Stiftung Warentest: Bewertung von Läusemitteln zur effektiven Kopflausbekämpfung

Kopfläuse sind ein häufiges Problem, besonders bei Kindern in Kitas und Schulen. Die Stiftung Warentest hat sich in der "Test"-Ausgabe 09/2018 zwölf geprüfte Läusemittel genauer angesehen und hinsichtlich Wirksamkeit, potenzieller Nebenwirkungen und Preis evaluiert. Es ist wichtig zu wissen, dass Kopfläuse nichts mit mangelnder Hygiene zu tun haben und jeden treffen können.

Ein Kind wird mit Anti-Läuse-Shampoo behandelt (Symbolbild).

Wie erkennt man Kopfläuse?

Bis zu zehn Mal am Tag trinken sie das Blut des Menschen und geben dabei ihren Speichel in die Miniwunde auf der Kopfhaut, an den Schläfen, hinter den Ohren oder im Nacken. Das wiederum sorgt für den Juckreiz auf der Haut, der erst auf die Spinnentierchen aufmerksam werden lässt. Durch das ständige Kratzen bilden sich schnell eitrige und verkrustete Bläschen.

Testergebnisse der Stiftung Warentest

Abweichend von ihrer sonst praktizierten Schulnoten-Methode (Sehr gut bis ungenügend) spricht Warentest bei Läusemitteln von „geeignet“, „auch geeignet“, „mit Einschränkung geeignet“ und „wenig geeignet“.

"Geeignet": Dimet 20, Etopril und Jacutin Pedicul Fluid

Für „geeignet“ hält Stiftung Warentest Dimet® 20, Etopril® und Jacutin® Pedicul Fluid. Die drei besten Läusemittel enthalten ein synthetisches Öl namens Dimeticon, das die Läuse erstickt. Alle drei Medizinprodukte enthalten Dimeticon, was die Verbraucherschützer hinsichtlich des rein physikalischen Wirkprinzips offenbar überzeugt. Unsere Arznei­mittel­experten geben Dimet 20, EtoPril und Jacutin Pedicul Fluid die beste Bewertung „geeignet“. Aussagekräftige Studien belegen ihre Wirk­samkeit und sie sind gut verträglich.

  • Dimet 20: Enthält Dimeticon.
  • Etopril: Enthält Dimeticon und muss mindestens acht Stunden einwirken. Es kann über Nacht auf dem Kopf bleiben, was viele Eltern praktisch finden. Allerdings ist EtoPril aktuell zumindest im Onlinehandel nicht mehr erhältlich.
  • Jacutin Pedicul Fluid: Enthält Dimeticon, muss nur zehn Minuten einwirken und ist laut Hersteller ab Geburt einsetz­bar.

Unterschiede gibt es beim Anwendungsalter. So darf Jacutin® Pedicul bereits ab Geburt eingesetzt werden, während Dimet® und Etopril® erst ab einem Alter von sechs Monaten angewandt werden.

"Auch geeignet": Goldgeist forte, Infectopedicul und Mosquito Med Läuseshampoo

Als „auch geeignet“ erklärt Stiftung Warentest die drei Produkte Goldgeist® forte, Infectopedicul® und Mosquito® Med Läuseshampoo. Gold­geist forte, InfectoPedicul und Mosquito Med Läuseshampoo geben unsere Experten die zweit­beste Note „auch geeignet“.

  • Goldgeist forte und InfectoPedicul: Enthalten Insektengifte. Sie wirken grund­sätzlich gut, doch immer mehr Läuse werden unempfindlich dagegen. Als "auch geeignet" bezeichnet die Stiftung zwei Mittel mit Insektengift, die chemisch wirken. Sie hätten aber den Nachteil, dass immer mehr Läuse widerstandsfähig gegenüber den Giften werden.
  • Mosquito Med Läuseshampoo: Die Wirk­samkeit von Mosquito Med Läuseshampoo belegt erst eine, wenn auch gut gemachte Studie. Das Präparat enthält Mineralöl. Das dritte "auch geeignete" Mittel enthält Mineralöl, kritische Bestandteile - sogenannte Moah (aromatische Mineralöl-Kohlenwasserstoffe) - konnten die Tester nicht finden. Die Wirksamkeit der Substanz wurde bisher nur in einer Studie bestätigt.

Bei letzterem bemängelt das Magazin die derzeit dünne Studienlage, bei Goldgeist® forte und Infetopedicul® sei die Wirksamkeit zwar belegt, jedoch würden gegen die chemischen Insektizide „immer mehr Läuse (…) unempfindlich“, meint Warentest.

"Mit Einschränkung geeignet": Licener, Linicin, Nyda und Nyda plus

Vier Mittel sind „mit Einschränkung geeignet“: Licener, Linicin, Nyda und Nyda plus. Bei den als "mit Einschränkung geeignet" bezeichneten Mitteln sei die Wirksamkeit schlechter belegt als bei den anderen, schreiben die Tester.

  • Licener: Wirk­stoff von Licener ist Extrakt des Neembaums*.
  • Linicin: Linicin enthält neben dem bewährten Läusekiller Dimeticon noch weitere Substanzen.
  • Nyda und Nyda plus: Das gilt auch für Nyda, wovon wir zwei Varianten über­prüften. Die neuere, „Plus“, soll viel schneller wirken als die ältere. Das wurde aber noch nicht in klinischen Studien am Menschen bestätigt.

"Wenig geeignet": Jacutin Pedicul Spray und SOS Läuse-Shampoo

Nur zwei Läusemittel erachten die Verbraucherschützer für wenig geeignet: Jacutin®Pedicul Spray und SOS Läuse-Shampoo. Schluss­lichter im Test sind die Läuse­mittel Jacutin Pedicul Spray und SOS Läuse-Shampoo. Als "wenig geeignet" bewerteten sie zwei Mittel, deren Wirksamkeit und Verträglichkeit nicht ausreichend belegt seien.

  • Jacutin Pedicul Spray: Beim Jacutin Pedicul Spray lässt sich zudem kaum vermeiden, dass sich beim Sprühen feine Tröpf­chen in der Luft verteilen und einge­atmet werden. Das kann bei Menschen die Atemwege reizen und erhöht das Risiko für Neben­wirkungen wie Nervenschäden. Sprays können zudem die Atemwege reizen. Beim Allethrin-haltigen Jacutin®-Pedicul-Spray bemängelt Warentest vor allem auch, dass durch den Sprühvorgang die Atemwege des Anwenders belastet werden.
  • SOS Läuse-Shampoo: "Bei beiden Mitteln ist nicht ausreichend durch klinische Studien an Menschen belegt, dass sie Läuse wirksam bekämpfen und verträglich sind", meint Stiftung Warentest.

Weitere wichtige Informationen

  • Läusekamm: Unverzichtbar ist dabei das Auskämmen mit einem Nissenkamm mit weniger als 0,2 Millimeter Zinkenabstand. Wichtig ist, dass man die Läuse und Eier, die sie schon gelegt haben, mit einem speziellen Läuse- oder Nissenkamm auskämmt - er ist so engmaschig, dass ihm nichts entgeht. Mit dem Läusekamm werden Läuse und Läuseeier, die man auch Nissen nennt, ausgekämmt. Mit dem Läusekamm kann man auch prüfen, ob noch etwas zu finden ist.
  • Wiederholungsbehandlung: Ebenso wichtig: In der Regel sollte die Behandlung im Abstand von etwa acht bis zehn Tagen wiederholt werden. Da nicht nur die Läuse von der Kopfhaut entfernt werden müssen, sondern auch alle Larven und Eier zuverlässig abgetötet und entfernt werden müssen, ist eine Wiederholungsbehandlung nach einigen Tagen notwendig. Die Tester raten außerdem unabhängig von der Empfehlung des Herstellers, die Behandlung nach acht bis zehn Tagen zu wiederholen. Denn die Eier der Läuse werden nicht immer zuverlässig getötet, es können neue Läuse nachschlüpfen.
  • Anwendungshinweise: Unabhängig vom verwendeten Läusemittel gilt, die Mittel großzügig aufzutragen und die Gebrauchsanleitung inklusive Einwirkzeiten genau zu beachten. Für alle Läusekiller gilt: Damit sie sicher wirken, müssen Nutzer sie groß­zügig auftragen und Anwendungs­fehler vermeiden - also die jeweilige Gebrauchs­anleitung genau beachten.
  • Überprüfung anderer Haushaltsmitglieder: Das sollte bei allen Haushaltsmitgliedern gemacht werden, um festzustellen, wer betroffen ist, und gegebenenfalls mit einem Läusemittel zu behandeln. Bis Läuse auffallen, haben sie meist schon andere Köpfe besiedelt. Daher ist es wichtig, bei einem Läusefund alle anderen Personen im Haushalt gründlich zu checken.
  • Weitere Maßnahmen: Bettzeug, Handtücher und Mützen zu waschen ist sinnvoll; größere Putzaktionen und das Einfrieren von Kuscheltieren sind in der Regel nicht nötig.
  • Information: Zudem sind Eltern betroffener Kinder verpflichtet, Einrichtungen wie die Schule oder den Kinder­garten zu informieren - damit deren Leitung (ohne Nennung des Namens) andere Eltern bitten kann, ihr Kind ebenfalls auf Läuse zu unter­suchen. Schämen braucht sich niemand.

Die Krankenkassen zahlen die Mittel in der Regel, wenn sie vom Kinderarzt verordnet wurden. Bei Kindern unter zwölf Jahren übernehmen die meisten Krankenkassen die Kosten dafür, wenn der Kinderarzt es verordnet.

Um alle Informationen über die getesteten Mittel genauer nachzulesen, könnt ihr den gesamten Läusemittel-Test aus 'Test' 09/2018 herunterladen; neben den genauen Testergebnissen enthält er weitere Infos zur Kopflaus und ihrer Bekämpfung.

Abschließend lässt sich sagen, dass es wichtig ist, bei einem Läusebefall schnell und richtig zu handeln. Die Stiftung Warentest bietet mit ihren Testergebnissen eine gute Orientierungshilfe bei der Wahl des geeigneten Läusemittels.

Läuse-auskämmen-Methode mit dem Läusekamm – kurze & lange Haare

tags: #Lause #Shampoo #Stiftung #Warentest

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