PCOS-bedingter Haarausfall: Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten

Das Polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) ist eine hormonelle Störung, die bei Frauen im gebärfähigen Alter auftritt und eine der häufigsten Ursachen für Fruchtbarkeitsprobleme darstellt. Charakteristisch für PCOS ist eine erhöhte Produktion von männlichen Hormonen (Androgenen) in den Eierstöcken, was zu einer Reihe von Symptomen führen kann, darunter unregelmäßige Menstruationszyklen, unerwünschter Haarwuchs (Hirsutismus), Akne und Gewichtszunahme.

Haarausfall, Übergewicht, Unfruchtbarkeit: PCOS betrifft Millionen von Frauen | stern TV

Viele Frauen mit PCOS haben eine Insulinresistenz oder Übergewicht. Hohe Insulinspiegel können die Eierstöcke anregen, mehr Androgene zu produzieren, und Übergewicht senkt zusätzlich das SHBG. Beides verstärkt wiederum den hormonellen Einfluss auf die Haare.

Definition: Was ist PCOS?

Die Abkürzung PCOS steht für den englischen Begriff Polycystic Ovary Syndrome, auf Deutsch: polyzystisches Ovarialsyndrom. Die Abkürzung PCOS steht für den englischen Begriff Polycystic Ovary Syndrome, auf Deutsch: polyzystisches Ovarialsyndrom. Das Wort ovarial bedeutet „die Eierstöcke betreffend“. Bei Menschen mit PCOS zeigen sich häufig sogenannte polyzystische Eierstöcke. In polyzystischen Eierstöcken befinden sich ungewöhnlich viele Follikel, das sind Bläschen, in denen Eizellen heranreifen.

PCOS ist weitverbreitet: Schätzungen gehen davon aus, dass 5 bis 18 Prozent aller geschlechtsreifen Frauen in Deutschland betroffen sind.

Ein wesentlicher Faktor im Zusammenhang zwischen PCOS und Haarausfall ist das Hormon Dihydrotestosteron (DHT). DHT entsteht durch die Umwandlung von Testosteron, einem männlichen Hormon, das in erhöhten Mengen bei Frauen mit PCOS produziert wird. DHT spielt eine zentrale Rolle bei der androgenetischen Alopezie, da es die Haarfollikel schrumpfen lässt, was zu dünnerem Haar und schließlich zu Haarausfall führt. Frauen mit PCOS haben häufig erhöhte DHT-Spiegel, was den Haarausfall verstärken kann.

Da DHT die Follikel empfindlicher macht und den Wachstumszyklus der Haare verkürzt, führt dies dazu, dass die Haare schneller ausfallen und dünner nachwachsen.

Haarausfall, insbesondere in Form von androgenetischer Alopezie, ist eine häufige Folge von PCOS. Studien zeigen, dass bis zu 70% der Frauen mit PCOS von diesem Symptom betroffen sind. Dieser Haarausfall ist typischerweise diffusen Musters und betrifft hauptsächlich den Scheitelbereich, was zu einer sichtbaren Ausdünnung der Haare führt.

Symptome von PCOS

Das PCO-Syndrom äußert sich durch ein vielfältiges Symptombild, das individuell stark variieren kann. Während manche Betroffene aufgrund des hormonellen Ungleichgewichts deutliche körperliche Veränderungen wahrnehmen, zeigen sich bei anderen nur schwach ausgeprägte Symptome.

  • Unregelmäßiger Zyklus: Eine unregelmäßige oder vollständig ausbleibende Regelblutung (Amenorrhö) tritt bei vielen Betroffenen von PCOS auf. Oftmals kommen auch längere Zyklusphasen von mehr als 35 Tagen vor.
  • Ausbleibender Eisprung: Ein weiteres typisches Merkmal ist ein seltener oder gänzlich ausbleibender Eisprung. Dies kann die Fruchtbarkeit beeinträchtigen und das Eintreten einer Schwangerschaft erschweren.
  • Verstärkte Körperbehaarung: Bei einem Teil der Betroffenen entwickelt sich aufgrund des PCO-Syndroms ein eher männliches Behaarungsmuster (Hirsutismus) mit vermehrtem Haarwuchs im Gesichtsbereich sowie an Bauch und Rücken.
  • Fettige Haut und Akne: Die Hormonstörung bei PCOS führt häufig zu Hautunreinheiten mit vermehrt fettigen Hautpartien und einer verstärkten Neigung zu Akne.
  • Haarausfall: Ein weiteres Symptom kann androgenetische Alopezie sein - Haarausfall am Kopf nach männlichem Muster, der durch das hormonelle Ungleichgewicht verursacht wird.
  • Stimmveränderungen: Bei einigen Betroffenen kann es durch die Hormonveränderungen auch zu einer Vertiefung der Stimmlage kommen.

Wichtig zu wissen: Zu Beginn der Periode sind unregelmäßige Blutungen ganz normal. Ebenso gehören Hautprobleme bei vielen Heranwachsenden zu den typischen Erscheinungen während der Pubertät. Es dauert etwa acht Jahre nach Einsetzen der ersten Menstruation, bis sich das Hormonsystem vollständig stabilisiert und eingependelt hat. Zur Diagnose von PCOS führt die Ärztin oder der Arzt ein ausführliches Gespräch und macht diverse Untersuchungen.

Bei PCOS treten zusätzlich häufig andere Symptome auf, etwa unreine Haut (Akne) und vermehrter Körper- oder Gesichtshaarwuchs (Hirsutismus). So paradox es klingt - du verlierst Haare auf dem Kopf, während am Kinn oder an der Oberlippe mehr Haare sprießen.

Androgene haben auf verschiedene Haarfollikel unterschiedliche Effekte: Auf der Kopfhaut bewirken sie eine Verkleinerung der Haarwurzeln, während sie an Stellen wie Gesicht oder Brust eher das Haarwachstum fördern.

Ursachen von PCOS

Der Hauptgrund für den Haarausfall bei PCOS ist der Überschuss an Androgenen und die erhöhte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegenüber diesen Hormonen. Besonders bedeutsam ist hierbei das Hormon Dihydrotestosteron (DHT), das aus Testosteron durch das Enzym 5-Alpha-Reduktase entsteht.

  • Erhöhte Androgenproduktion: Die Eierstöcke (und teilweise auch die Nebennieren) produzieren verstärkt Testosteron.
  • Vermehrte DHT-Bildung: Die Aktivität des Enzyms 5-Alpha-Reduktase, das Testosteron in DHT umwandelt, kann erhöht sein. Damit entsteht übermäßig viel DHT in der Kopfhaut.
  • Weniger bindende Proteine: Gleichzeitig ist bei PCOS der Spiegel an Sexualhormon-bindendem Globulin (SHBG) oft erniedrigt. Dieses Protein bindet überschüssiges Testosteron und verhindert so dessen Wirkung.

Die genaue Ursache des PCO-Syndroms ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Es wird jedoch vermutet, dass ein gestörter Insulinstoffwechsel maßgeblich daran beteiligt sein könnte. Viele Betroffene reagieren weniger sensibel auf das Hormon Insulin (Insulinresistenz), worauf der Körper als Kompensation mit einer erhöhten Insulinproduktion reagiert.

Hohe Mengen an Insulin wiederum bewirken, dass vermehrt männliche Hormone, sogenannte Androgene, gebildet werden. Außerdem verursacht der hohe Insulinspiegel ein Ungleichgewicht bei Hormonen, die den weiblichen Zyklus regulieren. Aufgrund der hormonellen Veränderungen ist die Reifung der Eibläschen und auch der Eisprung selbst gestört.

Genetische Faktoren scheinen bei den Stoffwechselveränderungen im Zusammenhang mit PCOS eine bedeutende Rolle zu spielen. Bei vielen Frauen mit diagnostiziertem PCO-Syndrom sind auch die Mütter von dieser Erkrankung betroffen.

Neben genetischen Faktoren können auch die mütterlichen Hormone während der Schwangerschaft eine Rolle spielen: Hormonungleichgewichte aufgrund eines unbehandelten PCO-Syndroms der Mutter können dazu führen, dass die Tochter ebenfalls an PCOS erkrankt.

Behandlung von Haarausfall bei PCOS

Die Behandlung von Haarausfall bei PCOS erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der sowohl die zugrunde liegende hormonelle Störung als auch den Haarausfall selbst adressiert.

Hormonelle Therapie

Die Regulation der Hormonspiegel ist ein zentraler Bestandteil der Behandlung. Antiandrogene Medikamente wie Spironolacton können dabei helfen, die Wirkung der männlichen Hormone zu blockieren und den Haarausfall zu reduzieren. Auch die Einnahme von oralen Kontrazeptiva kann durch die Normalisierung des Hormonhaushalts zu einer Besserung führen.

Redensyl-Behandlung

Redensyl ist eine innovative Wirkstoffkombination, die das Haarwachstum fördert, indem sie Stammzellen der Haarfollikel reaktiviert und den Haarzyklus verlängert. Es wirkt besonders effektiv bei PCOS-bedingtem Haarausfall, da es die Haarfollikel stärkt und den Haarausfall signifikant reduziert, ohne hormonelle Nebenwirkungen.

Ernährung und Lebensstil

Eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige Bewegung können helfen, die Insulinresistenz zu verbessern und damit indirekt den Haarausfall zu mindern. Spezielle Nahrungsergänzungsmittel, wie Biotin und Zink, unterstützen zusätzlich die Haargesundheit.

PRP-Therapie und Mesotherapie

Neben den klassischen Behandlungsansätzen bieten die PRP-Therapie (Platelet-Rich Plasma) und die Mesotherapie innovative und vielversprechende Möglichkeiten zur Behandlung von PCOS-bedingtem Haarausfall. Bei der PRP-Therapie wird aus dem eigenen Blut der Patientin ein Plasma-Konzentrat gewonnen, das reich an Wachstumsfaktoren ist. Dieses Konzentrat wird in die Kopfhaut injiziert, wo es die Durchblutung verbessert und die Regeneration der Haarfollikel stimuliert.

Die Mesotherapie hingegen nutzt eine Kombination aus Vitaminen, Mineralien und Aminosäuren, die ebenfalls direkt in die Kopfhaut injiziert werden. Diese Mikronährstoffe unterstützen die Haarfollikel und verbessern die Versorgung der Haarwurzeln, was zu einer Stärkung der Haare und einer Reduzierung des Haarausfalls führt. Beide Methoden sind minimal-invasiv und haben sich als ergänzende Therapien besonders bei hormonell bedingtem Haarausfall bewährt.

Haartransplantation

In Fällen, in denen der Haarausfall durch PCOS besonders fortgeschritten ist und andere Behandlungsansätze nicht den gewünschten Erfolg bringen, kann eine Haartransplantation eine effektive Lösung sein. Bei einer Haartransplantation werden gesunde Haarfollikel aus einem Bereich mit dichterem Haarwuchs, meist vom Hinterkopf, entnommen und in die betroffenen, ausgedünnten Bereiche transplantiert.

Bei KÖ-HAIR bieten wir modernste Techniken wie die FUE-Methode (Follicular Unit Extraction) an, die präzise und schonend arbeitet, um ein natürliches Ergebnis mit maximaler Dichte zu erzielen.

Weitere Behandlungsansätze und Tipps

Weil die Ursachen so vielfältig sind, sollte auch die Behandlung von PCOS-bedingtem Haarausfall auf mehreren Ebenen ansetzen.

  1. Antibabypille mit anti-androgenen Gestagenen: Oft die erste Maßnahme, da sie die Produktion männlicher Hormone in den Eierstöcken senkt und gleichzeitig das SHBG anhebt, wodurch das freie Testosteron reduziert wird.
  2. Anti-Androgene (z. B. Spironolacton): Spironolacton wird in niedriger Dosierung eingesetzt, um die Androgenwirkung an der Haarwurzel zu blockieren.
  3. Minoxidil: Minoxidil ist momentan das einzige offiziell zugelassene Mittel gegen weiblichen Haarausfall. Minoxidil verbessert die Durchblutung der Haarfollikel und verlängert die Wachstumsphase der Haare.
  4. PRP-Injektionen (Plättchen-reiches Plasma): Eigenblutplasma (angereichert mit Wachstumsfaktoren) wird in die Ausfallstellen gespritzt, um die Follikel zu regenerieren.
  5. Mikronährstoffe: Um die Haarfollikel bei hormonbedingtem Ausfall zu stärken, setzen viele Frauen auf vitamin- und nährstoffreiche Mittel, die das Haarwachstum von innen unterstützen.
  6. Gesunder Lebensstil: Bei PCOS kann schon eine moderate Gewichtsreduktion (5-10% des Körpergewichts) die Androgenspiegel senken und den Haarausfall positiv beeinflussen.
  7. Grüne Minze (Spearmint): Einige kleine Studien deuten an, dass Spearmint den freien Testosteronspiegel senken kann und damit Symptome wie Hirsutismus und vielleicht auch Haarprobleme positiv beeinflusst.
  8. Sanfte Haarpflege: Milde Shampoos, wenig Hitze beim Föhnen, keine aggressiven Chemikalien.
  9. Kopfhautpflege: Eine gut durchblutete, gesunde Kopfhaut fördert das Haarwachstum.
  10. Haarteile oder Toppers: Bei stark ausgedünntem Oberkopf können Teilperücken das Problem kaschieren.

Haarausfall bei PCOS ist ein vielschichtiges Problem - körperlich und seelisch. Die überschüssigen Androgene greifen das Kopfhaar an, was für viele Frauen besonders belastend ist.

Wichtig ist, dass du dir Zeit lässt: Haarausfall ist meist ein Marathon und kein Sprint. Erste Erfolge zeigen sich häufig erst nach einigen Monaten. Gib nicht auf, wenn du nicht sofort Veränderungen siehst.

Hilfe bei KÖ-HAIR in Düsseldorf

Der Haarausfall durch PCOS kann für betroffene Frauen eine erhebliche Belastung darstellen. Bei KÖ-HAIR in Düsseldorf sind wir spezialisiert auf die Diagnose und Behandlung von Haarausfall und bieten Ihnen eine individuelle Beratung, um die bestmögliche Therapie für Sie zu finden.

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Vorbeugung: Wie lässt sich PCOS früh erkennen?

Wenn das PCO-Syndrom unbehandelt bleibt, schreitet die Erkrankung kontinuierlich fort und erhöht das Risiko für Folgeerkrankungen wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei einer Schwangerschaft mit unbehandeltem PCOS steigt zudem die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Tochter später an PCOS erkrankt.

Daher ist es wichtig, bei typischen Symptomen wie Zyklusstörungen, verstärkter Körperbehaarung, Akne und Haarausfall frühzeitig eine gynäkologische Praxis aufzusuchen.

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