Mit seinen kleinen Bohrlöchern und den Holzmehlhäufchen hat sicher jeder schon einmal Bekanntschaft gemacht: dem Holzwurm. Genau genommen handelt es sich hierbei um einen Käfer, nämlich den Gewöhnlichen Nagekäfer und den Hausbock, dessen Larve der eigentliche Holzvielfraß ist. Langlebig, schön, nachhaltig - Holz ist nicht nur für Möbel, sondern auch als Baumittel sehr beliebt. Doch mit dem Material kommen oft auch Schädlinge wie der Holzwurm, der großen Schaden anrichten kann.
Daher sollten Sie handeln, sobald Sie einen Verdacht auf Holzwürmer sehen. Erfahren Sie hier, wie Sie den Holzwurm gezielt bekämpfen und einem Befall von Holzwürmern vorbeugen können.
Im allgemeinen Sprachgebrauch werden alle Holzschädlinge als Holzwürmer bezeichnet. Als Holzwurm ist hierbei vor allem die wurmähnliche Larve gemeint. Sie kann großen Schaden an Möbeln oder dem Dachstuhl eines Hauses anrichten. Ausgewachsene Exemplare der beiden Käfer bereiten dabei wenige Probleme. Deshalb ist mit dem Wort „Holzwurm“ meist die wurmähnliche Larve gemeint.
Der Holzwurm lebt am liebsten an Orten mit relativ hoher Luftfeuchtigkeit und moderaten Temperaturen. Der Hausbock bevorzugt dabei frisches Nadelholz als Nahrung. Deshalb befällt er vor allem Dachstühle und Holzdecken aus Fichte oder Tanne. Holzwürmer wirst du allerdings nur selten in Räumen mit einer Zentralheizung finden. Denn der Schädling befällt nur Holz, dessen Restfeuchte mindestens 10 % beträgt.
Holzwürmer werden nicht größer als etwa 3 mm bis 4 mm. Großen Schaden können sie dennoch anrichten. Der graubraune echte Holzwurm wird meist nicht größer als 3 mm bis 4 mm. Er hat eine zylinderförmige Statur und winzige Flügel. Das macht es besonders schwierig, den Holzwurm an Orten dauerhaft zu bekämpfen. Denn er ist flugfähig und kann sich bei Bedarf eine neue Nahrungsquelle suchen.
Der Hausbock wird größer, 8 cm bis 26 cm lang. Er hat einen robusten, braunen bis grauen Chitinpanzer mit zwei hellen Haarflecken-Paaren. Sein Körper ist flach, zudem besitzt er zwei lange Fühler. Während der Paarungszeit schlägt der ausgewachsene Holzwurm mit seinem Kopf auf das Holz. Mit dem dabei entstehenden Geräusch lockt er paarungswillige Weibchen an. Diese legen nach der Befruchtung etwa 20 bis 40 weiße, zitronenförmige Eier in Holzspalten sowie alte Fraßgänge.
Etwa zwei Wochen später schlüpfen die Larven und fressen sich sofort durch das Holz der befallenen Möbel und Gegenstände. Nachdem sie mehrere Wachstumszyklen durchlaufen haben, verpuppen sich die Jungtiere. Sind die Umweltbedingungen für den Holzwurm gut, vergeht bis zu seiner Verpuppung rund ein Jahr. Bei widrigen Bedingungen können allerdings auch bis zu acht Jahre vergehen. Wie schnell die Entwicklung verläuft, hängt unter anderem von der Temperatur, der Feuchtigkeit sowie dem Eiweißgehalt des Holzes ab, in dem der Schädling lebt.
Die Löcher im Holz verraten: Hier war ein Holzwurm am Werk. Der Holzwurm bohrt 1 mm bis 2 mm große Löcher in das von ihm befallene Holz. Diese finden sich im Naturstoff, in dem der Käfer noch aktiv ist. Aber auch in Holz, das er bereits aufgegeben hat, findet man seine Spuren. Das bei seiner Tätigkeit anfallende Mehl ist mit bloßem Auge auf hellem Holz oft nicht zu erkennen.
Um einen Befall mit Sicherheit feststellen zu können, legst du daher ein dunkles Stück Papier oder eine dunkle Folie unter die verdächtige Stelle. Sammelt sich darauf Holzstaub an, ist er gut sichtbar. Dann kannst du davon ausgehen, dass du es mit einem aktiven Holzwurmbefall zu tun hast. Wichtig ist jedoch, dass du das Papier oder die Folie nicht zu schnell wieder wegnimmst. Denn junge Larven legen beim Fressen oft längere Pausen ein.
Bei Holzwurmbefall muss nicht sofort zur Chemiekeule gegriffen werden. In der Regel ist der Holzwurm relativ leicht mit den Hausmitteln zu bekämpfen. Schwieriger ist die Behandlung von den angefressenen oder gar zerstörten Holzgegenständen. Hier ist im schlimmsten Fall sogar ein Restaurator oder eine Schreinerei gefragt.
Hier finden Sie einen Überblick über wirksame biologische Mittel und Methoden zum Bekämpfen von Holzwürmern.
Wichtig: Diese Methoden eignen sich alle nur für Möbelstücke und kleinere Holzgegenstände.
Um die Schäden unkenntlich zu machen, können Sie die Löcher mit Wachs in Holzfarbtönen verschließen.
Vorsicht: Auf die Verwendung von starken Giften und Insektiziden sollten Sie verzichten - auch Ihrer eigenen Gesundheit zuliebe.
Hinweis: Je nachdem, wie tief sich die Käferlarven bereits ins Holz vorgearbeitet haben, ist bei dieser Methode jedoch nicht zu gewährleisten, dass die Flüssigkeit den Schädling erreicht.
Auch mit chemischen Mitteln kann der Holzwurm bekämpft werden. Dabei wird gerne Alkohol verwendet oder spezielles Holzwurmspray, das im Handel erhältlich ist. Das ist vor allem nützlich, wenn die oben genannten natürlichen Methoden nicht wirken oder aus anderen Gründen nicht anwendbar sind, um den Holzwurm zu entfernen. Ist der Befall weit fortgeschritten oder ist die Stelle des Befalls kritisch, wie zum Beispiel im Dachgebälk, sollten Sie, bevor eine Dachsanierung inklusive neuer Dachfenster notwendig wird, professionelle Hilfe in Anspruch nehmen.
Profis haben andere Möglichkeiten, den Holzwurmbefall zu behandeln.
Sie können Maßnahmen ergreifen, um einem Befall durch die Schädlinge vorzubeugen. Da Holzwürmer insbesondere nasse und feuchte Umgebungen mögen, ist regelmäßiges und vor allem richtiges Lüften im Dachgeschoss oder auf dem Dachboden elementar. Ist dies aufgrund eines komplizierten Dachzugangs oder aus anderen Gründen nicht möglich, können Sie vorsorglich Holzschutzmittel verwenden, damit das Holz nicht zu feucht wird. Das schützt auch vor unliebsamen Schimmel am Dachfenster. Die präventive Behandlung des Holzes mit einem Holzwurmmittel bereits vor dem Befall ist ebenfalls möglich. Hier sollten Sie jedoch gut abwägen, ob dies wirklich notwendig ist.
Einer der häufigsten Gründe für einen Holzwurmbefall ist ein zu feuchtes Raumklima. Darum sollten Wohnungen regelmäßig am Tag gelüftet werden. Auch feuchte Böden und Wände, etwa durch Kondenswasser, können den Befall befördern. Geprüft werden sollte auch das Brennholz für den heimischen Ofen. Ist dieses nicht ausreichend trocken, kann es Nagekäfer beherbergen. Durch Holzgegenstände, die aus Kellern, Schuppen, Dachböden und Garagen in die Wohnung gebracht werden, kann der Holzwurm eingeschleppt werden. Auch Second-Hand-Möbel sollten vor dem Kauf immer genau auf möglichen Holzwurmbefall geprüft werden. Wer Holzmöbel in kälteren Außenbereichen einlagert, sollte darauf achten, dass das Holz nie direkt auf dem Boden steht. Auch kann ein wasserdichter Holzschutz-Lack die Gegenstände vor Feuchtigkeit schützen. Nicht zuletzt helfen chemische Präparate auch vorbeugend gegen den Befall. Allerdings sind derlei Präparate nicht gerade umweltfreundlich.
So sollte Bauholz gut durchgetrocknet sein. Lagere Holz daher im Freien nie auf dem Erdboden. Lege immer genug Lagerhölzer oder Balken unter. Diese verhindern, dass Bretter und Latten in Kontakt mit dem Boden kommen. Lagere Holz außerdem bevorzugt an ausreichend zugigen und sonnigen Stellen. Ideal eignet sich dafür ein Vordach. Verbaust du Holz im Außenbereich, behandele es vorbeugend mit wetterschützenden Mitteln. Deinen Dachstuhl solltest du regelmäßig auf einen Befall mit Holzwürmern sowie auf Feuchtigkeit kontrollieren. Sobald du einen Schaden bemerkst, handele schnell. Um weiteren Schaden zu verhindern, solltest du den Holzwurm sofort bekämpfen.
Im besten Fall sorgen Sie durch einen geeigneten Holzschutz frühzeitig dafür, dass Holzwurmlarven keine Chance haben sich einzunisten und größere Schäden anzurichten. Hierfür sind Schutzanstriche wie z. B.
Alle Holzwurm-Arten fressen besonders gern das sogenannte Splintholz. Es ist besonders weich und eiweißreich. Generell lässt sich sagen, dass Holzwürmer Weichhölzern den Vorzug gegenüber harten Laubholzarten wie Buche und Eiche geben. Wie alt es ist, ist für sie dabei unerheblich.
Meist ist daher das farbige Kernholz von Kiefer (Pinus), Lärche (Larix) und Eiche (Quercus) vor einem Befall mit Holzkäfern geschützt. Im Allgemeinen lässt sich sagen, dass harte Holzarten wie Buche und Eiche generell weniger anfällig gegenüber Holzwürmern sind als Weichhölzer.
Ein Holzwurmbefall ist ärgerlich, aber mit den richtigen Methoden gut zu bekämpfen. Egal, ob du mit Hausmitteln wie Essig und Zwiebeln arbeitest oder auf chemische Lösungen wie Holzwurm-Ex setzt - das Bekämpfen von Holzwürmern ist möglich und notwendig, um Schäden an deinem Holz zu verhindern. Die richtige Methode hängt vom Ausmaß des Befalls und dem betroffenen Holz ab.
Vorbeugung ist der beste Schutz. Regelmäßige Kontrollen, die richtige Lagerung von Holz und die Verwendung von Holzschutzmitteln können helfen, einen Befall zu verhindern.
Schütze dein Holz! Unbehandelter Befall kann tragende Holzteile schwächen und hohe Sanierungskosten verursachen.
Das Wichtigste in Kürze:
| Methode | Anwendung | Geeignet für | Hinweise |
|---|---|---|---|
| Hitze | Befallene Möbel in die Sonne stellen oder im Backofen erhitzen (60°C für 1 Stunde) | Kleinere Möbelstücke | Nicht für hochwertige Möbel geeignet, da das Holz rissig werden kann |
| Kälte | Befallene Gegenstände in die Tiefkühltruhe legen oder bei Frost ins Freie stellen | Kleinere Gegenstände | Temperaturen unter -15°C notwendig |
| Eicheln | Eicheln um die Bohrlöcher legen | Alle Holzarten | Holzwürmer verlassen das Holz und bohren sich in die Eicheln |
| Essigessenz | Essigessenz mit einer Spritze in die Bohrlöcher träufeln | Alle Holzarten | Kann das Holz schädigen |
| Zwiebeln | Befallenes Holz mit einer aufgeschnittenen Zwiebel einreiben | Leichter Befall | Geruch vertreibt die Schädlinge |
tags: #holzwurm #bekämpfen #hausmittel
Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen
Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.