Die Gesundheit von Landschildkröten hängt maßgeblich von artgerechten Haltungsbedingungen ab. Fehler in der Haltung können schnell zu Krankheiten führen, die oft nicht sofort erkannt werden. Dieser Artikel beleuchtet, wie man Krankheiten erkennt, ihnen vorbeugt und was im Falle einer Erkrankung zu tun ist.
Um eine Krankheit oder Anomalie feststellen zu können, ist es wichtig zu wissen, wie eine gesunde Schildkröte aussieht und sich verhält.
Eine gesunde Schildkröte hat klare, offene Augen und eine trockene Haut. Einzelne sich lösende Schuppen sind normal, da sie auf Wachstum zurückzuführen sind. Es ist jedoch nicht normal, wenn sich größere Flächen der Haut lösen.
Der Panzer sollte bei älteren Tieren fest sein und darf bei Druck nicht nachgeben. Die Oberfläche sollte glatt und die Form oval gewölbt sein. Die Krallen dürfen nicht zu spitz oder zu stark abgenutzt sein. Ober- und Unterkiefer müssen gut aufeinanderpassen.
Griechische Landschildkröte
Das Verhalten variiert je nach Jahreszeit. Morgens suchen Schildkröten ein sonniges Plätzchen, um auf Temperatur zu kommen. Mit steigenden Temperaturen nimmt die Aktivität zu. Im Hochsommer verstecken sie sich an schattigen Orten, um einer Austrocknung zu entgehen. Im Winter halten sie Winterstarre.
Der Kot einer gesunden Schildkröte ist fest, wurstähnlich und dunkelbraun bis dunkelgrün. Der Urin wird als klare, helle Flüssigkeit und als cremige, weiße Paste (Harnsäure) abgesetzt.
Wenn Schildkröten wachsen, wächst ihre Haut nicht mit, daher müssen sie sich regelmäßig häuten. An Füßen, Hals und Kopf geschieht dies in Fetzen. Solange die Haut darunter normal und nicht gerötet aussieht, ist dies völlig normal.
Symptome: Der Panzer weist Höcker auf, läuft oben spitz zu (Pyramiding) oder ist extrem flach.
Ursachen: Falsche Haltungsbedingungen, zu trockene und zu warme Haltung, zu schnelles Wachstum durch überhöhte Temperaturen und das Weglassen der Winterstarre.
Behandlung: Bei geringen Deformierungen können sie sich bei jungen Schildkröten teilweise rauswachsen. Bei älteren Tieren besteht keine Hoffnung mehr. Die Haltungsbedingungen und die Nahrung sollten dringend überprüft und angepasst werden.
Symptome: Weicher Panzer, Verformung der Knochen, Lethargie, lahmende Hinterbeine, Appetitlosigkeit.
Ursachen: Mangel an Vitamin D3 und Kalzium, fehlende UVB-Strahlung, zu kalte oder zu warme Haltung sowie falsche Ernährung.
Behandlung: Installation einer geeigneten Lampe mit UVB-Strahlung und Optimierung des Futters in Bezug auf das Kalzium-Phosphor-Verhältnis. Ein Tierarzt sollte aufgesucht werden.
Schildkröte mit Rachitis
Symptome: Rote Stellen am Bauchpanzer.
Ursachen: Bakterien verursachen eine Vergiftung (Sepsis) oder eine zu feuchte Überwinterung.
Behandlung: Die Schildkröte muss schnellstmöglich zu einem Tierarzt. Die Krankheit verläuft häufig tödlich, wenn sie nicht behandelt wird.
Symptome: Breiiger bis flüssiger Kot, eventuell mit Veränderung der Farbe und Zusatz von Blut. Kann zu Dehydration und Belastung der Nieren führen.
Ursachen: Zu wässriges, ungeeignetes oder verdorbenes Futter, zu viel Obst, Stress oder als Begleiterscheinung von Medikamenten.
Behandlung: Zwei Tage Diät, dabei auf genügend Flüssigkeitsaufnahme achten. Bei anhaltendem Durchfall sollte nur getrocknetes Futter verabreicht und ein Arzt aufgesucht werden.
Symptome: Veränderung des Urins in Konsistenz und Farbe, eventuell streng riechend. Verminderte Aktivität und eventuelle Nahrungsverweigerung.
Ursachen: Keime, Pilze, Parasiten. Kann durch Flüssigkeitsmangel begünstigt werden.
Behandlung: Tägliche Bäder in handwarmem Wasser und Erhöhung der Flüssigkeitszufuhr. Bei fehlender Besserung sollte ein Tierarzt aufgesucht werden.
Symptome: Keine Kotabgabe, starker Durst und Pressbewegungen.
Ursachen: Zu kühle Haltung, Mangel an Trinkwasser oder Verschlucken von Sand oder Steinchen.
Behandlung: Tägliches Bad in warmem Wasser kann helfen. Andernfalls kann ein Tierarzt ein Abführmittel verabreichen.
Symptome: Verdauungsstörungen, Durchfall (mit sichtbaren Würmern), Gewichtsverlust trotz guter Ernährung.
Ursachen: Geschwächtes Immunsystem, zu geringe Temperaturen oder andere Formen der falschen Haltung.
Behandlung: Die genaue Art der Parasiten sollte durch eine Kotuntersuchung abgeklärt werden, um den Befall mit einem entsprechenden Mittel zu behandeln. Begleitend sollte die Temperatur der Wärmelampe vorübergehend etwas erhöht werden.
Symptome: Obere Hornschneide bildet eine Krümmung und wächst nach unten über den Unterkiefer. Gegebenenfalls geht dies mit Nahrungsverweigerung einher.
Ursachen: Die Hornschneiden nutzen sich im Alltag nicht richtig ab. Schuld daran ist oft zu weiche Nahrung, wie Obst oder einseitige Ernährung mit Gurke und Salat.
Behandlung: Ein Tierarzt kann die überstehende Hornschneide abschleifen. Die Ernährung sollte dringend optimiert und Sepiaschale mit angeboten werden.
Symptome: Die weibliche Schildkröte ist sehr unruhig, läuft viel durchs Gehege und versucht des Öfteren ein Loch zu graben. Meistens verweigert sie auch die Nahrungsaufnahme.
Ursachen: Das Tier möchte Eier legen, wird aber daran gehindert. Grund dafür kann suboptimales Wetter oder zu harte Erde sein, aber auch Krankheiten und Verletzungen kommen als Verursacher in Betracht.
Behandlung: Biete der Schildkröte einen Hügel aus lockerer Erde an und bade sie mit warmen Wasser. Legt sie immer noch keine Eier, dann solltest du zu einem Tierarzt.
Symptome: Nahrungsverweigerung, dicker gelber Belag in der Mundhöhle, Schnupfen, eventuell übel riechender Durchfall.
Ursachen: Ansteckung bei einem anderen Tier oder durch Kontakt mit kontaminierten Kot
Behandlung: Das erkrankte Tier sofort von der Gruppe trennen. Behandlung mit Antibiotikern durch einen Tierarzt erforderlich, ansonsten führt die Krankheit gerade bei der Griechischen Landschildkröte innerhalb weniger Wochen zum Tod.
Falsche Haltungsbedingungen sind oft die Ursache für Erkrankungen. Wichtig ist die richtige Ernährung mit einem idealen Kalzium-Phosphor-Verhältnis und die jährliche Winterstarre, um das Immunsystem zu kräftigen. Schildkröten dürfen weder zu kalt noch zu warm gehalten werden und brauchen ausreichend UV-Strahlung. Die Haltung im Freigehege ist ideal, da die Tiere natürliches Sonnenlicht abbekommen und sich ausreichend bewegen können. Zudem sind die hygienischen Bedingungen im Freien besser als im Terrarium. Trinkwasser sollte immer frisch sein und ausgeschiedener Kot täglich entfernt werden. Neue Tiere sollten erst einmal unter Quarantäne gestellt werden, bis der Gesundheitszustand von einem Tierarzt hinreichend abgeklärt wurde.
Es gibt noch weitere Krankheiten, die eine Schildkröte bekommen kann. Viele detaillierte Informationen rund um Krankheiten stellt die Seite Reptiliendoktor zur Verfügung. Dort sind weitere zahlreiche Schildkröten Krankheiten, sowie deren Ursachen und Behandlungen gelistet. Diagnosen können mit unter schwierig sein und diese Seite kann keinen Arztbesuch ersetzen.
Checkliste zur Vorbeugung von Krankheiten:
Indem Sie diese Tipps beachten, minimieren Sie das Risiko, dass Ihre Schildkröte erkrankt und fördern ein langes und gesundes Leben.
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