Der kreisrunde Haarausfall, auch bekannt als Alopecia areata, ist eine Form des Haarausfalls, bei der sich die haarlosen Stellen kreisrund präsentieren. Sie verläuft schubweise ohne Juckreiz und heilt nicht-narbig ab. Die Erkrankung betrifft Frauen und Männer gleichermaßen.
Unter einer Alopecia areata versteht man einen Haarausfall, bei dem sich die haarlosen Stellen kreisrund präsentieren. Sie verläuft schubweise ohne Juckreiz und heilt nicht-narbig ab. Die Erkrankung betrifft Frauen und Männer gleichermaßen.
Die Ursache für kreisrunden Haarausfall ist noch nicht genau bekannt. Bei den Betroffenen wird eine Autoimmunreaktion gegen die in der Haut liegenden Haarbestandteile vermutet. Aufgrund einer Fehlregulation des Immunsystems richten sich die eigenen Abwehrzellen des Körpers gegen Zellen der Haarwurzel.
Zur Folge hat diese fehlgesteuerte Immunreaktion, dass eine lokale Entzündung entsteht, die das Haarwachstum stört und zum Haarausfall führt. Dabei entstehen die charakteristischen runden, kahlen Stellen.
Betroffene Stellen sind:
Im schwersten Fall verlieren Betroffene alle Körperhaare. Das wird dann fachsprachlich als Alopecia areata universalis bezeichnet. Die Alopecia areata führt konsekutiv zu kreisrundem Haarausfall.
Eine genetische Veranlagung scheint bei der Entwicklung dieser Autoimmunreaktion eine Rolle zu spielen. Ein Zusammenhang besteht ebenfalls mit dem Maß an Stress der betroffenen Person. So kann sich kreisrunder Haarausfall zum Beispiel im Rahmen von besonderen Belastungen, wie Prüfungen oder nach Trauerfällen entwickeln.
Unter den Wissenschaftler*innen ist man sich jedoch einig, dass kreisrunder Haarausfall keine Folge einer Mangelernährung oder durch Umwelteinflüsse bedingt ist.
Der kreisrunde Haarausfall zeichnet sich durch einen schubweisen Verlauf aus. Es kommt zu einzelnen, runden, haarlosen Arealen auf der Kopfhaut. Seltener betrifft es aber auch die Gesichtsbehaarung (wie Bart oder Augenbrauen) oder zuletzt auch die restliche Körperbehaarung. Am Rand der haarlosen Stellen befinden sich meist kurze, abgebrochene Haare.
In den meisten Fällen wachsen die Haare innerhalb von sechs bis zwölf Monaten von selber wieder nach. Die Krankheit kann jedoch jederzeit wieder ausbrechen.
Beim kreisrunden Haarausfall (Alopecia areata) bilden sich meist einzelne, runde, haarlose Flecken im Kopfhaar. Seltener betroffen sind Gesichtsbehaarungen wie Bart, Augenbrauen, Wimpern oder das Körperhaar.
Zudem befinden sich am Rand der Flecken meist kurze, abgebrochene Haare, die zur Kopfhaut hin dünner werden. Man nennt diese umgangssprachlich Kolben-, Ausrufezeichen- oder Komma-Haare.
Menschen mit kreisrundem Haarausfall können außerdem Probleme mit den Finger- und Zehennägeln haben. Typischerweise bilden sich Grübchen oder Tüpfel im Nagel.
Bei manchen Menschen fallen ausschließlich die farbigen (pigmentierten) Haare aus; schon vorhandene, aber bislang kaum aufgefallene graue Haare bleiben übrig. Das erweckt den Eindruck, als sei die Person innerhalb kürzester Zeit ergraut.
Die Alopecia areata ist gesundheitlich für die Patient*innen nicht schädlich. Allerdings kann sie bei Betroffenen, vor allem bei Frauen, eine große psychische Belastung hervorrufen.
Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata) ist in der Regel an der Art erkennbar, wie sich das Haar lichtet - also an den typischen runden kahlen Stellen am Kopf. Mitunter entstehen die Flecken an den Augenbrauen oder im Bart.
Neben der Kopf- und Gesichtsbehaarung untersuchen Ärztinnen und Ärzte das Körperhaar, denn auch dort kann kreisrunder Haarausfall auftreten.
Zudem schauen sie sich die Nägel an. Denn bei Menschen mit Alopecia areata kann es zu Nagelveränderungen wie Tüpfelnägel kommen.
Zusätzlich sucht die Ärztin oder der Arzt mit einem Auflichtmikroskop (Dermatoskop) die lichten Stellen nach den typischen abgebrochenen Haaren ab - den „Ausrufezeichen-Haaren“.
Außerdem kann die Ärztin oder der Arzt einen Zupftest machen. Lassen sich die Haare an den Rändern der kahlen Stellen leicht auszupfen, weist das ebenfalls auf kreisrunden Haarausfall hin.
Insbesondere schaut sie oder er nach den Haarbälgen und Poren. Sind diese noch sichtbar, ist das ein Zeichen dafür, dass die Haare grundsätzlich wieder nachwachsen können. Zudem können die Poren gelb oder schwarz verfärbt sein.
Gewebe zu entnehmen, also eine Biopsie zu machen, ist in der Regel nicht notwendig. Das kommt nur dann infrage, wenn trotz einer gründlichen Untersuchung und eines ausführlichen Gesprächs die Diagnose unklar ist.
Meistens bessert sich die Krankheit nach einigen Monaten von selber wieder, so dass keine Behandlung erforderlich ist. Wenn dies jedoch nicht passieren sollte, kann eine Therapie mit Kortison begonnen werden. Kortison unterdrückt die Immunreaktion und wird daher auf die kahlen Stellen aufgetragen. In schweren Fällen kann Kortison auch in Tablettenform eingenommen werden. Nach dem Absetzen der Therapie können die Haare jedoch wieder ausfallen.
Falls alle Therapieversuche keinen Erfolg zeigen, kann in spezialisierten Zentren eine Behandlung mit dem Kontaktallergen Dipenylcyclopropenon durchgeführt werden. Dieses bewirkt eine allergische Reaktion auf der Kopfhaut, die das Immunsystem anregen und „ablenken“ soll. Im besten Fall stoppt das den Haarausfall.
Einen weiteren Therapieansatz stellt der Psorale UVA-Turban dar. Diese photochemische Behandlungsmethode kann durch die gezielte Bestrahlung mit UV-A-Licht die Schädigung der Haarfollikel durch Abwehrzellen hemmen.
Der Verlauf der Krankheit ist nicht vorhersehbar. Wenn die Haare nach erfolgreicher Behandlung nachwachsen, dann sind diese meist pigmentlos (weiß). In manchen Fällen kommt es zu Rückfällen und die Haare fallen erneut aus.
Eine überraschend erfolgreiche "Therapiemethode" ist die Teilnahme an einer Selbsthilfegruppe: Patienten mit kreisrundem Haarausfall profitieren von der gemeinsamen Aufarbeitung der Krankheit mit anderen Betroffenen.
Auch der Austasch mit anderen Menschen hilft oft dabei, besser mit dem Haarausfall umzugehen.
Gegen die Alopecia areata werden unter anderem folgende Wirkstoffe eingesetzt:
Das Risiko für die Entstehung einiger Formen von Haarausfall kann durch eine bewusste Ernährung mit allen essenziellen Vitaminen und Mineralstoffen gesenkt werden. Auch ausreichend Schlaf und die Vermeidung von Stress kann zu widerstandsfähigem und kräftigem Haar beitragen. Außerdem kann eine schonende Haarpflege die Gefahr von Haarverlust mindern.
Für gesundes und kräftiges Haar braucht der Körper:
Es ist ratsam, sich bereits im Anfangsstadium an einen Haarspezialisten zu wenden, um bio-regenerative Methoden und eine eventuelle Haartransplantation frühzeitig einsetzen zu können.
Zwar hat der kreisrunde Haarausfall keine Auswirkungen auf die Lebenserwartung, dennoch ist die psychische Gesundheit oft sehr erheblich beeinträchtigt.
Wenn der Haarausfall trotz kosmetischer Maßnahmen sehr stark belastet und psychische Symptome wie Depressivität oder Ängstlichkeit hinzukommen, ist professionelle psychotherapeutische Hilfe sinnvoll.
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