Ist Epilieren schädlich für die Haut? Ein umfassender Überblick

Für eine glatte, weiche und haarlose Haut nehmen viele Frauen und Männer auch schmerzhafte, langwierige und teure Prozeduren in Kauf. Volles, dichtes Haar. Was auf dem Kopf und für den Vollbart wünschenswert ist, gilt nicht zwangsläufig für den restlichen Körper. Ob die Behaarung am Körper stark oder schwächer ausgeprägt ist, legen die Erbanlagen fest. Auch die Hormone, insbesondere männliche Geschlechtshormone, beeinflussen, wie üppig die Haare sprießen.

Verschiedene Methoden der Haarentfernung

Es gibt zahlreiche Methoden, um unerwünschte Haare zu entfernen. Viele Methoden lassen sich problemlos zu Hause durchführen - es gibt aber auch Formen der Haarentfernung, die besser in die Hände einer Fachkraft gehören. Hier stellen wir die wichtigsten Methoden vor.

Methoden der Haarentfernung im Überblick

  1. Chemische Enthaarungscremes: Chemische Zusätze von Enthaarungscremes weichen die Haare auf und lassen sie ausfallen. Die Produkte dürfen nicht mit den Schleimhäuten in Berührung kommen. Sie enthalten stark alkalische Substanzen und als Wirkstoffe die Salze der Thioglykolsäure. Diese knacken die Schwefelverbindungen im Haar. Kosten: Enthaarungscremes kosten 2 bis 6 Euro.
  2. Nassrasierer: Der Nassrasierer ist für die Mehrheit der Frauen das Mittel der Wahl, um der Körperbehaarung zu entfernen. Die meisten nehmen Einweg- oder Systemrasierer. Wichtig zu wissen: Die Rasur reizt die Haut, sie sollte daher anschließend eingecremt werden. Vor der Rasur trägt man am besten ein pflegendes Gel oder Rasierschaum auf. Manche Rasierer haben in der Klinge bereits feste Rasierseife eingebaut und kommen ohne Schaum aus. Nachteil: Beschert nur für etwa drei Tage glatte Haut; außerdem wirken die stumpf abgeschnittenen Stoppeln, die beim Nachwachsen sichtbar werden, erst mal dicker als unrasiertes Haar. Noch ein Nachteil: Einmal-Rasierer produzieren viel Müll. Kosten: Einmal-Rasierer im Multi-Pack gibt es für weniger als 2 Euro. Für Wechsel- bzw. Ersatzklingen muss man bei Markenrasierern mit bis zu 4,50 Euro pro Stück rechnen.
  3. Wachs-Methode (Waxing): Die Wachs-Methode eignet sich besonders für die Beine, denn diese sind nicht so schmerzempfindlich. Etwas Übung ist allerdings erforderlich. Am besten, man bearbeitet nach und nach kleinere Hautabschnitte und nicht gleich größere Partien mit einem Ruck. Vorteil: Die Haarentfernung hält drei bis vier Wochen.
  4. Halawa (Sugaring): Aus dem Orient kommt das natürliche Produkt Halawa, eine Zuckerpaste, mit der sich Haare wie mit Warmwachs entfernen lassen. Vorteil: Das Zuckern ist weniger schmerzhaft als Wachs, da die Haare in Wuchsrichtung abgezogen werden. Nachteil: Ganz ohne Schmerzen geht es auch beim Sugaring nicht. Tipp: Eine Sugaring-Paste können Sie auch verhältnismäßig einfach selbst herstellen.
  5. Epiliergeräte: Epiliergeräte für die Heimanwendung sind vor allem bei Frauen beliebt. Beim elektrischen Epilieren greifen schnell rotierende Pinzetten die Haare und reißen sie aus. Einige Geräte arbeiten mit einem Kühleffekt, der die Haut unempfindlicher machen soll. Wer sehr lange Haare hat, kann sie vor dem Epilieren mit einem Rasiergerät auf einen halben bis einen Zentimeter kürzen, dann funktioniert die Methode am besten. Die Haut sollte trocken und fettfrei sein. Vor dem Ansetzen des Geräts straffen Sie mit einer Hand die Haut - das richtet die Härchen auf. Die Epilation sollte alle vier Wochen wiederholt werden, dann ziept es am wenigsten. Um das Einwachsen abgerissener Härchen zu vermeiden, ist ein anschließendes (Körper-)Peeling sinnvoll. Am besten epiliert man abends, denn manchmal treten Rötungen oder Pickelchen auf. Epilieren zuhause entfernt lästige Haare für etwa einen Monat, eine Nadelepilation sollte nur ein Profi durchführen.
  6. Haarentfernung mit Laser: Bei der Haarentfernung mit dem Laser werden die Haarwurzeln durch Lichtenergie zerstört. Der Laser erfasst mehrere Haare gleichzeitig. Lasern ist nur bei dunklen Haaren sinnvoll, denn sie enthalten das Pigment Melanin, das die Lichtenergie leiten kann. Da die Haut dabei einer gewissen Lichtbelastung ausgesetzt ist, sind Sonnenbäder davor und danach tabu. Die besten Ergebnisse erzielen Experten im Gesicht, in den Achseln und an der Bikinizone. An den Beinen sind Probebehandlungen auf einem begrenzten Hautareal empfehlenswert. Nachteil: Sehr teuer und nicht für alle Haartypen geeignet. Kosten: Eine Sitzung nur für die Unterschenkel kann bereits 200 Euro kosten.
  7. IPL-Methode (Intense Pulsed Light): Die sogenannte IPL-Methode (Intense Pulsed Light) ist ein vergleichsweise neues Verfahren zur dauerhaften Haarentfernung. Xenonlicht, das im Haar zu Wärme umgewandelt wird, zerstört die Wurzel. Inzwischen gibt es auch zahlreiche IPL-Geräte auf dem Markt, die speziell für den Heimgebrauch entwickelt wurden. Wichtig: Vor und nach einer IPL-Sitzung UV-Licht meiden und der Haut im Anschluss eine Portion Feuchtigkeit spendieren. Wer zu intensiv pulst, riskiert außerdem Verbrennungen und Narben. Nachteil: Die Behandlung ist wie das Lasern ebenfalls teuer. Kosten: Eine Behandlung der Unterschenkel kostet rund 160 Euro. Vier bis acht Sitzungen sind nötig - es kommt also unter Umständen ein vierstelliger Betrag zusammen. IPL-Geräte für zu Hause sind ab rund 100 Euro (No-Name-Produkte) bzw.

Die Risiken des Epilierens

Beim Epilieren kann sich die Hautdecke über dem herausgerissenen Haar verfestigen. Das behindert das nachwachsende Haar, sodass es unter der Hautoberfläche weiterwächst, manchmal zusammengerollt. Das Problem: Vom Organismus werden Abwehrzellen auf den Plan gerufen, um den Störfall zu beseitigen. So entwickeln sich Entzündungen.

Eingewachsene Haare nach der Epilation

Auch beim Epilieren kann es möglicherweise ebenfalls zu eingewachsenen Haaren kommen. Um das Einwachsen abgerissener Härchen zu vermeiden, ist ein anschließendes (Körper-)Peeling sinnvoll.

Mit jedem Zupfen wird der Haarfollikel und das umliegende Gewebe geschädigt. Rotfleckige Haut, Schwellungen, dunkle Verfärbungen, eingewachsene Haare, Entzündungen und Narben sind nur die äußerlichen Zeichen der ständig strapazierten Haut.

Vor- und Nachteile verschiedener Methoden

Jede Methode hat also ihre ganz eigenen Vor- und Nachteile und eignet sich dementsprechend für verschiedene Ansprüche.

  • Rasieren: Wenn Sie es unkompliziert mögen und wenig Geld für die Haarentfernung ausgeben möchten, ist das Rasieren eine gute Option für Sie.
  • Wachsen oder Epilieren: Haben Sie keine Lust, sich jeden Tag mit nachwachsenden Haaren zu beschäftigen und sind Sie recht schmerzfrei, dann kommt Wachsen oder Epilieren für Sie infrage. Wer dabei bereit ist, etwas mehr Geld auszugeben, geht am besten einmal im Monat zu einem Profi und lässt sich die unerwünschten Haare mit Wachs entfernen.

Hier ist eine Tabelle, die die Vor- und Nachteile der verschiedenen Haarentfernungsmethoden zusammenfasst:

Methode Vorteile Nachteile
Rasieren Schnell, unkompliziert, günstig Haare wachsen schnell nach, Risiko von eingewachsenen Haaren und Schnittverletzungen
Wachsen Hält länger als Rasieren (3-4 Wochen) Kann schmerzhaft sein, Risiko von eingewachsenen Haaren
Sugaring Weniger schmerzhaft als Wachsen, da Haare in Wuchsrichtung entfernt werden Nicht ganz schmerzfrei
Epilieren Hält länger als Rasieren (2-4 Wochen), langfristig kostengünstig Kann schmerzhaft sein, Risiko von eingewachsenen Haaren
Laser Dauerhafte Haarentfernung möglich Teuer, nicht für alle Haartypen geeignet
IPL Dauerhafte Haarentfernung möglich, Geräte für den Heimgebrauch erhältlich Teuer, Risiko von Verbrennungen und Narben bei unsachgemäßer Anwendung

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Dauerhafte Haarentfernung: Laser und IPL

Um unerwünschten Haarwuchs dauerhaft oder zumindest lange anhaltend zu vermindern, werden Laser oder intensiv gepulste Lichtquellen (IPL-Geräte = Intense Pulsed Light, auch als "Blitzlampen" bezeichnet) verwendet. Bei diesen Verfahren werden die für das Haarwachstum verantwortlichen Strukturen im Haarfollikel durch starkes Erhitzen in ihrer Funktion beeinträchtigt oder zerstört.

Am besten funktioniert die Methode, wenn das Haar viel, die Haut hingegen wenig Melanin enthält - also bei dunklen Haaren und hellen bis mittleren Hauttönen. Rote, hellblonde, graue oder weiße Haare enthalten nur wenig Melanin. Je dunkler die Haut ist, desto höher ist das Risiko für unerwünschte Nebenwirkungen oder Schäden. Denn das Gerät macht keinen Unterschied zwischen dem Melanin im Haar und dem Melanin in der Haut.

Risiken und Nebenwirkungen von Laser- und IPL-Behandlungen

Laser- und Lichtepilation wirkt sich sehr unterschiedlich aus, entsprechend lang ist die Liste der möglichen Nebenwirkungen. In einigen Fällen kommt es nach einer Laser- oder Lichtepilation zu einer extrem unerfreulichen Nebenwirkung, der sogenannten paradoxen Hypertrichose (verstärkter Haarwuchs). Die häufigste Nebenwirkung ist die Wachstumsverzögerung der Haare. Was sich zunächst gut anhört, bedeutet leider in Wirklichkeit, dass nicht erfolgreich behandelte Haarfollikel regenerieren und nach einiger Zeit wieder Haare wachsen.

Auch das Verhalten der Kunden*innen kann zu unerwünschten Nebenwirkungen beitragen, beispielsweise wenn Vorsichtsmaßnahmen oder Pflegehinweise nicht beachtet oder Substanzen eingenommen oder aufgetragen werden, die die Lichtempfindlichkeit erhöhen. So sollte die Haut vor der Behandlung nicht gebräunt sein.

Wichtige Hinweise für die Anwendung von Laser- und IPL-Geräten

  • Informieren Sie sich vor der Behandlung über die fachliche Qualifikation des Anwenders sowie über Wirkungen, mögliche Nebenwirkungen und Risiken der Behandlung.
  • Wenn Sie selbst Geräte für die Haarentfernung verwenden, beachten Sie die Gebrauchsanweisungen und die Herstellerempfehlungen.
  • Pigmentierte Hautveränderungen wie sogenannte Muttermale oder Leberflecken dürfen nicht einfach mit Lasern oder IPL-Geräten oberflächlich verändert oder abgetragen werden. Hier besteht das Risiko, dass eine Hautkrebsdiagnose erschwert oder verhindert wird. Empfohlen wird eine vorherige diagnostische Abklärung durch einen Dermatologen/eine Dermatologin.
  • Trifft die Strahlung ins Auge, sind Schäden möglich. Auch die Iris enthält Farbmoleküle und kann die Strahlung absorbieren. Zudem erreichen die eingesetzten Wellenlängen des sichtbaren Lichts und des Infrarot A die Netzhaut und können diese schädigen.

Intimrasur und ihre Folgen

Für viele gehört die Intimrasur mittlerweile zur normalen Körperpflege dazu. "Nach der Rasur gibt es häufig Hautreizungen, die Haut brennt, es bilden sich Pickelchen und Pusteln", sagt die Hautärztin, die Sprecherin des Berufsverbandes Deutscher Dermatologen ist. "Gerade im Intimbereich sind schnell Infektionen möglich, die dringend behandelt werden müssen." Denn aus Pickeln können Furunkel oder Abszesse werden, aus einem eingewachsenen Haar schlimmstenfalls eine Wundrose oder eine Blutvergiftung.

"Wer zu eingewachsenen Haaren neigt, sollte statt der Rasur etwa das Lasern wählen", empfiehlt Schlossberger. Der Dermatologin zufolge birgt vor allem die Selbstrasur ein Verletzungsrisiko, über das Mikroorganismen eintreten können. Auch beim Waxing könne es schlimme Entzündungen geben, wenn es unsauber zugehe.

IPL-Heimgeräte: Vorsicht geboten

Selbst-Enthaarung mit IPL liegt im Trend. Entsprechend sind im Beauty-Markt inzwischen vermehrt Blitzlampen mit Intense-Pulsed-Light (IPL)-Technologie zur Selbst-Enthaarung erhältlich. Zentrales Problem bei solchen Heimgeräten ist, dass jede Kontrolle fehlt. Gerade eine korrekte Dosierung erweist sich in diesem Zusammenhang als schwierig. Es besteht sowohl das Risiko einer zu Unterdosierung als auch einer Überdosierung. Darüber hinaus fehlt die ärztliche Diagnostik, so dass ggf. krankhafte Ursachen der (übermäßigen) Behaarung übersehen werden oder Hautstellen bzw.

Ich rate vom Kauf und der Nutzung von IPL-Heimgeräten grundsätzlich ab. Falls Sie sich trotz der genannten Risiken in einem Kosmetikstudio mit IPL behandeln lassen möchten, stellen Sie unbedingt sicher, dass das behandelnde Personal tatsächlich ausreichend qualifiziert ist. Seien Sie diesbezüglich ruhig kritisch, denn es geht um Ihre Gesundheit.

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