Keratin gegen Haarausfall: Wirksamkeit und Alternativen

Das Angebot an Mitteln gegen Haarausfall ist fast unüberschaubar: Shampoos, Medikamente, Ernährung, Hausmittel, Haartransplantation. Dabei den Überblick zu behalten, kann schwierig werden.

Woher weiß ich, welches für mich die richtige Therapie ist? Welche Mittel wirken gegen welche Art von Haarausfall? Ob ein Haarausfall-Mittel wirksam ist, liegt maßgeblich daran, ob es an der richtigen Ursache ansetzt.

Ursachen und Behandlung von Haarausfall

Am wichtigsten für eine erfolgversprechende Therapie gegen Haarausfall ist es, die richtige Ursache zu finden und diese spezifisch zu therapieren. Dabei kann Ihnen zum Beispiel der Hausarzt, Dermatologe oder Haarchirurg helfen. Die mit Abstand häufigste Ursache für Haarausfall ist der erblich bedingte Haarausfall, der durch eine Überempfindlichkeit der Haarwurzeln gegenüber männlichen Geschlechtshormonen bedingt ist.

Verschiedene Autoimmunerkrankungen können ebenfalls zu Haarausfall führen. Am wichtigsten ist hier der kreisrunde Haarausfall, auch Alopecia areata genannt. Man erkennt ihn an kreisrunden, komplett kahlen Stellen auf der Kopfhaut. Er kann behandelt werden oder sistiert spontan - allerdings treten häufig Rezidive auf. Diffuser Haarausfall führt zu insgesamt ausgedünntem Haar, teils lokal betont.

Nach der Ursachenfindung kann das richtige Haarausfall Mittel ausgewählt werden. Die Behandlung Ihres Haarausfalls wird nur dann erfolgreich sein, wenn vorher eine gezielte Diagnostik durchgeführt wurde und auch die richtige Ursache therapiert wird.

Für Sie als Patient ist es fast unmöglich, den Überblick über alle Therapieoptionen und Mittel gegen Haarausfall zu behalten. Deshalb wenden Sie sich frühzeitig an einen Experten für Haarausfall-Behandlungen, zum Beispiel an das Zentrum für moderne Haartransplantation in Berlin. Wir bieten umfassende Erfahrung und Expertise im Bereich der Haarausfall-Behandlungen an. Eine Vielzahl an regenerativen Therapien kann vielen Patienten bereits zu neuem Haarwachstum verhelfen.

Keratin: Ein wichtiger Baustein für das Haar

Keratin ist einer der wichtigsten Bausteine unseres Körpers und kommt in Haut, Haaren und Nägeln vor. Das natürliche Protein besteht aus Aminosäuren. Besonders die Haare sind deshalb auf das Keratin angewiesen. Keratin füllt Risse in der Haarstruktur auf und sorgt für gesundes und glattes Haar.

Nüchtern betrachtet, ist ein Haar nichts weiter als ein langer Hornfaden, der überwiegend aus Keratin besteht, einer Zusammenballung wasserlöslicher Faserproteine, die durch ihre Anordnung außerordentlich fest und widerstandsfähig sind. Auch Fingernägel, Pferdehufe und Widderhörner bestehen aus Keratin. Die Substanz hat sich als äußerst langlebig erwiesen - selbst in ägyptischen Gräbern wurde nahezu intaktes Haar gefunden.

Keratin ist ein essentielles Protein, das für die Stärke von Haaren, Nägeln und Haut verantwortlich ist. Wichtig ist: Keratin selbst verursacht keinen Haarausfall. Im Gegenteil - es ist ein grundlegender Baustein des Haares. Aus diesem Grund sind Biotin-Präparate so beliebt, da sie den Keratinspiegel im Körper erhöhen und so die Gesundheit und Stärke der Haare verbessern können.

Keratin-Behandlungen: Was Sie wissen sollten

Eine Keratinbehandlung - auch bekannt als Brazilian Blowout - beinhaltet das Auftragen von Keratinprodukten auf das Haar, gefolgt vom Föhnen und Glätten mit einem Glätteisen. Ziel dieser Behandlung ist es, Frizz zu reduzieren, die Haarstruktur zu stärken und das allgemeine Erscheinungsbild der Haare zu verbessern. Eine Keratinkur wird meistens von Friseuren durchgeführt. Die Keratinmoleküle gelangen als erstes in die äußere Haarschicht, die sogenannte Schuppenschicht. Die Schuppenschicht wird durch das Keratin widerstandsfähiger gegen schädliche Umwelteinflüsse, wie zum Beispiel trockene Heizungsluft. Die Kur wirkt meistens für etwa zwei bis vier Monate. Die reine Keratinkur glättet dein Haar nur temporär, deshalb kommen deine Locken oder Wellen auch später wieder zurück. Doch der stärkende Effekt und der Glanz bleiben erhalten.

Um dein Haar schonend mit Keratin zu glätten, solltest du am besten zum Friseur gehen. Bei der Keratinkur wird viel mit Hitze und dem Glätteisen gearbeitet. Deshalb solltest du deine Haare mit pflegenden Kuren auf die Behandlung vorbereitet. Als erstes wäscht der Friseur dir deine Haare. Jetzt wird die Keratinkur Partie für Partie auf das nasse Haar aufgetragen. Die Kur wird dann wieder ausgewaschen. Zum Abschluss wird das Haar wieder gefönt und gelättet. Eine Keratinkur kann zwei bis vier Stunden dauern. Denk immer daran, dass dieser Vorgang eine Belastung für dein Haar darstellt.

Was die Wirksamkeit von Keratin betrifft, zeigte eine Studie aus dem Jahr 2018, dass Keratinpartikel die Haarstärke der Teilnehmer:innen um 40 % erhöhten. Aktuell gibt es keine Studien, die darauf hindeuten, dass Keratinbehandlungen direkt zu Haarausfall führen.

Nebenwirkungen von Keratin-Behandlungen

Das Problem bei vielen Keratinbehandlungen liegt in den zusätzlichen Inhaltsstoffen - insbesondere Formaldehyd, einer Chemikalie, die als krebserregend eingestuft ist. Dennoch können bestimmte Keratinbehandlungen mit einer Reihe potenziell gesundheitsschädlicher Nebenwirkungen einhergehen.

Alternativen zu Keratin-Behandlungen

Statt tierischem Keratin kannst du auch Shampoos mit Mandelöl zur Haarpflege nutzen. Um Keratin zu gewinnen, werden Hörner, Hufe, Federn und Haare von Tieren zermahlen. Deshalb ist Keratin auch nicht für eine vegetarische oder vegane Lebensweise geeignet. Zum Glück gibt es einige Alternativen, auf die du zurückgreifen kannst. Pflegeprodukte mit Mandelöl und Sojaproteinen glätten und stärken dein Haar zum Beispiel auch ganz natürlich.

Es steht außer Frage, dass Keratin gut für das Haar ist. Menschen mit einem Keratinmangel haben oft dünnes, sprödes Haar. Eine der sichersten Methoden, den Keratinspiegel zu erhöhen, ist die Einnahme eines Biotin-Präparats.

Weitere Mittel und Maßnahmen gegen Haarausfall

Schon kleine Maßnahmen im Alltag können der Haargesundheit zuträglich sein und das Haar kräftigen. Wird der Haarausfall stärker, können Medikamente oder spezielle Therapien helfen.

Neben Keratin gibt es eine Vielzahl anderer Mittel und Maßnahmen, die gegen Haarausfall eingesetzt werden können:

  • Minoxidil: Unsere Erfahrungen zeigen, dass das Medikament im ersten Jahr der Einnahme eine Wirkung zeigt. Jedoch zeigt sich bei etwa 90% unserer Patienten nach etwa einem Jahr ein starker Wirkungsabfall und der Haarausfall schreitet weiter voran. Der Effekt von Minoxidil ist folglich nur von kurzfristiger Dauer und nicht nachhaltig. Falls Sie das Medikament dennoch ausprobieren sollten, empfehlen wir die Anwendung des Mittels in Schaumform, da die Lösung zu einer Irritation der Kopfhaut führen kann.
  • Finasterid: Wir beobachten bei unseren Patienten unter Einnahme von Finasterid einen guten Effekt gegen erblich bedingten Haarausfall bei Männern. Allerdings erleiden etwa 10 -15% unter Einnahme des Medikamentes mittlere bis starke Nebenwirkung, wie bereits beschrieben.
  • Shampoos und Tinkturen: Es gibt verschiedene Shampoos und Tinkturen gegen Haarausfall, die in der Apotheke oder im Supermarkt erhältlich sind. Beliebt sind Shampoos, die Koffein enthalten, zum Beispiel Alpecin oder Plantur 39. Koffein soll die Haarwurzeln stärken und die Wachstumsphase der Haare verlängern. Shampoos oder Tinkturen mit Alfatradiol (zum Beispiel Ell-cranell) sind ebenfalls auf dem Markt erhältlich.
  • Nahrungsergänzungsmittel: Nahrungsergänzungsmittel einzunehmen ist nur dann sinnvoll, wenn auch ein nachgewiesener Mangel eines Nährstoffs besteht. Manche Mittel können jedoch auch gefährlich werden, wenn man sie im Übermaß zu sich nimmt. Dazu gehören zum Beispiel Eisenpräparate. Auch manche Vitamine können im Überschuss zu einer Vitaminvergiftung führen, weil sie fettlöslich sind und sich daher im Körper einlagern.
  • Hausmittel: Verschiedene Hausmittel gegen Haarausfall werden ebenfalls empfohlen. Beliebt sind hier insbesondere Apfelessig, Brennnesselextrakt, Kokosöl, Kaffee, Bier oder Arganöl. Was alle diese Mittel gemeinsam haben: Ein wissenschaftlich erwiesener Nutzen gegen Haarausfall besteht nicht. Dennoch können Sie damit ihren Haaren etwas Gutes tun. Sie können das Haar kräftiger und geschmeidiger machen und das Auftreten von Haarbruch und Spliss verringern.
  • Kopfhautmassage: Die Kopfhautmassage ist primär gut zur Entspannung und kann nützlich sein, wenn Stress eine der Ursachen für Haarausfall ist. Außerdem wird die Durchblutung der Kopfhaut angeregt, wodurch die Haarwurzeln besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden können.
  • Richtige Frisur: Sogar die falsche Frisur kann zu Haarausfall führen. Dabei kommt es durch eine hohe Zugbelastung zu einem Ausfallen der Haare. Gefährdet sind vor allem Mädchen und Frauen, die häufig straffe Pferdeschwänze, Dutts oder Flechtfrisuren tragen.
  • Sport: Sport kann einen wichtigen Beitrag zur Haargesundheit leisten. Die stressreduzierende Wirkung des Sports senkt den Spiegel an Stresshormonen im Blut, die das Haar dünn und spröde machen können. Außerdem wird neben dem restlichen Körper auch die Kopfhaut besser durchblutet, wodurch Sauerstoff und Nährstoffe besser zu den Haarwurzeln gelangen können.
  • Gesunde Ernährung: Gesunde Ernährung ist ein wichtiger Faktor für die Haargesundheit. Durch die Ernährung nimmt der Körper Vitamine, Nährstoffe und Spurenelemente auf, die für ein gutes Haarwachstum wichtig sind. Fehlen diese Stoffe, wird das Haar schnell dünn, brüchig oder fällt aus.
  • PRP-Therapie und Meso-Therapie: Dazu steht zum Beispiel die PRP-Therapie zu Verfügung (PRP= Platelet Rich Plasma). Es handelt sich um eine Eigenbluttherapie. Aus dem Bereich der Homöopathie kommt die Meso-Therapie infrage, bei der Vitamine, Aminosäuren, Spurenelemente oder homöopathische Mittel in die Kopfhaut injiziert werden. Die regenerativen Ansätze sind zurzeit die wirksamsten Therapien gegen Haarausfall.
  • Haartransplantation: Als primäre Therapie ist sie aber der falsche Ansatz, da sie den Haarausfall nicht stoppen kann. Es geht nicht darum den Haarausfall zu stoppen, sondern nur um eine Umverteilung von Haaren. Daher ist der Haarausfall vorher zwingen zu behandeln, mit effektiven Therapieformen.
Überblick über verschiedene Mittel gegen Haarausfall
Mittel Wirkung Nebenwirkungen
Minoxidil Kann Haarausfall verlangsamen und Haarwuchs anregen Hautreizungen, Juckreiz, Rötungen, vermehrte Körperbehaarung
Finasterid Hemmt die Bildung von Dihydrotestosteron (DHT) Libidoverlust, Erektionsstörungen, vermindertes Ejakulatvolumen
Koffein-Shampoos Sollen Haarwurzeln stärken und Wachstumsphase verlängern Keine bekannten systemischen Nebenwirkungen
Nahrungsergänzungsmittel Gleicht Nährstoffmängel aus Kann bei Überdosierung gefährlich sein
Hausmittel Können Haar kräftiger und geschmeidiger machen Keine bekannten Nebenwirkungen

Als wichtigsten Punkt lässt sich festhalten: Ob ein Mittel gegen Haarausfall wirkt, hängt davon ab, ob die richtige Ursache gefunden wurde. Jedes Medikament und jede Therapie kann nur wirksam sein, wenn es für die vorgesehene Ursache eingesetzt wird.

Neben der spezifischen Therapie ist es immer empfehlenswert, allgemeine Maßnahmen wie gesunde Ernährung, Sport oder eine sanfte Haarpflege zu berücksichtigen, um die Haargesundheit weiter zu unterstützen.

Ein Wundermittel, das jede Form von Haarverlust zuverlässig behebt, gibt es leider noch nicht.

Kurz gesagt: Nein - Keratin führt nicht zu Haarausfall. Es handelt sich vielmehr um ein essentielles Protein, das das Haar stärkt.

Wichtig: Haarausfall kann zahlreiche Ursachen haben. Dazu zählen Faktoren wie Eisenmangel, Stress, schwere Infektionen und eine Schilddrüsenerkrankung. Sollten Sie übermäßigen Haarverlust bemerken, ist ein Arztbesuch ratsam, um der Ursache auf den Grund zu gehen.

Haarausfall adé: Effektive Wege, um Haarausfall zu stoppen und das Haarwachstum zu fördern!

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