Die deutsche Sprache ist reich an Redewendungen, die oft bildhaft und humorvoll sind. Eine davon ist: "Jemandem ein Kotelett ans Ohr labern". Doch was bedeutet diese Redewendung eigentlich, und woher stammt sie?
Die Bedeutung der Redewendung
Die Redewendung bedeutet, dass jemandem übertrieben viel erzählt wird, bzw. auf jemanden so viel eingeredet wird, dass der Zuhörer auf eine Geduldsprobe gestellt wird.
Das Ganze ist eine Abwandlung vom Sprichwort 'jemandem ein Loch in den Bauch quatschen'; das Loch steht hier metaphorisch für eine Verletzung, die durch diese unangenehme, übertriebene Rede ausgelöst wurde.
Die Redewendung bedeutet, dass jemandem übertrieben viel erzählt wird, bzw. auf jemanden so viel eingeredet wird, dass der Zuhörer auf eine Geduldsprobe gestellt wird.
Beispiel: „Wenn es dir schlecht geht, kommst du zu mir und laberst mir ein Kotelett ans Ohr, warum erzählst du das alles nicht deinen Freunden?
Die Herkunft des Wortes "labern"
Die Nebenbedeutung von "labern" kann neutral (plaudern), aber auch eher negativ (Sinnloses, Belangloses reden) sein.
Früher wurde das mundartliche Verb neben "langsam reden, schwatzen" auch in der Bedeutung "schlürfen, leckend trinken" verwendet.
Das Wort ist seit der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts (auch als "labbern") bezeugt.
Es gibt aber noch ältere Belege.
Historische Belege
1743 schreibt Philippi über die Kunst der Poesie: "Ein Besoffener labbert seltsam Zeug unter einander; wir aber könnens in Reime zwingen".
Es gibt aber noch ältere Belege.
Variationen der Redewendung
Es gibt glaub ich auch: jemandem ein Klavier ans Ohr nageln.
Hm, ich kenn da eigentlich nur die Redewendung, jemandem ein Ohr abzukauen.
Mit einer Kartoffel habe ich das bisher noch nicht gehört, es gibt von diesem Spruch aber viele Abwandlungen, u. a.
Soziokultureller Kontext
Ich denke, die Probleme ergeben sich aus dem soziokulturellen Kontext.
Wenn man bestimmten Redewendungen immer wieder begegnet, dann lernt das auch ein Autist.
Allerdings geht es sehr wahrscheinlich auch darum, in der Situation zu erkennen, dass es nicht wörtlich gemeint war.
Dies erfolgt ja durch entsprechende Betonung, den Kontext und gewisse kognitive Empathie wie bei Sarkasmus eben.
Es kann auch durchaus sein, dass man als Autist einfach länger braucht im Leben, um den Sinn von Redewendungen zu verstehen, also warum man es so sagt und nicht einfach direkt.
Als ich aber nach und nach verstand, dass die Redewendungen aus der Historie überliefert wurden und quasi ein Teil der Kultur sind, habe ich auch den Zugang gefunden.
Die Redewendungen waren früher natürlich passender, weil die Elemente, um die es in Redewendungen geht, damals viel präsenter im Alltag waren, wie eben z.B.
Die folgende Tabelle zeigt einige Beispiele für ähnliche Redewendungen und deren Bedeutungen:
Umgangssprachliche Ausdrücke, die du kennen musst (Deutsche Redewendungen im Alltag für B2, C1, C2)
| Redewendung | Bedeutung |
| Jemandem ein Loch in den Bauch reden | Jemanden mit Gerede ermüden oder überzeugen |
| Jemandem die Ohren volljammern | Jemanden mit Klagen und Problemen belästigen |
| Jemandem ein Ohr abkauen | Jemanden mit langen und uninteressanten Geschichten langweilen |
Es gibt immer mal wieder Redewendungen, die Absurdes gebrauchen.
Zum Beispiel auch im Dialekt.
Im Berlinischen z.B. las ich mal bei Zille „ärg‘re dir man dicke Quesen, ich bin ins Zirkus Busch jewesen“ (Quesen = Blasen, Beulen, Blutblasen, Schwielen).
Das absurde klingt schon absurd.

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