Shampoo und Haarseife selber machen: Natürliche Haarpflege mit einfachen Rezepten

Haben Sie sich jemals gefragt, wie Sie Ihre Haare auf natürliche Weise pflegen können? Die Antwort ist einfacher als Sie denken: Machen Sie Ihr eigenes Shampoo und Ihre eigene Haarseife! In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie mit wenigen Zutaten und einfachen Rezepten Shampoos und Haarseifen herstellen können, die nicht nur gut für Ihr Haar, sondern auch für die Umwelt sind.

Denn in herkömmlichen Shampoos befinden sich oftmals viele unnatürliche Stoffe, die der Gesundheit und Umwelt schaden können. Außerdem entsteht durch gekaufte Shampoos viel Plastikmüll, der unsere Weltmeere verschmutzt.

Warum Shampoo und Haarseife selber machen?

  • Natürliche Inhaltsstoffe: Sie wissen genau, was in Ihrem Produkt enthalten ist.
  • Umweltfreundlich: Weniger Plastikmüll und keine schädlichen Chemikalien.
  • Individuell anpassbar: Passen Sie die Rezeptur an Ihre spezifischen Haarbedürfnisse an.
  • Kostengünstig: Natürliche Zutaten sind oft günstiger als gekaufte Produkte.

Festes Shampoo selber machen - Grundrezept

Haare waschen mit Seife: Geht das überhaupt?

Haare waschen mit Seife - geht das überhaupt? Ja, es geht…. sehr gut sogar! Sich die Haare mit Seife zu waschen ist einfach und macht zudem noch Spaß! Die eigene selbstgemachte Seife zu verwenden ist unglaublich toll, da man genau weiß, welche Zutaten in dem Produkt enthalten sind. Alle meine Seifen sind frei von schädigenden Inhaltsstoffen.

Grundrezept für DIY-Shampoo

Als Grundrezept für Ihr DIY-Shampoo benötigen Sie nur wenige Zutaten. Je nachdem was für einen Duft und Wirkung Ihr Shampoo später haben soll, fügen Sie der Mischung weitere Zutaten hinzu. Als Basis für Ihr selbst gemachtes Shampoo dient eine einfache Seifenlauge, die Sie mit nur zwei Zutaten schnell und einfach herstellen können.

Zutaten:

  • 15 Gramm Kernseife
  • 250 Milliliter Wasser

Zubereitung:

  1. Kernseife in feine Flocken reiben oder bereits fertige Seifenflocken verwenden.
  2. Seifenflocken in eine Schüssel mit warmem Wasser füllen und mit dem Schneebesen verrühren, bis sich die Seifenrückstände vollkommen aufgelöst haben.
  3. Shampoo-Basis nach Wunsch mit weiteren Zutaten individualisieren.

Tipp: Kernseife mit einem hohen Anteil pflanzlicher Öle wirkt besonders sanft auf die Haut.

Wichtige Inhaltsstoffe und ihre Wirkung

Um zu verstehen, wie sich Shampoo-Rezepturen zusammensetzen, lohnt sich ein genauerer Blick auf mögliche Inhaltsstoffe:

  • Tenside: Tenside lösen Schmutz- und Fettrückstände von Haar und Kopfhaut. In natürlicher Form sind sie beispielsweise in Seifenkraut, Waschnüssen und Kokosglucosid enthalten. Ob ein Haarshampoo flüssig oder fest ist, hängt davon ab, ob Natrium- oder Kaliumsalze von Fettsäuren enthalten sind.
  • Pflanzenöle: Pflanzenöle schätzen wir für ihre pflegende Wirkung. Egal ob Jojobaöl, Kokosöl oder Olivenöl - sie verleihen dem Haar Geschmeidigkeit und Glanz, glätten die Haarstruktur und wirken Frizz und Haarbruch entgegen. Sparsam dosiert verleihen Sie dem Haar ein gesundes Aussehen.
  • Feuchtigkeitsspender: Trockenes Haar wirkt stumpf und glanzlos. Um Ansatz und Spitzen auf die Sprünge zu helfen und Schuppenbildung entgegenzuwirken, kommen natürliche Feuchtigkeitsspender wie Aloe Vera, Honig oder Glycerin ins Spiel.
  • Ätherische Öle: Mit ätherischen Ölen aus Lavendel, Rosmarin oder Teebaum verleihen Sie Ihrem selbstgemachten Shampoo einen ganz eigenen Wohlgeruch.

Rezepte für selbstgemachtes Shampoo

Unser Grundrezept für natürliches DIY-Shampoo haben Sie bereits kennengelernt. Nun folgt die Kür - und mit ihr eine Reihe von empfehlenswerten Rezepturen für unterschiedliche Haarbedürfnisse. Ob trockenes, glanzloses, normales oder fettiges Haar: wir stellen Ihnen unsere liebsten Kreationen für Shampoos im Detail vor.

Kräuter-Shampoo (für normales Haar)

Zutaten:

  • 150 Milliliter Seifenlauge (Grundrezept)
  • 150 Milliliter Wasser
  • Aromatische Kräuter nach Wahl (Minze, Rosmarin, Zitronenmelisse, Lavendelblüten)
  • 10-15 Tropfen ätherisches Öl

Zubereitung:

  1. Kräuter in einen Topf geben und mit kochendem Wasser übergießen.
  2. Drei Stunden ziehen lassen, abgießen und in einer Schüssel auffangen.
  3. Seifenlauge hinzugeben und verrühren.
  4. Ätherisches Öl hinzufügen und in eine Flasche füllen.

Brennnessel-Shampoo (für fettendes Haar und schuppige Kopfhaut)

Zutaten:

  • 20 Gramm frische oder getrocknete Brennnesselblätter
  • 100 Milliliter Seifenlauge (Grundrezept)
  • 100 Milliliter Wasser
  • 3 Tropfen Teebaum- oder Lavendelöl

Zubereitung:

  1. Brennnesselblätter kurz aufkochen und über Nacht ziehen lassen.
  2. Sud in eine Schüssel sieben und die Seifenlauge hinzufügen.
  3. Ätherisches Öl hinzugeben, umrühren und in eine Flasche füllen.

Glanzshampoo mit Kokos (für feines Haar)

Zutaten:

  • 100 Milliliter Kokosmilch
  • 100 Milliliter Seifenlauge (Grundrezept)
  • 4 Tropfen ätherisches Öl (Zitrone oder Orange)

Zubereitung:

  1. Kokosmilch und Seifenlauge in eine Schale geben und verquirlen.
  2. Ätherisches Öl hinzugeben und vermischen.
  3. Fertiges Shampoo in eine Flasche füllen.

Rezept für feste Haarseife

Haarseife ist eine tolle Möglichkeit, natürliche Inhaltsstoffe zu verwenden und Plastikmüll zu vermeiden. Alles was du brauchst, sind einige Bio-Öle wie Kokosöl, Olivenöl und Rizinusöl, Lauge und ätherische Öle für den Duft. Der Prozess ist einfach: Öle schmelzen, mit Lauge mischen und abkühlen lassen, dann ätherische Öle hinzufügen. Die Mischung in Formen gießen und aushärten lassen.

Haarseife selber zu machen hat viele Vorteile. Erstens ist es umweltfreundlich, da Sie auf Plastikverpackungen verzichten können. Zweitens haben Sie die Kontrolle über die Inhaltsstoffe, was besonders wichtig ist, wenn Sie empfindliche Haut haben oder bestimmte Chemikalien vermeiden möchten. Drittens kann es auch kostengünstiger sein, vor allem wenn Sie regelmäßig Haarseife verwenden. Schließlich ist es eine kreative Aktivität, die Spaß macht und bei der Sie sogar Ihre eigenen personalisierten Seifen herstellen können.

Zutaten:

  • 90 g Olivenöl
  • 78 g Kokosöl
  • 36 g Sheabutter
  • 36 g Rizinusöl
  • 70 g kühles Wasser
  • 34.27 g NaOH (Natriumhydroxid)
  • 4.1 g ätherisches Rosmarinöl
  • 6.2 g ätherisches Lavendelöl
  • 2 TL Tonerde + etwas Wasser

Benötigte Utensilien:

  • Großer Topf aus Edelstahl
  • Plastikbecher zum Auswiegen des NaOH
  • Hitzebeständiger Plastikbehälter zum Anrühren der Laugenflüssigkeit
  • Mg-genaue Waage zum Abwiegen des NaOH
  • Küchenwaage zum Abwiegen der Öle
  • 2 Rührlöffel aus Plastik
  • Zuckerthermometer
  • Gummispatel
  • Stabmixer (OHNE Aluteile !)
  • Gummihandschuhe
  • Schutzbrille
  • Arbeitskleidung (Schürze, lange Ärmel und Hose)
  • Zeitungspapier zum Abdecken der Arbeitsfläche
  • Küchenrolle
  • Form für die rohe Seifenmasse

Anleitung:

  1. Arbeitsfläche mit Zeitungspapier abdecken und für Belüftung sorgen.
  2. In einem Schälchen Tonerde mit etwas Wasser vermischen und stehen lassen.
  3. Gummihandschuhe anziehen, Schutzbrille aufsetzen.
  4. NaOH auf mg-genauer Waage in einem hitzebeständigem Becher abwiegen.
  5. Wasser in einem separaten Becher abwiegen.
  6. Nun das abgewogene NaOH vorsichtig und langsam in das (möglichst) kalte Wasser einrieseln lassen (am besten in Fensternähe) und vorsichtig umrühren bis sich das NaOH vollständig aufgelöst hat.
  7. In der Zwischenzeit die Fette (Kokosöl und Sheabutter) abwiegen und in einem warmen Wasserbad schmelzen.
  8. Die anderen zwei Öle (Olivenöl, Rizinusöl) abwiegen und zu den geschmolzenen Fetten dazugeben.
  9. So lange warten bis sowohl die Gefäße der Laugenflüssigkeit und Fette/Öle handwarm sind und ungefähr die selbe Temperatur haben (30-45 Grad C).
  10. Die Laugenflüssigkeit nun vorsichtig in die Fette/Öle gießen (Brille und Schutzhandschuhe sind weiterhin an!) und mit einem Stabmixer rühren.
  11. Weiter rühren bis der Seifenleim die Konsistenz von Pudding hat.
  12. Den Seifenleim in die Form gießen, etwas aufklopfen damit Luftblasen entweichen können.
  13. Die Form mit einer Plastikfolie abdecken und vorsichtig um die Form ein Handtuch oder eine Dicke wickeln, damit die Seife in die Gelphase kommt (das beschleunigt den Verseifungsprozess).
  14. Die Seife kann nach etwa 24 Stunden geschnitten und ausgeformt werden.
  15. Nun ist Geduld angesagt, denn die Seife muss für mind. 4-6 Wochen (je länger desto besser) an einem luftigen Ort "reifen" und trocknen, erst dann darf sie benutzt werden!

Wichtig: Das NaOH in das Wasser einrieseln lassen, niemals umgekehrt! Die dabei entstehenden Dämpfe nicht einatmen. Die Flüssigkeit wird rasch sehr heiß und das Gefäss sollte in ein kaltes Wasserbad ins Waschbacken gestellt werden damit die Laugenflüssisgkeit abkühlt.

Festes Shampoo selber machen

Festes Shampoo kommt ganz ohne Umverpackung aus und eignet sich ideal für einen nachhaltigen Lifestyle. Die Herstellung ist genauso einfach wie bei flüssigem Shampoo.

Zutaten:

  • 50 Gramm Sheabutter
  • 100 Gramm pflanzliches Tensid (SLSA)
  • 100 Gramm Speisestärke
  • Ätherisches Öl nach Wahl

Zubereitung:

  1. Tensid und Stärke in einer Schüssel verquirlen.
  2. Sheabutter im Wasserbad oder in der Mikrowelle schmelzen.
  3. Sämtliche Zutaten zu einer geschmeidigen Masse verarbeiten, kneten und ätherisches Öl hinzufügen.
  4. Die Masse zum Aushärten in die Form füllen und mindestens einen Tag lang ruhen lassen.
  5. Shampoostück entnehmen.

Shampoo selber machen ohne Seife

Selbstverständlich können Sie Haarshampoo auch in seifenfreier Rezeptur herstellen. Beliebte Haarpflege-Trends wie die No-Poo-Methode nutzen diese Vorgehensweise, um das Haar zu schonen und sanft zu reinigen.

Roggenmehl-Shampoo

Mit seinem pH-Wert von 5,5 ist selbstgemachtes Shampoo auf Roggenmehl-Basis besonders bei irritierter und juckender Kopfhaut hilfreich. Anders als die zuvor vorgestellten Shampoos müssen Sie Roggenmehl-Shampoo vor jeder Haarwäsche frisch anrühren.

Zutaten:

  • 4 Esslöffel Roggenmehl
  • 200 - 300 Milliliter Wasser (je nach Haarlänge)

Zubereitung:

  1. Beide Zutaten in eine Schüssel geben und klumpfrei verquirlen.
  2. Das Roggenshampoo sanft ins feuchte Haar einmassieren und gründlich ausspülen.
  3. Mögliche Reste entsorgen.

Anwendung und Aufbewahrung

Für die Anwendung feuchten Sie Ihr Haar an und reiben Sie die Seife direkt auf die Kopfhaut. Massieren Sie Ihren Kopf, bis ein reichhaltiger Schaum entsteht. Spülen Sie danach gründlich aus.

Die Aufbewahrung ist auch wichtig, um die Lebensdauer zu verlängern. Bewahren Sie die Seife an einem trockenen und kühlen Ort auf, idealerweise in einer Seifenschale mit Abfluss, damit sie nach der Anwendung gut trocknen kann. Vermeiden Sie direktes Sonnenlicht und Wärme, da dies die Qualität Ihrer Haarseife beeinträchtigen kann.

Schlussfolgerung

Die Herstellung von Haarseife zu Hause ist ein einfacher Weg, zur Nachhaltigkeit beizutragen und umweltfreundlicher zu leben. Indem Sie Ihre eigenen Zutaten auswählen, können Sie sicherstellen, dass kein schädliches Mikroplastik oder Chemikalien verwendet werden. Die Verpackung kann vermieden werden, was zu weniger Abfall führt. Außerdem können Sie natürliche Inhaltsstoffe wie ätherische Öle und Kräuter verwenden, die nicht nur gut für Ihre Haare, sondern auch für die Umwelt sind. Selbstgemachte Haarseife ist eine natürliche und nachhaltige Alternative zu herkömmlichen Shampoos.

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