Silbershampoo im Test: So finden Sie das richtige Produkt gegen Gelbstich

Wer helle Haare hat, kennt das Problem des unliebsamen Gelbstichs, der die Mähne statt cool und glamourös plötzlich ungepflegt aussehen lässt. Gründe für den Gelbstich gibt es viele: Rotpigmente im Haar, das falsche Färbemittel, eine zu kurze Einwirkdauer, Umwelteinflüsse wie Chlor, Salzwasser oder UV-Strahlung, oder der natürliche Alterungsprozess des Haares.

Silbershampoo gegen Gelbstich ist ein spezielles Shampoo, das entwickelt wurde, um unerwünschte Gelb-, Messing oder Kupferstiche in blondem, grauem oder weißem Haar zu neutralisieren. Es enthält in der Regel violette und/oder bläuliche Farbpigmente, die das Haar entfärben oder »abmattieren«.

Das Ganze funktioniert dank des Prinzips der Komplementärfarben. Die violetten oder bläulichen Pigmente wirken als Gegenspieler zu den gelblichen und orangen Reflexen im Haar. Obwohl sie an sich keine bleichende Wirkung haben, kann eine Wäsche mit Silbershampoo das Haar heller aussehen lassen, da das Blond ohne den Gelbstich reiner und kühler wirkt. Deshalb gibt es beim Friseur nach dem Blondieren oft noch eine violette Tönung.

Silbershampoo ist eine einfachere und günstigere Methode, zuhause zwischendurch einen ähnlichen Effekt zu erzielen. Wer seine Haare blond, weiß oder grau trägt, sollte die Anschaffung eines Silbershampoos in Erwägung ziehen. Denn egal ob natürlich, gefärbt oder gesträhnt: Silbershampoo ist ein wahrer Lebensretter für besagte Haarfarben. So entfernt es dank Komplementärprinzip gelblich-orange Verfärbungen und bringt kühle Farbnuancen so richtig zum Strahlen.

Grundsätzlich wird Silbershampoo wie ein normales Shampoo verwendet und einfach auf die nassen, ungewaschenen Haare aufgetragen. Anschließend aufschäumen, einmassieren und für einen stärkeren Effekt einwirken lassen - je nach Hersteller lautet die Empfehlung zwei bis zehn Minuten. Anschließend das Silbershampoo ausspülen und die Haare wie gewohnt trocknen und stylen. Wer mag, kann den Effekt noch mit passenden Conditionern und Haarmasken intensivieren. Auch mit einem anfänglichen häufigeren Einsatz von Silbershampoo kann das Ergebnis optimiert werden.

Die Inhaltsstoffe von Silbershampoos

Die Zusammensetzung der einzelnen Silbershampoos auf dem Markt variiert stark. Einige enthalten Feuchtigkeitsspender, andere die Kopfhaut pflegende Wirkstoffe. Insgesamt liegt der Fokus von Silbershampoos allerdings auf der Funktion, den Gelbstich zu neutralisieren, und nicht auf der pflegenden Wirkung.

Farbstoffe

Für den entfärbenden bzw. ausgleichen Effekt in Silbershampoos sind die enthaltenen Farbpigmente verantwortlich, meist violett, blau oder eine Kombination aus beidem. Üblicherweise erkennt man sie in der Liste der Inhaltsstoffe an den Begriffen Acid Violet 34 oder CI 60730. Die Konzentration der enthaltenen Pigmente kann je nach Produkt stark variieren: Manche Silbershampoos sind durchsichtig und haben nur einen ganz dezenten Lilastich, während andere fast Schwarz aussehen. Bei manchen Shampoos sind zudem Glanzpigmente zugesetzt, sodass das Shampoo lila schimmert.

Silikone

Wie bei herkömmlichen Shampoos gibt es auch bei Silbershampoos solche mit und ohne Silikone. Und wie bei allen anderen Shampoos auch umhüllen die Silikone im Silbershampoo die Haare, machen sie kämmbarer und glatter und lassen sie glänzender und gesünder aussehen.

Der Nachteil: Da einige Silikone sich nicht so einfach auswaschen lassen, sondern sich auf Dauer auf dem Haar anreichern, können sie das Haar beschweren und kraftlos oder stumpf werden lassen. Davon ist helles und feines Haar stärker betroffen als dickes, dunkles oder krauses Haar - diese Haartypen können von den beschwerenden Eigenschaften unter Umständen sogar profitieren. Da Silbershampoo vorwiegend auf feinem, hellen und durch eventuelles Färben sowieso schon strapaziertem Haar angewendet wird, finden wir den Einsatz von Silikonen hier eher unglücklich.

Tenside

Die meisten Silbershampoos enthalten Sodium Laureth Sulfate (SLES) als Haupttensid. Obwohl es auch SLES-freie Silbershampoos auf dem Markt gibt, sind diese Produkte eher selten. Sodium Laureth Sulfate hat die Funktion, Schmutz und Öl von Haar und Kopfhaut zu entfernen und bildet einen reichhaltigen Schaum. Das in verschiedensten Kosmetika weitverbreitete Tensid hat einen äußerst schlechten Ruf, da es die Haut austrocknen und Reizungen hervorrufen kann.

Die Betonung liegt allerdings auf dem Wort »kann». Während alle mit sehr sensibler Haut, Hauterkrankungen und bekannten Allergien SLES tatsächlich meiden sollten, heißt das nicht, dass normale Haut nicht damit klarkommt. In unserem Test hatten wir bei keinem Silbershampoo Probleme mit irritierter Kopfhaut.

Die Testsieger im Überblick

TEST // Silbershampoos: Welche funktionieren wirklich?

Unser Fazit: Silbershampoo ist nicht gleich Silbershampoo. Bei einigen Produkten im Test fanden wir die Pigmentkonzentration viel zu schwach. Andere bekamen Punktabzüge wegen unliebsamer Inhaltsstoffe - unter anderem Silikone, die uns aus verschiedenen Gründen in Silbershampoos mehr stören als in anderen Shampoos.

  • Langhaarmädchen Shampoo Silver Blonde: Tolle Pigmentierung, tolle Inhaltsstoffe, toller Preis - unser Testsieger! Unser Lieblingsprodukt für die meisten ist das dunkelviolette Langhaarmädchen Shampoo Silver Blonde für blondes, graues und sogar braunes Haar. Das Silbershampoo mit Lavendelöl und Pfingstrose-Extrakt macht die Haare wunderschön weich - und das ganz ohne Silikone. Die langen, blonden, leicht strapazierten Haare unserer Testerin fühlen sich nach dem Waschen mit diesem Produkt kraftvoll und geschmeidig an, haben einen tollen Grip und viel Volumen. Der Violettton des Silbershampoos ist satt und dunkel, vor allem im Vergleich zu anderen im Drogeriemarkt erhältlichen Alternativen.
  • Fanola No Yellow Shampoo: Fast schwarz fließt das geleeartige Fanola No Yellow Shampoo Shampoo aus der Flasche, bietet damit die intensivste Wirkung in unserem Test und sagt Gelbstich den Kampf an. Beim Waschen zaubert es kühle Reflexe in graues, hellblondes und gesträhntes Haar. Auch bei den Inhaltsstoffen des veganen, silikonfreien Silbershampoos haben wir wenig zu meckern. Als eines der wenigen enthält das Silbershampoo kein SLS/SLES.
  • Schwarzkopf Professional BC Color Freeze Silver Shampoo: Das Schwarzkopf Professional BC Color Freeze Silver Shampoo ist eines der wenigen im Test, das statt SLS/SLES auf mildere Tenside setzt und sich deshalb auch bei sehr sensibler Kopfhaut eignet. Endlich mal ein Silbershampoo, das komplett auf SLS/SLES verzichtet! Für alle, die mit Silbershampoos aufgrund der oft aggressiven Tenside in der Vergangenheit Probleme hatten, ist das Schwarzkopf Professional BC Color Freeze Silver Shampoo auf jeden Fall einen Versuch wert. Die Rezeptur verzichtet darüber hinaus auf jegliche tierische Bestandteile sowie Silikone.
  • Olaplex Nº4P Blonde Enhancer Toning Shampoo: Das Olaplex Nº4P Blonde Enhancer Toning Shampoo ist Fans von kühlem, modernem Blond mit Sicherheit schonmal untergekommen und wird in Haar-Styling-Kreisen viel gehyped - zu Recht. Das vegane und silikonfreie Silbershampoo ist zwar ziemlich teuer, unserer Meinung nach aber sein Geld wert, denn es kombiniert relativ milde Inhaltsstoffe ohne SLS/SLES und starke Pflegekraft mit einer sehr intensiven Violettfärbung.

Weitere getestete Produkte

Neben den Testsiegern wurden noch weitere Silbershampoos getestet, die jedoch nicht alle überzeugen konnten:

  • L’Oreal Professionell Expert Silver Shampoo: Die Haare sehen nach dem Waschen wirklich toll aus. Das beste am Shampoo: Es macht die Haare nicht nur seidig weich und glänzend, sie sehen nach dem Trocknen auch sofort heller und „einheitlicher“ aus. Allerdings enthält es Silikone und flüssige Polymere.
  • Guhl Silberglanz Shampoo: Für ein Silbershampoo für helle Haarfarben zu wenig Wirkung, für ein normales Shampoo zu wenig Pflegekraft: Das Guhl Silberglanz Shampoo ist das am schwächsten pigmentierte in unserem Test.
  • Balea Shampoo Silberglanz: Das Shampoo ist fast durchsichtig, nur geringfügig violetter als das Silbershampoo von Guhl und ist uns damit ebenfalls viel zu schwach.
  • Matrix Total Results So Silver Shampoo: Etwas unangenehm fanden wir im ersten Moment den leicht schwefeligen Duft des Matrix Total Results So Silver Shampoos.
  • Kérastase Bain Ultra-Violet: Von dem dunkelvioletten Bain Ultra-Violet der beliebten französischen Marke Kérastase haben wir mehr erwartet - zumal das Silbershampoo für fast 20 Euro zu den teuersten im Test gehört.
  • Wella System Professionals Silver Shampoo: Parabene, Silikone, Polymere - im Wella System Professionals Silver Shampoo ist das ganze unwillkommene Trio neben anderen bedenklichen Inhaltsstoffen enthalten.
  • L’Oreal Elvital Silbershampoo: Für ein günstiges Silbershampoo aus dem Drogeriemarkt ist das L’Oreal Elvital Silbershampoo ziemlich dunkel - gut so! Weniger gut fühlen sich allerdings die Haare nach dem Waschen an.
  • John Frieda Violet Crush Shampoo: Das John Frieda Violet Crush Shampoo kommt dunkellila schimmernd aus der Tube und verleiht den Haaren nach der Haarwäsche schönen Glanz. Leider enthält es eine lange Liste potenziell bedenklicher Inhaltsstoffe.
  • OGX Purple Tuning Shampoo: Das Silbershampoo bietet eine gute Kombination aus pflegenden, feuchtigkeitsspendenden Inhaltsstoffen und milden Tensiden ohne SLS/SLES mit einem Fokus auf Haarreparatur. Allerdings enthält es Silikone.

Zusätzliche Tipps für die Anwendung von Farbshampoos

Neben Silbershampoos gibt es auch Farbshampoos für andere Haarfarben. Diese Shampoos enthalten Farbpigmente, die sich während der Haarwäsche an der Haaroberfläche absetzen und so für eine leichte Tönung sorgen. Sie sind ideal, um die Haarfarbe aufzufrischen oder unerwünschte Farbstiche zu neutralisieren.

Anwendung von Farbshampoos:

  1. Eine haselnussgroße Menge des Shampoos gleichmäßig im nassen Haar verteilen und mit sanftem Druck bis auf die Kopfhaut einmassieren.
  2. Das Shampoo muss dann zwischen ein und zehn Minuten einwirken. Achten Sie hier auf die Angaben des Herstellers. Je länger das Shampoo auf den Haaren ist, desto intensiver wird das Ergebnis.
  3. Anschließend die Pflege gründlich mit warmem Wasser ausspülen.
  4. Um den Effekt zu intensiveren, können Sie zusätzlich auf einen tönenden Conditioner setzen, den viele Labels als Ergänzung anbieten.

Wir raten, gefärbte Shampoos zu Beginn einmal pro Woche anzuwenden, um sich an den Effekt zu gewöhnen. Danach kann man die Anwendung bei Bedarf auf zwei- bis dreimal pro Woche steigern.

tags: #kupfer #shampoo #test

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