplantate. Dabei bestimmt er auch die Dichte und Richtung, in der die Haare in Zukunft wachsen sollen. Das Ganze geschieht in Millimeterarbeit.
- Haarverdichtung: Vielfach denken man in diesem Fall zuerst an eine Haarverlängerung, jedoch nur mit einer Haarverdichtung sieht niemand mehr, dass Sie ein Haarproblem haben. Mit unserer Haarverdichtung fügen wir nur an den dünnen und lichten Stellen neues Haar ein und schaffen auf diese Weise ein Nebeneinander von eigenem und neuem Haar. Bei der Haarverdichtung fügen wir hauchfeine Trägersysteme, mit echtem Haar von Hand beknüpft, in das eigene noch vorhandene Resthaar ein. Dieses zusätzliche neue Haar wird mit Ihrem Resthaar permanent verwebt.
- Ernährung: Auch die Ernährung spielt bei gesundem und kräftigem Haar eine wichtige Rolle. Achte daher auf eine ausgewogene und vitaminreiche Ernährung. Besonders wichtig für gesundes Haar sind Vitamine A, B, C und E sowie Zink, Kupfer und Selen. Ernähren Sie sich gesund und ausgewogen, denn durch einen Nährstoff- und Mineralstoffmangel wird nicht nur das Immunsystem geschwächt, sondern Mangelerscheinungen können sich auch durch Haarausfall äußern.
Folgende Nährstoffe tragen zu einem normalen Haarwachstum bei:
- Fisch: Enthält wertvolle Omega-3-Fettsäuren.
- Eier: Reich an Biotin, das entscheidend für die Keratinproduktion ist.
- Hülsenfrüchte: Liefern pflanzliches Protein, Eisen, Zink und Biotin.
- Nüsse: Enthalten Zink und Vitamin E.
- Grünes Blattgemüse: Reich an Vitamin C und Eisen, die wichtig für die Bildung von Kollagen sind.
- Süßkartoffeln: Reich an Beta-Carotin, das im Körper in Vitamin A umgewandelt wird.
- Haarpflege: Achte darauf, deine Kopfhaut nicht zu stark zu schrubben oder zu reiben, da dies die Haarfollikel beschädigen kann. Wähle anstelle dessen mildere Produkte und Reinigungsmethoden. Es ist auch wichtig, deine Kopfhaut regelmäßig mit Feuchtigkeit zu versorgen, um Austrocknung vorzubeugen.
- Hausmittel: Einige Menschen finden auch Linderung, indem sie bestimmte Kräuter auf ihre Kopfhaut auftragen. Brennesselblätter haben entzündungshemmende Eigenschaften, die helfen können, die Kopfhaut zu beruhigen. Rosmarin kann ebenfalls helfen, Schuppenbildung zu reduzieren.
- Stress reduzieren: Stress ist einer der Hauptgründe für Haarausfall bei Frauen und kann auch den Haarausfall vorne an der Stirn verstärken. Achte auf ausreichend Schlaf, Entspannung und bewusste Pausen.
- Kopfmassage: Massiere deinen Kopf regelmäßig mit einem milden Shampoo, um die Durchblutung zu stimulieren.
- Frisuren: Ein Umstyling ist oftmals die einfachste Möglichkeit, die zunehmend kahlen Stellen am Kopf zu verdecken.
Hier sind einige Frisuren, die den Haaransatz der Frau geschickt verdecken:
- Pony: Er kann den Haaransatz sehr effektiv verdecken.
- Seitenscheitel: Hierbei wird das Haar auf eine Seite frisiert und ein tiefer Scheitel gezogen, der den Haaransatz verdeckt.
- Mittelscheitel: Ideal bei kahlen Schläfen.
- Bob: Aufgrund der kürzeren Länge um den Haaransatz herum und des Hinzufügens von Stufen oder einem seitlichen Pony, kann der Bob dazu beitragen, den Haaransatz geschickt zu kaschieren.
Es ist nie zu spät, um etwas für die Gesundheit deiner Haare zu tun. Um eine sichere Diagnose bezüglich der Ursachen zu bekommen, solltest du dich auch nicht scheuen, deinen Arzt aufzusuchen. Dieser kann dir helfen, die Ursache für dein Problem zu ermitteln und die richtige Behandlungsmethode bzw. Therapie für dich zu finden.
| Ursache des Haarausfalls | Mögliche Behandlungsmethoden |
| Erblich bedingter Haarausfall | Minoxidil (Regaine®), Haartransplantation |
| Hormonell bedingter Haarausfall | Anti-Androgene, Hormontherapie |
| Diffuser Haarausfall | Behandlung der Grunderkrankung, Ernährungsumstellung, Stressreduktion |
| Kopfhauterkrankungen | Medikamentöse Behandlung der Kopfhauterkrankung |
| Mechanisch bedingter Haarausfall | Vermeidung von straffen Frisuren |
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