Das Auftreten der ersten grauen Haare ist für viele ein bedeutsamer Moment. Oftmals wird das Ergrauen mit dem Älterwerden in Verbindung gebracht. Doch was steckt wirklich hinter diesem natürlichen Prozess, und welche Faktoren beeinflussen, wann und wie schnell unsere Haare grau werden? Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen grauer Haare, den Einfluss von Stress und Genetik sowie die Möglichkeiten, graue Haare zu akzeptieren oder zu kaschieren.
Um zu verstehen, warum Haare grau werden, ist es wichtig zu wissen, wie Haare ihre natürliche Farbe erhalten. In den Haarwurzeln befinden sich spezielle Farbzellen, die sogenannten Melanozyten. Diese Zellen produzieren den Farbstoff Melanin, der für die Haarfarbe verantwortlich ist. Es gibt zwei Arten von Melanin: Eumelanin (schwarz-braun) und Phäomelanin (rot-gelb). Das Mischungsverhältnis dieser beiden Stoffe bestimmt die individuelle Haarfarbe.
Mit zunehmendem Alter lässt die Funktion der Melanozyten nach. Die Haare lagern weniger Farbstoff ein, was zu sichtbarem grauen Haar führt. Interessanterweise ist das Grau eine optische Täuschung, da noch pigmentierte und bereits depigmentierte Haare nebeneinander liegen. Zusätzlich lagern die Haare Sauerstoffbläschen ein, die das Licht brechen und das Haar weiß erscheinen lassen.
Der Zeitpunkt des Ergrauens ist hauptsächlich genetisch festgelegt. Wer Eltern oder Großeltern hat, die früh graue Haare bekamen, wird vermutlich selbst früh ergrauen. Allerdings spielen auch andere Faktoren eine Rolle. Luftverschmutzung, ultraviolette Strahlung, Rauchen und Mangelernährung können das Ergrauen der Haare begünstigen. Diese Faktoren können zur Bildung freier Sauerstoffradikale (ROS) führen, die die Melanozyten schädigen.
Von frühzeitigem Ergrauen spricht man, wenn hellhäutige Menschen vor dem 20. Lebensjahr, Asiaten vor dem 25. und Afrikaner vor dem 30. Lebensjahr graue Haare bekommen. Neben der Genetik können bestimmte Medikamente, Infektionen wie HIV sowie seltene genetische und immunologische Erkrankungen die Melaninproduktion beeinträchtigen.
Lange wurde vermutet, dass Stress und graue Haare zusammenhängen. Mittlerweile gibt es wissenschaftliche Studien, die diese Zusammenhänge bestätigen. Eine Studie des Vagelos College of Physicians and Surgeons der Columbia University aus dem Jahr 2021 untersuchte 14 Probanden und etablierte eine neue Methode, um das Ergrauen von Haaren präzise zu messen. Die Forschenden nahmen hochdetaillierte Bilder von winzigen Haarscheiben auf und verglichen die Farbe der einzelnen Abschnitte mit den Stresstagebüchern der Teilnehmenden.
Die Ergebnisse zeigten, dass Stress die Haarfarbe verändern kann. Solange sich Haare noch als Follikel in der Haut befinden, werden sie von Stresshormonen und anderen Prozessen beeinflusst. Bei einer Veränderung der Haarfarbe veränderten sich auch rund 300 Proteine, die teilweise den Energiestoffwechsel in den Mitochondrien beeinflussen. Die Mitochondrien, die Kraftwerke der Zellen, reagieren offenbar auf psychischen Stress und vermitteln diese Informationen an die Melanozyten in den Haarwurzeln.
Es ist jedoch ein Mythos, dass Menschen durch großen Stress plötzlich über Nacht graue Haare bekommen. Haar, das einmal aus dem Follikel gewachsen ist, verändert seine Farbe nicht mehr. Ergrauen ist ein schleichender Prozess, bei dem die natürliche Haarfarbe langsam herauswächst.
Die Forschung zeigt, dass das Altern des Menschen kein linearer, festgelegter biologischer Prozess ist und zumindest teilweise aufgehalten oder sogar vorübergehend rückgängig gemacht werden kann. Ein Teilnehmer der US-Studie erlangte während eines Urlaubs seine ursprüngliche Haarfarbe zurück. Allerdings muss das Haar einen Schwellenwert erreichen, bevor es grau wird. Es ist unwahrscheinlich, dass ein 70-Jähriger, der seit Jahren grau ist, durch Entspannung wieder dunkle Haare bekommt.
Graue Haare sind in der Regel kein medizinisches Problem. Wer graue Haare hat und dazu steht, kann dafür sorgen, dass der Schopf gesund, glänzend und kräftig aussieht. Ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Eiweiß sind wichtig für gesunde Haare.
Wer seine grauen Haare nicht mag, kann sie natürlich unter einer anderen Farbe verdecken. Bei einem Grauanteil von bis zu 30 Prozent kann man gut mit einer pflegenden Intensivtönung arbeiten. Liegt der Grauanteil darüber, sollte man zu einer Coloration greifen, die eine zuverlässige Grauabdeckung garantiert. Viele Verbraucher sind jedoch zögerlich in der Anwendung von Home-Colorationen.
Auch Hollywood-Stars wie Eva Longoria kämpfen mit dem Ergrauen der Haare. Die Schauspielerin, bekannt aus "Desperate Housewives", hat offenbart, dass sie bereits seit ihrem 18. Lebensjahr graue Haare hat. Um ihren grauen Ansatz zu kaschieren, verwendet sie das "Magic Root Cover Up" von L'Oréal Paris.
Longoria hat sogar einen TV-Werbespot für L'Oréal Paris während der Corona-Quarantäne mit einem Smartphone im eigenen Zuhause produziert, in dem sie zeigt, wie sie ihren grauen Ansatz selbst färbt. Sie benutzt die Excellence Crème von L’Oréal Paris, die eine einhundertprozentige Grauabdeckung bietet.
| Produktname | Eigenschaften | Anwendung |
|---|---|---|
| Magic Root Cover Up | Temporäres Kaschierspray | Einfaches Aufsprühen auf den Haaransatz |
| Excellence Crème | Permanente Coloration | Komplette Grauabdeckung, auch für Home-Colorationen geeignet |
Die Zeiten, sein natürlich grau gewachsenes Haar zu verstecken, sind lange vorbei. Immer mehr Prominente stehen zu ihrer Naturhaarfarbe und setzen damit echte Statements. Die britische Schauspielerin Andie McDowell etwa oder ihre US-amerikanischen Kolleginnen Eva Longoria und Salma Hayek. Selbst in höfischen Gefilden haben Frauen grau als Stilmittel entdeckt - Königin Letizia von Spanien zeigt sich nun zum Beispiel mit grauen Strähnen.
Mit der Haarfarbe verändert sich mit zunehmendem Alter auch die Struktur der Haare. Der Haarschaft wird dünner und die Wachstumszeit des Haares geringer. Viele Frauen bekommen zudem graues Haar mit einem leichten Gelbschleier. Ein Shampoo mit Silber- oder Blauanteilen kann diesen Gelbstich neutralisieren.
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