Kupfermangel und Haarausfall: Ursachen, Wirkung und Behandlung

Haarausfall (Alopezie) betrifft sowohl Männer als auch Frauen und kann viele Ursachen haben. Neben der häufigsten Form, dem hormonell bedingten Haarausfall, kann auch ein Nährstoffmangel zu Haarausfall führen. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf die Rolle von Kupfer und anderen Nährstoffen bei Haarausfall, einschliesslich Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsmöglichkeiten.

Haarwachstum und seine Phasen

Kopfhaare wachsen im Schnitt 0,35 Millimeter pro Tag, also etwa 15 Zentimeter pro Jahr. Gleichzeitig fallen bis zu 100 Haare täglich aus. Die Haarfollikel, also die Zellen, aus denen das Haar wächst, befinden sich tief in der Haut.

Jedes Haar durchläuft 3 Phasen des Wachstums. Dieser Prozess läuft immer wieder im Kreis ab:

  • Anagenphase (Wachstumsphase): In dieser Phase, in der sich zu jedem Zeitpunkt etwa 85 - 90 % der Haare befinden, bildet sich die Haarwurzel und das Wachstum des Haares beginnt. Die Phase dauert je nach Alter, Geschlecht und der spezifischen Stelle zwischen 2 und 6 Jahren.
  • Katagenphase (Übergangsphase): In dieser 2-3 Wochen dauernden Phase verkümmert der Haarfollikel, und das Wachstum wird eingestellt. Etwa 2-3% aller Haare befinden sich in dieser Phase.
  • Telogenphase (Ruhephase): In dieser Phase, in der sich etwa 12-15% der Haare befinden, regeneriert sich der Haarfollikel und es entsteht ein neues Haar.

In der Regel bilden ausfallende und neu wachsende Haare ein Gleichgewicht. Wird dieses Gleichgewicht gestört, kommt es entweder zu übermäßigem Haarwachstum oder zu vermehrtem Haarausfall mit Bildung einer Glatze.

Die Rolle von Nährstoffen für das Haarwachstum

Damit die Haare in ihrem schnellen Rhythmus wachsen können, benötigen sie ausreichend Nährstoffe. Haarfollikelzellen haben einen hohen Nährstoffbedarf, da sie sehr aktiv sind. Zu wenig Nahrung (etwa bei einer Diät oder Magersucht) oder das Vermeiden bestimmter Nahrungsmittel (vegane Ernährung, Frutarier) können zum Fehlen von Makronährstoffen wie Fetten oder Eiweißen und Mikronährstoffen wie Zink, Eisen oder Vitaminen führen. Ein Mangel an diesen Stoffen kann sich auf das Haarwachstum, die Haarstruktur oder die Pigmentierung der Haare auswirken.

Hier sind einige der wichtigsten Nährstoffe und ihre Auswirkungen auf das Haar:

  • Proteine: Proteinmangel führt dazu, dass die Haare dünner werden und sich leichter ausreißen lassen. Außerdem verändert Proteinmangel die Haarentstehung, wodurch das Haar weniger lockig, weniger pigmentiert und anfälliger für mechanischen Stress wird. Besonders die Aminosäuren Prolin und Lysin, in Kombination mit Vitamin C (Ascorbinsäure), werden mit einer gesunden Dermis, so heißt die Hautschicht in der sich die Haarfollikel befinden, in Verbindung gebracht.
  • Fette: Zellmembranen bestehen aus Fettsäuren. Um gesund zu bleiben, sind die Zellen auf Fette aus der Nahrung angewiesen. Sie sind ein wichtiger Teil des Talgs, der von der Haut abgesondert wird, und diese geschmeidig hält. Gleichzeitig dient diese Schicht als natürliche Barriere gegen äußere Einflüsse und schützt die Haut. Besonders wichtig sind essenzielle Fettsäuren (Omega-3 und Omega-6-Fettsäuren), Coenzym Q10 und α-Tocopherol (Vitamin E).
  • Zink: Möglicherweise liegt beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) ein Zinkmangel vor. Zink ist ein elementarer Kofaktor für über 100 Enzyme des Menschen. Es spielt auch eine Rolle im Haarstoffwechsel und ein Mangel führt zu Veränderungen der Haarstruktur und Haarausfall.
  • Kupfer: Kupfer ist ein wichtiger Bestandteil des Enzyms Lysil-Oxidase, welches für die Vernetzung von Elastin in der Dermis verantwortlich ist. Elastin befindet sich in der extrazellulären Matrix, die wichtig für den Zusammenhalt der Zellen ist. Es wurde gezeigt, dass ein Kupfermangel unter anderem zu Haarverlust und veränderten Haarfollikeln führt.
  • Eisen: Mittlerweile deuten die Ergebnisse darauf hin, dass ein Mangel an Eisen, vor allem bei Frauen, zu Haarausfall führt.
  • Selen: Selen ist ein weiteres Spurenelement, das im Verdacht steht, mit den Haaren in Verbindung zu stehen. Die Ergebnisse sind bisher nicht eindeutig. Wie bei allen Spurenelementen hat sich gezeigt, dass eine heilsame Wirkung stark dosisabhängig ist.
  • Vitamine: Neben Vitamin E, sind auch Vitamin A und Vitamin D wichtig für die Haargesundheit. Es konnte allerdings gezeigt werden, dass Vitamin A den Wachstumszyklus der Haare positiv beeinflusst und dass Vitamin A bei Personen mit Haarausfall erniedrigt ist. Ein Mangel an Vitamin D führt unter anderem zu Haarausfall (Alopezie). Zusätzlich ist auch ein Mangel der B-Vitamine wichtig.

#03 Ernährung und gesundes Haar – Insights von Heilpraktikerin Ines

Kupfermangel und graue Haare

Liegt ein Kupfermangel vor, so kann dieser tatsächlich zu grauem Haar führen. Denn das Spurenelement Kupfer spielt eine wichtige Rolle bei der Melaninbildung. Zur Bildung von Melanin ist das Enzym Tyrosinase erforderlich und genau dieses Enzym besteht u. a. aus Kupfer. Fehlt Kupfer, kann keine Tyrosinase gebildet werden. Ohne Tyrosinase kein Melanin. Und ohne Melanin wird das Haar grau.

In einer iranischen Studie aus dem Jahr 2012 wurde ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen Kupferstatus und dem vorzeitigen Ergrauen der Haare festgestellt. Es zeigte sich, dass die Jugendlichen mit grauen Haaren einen niedrigeren Kupferspiegel (um die 90 µg/dL) und gleichzeitig einen höheren Eisenspiegel (108 µg/dL) als die nichtergraute Kontrollgruppe aufwiesen (Kupfer 105 µg/dL, Eisen 88,8 µg/dL). Hier zeigte sich eindeutig der Eisen-Kupfer-Antagonismus, was bedeutet, dass ein Kupfermangel häufig mit hohen Eisenwerten einhergeht, dass also auch ein Eisenüberschuss zu einem Kupfermangel beitragen kann.

Ist graues Haar also die Folge eines Kupfermangels, kann die Behebung des Mangels die Haare wieder neu beleben. Liegt jedoch kein Kupfermangel vor, wird die Einnahme von Kupfer eher nicht zur natürlichen Haarfarbe beitragen können.

Ursachen für Haarausfall

Jeder neunte Bürger in Deutschland leidet unter Haarausfall. Dabei ist dies gar keine Krankheit, sondern ein Symptom. Man unterscheidet zwischen anlagebedingtem, kreisrundem und diffusem Haarausfall. Der Verlust der Haare kann verschiedene Ursachen haben die, rechtzeitig erkannt, gut behandelt werden können.

Ein hormonell bedingter Haarausfall kann verschiedene Gründe haben. Ein erhöhter Dihydrotestosteron-Spiegel beispielsweise kann dazu führen, dass sich die Wachstumsphase der Haare verkürzt und die Haare immer dünner werden. Eine Schilddrüsenunterfunktion kann neben Symptomen wie Erschöpfung oder Kälteempfindlichkeit auch Haarverlust bewirken, von dem auch Augenbrauen und Wimpern betroffen sein können. Des Weiteren kann psychischer oder physischer Stress einen hormonellen Haarausfall bedingen. Auch metabolischer Stress durch die Aufnahme von zu viel Zucker, koffeinhaltigen Getränken oder Alkohol kann eine Ursache für den Ausfall der Haare sein, da die Kopfhaut nicht mehr richtig durchblutet wird. Das Zuführen oder Absetzen von Hormonen, wie z.B. die Antibabypille, kann ebenfalls einen hormonellen Haarausfall begünstigen.

Die häufigste Ursache von Haarausfall bei Männern und Frauen ist ein Kupferungleichgewicht. Der Körper benötigt Kupfer für das Bindegewebe und somit auch für eine gesunde Struktur des Haares. Stress, Zinkmangel, die Einnahme der Antibabypille oder Trinkwasser aus veralteten Kupferleitungen können den Kupfergehalt im Körper negativ beeinflussen und zu Haarverlust führen.

Eine weitere Ursache für Haarausfall ist ein Eisenmangel. Neben trockener Haut und anhaltender Müdigkeit, bedingt er auch den Haarausfall. Besonders während der Schwangerschaft und Stillzeit ist Eisenmangel eine der häufigsten Mangelerscheinungen. Aber auch ein Mangel an anderen Vitaminen und Mineralstoffen, die für das Bindegewebe des Körpers nötig sind, können eine Ursache für den Verlust der Haare sein.

Haarverlust und brüchige Nägel können auch im Zuge einer Pilzerkrankung des Darms, einer sogenannten Darmdysbiose auftreten.

Diagnose und Behandlung von Nährstoffmangel

Wichtig ist es zu bestimmen, ob ein Mangel an Makro- oder Mikronährstoffen vorliegt. Eine ausgewogene Ernährung führt in der Regel zu einer ausreichenden Versorgung mit allen wichtigen Nährstoffen. Sollten Magen-Darm-Erkrankungen (z.B. Zölliakie oder chronisch entzündliche Darmerkrankungen) vorliegen oder z.B. eine vegane Ernährung betrieben werden, kann es sein, dass einige wichtige Nährstoffe zusätzlich durch Nahrungsergänzungsmittel ergänzt (substituiert) werden müssen.

Nährstoffmangel kann sich, neben vielen anderen Erscheinungsbildern, als Haarausfall äußern. Sollte keine andere Ursache gefunden werden, ist eine Bestandsaufnahme der Ernährungsgewohnheiten und eine Bestimmung der Nährstoffspiegel sinnvoll. Ein Nährstoffmangel lässt sich durch eine ausgewogene Ernährung und durch Nahrungsergänzungsmittel oft gut behandeln.

Nahrungsmittel, die reich an wichtigen Nährstoffen sind:

In der folgenden Tabelle ist zu sehen, in welchen Nahrungsmitteln die jeweiligen Nährstoffe besonders reichlich vorkommen:

Nährstoff Nahrungsmittel
Vitamin A Lebertran, Palmöl, Möhren, Aal, Grünkohl
Vitamin B12 Steckmuscheln, Austern, Camembert, Edamer, Brie, rotes Fleisch, Fisch
Vitamin C Acerola, Camu-Camu, Hagebutte, Sanddornbeeren, Johannisbeeren
Vitamin D Lebertran, Aal und weitere Speisefische, Pilze, Käse, Leber
Vitamin E Sonnenblumenöl und andere hochwertige Öle, Walnüsse, Müsli, Speisekleie, Sojabohnen, Hummer
Vitamin H Sojabohnen, Speisekleie, Erdnüsse, Leber, Ei, Vollmilch
Zink Austern, Leber, Sojabohnen, Emmentaler, Haferflocken
Kupfer Kakaopulver, Cashewkerne, Sojabohnen, Krabben, Hafervollkornflocken
Eisen Leber, Weizenkleie, Kürbiskerne, Sesam, Hülsenfrüchte
Eiweiß Fleisch, Hülsenfrüchte, Eier, Milchprodukte, Nüsse, Fisch
Essentielle Fettsäuren Hochwertige Pflanzenöle wie Leinöl oder Walnussöl, Leinsamen, Heringsöl, Nüsse

Kupfer als Mineralstoff

Der metallische Mineralstoff Kupfer ist für den menschlichen Körper bedeutsam. Mineralstoffe sind anorganische Bestandteile aus pflanzlichen und tierischen Nahrungsmitteln. Sie werden unterteilt in Mengen- oder Spurenelemente, je nachdem, wie viel der Organismus davon benötigt. Kupfer kommt hauptsächlich als zweiwertiges Ion vor. Da es zur Komplexbildung mit wichtigen Verbindungen wie Proteinen neigt, liegt Kupfer im Körper oder in der Nahrung nicht als freies Ion, sondern gebunden vor. Diese Verbindungen des Kupfers mit Proteinen werden als Metalloproteine bezeichnet. Da unser Körper Kupfer nicht selbst herstellt, ist es wichtig, dass Du es regelmäßig über die Nahrung von außen zu Dir nimmst. Auch über das Trinkwasser nehmen wir Kupfer auf. Das ist unter anderem davon abhängig, ob die Wasserleitungen aus Kupferrohren bestehen. Außerdem spielt der pH-Wert des Wassers eine Rolle, sowie sein Kalkgehalt. Vor allem bei niedrigem pH-Wert (unter 7,3) kann Kupfer aus Kupferleitungen in das Trinkwasser übergehen.

Empfohlene Tagesdosis von Kupfer

Du kannst Dich bei dieser Frage gut an den D-A-CH-Referenzwerten orientieren. Der Kupfer-Tagesbedarf liegt nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) für Kinder ab sieben Jahren und Erwachsenen schätzungsweise bei 1,0 bis 1,5 Milligramm (mg) Kupfer. Bei jüngeren Kindern ab einem Jahr beträgt er 0,5 bis 1,0 mg Kupfer pro Tag. Für Säuglinge ist die Tagesdosis auch altersabhängig. Bis unter vier Monate brauchen Babys 0,2 bis 0,6 mg Kupfer täglich und ab einem Alter von vier bis unter 12 Monaten 0,6 bis 0,7 mg Kupfer pro Tag.

Wann ist der Kupferwert zu niedrig?

Die Ursachen eines Kupfermangels können in Erkrankungen liegen, die einen Einfluss auf die Aufnahme oder Speicherung dieses wichtigen Spurenelements haben. Da neuere Untersuchungen zeigen, dass Kupfer vermutlich eine Rolle beim Fettstoffwechsel spielt, wird ein möglicher Zusammenhang zwischen einem Kupfermangel und einer Gewichtszunahme diskutiert.

Die maximale Zufuhr eines Nährstoffs pro Tag wird als Tolerable Upper Intake Level (UL) angegeben. Bei diesem Wert wird auch bei langfristiger Einnahme keine gesundheitliche Beeinträchtigung erwartet. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat für Kupfer einen UL von 5 mg pro Tag bei Erwachsenen ermittelt.

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