Die Coronavirus-Pandemie hat viele Menschen weltweit betroffen, und während die meisten die Krankheit überstehen, leiden einige unter langfristigen Folgen. Ein weniger bekanntes, aber dennoch bemerkenswertes Symptom ist der Haarausfall.
Haarausfall als eine der möglichen Spätfolgen einer Corona-Infektion.
Die FDP-Politikerin Karoline Preisler erkrankte im März 2020 schwer an COVID-19. Monate nach ihrer Genesung leidet sie immer noch an Coronavirus-Folgen. Karoline Preisler war eine der ersten deutschen Corona-Infizierten, deren Covid-19-Erkrankung* einen schweren Verlauf nahm. Im März 2020 steckte sich Karoline Preisler (48) bei ihrem Mann mit dem Coronavirus an. Sie war eine der ersten deutschen Corona-Infizierten, deren Covid-19-Erkrankung einen schweren Verlauf nahm.
Sie berichtete über anhaltende Atemprobleme und die Notwendigkeit, bei leichten körperlichen Belastungen Pausen einzulegen. Doch zusätzlich dazu erlebte sie einen deutlichen Haarausfall:
„Drei Monate nach Corona fielen mir die Haare aus und zwar wirklich. Ich nadelte wie ein Weihnachtsbaum. Ich griff in die Haare, hatte büschelweise Haare in den Händen, und ich wurde an vielen Stellen kahl. So schlimm ist es nicht mehr. Sie gehen eben noch aus, und die, die nachwachsen, sind klein und drahtig und haben eine andere Farbe“, so die Politikerin in einem Beitrag von Kontraste vom 16. Juli 2020.
Ihre Erfahrungen sind nicht einzigartig. Schauspielerin Alyssa Milano teilte ebenfalls ein Video auf Instagram, das den Haarausfall als Folge ihrer Coronavirus-Infektion dokumentiert.
Dr. Uwe Schwichtenberg erklärt auf der Webseite Haarerkrankungen am 22. April 2020, dass Haarausfall grundsätzlich nicht zu den Symptomen der Coronavirus-Infekton gehört. „Möglich wäre es jedoch, dass ca. 3 bis 6 Monate nach einer fieberhaften Infektion ein sogenannter diffuser Haarausfall auftritt. Dieser ist durch mitunter recht starken Haarwechsel am ganzen Kopfhautbereich gekennzeichnet, und nicht durch ein spezielles Ausfallsmuster wie bei der androgenetischen Alopezie [anlagebedingter Haarausfall].“
Dieser Zustand wird als Telogenes Effluvium bezeichnet. So sei Haarausfall nicht spezifisch für eine Coronavirus-Infektion, könne jedoch nach „jeder starken fieberhaften Erkrankung auftreten. Der diffuse Haarausfall ist eine Art Haarwechsel und normalisiert sich wieder, insofern die zugrundeliegende Ursache behoben bzw. behandelt wurde.“
Telogenes Effluvium: Diffuser Haarausfall nach einer Infektion.
Beim diffusen Haarausfall fallen die Haare gleichmäßig verteilt über den ganzen Kopf aus. Die Haare können beim telogenen Effluvium, so der wissenschaftliche Name, sogar so weit ausdünnen, dass die Kopfhaut zwischen den verbliebenen Haaren sichtbar wird. Hierbei ist der Haarwachstumszyklus gestört. Durch die verkürzte Wachstumsphase gehen - prozentual gesehen - mehr Haare gleichzeitig in die Ruhephase (Telogenphase). Ebenfalls kann eine verkürzte Ruhephase dazu führen, dass die Haare verstärkt ausfallen. In der Regel ist es so, dass das Telogene Effluvium zwei bis vier Monate nach einem bestimmten Auslöser, in diesem Fall die Corona Infektion, auftritt. Je nach Schwere des diffusen Haarausfalls fallen etwa 20% bis 50% der Kopfhaare aus.
Mögliche Auslöser sind:
Es gibt Verdachtsmomente, dass eine Coronainfektion auch Autoimmunerkrankungen auslösen könnte. Mittlerweile gibt es dazu auch eine Studie. Komplett erforscht ist es allerdings noch nicht, ob Covid 19 kreisrunden Haarausfall auslöst oder nicht.
Die meisten Corona Patienten, die unter Haarausfall nach der Infektion gelitten haben, berichten das die Haare wieder nachgewachsen sind. Bis die Haare wieder schön und voll muss man allerdings etwa neun bis zwölf Monate Geduld haben.
Definitiv nicht von Corona ausgelöst wird die androgenetische Alopezie, der erblich bedingte Haarausfall. Hier reagieren die Haarwurzeln empfindlich auf das Androgen DHT, welches wiederum aus dem männlichen Hormon Testosteron gebildet wird. Beim erblich bedingten Haarverlust verkleinern sich die Haarfollikel und die Wachstumsphase wird extrem verkürzt. Dadurch wachsen die Haare - vereinfacht erklärt - immer dünner nach. Die androgenetische Alopezie hat genetische Ursachen und ist, wie der Name schon verrät, von der familiären Veranlagung abhängig. Bei Männern beginnt diese Art von Haarverlust meistens in den frühen Zwanzigern und bei Frauen mit einsetzen der Wechseljahre.
Neben Haarausfall gibt es weitere langfristige Folgen, die nach einer COVID-19-Erkrankung beobachtet wurden:
Es ist wichtig zu betonen, dass die Forschung zu den langfristigen Auswirkungen von COVID-19 noch andauert. Ärzte und Forscher arbeiten daran, die Ursachen und Mechanismen dieser Symptome besser zu verstehen, um wirksame Behandlungen zu entwickeln.
tags: #karoline #preisler #haarausfall #ursachen
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.