Kokosöl als Haarwachs: Anwendung und Vorteile für gesundes Haar

Kokosöl lässt sich vielseitig einsetzen: beim Kochen, als Mundspülung zum Ölziehen, oder auch zur Hautpflege. Aber auch zur Haarpflege kann Kokosöl benutzt werden - wenn man ein paar Dinge bei der Anwendung beachtet. Kokosöl wird aus dem Fruchtfleisch der Kokosnuss gepresst. Das Öl ist fest und weiß, ab einer bestimmten Temperatur wird es dann flüssig und klar.

Wie kann man Kokosöl für die Haare anwenden?

Reines Kokosnussöl lässt sich vielfältig für die Haarpflege anwenden. Sie können während der Haarwäsche das Öl in Ihren Handflächen erwärmen, es dann ins feuchte Haar und auf der Kopfhaut einmassieren, kurz einwirken lassen und anschließend mit Shampoo ausspülen. Oder ein gebrauchsfertiges Kokosöl aus der Drogerie direkt nach der Haarwäsche als Spülung benutzen. Dafür sollten Sie eine etwa haselnussgroße Menge in den Längen und Spitzen verteilen, und es zwei bis drei Minuten einwirken lassen. Anschließend mit lauwarmem Wasser auswaschen.

Kokosöl: Vorteile & Nachteile für die Haare

Bei der Frage, ob Kokosöl gut für die Haare ist, gehen die Meinungen auseinander. Wir zeigen hier auf, welche Vor- und welche Nachteile Kokosöl für die Haare haben kann.

Vorteile von Kokosöl für die Haare:

  • Es kann gut in das Haar eindringen und so helfen, Feuchtigkeit zu speichern - besonders bei trockenem oder sprödem Haar kann das hilfreich sein.
  • Kokosöl kann die Haarstruktur stärken, da es Laurinsäure enthält, die dem Öl hilft, tief in die Haarfaser einzudringen, was das Haar geschmeidiger und kräftiger machen kann.
  • Kokosöl kann das Haar vor Proteinverlust schützen, besonders bei chemisch behandeltem oder häufig gewaschenem Haar, was Haarbruch vorbeugen kann.
  • Hilft gegen Schuppen und beruhigt die Kopfhaut dank antibakterieller Eigenschaften.
  • Kokosöl ist natürlich und frei von Chemikalien und daher ideal für Menschen, die eine natürliche Haarpflege ohne Silikone bevorzugen.

Nachteile von Kokosöl für die Haare:

  • Kokosöl kann das Haar beschweren, besonders bei feinem oder dünnem Haar kann es zu fettig werden und beschwerend wirken.
  • Es kann schwer auszuwaschen sein und Rückstände hinterlassen, wenn zu viel verwendet wurde. Dann wird mehrfaches Shampoonieren nötig, was wiederum austrocknend wirken kann.
  • Bei fettiger Kopfhaut kann es zu verstopften Poren führen.
  • Es kann zwar bei Feuchtigkeit und Glanz helfen, heilt aber keine strukturellen Schäden wie Spliss dauerhaft.

Das beste Kokosöl für Ihre Haare

Kokosöl für die Haare sollte qualitativ hochwertig sein. Am besten verwendet man kalt gepresstes, nicht raffiniertes, ungebleichtes Öl aus biologischem Anbau. Bei einem schonenden Herstellungsverfahren gehen die Vitamine und Mineralien nicht verloren. Durch Hitze hingegen werden die wertvollen Inhaltsstoffe zerstört.

In Bio- oder Drogeriemärkten gibt es passendes Kokosöl für die Haare. Dort lassen sich zahlreiche vorgefertigte Produkte finden. Der Vorteil ist einerseits die einfache und unkomplizierte Anwendung.

Produktempfehlungen:

  • OGX Coconut Milk Conditioner
  • Maui Coconut Milk Shampoo

DIY-Kokosöl Haarmaske

So können sie sich eine Haarmaske ganz einfach selbst machen, für eine natürliche Pflege:

  1. Falls das Kokosöl fest ist (unter ca. 25 Grad) in eine kleine Schüssel geben und vorsichtig erwärmen - entweder im Wasserbad oder in der Mikrowelle für 10-15 Sekunden. Ein bis zwei Teelöffel reichen bei kurzem bis mittellangem Haar.
  2. Beginnen Sie am Haaransatz oder fokussieren Sie sich auf die Längen und Spitzen (besonders bei fettiger Kopfhaut).
  3. Massieren Sie das Öl mit den Fingern sanft ein.
  4. Decken Sie Ihr Haar dann mit einer Duschhaube oder einem warmen Handtuch ab. Das hält die Wärme und verbessert die Wirkung. Mindestens 30 Minuten einwirken lassen.
  5. Geben Sie dann zum Auswaschen das Shampoo auf das trockene Haar, um das Öl bereits etwas zu lösen. Anschließend mit warmem Wasser ausspülen und nochmals shampoonieren.

Ist Kokosöl wirklich gut für alle Haartypen?

Weil Kokosöl der Kopfhaut aufgrund der antibakteriellen Laurinsäure guttut, profitieren Menschen mit juckender oder schuppender Kopfhaut. Wer zu spröden Haaren neigt, dem verleiht Kokosöl frische und gesunde Spitzen. Das Öl wirkt aufgrund der Antioxidantien wie Vitamin E wie eine Schutzschicht und macht das Haar widerstandsfähiger.

Wer unter Haarausfall leidet, dem kann das Öl ebenfalls helfen. Denn durch die enthaltenen Vitamine und Mineralien kann das Haarwachstum angeregt werden. Nicht zu Kokosöl für die Haare greifen sollte, wer feines Haar hat. Das Öl beschwert nämlich. Hier gibt es bessere Öl-Alternativen für die Haarpflege. Aber auch lockige, sehr poröse oder proteinempfindliche Haare können durch Kokosöl eher trocken und spröde werden.

Wie lange sollte eine Kokosöl-Kur einwirken?

Die Einwirkzeit einer Kokosöl-Kur hängt vom gewünschten Pflegeeffekt und dem Haartyp ab. Für eine schnelle Pflege reicht es aus, das Öl 30 bis 60 Minuten einwirken zu lassen - ideal für normales oder leicht trockenes Haar. Wer eine intensivere Wirkung erzielen möchte, lässt die Kur ein bis zwei Stunden im Haar. Bei stark strapaziertem, krausem oder sehr trockenem Haar kann Kokosöl auch über Nacht einwirken, um die maximale Pflegewirkung zu entfalten. Dabei sollte man das Öl jedoch nur in die Längen und Spitzen geben und das Kopfkissen schützen.

Kokosöl für die Haare: Anwendungs-Tipps für Ihre Pflege-Routine

Aber: Kann man Kokosöl auch in trockene Haare geben? Durchaus, denn das Öl eignet sich auch als Leave-In-Produkt für die Spitzen. Dazu einfach eine kleine Menge in den Händen erwärmen, in den trockenen Haarspitzen verteilen und nicht auswaschen. Wichtig ist, nicht zu viel Öl zu verwenden, weil die Haare sonst fettig wirken.

Klingt erstmal nach einem Widerspruch, kann aber passieren - Kokosöl kann bei porösem Haar austrocknend wirken, weil es die Feuchtigkeit im Haar zwar einschließt, aber selbst keine Feuchtigkeit spendet. Hochporöses Haar hat geöffnete Schuppenschichten und verliert schnell Feuchtigkeit. Wenn Kokosöl auf trockenes Haar aufgetragen wird, versiegelt es diese Trockenheit und verhindert, dass pflegende Feuchtigkeit von außen eindringen kann - das Haar wirkt danach oft noch spröder. Zusätzlich kann Kokosöl den Proteinverlust im Haar reduzieren, was bei proteinempfindlichem oder bereits proteinreichem Haar zu einem Ungleichgewicht führen kann: Das Haar fühlt sich dann hart, stumpf oder strohig an. Besonders bei geschädigtem oder chemisch behandeltem Haar ist es deshalb wichtig, zuerst Feuchtigkeit zuzuführen und dann nur sparsam ein Öl wie Kokosöl zu verwenden - oder auf leichtere Öle wie Argan- oder Jojobaöl auszuweichen.

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Kokosöl-Alternativen: Welche Öle für die Haare?

Nicht nur Kokosöl ist gut für die Haare. Auch andere Öle wie Olivenöl, Arganöl oder Rizinusöl eignen sich zur Haarpflege. Welches Öl am besten ist, hängt von der individuellen Haarstruktur ab. Bei sehr feinen Haaren ist Kokosöl eher kontraproduktiv. Jojobaöl oder Arganöl pflegen feines und dünnes Haar besonders gut und verleihen ihm sogar zusätzlich Volumen. Oft werden Oliven- und Kokosöl auch gemischt. Welches Öl dem eigenen Haar am meisten nutzt, lässt sich pauschal nicht beantworten.

Veganes Haarwachs selber machen mit Kokosöl

Vor allem bei einer Kurzhaarfrisur kann Haarwachs den nötigen Schwung verleihen, damit dein Haar nicht platt aussieht. Bei Haarwachs sind das natürliche (wie Kokosöl, Carnaubaöl) oder erdölbasierte (Paraffin, Vaseline) Wachse. Haargel dagegen ist wasserbasiert und macht das geformte Haar fest.

Gewusst? Laut Ökotest liegt die Hauptproblematik von handelsüblichem Haarwachs darin, dass es mineralölbasierte Fette und Wachse enthalten kann. Dazu zählen Stoffe wie Vaseline oder Paraffin. Diese Fette und Wachse können Verunreinigungen von aromatischen Mineralölkohlenwasserstoffen (MOAH) haben. Darüber hinaus ist noch unklar, ob sie auch krebserregend sind.

Mit Sheabutter, Kokosöl und Rosenwachs kannst du Haarwachs selber machen. Was du dafür brauchst? Lediglich zwei Zutaten: Rosenwachs (zu kaufen z.B. bei **Amazon) und raffinierte Sheabutter (**Avocadostore). Hinweis: Raffinierte Sheabutter ist länger haltbar als unraffinierte.

Zubereitung:

  1. Gib Sheabutter und Rosenwachs in eine Schüssel.
  2. Bringe diese Schüssel über einem Wasserbad zum Erwärmen.
  3. Sobald die beiden Zutaten geschmolzen sind, kannst du die Schüssel vom Wasserbad nehmen.
  4. Fülle das Haarwachs in einen leeren und sauberen Cremetiegel. Alternativ geht auch ein leeres Schraubglas.

Mit ätherischen Ölen kannst du deinem Haarwachs eine Duftnote geben. Nimm für dein Haarstyling mit der Spitze des Zeigefingers etwas Haarwachs aus dem Tiegel. Verreibe es kurz in deiner Hand, damit es warm und formbar wird.

Alternativ zur Sheabutter kannst du Kokosöl (**Avocadostore) verwenden. Auch das Rosenwachs kannst du ersetzen. Eine weitere vegane Variante ist Carnaubawachs (**Amazon). Für eine nicht-vegane Variante kannst du auf Bienenwachs-Pellets (**Avocadostore) ausweichen.

Mit fünf Tropen eines ätherischen Öls, das du nach dem Wasserbad in die Haarwachs-Masse hineinmischst, verleihst du deinem Haarwachs eine erfrischende Duftnote. Gut eignen sich Lavendelöl, Rosenöl oder Zitronenöl.

Weitere Anwendungsmöglichkeiten von Kokosöl

Kokosöl ist vielseitig einsetzbar. Hier sind einige zusätzliche Anwendungen:

  • Hautpflege: Bei Irritationen und Verletzungen kann Kokosöl wie eine Salbe verwendet werden. Es pflegt die Haut nach einem Sonnenbad optimal.
  • Gesichtspflege: Nach der Reinigung kann Kokosöl bei Akne und unreiner Haut unterstützend eingesetzt werden. Es wirkt antibakteriell, antiviral und entzündungshemmend.
  • Make-up-Entferner: Eine haselnussgroße Portion in den Händen schmelzen, aufs Gesicht auftragen und mit einem Wattepad wieder abnehmen.
  • Lippenpflege: Statt Lippenbalsam kann bei trockenen, spröden Lippen auch Kokosöl verwendet werden.
  • Aftershave: Wegen seiner Inhaltsstoffe ist Kokosöl das perfekte Aftershave.
  • Mückenschutz: Kokosnussöl mit ein paar Tropfen Pfefferminzöl soll Mücken fern halten.
  • Zeckenschutz: Kokosöl soll auch die Zecken vertreiben und wird gerne bei edlen Sportpferden, Katzen und Hunden als Zeckenschutz eingesetzt.
  • Möbelpolitur: Gemischt mit ein paar Tropfen Zitronensaft pflegt Kokosöl auch edle Möbel.
  • Lederpflege: Mit einem sauberen Tuch eine kirschgroße Menge in die Schuhe einreiben, 10 Minuten einwirken lassen und danach die Schuhe polieren.

Kokosöl ist ein wahrer Beauty-Allrounder und kann sowohl für die innere als auch äußere Anwendung genutzt werden. Probieren Sie es selbst aus und erleben Sie die vielfältigen Vorteile für Haut und Haar!

Zusammenfassung: Vor- und Nachteile von Kokosöl für die Haare
Vorteile Nachteile
Spendet Feuchtigkeit und speichert sie Kann das Haar beschweren
Stärkt die Haarstruktur durch Laurinsäure Kann schwer auszuwaschen sein und Rückstände hinterlassen
Schützt vor Proteinverlust Kann bei fettiger Kopfhaut Poren verstopfen
Wirkt antibakteriell und beruhigt die Kopfhaut Heilt keine strukturellen Schäden wie Spliss dauerhaft
Natürlich und frei von Chemikalien Kann poröses Haar austrocknen

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