Fettige Haare entfetten: Hausmittel und Tipps für gesundes Haar

Wer fettige Haare hat, wirkt schnell ungepflegt. Doch meist ist mangelnde Hygiene keineswegs der Grund dafür. Extrem fettiges Haar lässt sich auch von täglichem Waschen nicht beeindrucken. Oft werden die Haare sogar direkt nach dem Waschen wieder fettig und strähnig. Hier erfahren Sie, was Sie gegen schnell fettende Haare tun können und welche Tipps am besten helfen.

Ursachen für fettige Haare

Warum werden Haare fettig und was kann man dagegen machen? Fettiges Haar entsteht, wenn die Talgdrüsen in den Haarwurzeln zu viel Fett produzieren. Dieser lässt die Haare schnell strähnig aussehen. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen.

Fettige Haare sind prinzipiell gesund sowohl für die Struktur des Haares als auch für die Kopfhaut. Produzieren die Talgdrüsen aber übermäßig viel Fett, so stecken möglicherweise unterschiedliche Ursachen dahinter:

  • Falsche Ernährung: Meiden Sie Lebensmittel, die die Talgproduktion anregen. Schlechte Ernährung mit beispielsweise zu viel Zucker, Fett und raffinierten Kohlenhydraten steht in direktem Zusammenhang, fettiges Haar auszulösen. Essen Sie statt Fast-Food oder stark verarbeiteten Lebensmitteln lieber komplexe Kohlenhydrate wie Vollkornprodukte, frisches Gemüse und Obst.
  • Falsche Hygiene: Reinigen Sie Ihre Haarbürste von Zeit zu Zeit, da sich dort sonst Dreck und alter Talg absetzen. Wenn Sie frisch gewaschene Haare damit kämmen, erscheinen sie anschließend möglicherweise wieder fettig. Verwenden Sie Pflege- und Styling-Produkte nur sehr sparsam. Vergessen Sie außerdem nicht, Ihren Kissenbezug regelmäßig zu waschen - am besten wöchentlich. Rückstände von Make-up, Cremes oder Schweiß begünstigen fettiges Haar.
  • Stress: Studien zeigen, dass Stress einen großen Einfluss auf die Gesundheit der Haut nimmt und mitunter auch für eine ölige Kopfhaut verantwortlich ist. Unter Stress schüttet der Körper vermehrt Cortisol aus. Dieses aktiviert die Sebozyten, das sind jene Zellen, die den Talg produzieren.
  • Hormone: Weibliche wie auch männliche Hormone nehmen Einfluss auf die Talgproduktion. Androgene, das sind die männlichen Sexualhormone, regen die Produktion der Talg produzierenden Drüsen an, während weibliche Geschlechtshormone, etwa Östrogen, das Gegenteil bewirken. Hormonelle Schwankungen wie in der Schwangerschaft, Pubertät oder auch innerhalb des weiblichen Zyklus, erzeugen dann mitunter fettiges Haar. Viele Frauen, die mit der Pille verhüten und diese absetzen, beklagen, dass ihre Haare plötzlich schneller fetten als zuvor. Auch das liegt an der hormonellen Veränderung und der daraus resultierenden erhöhten Talg-Produktion.
  • Genetische Ursachen: Wenn die Haare jeden Tag fettig werden, sind vielleicht die Gene schuld. Erblich bedingte Faktoren führen dazu, dass bei einigen Menschen von Natur aus mehr Öl produziert wird als bei anderen, da deren Talgdrüsen besonders aktiv arbeiten.
  • Einnahme von Medikamenten: Sie waschen Ihre Haare und spätestens nach einem Tag fühlen diese sich schon wieder fettig an? Das könnte auch an Medikamenten liegen, die Sie einnehmen - darunter vor allem Hormonpräparate. Bei Unsicherheiten holen Sie sich dazu am besten ärztlichen Rat ein.
  • Erhöhte Schweißproduktion: Bei der Verbreitung des Talgs spielen auch die Schweißdrüsen eine Rolle. Je höher die Schweißproduktion ist, desto flüssiger wird der Talg. Er verteilt sich dadurch leichter über die jeweilige Hautpartie und die Haare sind gefühlt immer fettig.

Was können Sie gegen fettige Haare tun?

Betroffene leiden häufig stark unter fettigen Haaren und stellen sich mitunter die Frage: Was tun gegen fettige Haare? Wir haben einige Methoden zusammengestellt, die die Haare wieder frisch aussehen lassen - zum Teil auch ohne waschen:

  • Verwenden Sie für die Haarwäsche lauwarmes Wasser und ein mildes, entfettendes Shampoo.
  • Gegen fettige Haare stellen Kräuterextrakte wie Rosmarin, Kamille, Schachtelhalm oder Schafgarbe eine schnelle Hilfe dar. Diese reduzieren die Fettbildung und wirken beruhigend auf die Kopfhaut.
  • Wenn Sie Kuren und Spülungen benutzen, geben Sie diese nur in die Spitzen und nicht direkt auf den Haaransatz.
  • Rubbeln Sie Ihre Haare nicht zu stark trocken, sondern drücken Sie sie nur sanft aus. Denn auch das Rubbeln kann die Talgproduktion anregen.
  • Föhnen Sie nicht mit heißer Temperatur und nur mit Abstand. Im Optimalfall lassen Sie Ihre Haare lufttrocknen.
  • Bürsten und kämmen Sie Ihre Haare nicht zu häufig, da Sie dabei das Fett von der Kopfhaut in den Haaren verteilen.
  • Bei sehr fettigen Haaren und/oder einer juckenden Kopfhaut, die mitunter zu Haarausfall führt, ist eine Pilzinfektion (Tinea capitis) genannt, möglicher Auslöser. Es eignen sich spezielle Produkte mit antibakteriellen und antimykotischen Wirkstoffen. Lassen Sie von einer Dermatologin zuvor abklären, ob eine solche Infektion bei Ihnen vorliegt. Manche Mittel gegen fettiges Haar enthalten Teere, Salicylate oder Schwefel. Nutzen Sie diese Produkte nur vorübergehend.
  • Greifen Sie nicht ständig in Ihr Haar. Die Haut an den Händen enthält alle möglichen Arten von Ölen, Schmutz und Keimen, die Sie an das Haar abgeben. Das lässt Ihr Haar insgesamt schneller fetten.
  • Ein weiterer Tipp gegen richtig fettige Haare ist Trockenshampoo. Wenn Sie das Produkt vor dem Schlafengehen anwenden, saugen die Puderpartikel das Öl über die Nacht auf und Ihr Haar ist morgens weniger strähnig.

Hausmittel gegen fettige Haare

Ihre Haare fetten schnell? Sie möchten dies gern auf natürliche Weise ändern? Probieren Sie die folgenden Hausmittel aus - einige davon helfen sogar, ohne dass Sie Ihre Haare zuvor extra waschen müssen.

Soforthilfe leistet Babypuder, denn er saugt den überschüssigen Talg auf. Geben Sie hierzu etwas von dem Produkt auf Ihre Kopfhaut sowie den Haaransatz und klopfen Sie es sanft ein. Bürsten Sie anschließend das überschüssige Puder wieder aus dem Haar. Auf diese Weise lässt sich ein fettiger Haaransatz vorübergehend wirksam loswerden.

Auch wenn es widersprüchlich klingt: Bei fettigen Haaren hilft eine Kur mit Olivenöl, da dieses die Talgdrüsen beruhigt und diese weniger Öl produzieren. Dieses Hausmittel ist auch dann von Vorteil, wenn Sie unter juckender oder trockener Kopfhaut leiden. Massieren Sie das Olivenöl in die Kopfhaut ein, kämmen Sie nach zehn Minuten die Haare durch und waschen Sie das Öl anschließend gründlich aus.

Wird Ihr Haar nach dem Waschen schnell wieder fettig - mitunter auch am Hinterkopf? Probieren Sie es mit Apfelessig, denn auch dieser hilft gegen fettige Haare. Die selbst zubereitete Kräuteressigspülung reinigt die Kopfhaut gründlich. Sie benötigen dazu jeweils einen Esslöffel Pfefferminze, Lavendel, Wacholderbeeren und 250 Milliliter Apfelessig. Legen Sie die Beeren und die Kräuter zwei Wochen im Essig ein. Seihen Sie die Flüssigkeit danach ab und füllen Sie alles in eine Flasche. Geben Sie einen Esslöffel von der Spülung zu 250 Millilitern Wasser und spülen Sie Ihr Haar nach dem Waschen damit.

Ein weiteres bewährtes Hausmittel ist Backpulver, da es den Talg auf der Kopfhaut absorbiert, Gerüche reduziert und den pH-Wert der Kopfhaut mit seinen alkalischen Eigenschaften wieder ins Gleichgewicht bringt. Dafür werden Backpulver und lauwarmes Wasser im Verhältnis 1:3 gemischt und die Paste in die Kopfhaut einmassiert. Nach ein paar Minuten können Sie es einfach mit lauwarmem Wasser wieder ausspülen.

Ähnlich verhält es sich mit Bleicherde, da sie ebenso gut absorbiert. Der hohe Mineralgehalt gleicht den pH-Wert wieder aus, außerdem wird die Kopfhaut besser durchblutet. Dazu drei EL Bleicherde mit lauwarmem Wasser vermischen, anschließend die Paste auf Kopfhaut und Haare auftragen.

Kamillentee hilft nicht nur gegen fettiges Haar, sondern wirkt auch Schuppen entgegen. Er beruhigt die Kopfhaut und vermeidet so Juckreiz. Um sich die positive Wirkung der Kamille zunutze zu machen, sollten Sie Ihr Haar am besten einmal pro Woche mit dem Tee spülen. Kochen Sie einen halben Liter Wasser auf und lassen Sie drei Beutel Kamillentee darin für rund 15 Minuten ziehen. Beim Waschen gießen Sie den Kamillentee dann wie eine Spülung über Ihr Haar. Nach fünf Minuten Einwirkzeit können Sie den Tee dann sanft ausspülen.

Genau wie Kamillentee kann auch Heilerde gegen Schuppen helfen. Durch die Haarkur bekommt die einst fettige Mähne dann ihren natürlichen Glanz und Volumen zurück. Wahlweise können Sie Ihre Haare auch statt mit einem Shampoo mit Heilerde waschen.

Ein weiteres Hausmittel, auf das Sie bei fettigen Haaren zurückgreifen können, ist das Allzweck-Wunder Teebaumöl. Es hilft dabei, die Talgproduktion der Haare und Kopfhaut zu regulieren und überschüssiges Fett zu reduzieren.

Hast du mal nicht so viel Zeit, kann Backpulver schnelle Abhilfe bei einem fettigen Ansatz schaffen. Das Backpulver, auch Natron genannt, absorbiert nämlich überschüssiges Öl und bringt die Kopfhaut wieder ins Gleichgewicht.

Das Backpulver vermischst du mit etwas Wasser, sodass eine cremige Paste entsteht.

Apfelessig ist ein bewährtes Hausmittel im Kampf gegen fettige Haare, denn er stellt den pH-Wert der Kopfhaut wieder her und kann eine übermäßige Talgproduktion verhindern.

Am besten machst du eine saure Rinse mit einem Apfelessig-Wasser-Gemisch, damit deine Haare wieder glänzen.

Nun gibst du zwei Esslöffel Apfelessig hinzu und vermischst das Ganze kräftig.

Das Beste: Die saure Rinse muss nicht aus dem Haar ausgespült werden.

Hausmittel haben ihre Grenzen. Wenn Ihre Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen, trotz Behandlung nicht besser oder sogar schlimmer werden, sollten Sie immer einen Arzt aufsuchen.

Weitere Tipps und Tricks

  • Haare nicht zu oft waschen: Grundsätzlich gilt, dass Sie Ihre Haare nicht zu oft waschen sollten. Ist der Talg mit dem Shampoo ausgewaschen, produzieren die Drüsen neuen. Sie lassen Ihre Haare deshalb besser ausfetten und waschen sie mehrere Tage gar nicht.
  • Feste Shampoos verwenden: Feste Shampoos kommen ohne Silikone aus, die fettige Haare verursachen können. Auch der Umwelt zuliebe sollten Sie auf solche Shampoos eher verzichten, einige Silikone sind nämlich nur schwer abbaubar. Ein weiteres Problem bei herkömmlichen Shampoos ist außerdem Mikroplastik. Die winzigen Plastikpartikel stecken in vielen Pflegeprodukten.
  • Haare lufttrocknen: Trocknen Sie Ihr Haar nur an der Luft, denn das Haareföhnen reizt die Kopfhaut.
  • Kamm benutzen: Benutze einen Kamm.
  • Lauwarmes Wasser: Waschen Sie Ihre fettigen Haare nicht mit heißem Wasser. Verzichten Sie auf heißes Wasser. Wasche deine Haare nur bei lauwarmer Temperatur.
  • Ausgewogene Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung führt oft auch zu schönen und gesunden Haaren. Auch die Lebensmittel, die du zu dir nimmst, haben Einfluss auf den Zustand deiner Haare. So kann ein Nährstoffmangel zum Beispiel zu Haarausfall führen. Mit gesunder Ernährung kannst du fettigen Haaren also nur bedingt entgegenwirken.

Was tun, wenn nichts hilft?

Solltest du unter sehr hartnäckigen fettigen Haaren leiden und alle Tricks helfen nicht, dann kannst du die Haare immer noch verstecken. Mach dir einen lockeren Dutt oder flechte dir einen oder zwei französische Zöpfe.

Backpulver, Babypuder, Heilerde oder Trockenshampoo können im Notfall erste Hilfe leisten. Sei aber sparsam, damit deine Haare nicht eingestaubt aussehen. Pudere deinen Haaransatz ein und bürste das Pulver danach gut aus.

Das alles sind aber keine Dauerlösungen und sie sollten dich nicht davon abhalten, nach der Ursache und nachhaltigen Lösungen für dein Problem zu suchen. Dazu kannst du dich an deine hausärztliche Praxis wenden.

Mit diesen Tipps und Hausmitteln können Sie Ihre fettigen Haare effektiv entfetten und das natürliche Gleichgewicht Ihrer Kopfhaut wiederherstellen. Probieren Sie verschiedene Methoden aus, um die beste Lösung für Ihr Haar zu finden.

Die ultimative Lösung gegen fettige Haare: So wirst du es los! ❌💦

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