Ist eine Keratin Glättung schädlich für die Haare?

Viele Frauen träumen von glatten, glänzenden Haaren. Eine Keratin-Glättung verspricht, diesen Traum wahr werden zu lassen. Doch ist diese Behandlung wirklich unbedenklich? Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile der Keratin-Glättung, mögliche Risiken und worauf Sie bei der Anwendung achten sollten.

Was ist eine Keratin-Glättung?

Die Keratin-Glättung ist ein chemischer Prozess, bei dem die Haarstruktur langfristig geglättet wird. Keratine sind faserbildende Proteine, die eine wichtige Rolle bei der Bildung von Fingernägeln spielen und dem Kopfhaar Elastizität und Schwung verleihen. Bei der Keratin-Glättung legt sich Keratin, das oft aus Schafwolle gewonnen wird, wie ein Schutzfilm um jedes einzelne Haar. Dort dringt es in die Struktur ein, schließt Lücken und wird anschließend durch Hitzebehandlung chemisch "geordnet".

Ursprünglich stammt diese Methode aus Brasilien und ist mittlerweile weltweit beliebt.

Keratin-Glättung: Zum Profi oder selber machen?

Für eine Keratin-Glättung kann man einen Friseur aufsuchen, da in vielen Salons diese Prozedur angeboten wird. Es besteht aber auch die Möglichkeit, die Haare zu Hause zu glätten. In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass die jeweiligen Produkte kein Formaldehyd beinhalten, da dieses chemische Mittel sehr gesundheitsschädlich ist.

Keine Sorge: Mittlerweile ist dieser Wirkstoff nicht mehr in den Produkten zu finden.

So funktioniert die Keratin-Glättung zu Hause

Der Vorgang ist grundsätzlich für jede Haarstruktur geeignet - egal, ob krauses, gewelltes, blondiertes oder coloriertes Haar vorliegt.

  1. Zunächst sollte man die Haare gründlich waschen, um Produktrückstände und Schmutz zu entfernen.
  2. Dann wird das Keratin in Form einer Creme mithilfe eines Pinsels sorgfältig auf die Strähnen aufgetragen. Es sollte darauf geachtet werden, dass jedes einzelne Haar erwischt wird, damit der Wirkstoff des Proteins in die Schuppenschicht eindringen und einen Schutzfilm bilden kann.
  3. Die Maske sollte in der Regel (je nach Produkt) mindestens 20 Minuten einwirken.
  4. Im nächsten Schritt sollte die Mähne glatt geföhnt und geglättet werden, denn durch die hohen Temperaturen richten sich die sogenannten Schwefelbrücken in den Haaren neu aus und erhalten ihre neue Form, welche durch das Keratin fixiert wird.

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Wie lange hält eine Keratin-Glättung?

Der größte Vorteil der Keratin-Haarglättung ist, dass sie lange hält und man die Haare nicht jeden Tag aufs Neue glätten muss. Das Keratin wäscht sich mit jeder Haarwäsche etwas heraus, wodurch es individuell ist, wie lange die Glättung im Endeffekt hält. Im Schnitt hält eine Keratin-Glättung zwischen drei und sechs Monaten. Im Anschluss kann die Prozedur erneut angewendet werden.

Wie teuer ist eine Keratin-Behandlung?

Eine professionelle Keratin-Haarglättung nach brasilianischem Vorbild kostet beim Friseur um die 200 bis 450 Euro, je nach Salon und Dicke sowie Länge der Haare. Wer das Ganze selber in die Hand nehmen möchte, wird für die benötigten Produkte zwischen 20 und 50 Euro los.

Ist die Keratin Glättung schädlich für die Haare?

Es ist wichtig, dass die verwendete Masse kein Formaldehyd enthält. Heutzutage wird allerdings mit ganz anderen, unschädlichen Wirkstoffen gearbeitet. Unsere Haare bestehen zu 90 Prozent aus Proteinen und Bindungen zwischen diesen Proteinen. Dabei hat lockiges Haar und Afrohaar besonders starke Bindungen, sogenannte Disulfidbrücken, die auch dafür verantwortlich sind, dass sich die Haare winden und kräuseln. Und diese starken Bindungen werden dann durch die chemischen Substanzen in Haarglättungsmitteln aufgebrochen, wie zum Beispiel Natriumhydroxid und Kalziumhydroxid. Dadurch wird die Lockenstruktur verändert oder verschwindet ganz und das Haar wird glatter. Zum Teil ist das auch irreversibel, also kann nicht wiederhergestellt werden.

Die langfristigen Auswirkungen einer Überdosierung - sprich, wenn Behandlungen zu eng aufeinanderfolgen - können unter anderem Brüchigkeit und Trockenheit des Haares umfassen. Dies geschieht, weil das Haar durch die wiederholte chemische und thermische Behandlung überstrapaziert wird, was die natürliche Feuchtigkeitsbalance und Elastizität beeinträchtigen kann.

Studie: Haarglättungsmittel erhöhen möglicherweise das Krebsrisiko

Eine Studie der US-Behörde National Institutes of Health (NIH) kommt zu dem Schluss, dass regelmäßige chemische Haarglättungen Gesundheitsrisiken nach sich ziehen könnten. Demnach könnten die Produkte das Risiko für Gebärmutterkrebs möglicherweise verdoppeln.

»Unter den Frauen, die nie Haarglättungsprodukte benutzen, entwickeln etwa 1,64 Prozent im Alter von 70 Jahren Gebärmutterkrebs«, sagt Alexandra White vom National Institute of Environmental Health Safety (NIEHS). »Dass die Rate der Krebserkrankungen mehr als doppelt so hoch ist, ist besorgniserregend«, so White.

In der Studie wurden keine Informationen über spezielle Produkte oder Inhaltsstoffe erhoben. Die Forschenden stellen jedoch die Vermutung auf, dass bestimmte Chemikalien wie Parabene, Bisphenol A, Metalle oder Formaldehyde dafür verantwortlich sein könnten.

Tipps für die Anwendung

  • Wählen Sie die richtigen Produkte: Achten Sie auf Produkte ohne Formaldehyd und mit natürlichen Inhaltsstoffen.
  • Reduzieren Sie die Häufigkeit: Eine Keratin-Behandlung alle 3-4 Monate ist in der Regel ausreichend.
  • Schützen Sie Ihr Haar vor Hitze: Verwenden Sie Hitzeschutzprodukte und vermeiden Sie zu hohe Temperaturen beim Glätten.
  • Pflegen Sie Ihr Haar richtig: Verwenden Sie keratinhaltige Shampoos und Conditioner, um den Effekt der Glättung zu verlängern.

Vorteile der Keratin-Glättung

  • Geschmeidigkeit und Glanz statt Frizz-Effekt
  • Zeitersparnis beim täglichen Styling
  • Gepflegtes Aussehen

Nachteile und Risiken

  • Zeitaufwand (bis zu fünf Stunden)
  • Kosten (zwischen 200 und 450 Euro beim Friseur)
  • Mögliche Gesundheitsrisiken durch bestimmte Inhaltsstoffe (z.B. Formaldehyd)
  • Potenzielle Schädigung der Haarstruktur bei zu häufiger Anwendung

Alternativen zur chemischen Keratin-Glättung

Wenn Sie Bedenken wegen der chemischen Inhaltsstoffe haben, gibt es auch schonendere Alternativen:

  • Bio-Keratin-Glättung: Diese Produkte verwenden natürliche Gerbstoffe aus Pflanzen, um das Haar zu glätten und zu pflegen.
  • Tannin-Glättung: Tannin ist ein pflanzlicher Gerbstoff, der hauptsächlich aus Trauben, Stauden oder Baumrinden gewonnen wird.

Fazit

Die Keratin-Glättung kann eine gute Option sein, um widerspenstiges Haar zu bändigen und einen glatten Look zu erzielen. Es ist jedoch wichtig, sich über die Risiken zu informieren, die richtigen Produkte zu wählen und die Behandlung nicht zu oft durchzuführen. Im Zweifelsfall sollten Sie sich von einem professionellen Friseur beraten lassen.

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