Alopecia Universalis: Ursachen, Symptome und Behandlung

Alopecia universalis ist die extremste Form der Alopecia areata, einer Autoimmunerkrankung, die zum Haarausfall führt. Bei dieser spezifischen Form kommt es zum vollständigen Verlust aller Körperhaare, einschließlich Kopfhaar, Augenbrauen, Wimpern, Schamhaar und aller anderen Körperhaare.

Alopecia universalis ist eine seltene Erkrankung und kann Personen jeden Alters betreffen, wobei die genauen Ursachen noch nicht vollständig verstanden sind.

Ursachen

Wie bei anderen Formen der Alopecia areata, wird angenommen, dass Alopecia universalis durch eine Fehlfunktion des Immunsystems verursacht wird, bei der die Haarfollikel irrtümlich als fremd angesehen und angegriffen werden. Genetische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle, und in einigen Fällen wurde eine Verbindung zu anderen Autoimmunerkrankungen beobachtet.

Die genauen Ursachen für Alopecia universalis sind nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass eine Kombination aus genetischen Faktoren und Umweltfaktoren (wie Stress oder Infektionen) eine Rolle spielt.

Die Ursachen einer Alopecia areata sind noch nicht zu 100 Prozent bekannt. Experten gehen am ehesten davon aus, dass es sich um eine Autoimmunerkrankung handelt. In diesem Falle sind die Zellen der Haarfollikel betroffen, die von den T-Zellen des Immunsystems angegriffen werden.

Bei der Autoimmunreaktion, die zum Haarverlust führt, bildet der Körper Antikörper, die sich gegen körpereigenes Gewebe richten. Das führt zu einer chronischen Entzündung in den tiefen Schichten der Haut, also an den Haarwurzeln, sodass die Haare ihren Halt verlieren.

Da die Erkrankung oft familiär gehäuft auftritt, liegt eine genetische Mitursache nahe. Typisch ist auch, dass Autoimmunerkrankungen oft gehäuft auftreten.

Die Krankheit verläuft meist in Schüben und kann durch Auslöser wie Stress, körperliche oder psychische Traumata, Infektionen, Medikamente oder hormonelle Veränderungen (zum Beispiel in der Schwangerschaft) getriggert werden.

Symptome

Das hauptsächliche und offensichtlichste Symptom von Alopecia universalis ist der vollständige Verlust aller Körperhaare. Dies kann plötzlich oder schrittweise geschehen und ist oft dauerhaft, obwohl Fälle von teilweisem oder vollständigem Nachwachsen der Haare berichtet wurden.

Neben dem Haarausfall bei können auch Veränderungen an den Nägeln auftreten.

Diagnose

Die Diagnose von Alopecia universalis basiert hauptsächlich auf dem klinischen Erscheinungsbild des Patienten. Ärzte können eine Kopfhautbiopsie durchführen, um andere Ursachen für den Haarausfall auszuschließen und die Diagnose zu bestätigen.

Durch das typische Erscheinungsbild kann die Erkrankung von anderen Formen des Haarausfalls abgegrenzt werden. Dazu gehört zum Beispiel der erblich bedingte Haarausfall, der mit Geheimratsecken beginnt und in einem Haarkranz am Hinterkopf mündet.

Zudem wird geprüft, ob es Hinweise auf weitere Autoimmunkrankheiten gibt, da häufig mehrere davon gleichzeitig vorkommen.

Behandlung

Die Behandlung von Alopecia universalis ist herausfordernd, und es gibt keine garantierte Heilung. Behandlungsoptionen zielen darauf ab, das Immunsystem zu modulieren und das Haarwachstum zu fördern, aber ihre Wirksamkeit variiert von Person zu Person:

Kortikosteroide

Können helfen, das Immunsystem zu unterdrücken und Entzündungen zu reduzieren.

Immuntherapie

Chemische Substanzen, die eine allergische Reaktion auf der Haut hervorrufen, können in einigen Fällen das Haarwachstum stimulieren.

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JAK-Inhibitoren

Medikamente, die Januskinasen blockieren, haben in einigen Fällen positive Ergebnisse gezeigt, bedürfen aber weiterer Forschung.

Die medikamentösen Therapien, die bei einer Alopecia areata eingesetzt werden, zielen primär auf eine Unterdrückung der Entzündung ab. Sie können die Ursache der Erkrankung nicht beheben und somit die Krankheit auch nicht heilen.

JAK-Inhibitoren (JAK= Januskinase) wirken antientzündlich und hemmen das Immunsystem (Immunsuppressiva). Sie werden für entzündliche Autoimmunkrankheiten wie rheumatoide Arthritis oder die Darmkrankheit Colitis ulcerosa eingesetzt.

Seit 2022 ist der JAK-Inhibitor Baricitinib in Europa zur Behandlung einer schweren Alopecia areata zugelassen. Bei schweren Verläufen wie der Alopecia areata totalis und universalis können sehr gute Haarwuchsraten erzielt werden. Da schwere Nebenwirkungen auftreten können, sollte eine ausführliche Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Von anderen JAK-Inhibitoren wie Tofacitinib sind ebenfalls positive Ergebnisse bei der Behandlung einer schweren Alopecia areata berichtet worden, das Medikament ist in Deutschland für diese Erkrankung jedoch bisher nicht zugelassen.

Die Behandlung einer Alopecia areata ist nicht immer einfach und von verschiedenen Faktoren, wie der Ausprägung der Erkrankung sowie Begleitdiagnosen abhängig.

„Da es sich um eine entzündliche Erkrankung handelt, beobachten wir oft eine Verbesserung unter Kortison. Diese Form der lokalen Therapie kann Betroffenen durchaus helfen und die Haare wieder wachsen lassen. Jakunkinase (JAK) Inhibitoren können als Entzündungshemmer entzündliche Prozesse unterdrücken, wodurch es wieder zum Haarwachstum kommen kann.

Der Wirkstoff Baricitinib ist das erste zugelassene Medikament zur Behandlung der Alopecia areata. Zunächst wurde der Wirkstoff 2020 als Mittel gegen rheumatoide Arthritis zugelassen. Im Juni 2022 erweitere die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung um die Behandlung der Alopecia areata bei Erwachsenen.

Weitere Therapieansätze

  • Apherese: Entfernung von entzündungsfördernden Substanzen aus dem Blut.
  • PRP-Therapie: Eigenblutbehandlung mit plättchenreichem Plasma.
  • Low-Level-Lasertherapie: Anregung der Zellaktivität in den Haarfollikeln mit schwachem Laserlicht.
  • Mesotherapie: Injektion von Nährstoffen, Vitaminen und Wachstumsfaktoren in die Kopfhaut.
  • Stammzellentherapie: Revitalisierung und Stärkung der Haarwurzeln durch Stammzellen aus Fettgewebe.
  • Haartransplantation: Nur in Einzelfällen und bei Inaktivität der Erkrankung.

Prognose

Die Prognose für Personen mit Alopecia universalis variiert. Einige können ein teilweises oder vollständiges Nachwachsen der Haare erleben, aber in vielen Fällen bleibt der Zustand bestehen. Da die Erkrankung erhebliche psychologische Auswirkungen haben kann, ist es wichtig, dass Betroffene Zugang zu emotionaler Unterstützung und Beratung haben.

Es gibt eine Sonderform der Alopecia areata, die man Ophiasis nennt. Dabei fallen die seitlichen Haare an der Stirn, den Schläfen und im Nacken aus, während die Haare im Scheitelbereich erhalten bleiben. Auch diese Form geht mit einer schlechten Prognose einher und kann in einer Alopecia areata totalis münden.

Bei kreisrundem Haarausfall, der länger als ein Jahr andauert, vor der Pubertät einsetzt oder sehr stark ausgebreitet ist, sind die Aussichten auf eine Besserung geringer. Außerdem erleben insgesamt etwa 30 bis 50 Prozent der zunächst geheilten Personen einen Rückfall.

Der Verlauf einer Alopecia areata ist schwer vorherzusagen und individuell sehr unterschiedlich. Bei einigen Betroffenen, die nur eine leichte Ausprägung haben, kommt es oft zu einer spontanen Rückbildung. Die kahlen Stellen wachsen wieder zu und kommen nicht mehr zurück.

Umgang mit der Erkrankung

Der Verlust aller Körperhaare kann emotional belastend sein und das Selbstbild der Betroffenen beeinträchtigen. Psychotherapie, Selbsthilfegruppen und andere Formen der Unterstützung können entscheidend sein, um mit den psychologischen Auswirkungen umzugehen.

Für Betroffene kann es zudem hilfreich sein, sich mit anderen Erkrankten über Strategien zur Bewältigung auszutauschen, etwa über Selbsthilfegruppen. Regionale Gruppen können Sie auf der Seite der NAKOS (Nationale Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen) suchen.

Falls Sie stark von Haarausfall betroffen sind, kann es unter Umständen hilfreich sein, vorübergehend zu einer Perücke oder Haarersatz zu greifen.

Auch für Frauen, die an Haarausfall leiden und eine Perücke tragen, bedeutet die Haarpigmentierung mehr Lebensqualität: Durch das Verfahren sieht der Kopf nicht kahl aus, wenn die Perücke zu Hause abgenommen wird.

Die völlig unbedenkliche Haarpigmentierung steigert das persönliche Wohlbefinden und stellt eine natürlich wirkende Haarlinie sowie einen schönen Rahmen für das Gesicht wieder her.

Ein altes Sprichwort besagt, dass niemand an seine Kahlheit glaubt, bis er sie selbst fühlt. Für Menschen, die unter dieser Autoimmunerkrankung leiden, besteht die Möglichkeit der topischen Immuntherapie oder anderer alternativer Behandlungen.

Eine solide Haaranalyse ist dabei der erste Schritt, um gemeinsam mit dem Patienten die bestmögliche Behandlungsmethode zu ermitteln.

Formen der Alopecia Areata
Form Beschreibung
Alopecia Areata Kreisartiger Haarausfall, meist im Kopfbereich. Wimpern, Augenbrauen und restliche Körperbehaarung meist normal vorhanden.
Alopecia Ophiasis Kranzartiges Fehlen der Haare im Ohren- und Nackenbereich.
Alopecia Totalis Fehlen der gesamten Kopfbehaarung, inklusive Augenbrauen und Wimpern.
Alopecia Universalis Komplette Körperbehaarung fällt aus, inklusive Augenbrauen, Wimpern und Nasenhaare.

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