Die dauerhafte Haarentfernung ist ein Thema von großem Interesse für viele Menschen, die sich eine langfristige Lösung zur Reduktion unerwünschter Körperbehaarung wünschen. Es gibt verschiedene Methoden, die jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile haben. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die gängigsten Techniken, einschließlich Nadelepilation, Laser-Haarentfernung und Intense Pulsed Light (IPL), sowie wichtige Überlegungen und Sicherheitshinweise.
Die Nadelepilation, auch als Elektroepilation bekannt, ist eine Methode der dauerhaften Haarentfernung, die in letzter Zeit immer beliebter wird. In den Behandlungszentren von S-thetic, wo man sich seit mittlerweile fast zwei Jahrzehnten der permanenten Haarentfernung widmet, ist das besonders spürbar. Erfunden hat die elektrische Nadelepilation der US-amerikanische Augenarzt Charles Michel bereits im Jahr 1869. Er machte sich Entdeckungen der Elektrochemie zunutze, die Jahrzehnte zuvor die Naturwissenschaft revolutioniert hatten.
Jede Haarwurzel ist eingebettet in den Haarfollikel, den Haarschaft. In der Papille, an dessen unterem Ende, münden feinste Blutgefäße. Sie versorgen die Haarwurzel mit Nährstoffen. An die Papille schließt die Haarmatrix an. Aus ihr entspringen die Hornzellen, spezielle Keratine, aus denen jedes Haar aufgebaut ist. Bei der elektrischen Nadelepilation wird eine feine Nadel, heutzutage circa 0,1 Millimeter dünn, parallel zum Haar in den Haarfollikel hineingeschoben. Die Sonde wird unter Gleichstrom mit einer Stärke von bis zu 3 Milliampere gesetzt. Der Stromfluss stößt den elektrochemischen Vorgang der Elektrolyse an. Matrixzellen können sich nicht regenerieren. Deshalb ist eine erfolgreiche Haarentfernung per Elektrolyse irreversibel.
Was unverändert blieb, ist der Einsatz von wohldosiertem elektrischem Strom. In Sachen Zuverlässigkeit ist das Verfahren unübertroffen: Im Gegensatz zu Waxing, Sugaring oder mechanischem Epilieren ist diese Art der Haarentfernung tatsächlich permanent. Bei der Elektro-Methode muss die Behandlerin oder der Behandler die Sonde in jeden Haarkanal einzeln einführen. Das dauert mit einem modernen Gerät jedes Mal nur Sekunden. Sind hunderte oder tausende von Haaren zu behandeln, braucht es aber seine Zeit. Es gibt jedoch gute Gründe, warum Patientinnen und Patienten statt des Lasers die Nadel wählen.
Bis dahin war es ein langer Weg. Der Erfinder Charles Michel nutzte in den 1870er Jahren noch ein batteriebetriebenes Epilationsgerät, mit dem die Entfernung eines einzigen Haares mehrere Minuten dauerte. 1916 gelang dem New Yorker Tüftler Paul Kree eine wichtige Verbesserung. Er konstruierte ein Epilationsgerät, das es erlaubte, mit mehreren Nadeln gleichzeitig zu arbeiten. 1924 entwickelte Dr. Henri Bordier in Lyon (Frankreich) eine ganz neue Methode der Nadelepilation, die Thermolyse. Bei der Thermolyse wird ebenfalls elektrischer Strom von einer eingebrachten Nadel auf den Haarfollikel übertragen. Der Hochfrequenz-Schub versetzt die Wassermoleküle in der Follikelflüssigkeit in Bewegung. Die dabei entstehende Reibung löst einen kurzzeitigen Temperaturanstieg auf bis zu 50 Grad Celsius aus. Der Haarfollikel wird dadurch irreversibel zerstört.
Ganz moderne Elektroepilations-Geräte kombinieren die chemische und die Hochfrequenz-Methode. Man nennt das in der Branche das Blend-Verfahren (nach englisch „to blend“ = mischen). Hochentwickelte Nadelepilations-Apparaturen wie das Sinus-Blend von Cosmomed, arbeiten entweder im Thermolyse- oder im Blend-Modus. Mit dem Gerät „made in Germany“ können wir die Behandlung ganz individuell einstellen. Dank modulierten Strömen, die durch die sogenannte Sinus-Technik erzeugt werden, lässt sich laut Hersteller eine bessere Schmerzreduzierung erreichen. Das hilft, auf die persönliche Empfindlichkeit der Patientin oder des Patienten einzugehen. Transistoren machten die Nadelepilations-Geräte bereits in den 1970er Jahren zuverlässiger. Ab den 1980ern kam Computersteuerung hinzu. Digitale Aufrüstung ist heutzutage die Norm.
Ein Selbstläufer ist die elektrische Nadelepilation weiterhin nicht. In der Regel dauert es mindestens ein Jahr, bis die traktierte Hautregion nicht mehr von Haaren behelligt wird. Deshalb braucht es auf jeden Fall mehrere Termine. Denn nur ein kleinerer Teil der Haare ist gleichzeitig am Sprießen. Für den Umgang mit der Epilationsnadel braucht es einige Fingerfertigkeit. Die Behandlerin oder der Behandler muss rund um das Zielhaar mit den Fingerspitzen eine gute Hautspannung herstellen. Nur so lässt sich die Nadel ohne Widerstand streng parallel zum Follikel einführen. Das vermeidet unnötige Verletzungen, die Vernarbungen mit sich bringen könnten. Und es gewährleistet eine ideale Übertragung des Stroms. Den Impuls löst die Behandlerin oder der Behandler meist mit einem Fußpedal aus. Die Impulsgabe erfolgt entsprechend den Voreinstellungen automatisiert.
Neuere Technologien der dauerhaften Haarentfernung basieren auf energiereichem Licht, zum Beispiel Laser-Licht. Solche Verfahren sind in Deutschland am weitesten verbreitet. Wenn man es richtig macht, haben sie ebenfalls einen dauerhaften Effekt. Gegenüber der Nadelepilation haben gute Laser einen Vorteil: Mit ihnen lässt sich schneller arbeiten. Beim Laserverfahren bestreicht das Licht, das der Behandlungskopf aussendet, sekündlich zahlreiche Haare auf einmal.
Die Haarpigmente, bestehend aus Melanin, fungieren bei dieser Art der Haarentfernung als Überträger der Lichtenergie. Sie nehmen das Laserlicht auf und wandeln es in Wärme um. Temperaturen von um die 70 Grad bringen Follikel und Haarwurzel zum „Verdampfen“. Haare mit zu wenig Pigmenten können das Licht nicht absorbieren, die Laser-Haarentfernung funktioniert nicht.
Der Alexandritlaser, benannt nach dem Mineral Alexandrit, ist eine der fortschrittlichsten Technologien in der ästhetischen Medizin, insbesondere in der dauerhaften Haarentfernung. Diese Lasertechnologie zeichnet sich durch ihre spezifische Wellenlänge von 755 Nanometern aus, die besonders wirksam ist, wenn es darum geht, dunkles Haar auf heller Haut zu behandeln. Durch die gezielte Wirkung auf das Melanin im Haar ermöglicht der Alexandritlaser eine dauerhafte Reduktion unerwünschter Haare und wird von vielen Experten als Goldstandard in der Haarentfernung angesehen.
Der Alexandritlaser arbeitet, indem er Lichtenergie aussendet, die vom Melanin im Haar absorbiert wird. Die absorbierte Lichtenergie wird in Wärme umgewandelt, was zu einer gezielten Verödung der Haarwurzel führt. Dieser thermische Prozess verhindert das Nachwachsen der Haare und sorgt für eine langfristige Haarreduktion. Aufgrund seiner speziellen Wellenlänge von 755 Nanometern dringt der Alexandritlaser tief in die Haut ein, was nicht nur eine effektive, sondern auch eine präzise und schonende Behandlung ermöglicht.
Die Vielseitigkeit des Alexandritlasers geht über die Haarentfernung hinaus. Er wird auch erfolgreich in der Tattooentfernung eingesetzt, da die spezifische Wellenlänge des Lasers tief in die Haut eindringt und Farbpigmente effektiv zersetzt. Darüber hinaus findet der Alexandritlaser Anwendung bei der Narbenkorrektur, der Behandlung von Falten und Dehnungsstreifen sowie der Entfernung von Altersflecken. Dank seiner Fähigkeit, gezielt auf Hautunreinheiten und Pigmentveränderungen einzuwirken, wird der Alexandritlaser in der ästhetischen Medizin hoch geschätzt.
Die Anwendung des Alexandritlasers erfolgt üblicherweise in spezialisierten Hautarztpraxen, ästhetischen Kliniken oder Laserzentren. Da die Handhabung dieses Lasers fundierte technische Kenntnisse und Erfahrung erfordert, ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Behandlung von geschultem medizinischem Personal durchgeführt wird. Nur so kann die Wirksamkeit der Therapie maximiert und das Risiko von Nebenwirkungen, wie Verbrennungen oder Pigmentstörungen, minimiert werden.
Obwohl der Markt inzwischen mit einer Vielzahl von Heimgeräten zur Haarentfernung gesättigt ist, die auf Licht- oder Lasertechnologie basieren, ist der Einsatz eines echten Alexandritlasers im häuslichen Umfeld nicht zu empfehlen. Die komplexe Technologie und die erforderlichen hohen Energieniveaus, die für effektive Ergebnisse notwendig sind, machen eine sichere und wirkungsvolle Anwendung zu Hause praktisch unmöglich.
Obwohl der Alexandritlaser bei sachgemäßer Anwendung ein hohes Maß an Sicherheit bietet, gibt es insbesondere bei dunkleren Hauttypen und stark gebräunter Haut bestimmte Risiken. So können Nebenwirkungen wie Verbrennungen, Pigmentverschiebungen (z.B. Hyperpigmentierungen) oder Narbenbildung auftreten, wenn der Laser nicht korrekt eingestellt oder angewendet wird.
Nach einer erfolgreichen Behandlung mit dem Alexandritlaser bleibt die Haut für etwa sechs Wochen glatt und haarfrei. Um das gewünschte Ergebnis zu erreichen, sind in den meisten Fällen drei bis sechs Sitzungen erforderlich. Durch regelmäßige Wiederholungen der Behandlung kann eine dauerhafte Haarentfernung erreicht werden. Nach jeder Sitzung ist es wichtig, die behandelte Haut sorgfältig zu pflegen, um Reizungen zu vermeiden und die Heilung zu fördern.
Intense Pulsed Light (IPL) ist eine nicht-ablative Technik, die auf Licht basiert und als Zielstrukturen Melanin und Hämoglobin hat. Sie regt ferner die Bildung von Kollagen und Elastin an.
IPL nutzt ein breites Lichtspektrum von 500-1200 nm mit verschiedenen Cut-off-Filtern. Kürzere Wellenlängen werden eliminiert, wodurch sich die Lichtenergie konzentriert und eine erhöhte dermale Penetration erzielt wird. Die Pulszeiten liegen zwischen 2-25 ms, und es werden größere Behandlungsfelder als bei Lasern verwendet, was prinzipiell schnelleres Arbeiten ermöglicht.
Je blonder das Haar, desto mehr Sitzungen werden i. d. R. wegen des verminderten Melaningehalts benötigt. Feines Haar eignet sich wegen der dünneren Keratinschicht zur Epilation besser als grobes Haar. Helles Haar sollte vor Epilation dunkel gefärbt werden wegen der besseren Lichtabsorption. Die Haarlänge sollte bei Durchführung 1-2 mm betragen, d. h. keine frische Rasur vor Epilation. Die Intervalle zwischen 2 Sitzungen sollten 4-6 Wochen betragen, um paradoxes (induziertes) Haarwachstum zu vermeiden.
IPL-Heimgeräte gelten als weniger effektiv. Im Selbsttest haben wir Laser-Erfahrungen für die dauerhafte Haarentfernung gesammelt: Das sind die besten Geräte - von Philips Lumea bis Braun Silk Expert Pro:
Vor der Behandlung müssen die Haare entfernt werden, damit die Energie tief in den Haarwurzeln wirkt. Während der Behandlung sollten Sie idealerweise zwei Wochen vorher und zwei Tage nachher nicht Sonnenbaden gehen, da die Behandlung ohne gebräunte Haut effektiver ist.
Viele Männer kämpfen mit einem langanhaltenden Heilungsprozess bei Vorkommen einer Steißbeinfistel (Sinus pilonidalis). Eine kosmetische dauerhafte Laser-Haarentfernung kann das Risiko minimieren. Die sogenannte Steißbeinfistel (sinus pilonidalis) ist eine entzündliche Erkrankung der Falte am Gesäß, von der vor allem Männer betroffen sind. Der behandelnde Arzt kann die kosmetische dauerhafte Haarentfernung im aktuellen Fall empfehlen.
Wichtiger Hinweis: RPM Medical & Kosmetik® behandelt keine Krankheitssymptome, sondern bietet die Behandlungen nur zu kosmetischen Zwecke an.
Dauerhafte Haarentfernung hat sowohl Vor- als auch Nachteile, die sorgfältig abgewogen werden sollten, bevor man sich für eine Behandlung entscheidet.
Neben den dauerhaften Methoden gibt es auch temporäre Lösungen zur Haarentfernung:
| Methode | Dauerhaftigkeit | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| Nadelepilation | Dauerhaft | Für alle Haarfarben geeignet, präzise | Zeitaufwendig, schmerzhaft |
| Laser-Haarentfernung | Langfristige Reduktion | Schnell, effektiv bei dunklen Haaren und heller Haut | Teuer, nicht für alle Haut- und Haartypen geeignet, Risiko von Nebenwirkungen |
| IPL | Langfristige Reduktion | Weniger schmerzhaft als Laser, für den Heimgebrauch geeignet | Weniger effektiv als Laser, nicht für alle Haut- und Haartypen geeignet |
| Sugaring | Temporär (bis zu 4 Wochen) | Natürliche Inhaltsstoffe, weniger schmerzhaft als Waxing | Erfordert Übung, nicht für alle Haarlängen geeignet |
| Epilieren | Temporär (bis zu 4 Wochen) | Lang anhaltendes Ergebnis, kann zu Hause durchgeführt werden | Schmerzhaft, kann zu eingewachsenen Haaren führen |
Die Entscheidung, ob du deine Haare dauerhaft oder überhaupt entfernst, liegt ganz bei dir alleine. Wo du deine Haare wachsen lässt oder entfernst geht niemanden außer dir etwas an.
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