Volles Kopfhaar ist der Wunsch vieler Männer. Wenn es weniger wird, probieren sie alles Mögliche aus. Doch kann Sperma wirklich gegen Haarausfall helfen? Dieser Frage gehen wir in diesem Artikel auf den Grund und beleuchten die wissenschaftlichen Erkenntnisse sowie alternative Behandlungsmethoden.
Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben. Hormone spielen vor allem bei erblich bedingtem Haarausfall eine wichtige Rolle. Aber auch andere Schwankungen der Geschlechtshormone, Stresshormone oder Schilddrüsenhormone können Haarausfall verursachen. Gerade in Zeiten starker Hormonschwankungen kann es zu Haarausfall kommen.
Der häufigste hormonelle Haarausfall ist der erbliche Haarausfall, der sich bei Männern und Frauen in typischen Formen manifestiert. Meist gibt es typische Verläufe und Muster, so dass hormonell bedingter Haarausfall schnell erkannt werden kann. Obwohl der erblich bedingte, hormonelle Haarverlust in zunehmendem Alter bei Männern deutlich bekannter ist, sind auch bis zu 50 Prozent der Frauen davon betroffen. Er tritt typischerweise nach den Wechseljahren und damit dem Rückgang des Östrogenspiegels auf, kommt aber auch bei fast jeder vierten Frau unter 40 Jahren schon vor.
Am häufigsten ist hormoneller Haarausfall erblich bedingt. DHT ist die biologisch aktive Form des Testosterons. Aus diesem wird es durch das Enzym 5-alpha-Reduktase hergestellt. Das Hormon dient primär der Ausbildung männlicher Geschlechtsmerkmale, ist aber auch im Körper von Frauen in geringeren Mengen vorhanden. DHT befindet sich auch auf der Kopfhaut. Bei Betroffenen von erblich bedingtem Haarausfall ist die Wirkung von DHT an der Kopfhaut verstärkt.
DHT bewirkt auf der Kopfhaut, dass die Wachstumsphase der Haare verkürzt wird und die Blutgefäße in der Kopfhaut sich zurückbilden, sodass die Haarwurzeln nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt werden. Bei anderen Formen des hormonell bedingten Haarausfalls sind andere Hormone verantwortlich, wie das oben beschriebene Stresshormon Cortisol oder Schilddrüsenhormone. Bei Frauen kann Haarverlust mit dem Östrogenspiegel zusammenhängen, da ein niedriger Östrogenspiegel die Wachstumsphase der Haare verkürzt.
Um bei Haarausfall die richtige Diagnose stellen zu können, ist zunächst eine ausführliche Anamnese wichtig. Dabei wird die Krankengeschichte des Patienten beleuchtet, man schaut sich die genauen Symptome und deren zeitlichen Verlauf an. Die Lebensumstände des Patienten sollten beachtet werden, weil zum Beispiel Stress zu hormonellem Haarausfall führen kann. Zu beachten sind auch potenzielle Nebenwirkungen von Medikamenten, die ebenfalls Ursache für einen Haarausfall sein können.
Um die Haarwurzeln und den Wachstumszyklus der Haare genauer betrachten zu können, sind ein Trichogramm oder ein Trichoscan hilfreich. Bei einem Trichogramm werden Haare von der Kopfhaut entfernt und unter einem Lichtmikroskop untersucht. Bei einem Trichoscan werden in einem kleinen Areal die Haare an der Kopfhaut rasiert. Zu empfehlen sind auch endokrinologische Untersuchungen, bei denen verschiedene Hormone im Blut untersucht werden. Dabei können zum Beispiel Fehlfunktionen der Schilddrüse oder Ungleichgewichte der Geschlechtshormone festgestellt werden.
Kommen die Wechseljahre als Ursache des hormonellen Haarausfalls in Betracht, kann ebenfalls ein Bluttest weiterhelfen, zum Beispiel ein Test auf FSH (follikel-stimulierendes Hormon), dessen Anstieg bei Eintritt in die Wechseljahre zu erwarten ist.
Für besseren Haarwuchs bei Männern mit androgenetischem Haarverlust werden allerlei Mittel angeboten. Es gibt verschiedene Therapieansätze, die je nach Ursache und Ausprägung des Haarausfalls in Frage kommen:
Die Kombination aus Lebensstilanpassung, Medikamenten und bioregenerativen Methoden kann oft helfen, einen hormonellen Haarausfall zu behandeln und ein zufriedenstellendes ästhetisches Ergebnis zu erreichen.
Der natürliche Anti-Aging-Wirkstoff Spermidin kann helfen. Wie der Name schon ahnen lässt, handelt es sich bei Spermidinen um Polyamine, die überwiegend im Sperma enthalten sind. Es ist jedoch auch eine natürliche Substanz, die in jeder Zelle vorkommt und eng mit dem Zellwachstum verbunden ist. Im Allgemeinen wirkt sich die Zufuhr von Spermidinen positiv auf unsere Gesundheit aus. Es soll zu einem besseren Immunsystem beitragen, unserem Herz-Kreislaufsystem helfen.
Die Spermidin-Konzentration in körpereigenen Zellen nimmt im Alter jedoch stetig ab. Mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln kann man dieses Defizit ausgleichen. Teilweise ist die Substanz aber auch in Lebensmitteln enthalten. Nahrung mit hohem Spermidin-Gehalt sind beispielsweise Vollkornkeime, gereifter Käse, Pilze, Sojaprodukte und Hülsenfrüchte.
Spermidin regt die Autophagie, einen Selbstreinigungs- und Verjüngungsprozesses in den Zellen an. Dabei werden beschädigte Zellen abgebaut, was dazu beiträgt, die übrigen Zellen gesund zu halten und zu schützen. Laut einigen Studien soll es auch die Haarfollikel stimulieren und das Haarwachstum fördern. Zusammen mit seinen entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften könnte der Wirkstoff daher Haarausfall reduzieren.
Wichtiger Hinweis: Auch wenn Spermidin zuerst in Sperma entdeckt wurde, bedeutet dies nicht, dass Sperma direkt gegen Haarausfall hilft. Spermidin ist jedoch in vielen Körperzellen und Lebensmitteln enthalten und kann durch eine ausgewogene Ernährung oder Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden.
Erste Studien am Menschen zeigen, dass eine Supplementierung mit Spermidin Haarausfall vorbeugen und das Haarwachstum stärken kann. Ein internationales Forscherteam kam zu dem Ergebnis, dass reichlich Spermidin in der Nahrung möglicherweise auch beim Menschen die gesunde Lebensspanne verlängert. Die Ergebnisse basieren auf Daten von 829 Probandinnen und Probanden und deren Ernährungsfragebögen. Demnach hatten Teilnehmer, die viel Spermidin über die Ernährung aufnahmen (mindestens 80 Mikromol pro Tag) ein deutlich geringeres Risiko während des 20-jährigen Beobachtungszeitraums zu versterben.
Eine Studie aus dem Jahr 2022 in der Fachzeitschrift Neuriomage präsentierte Daten, wonach "eine höhere Spermidinaufnahme ein vielversprechender Ernährungsansatz zur Erhaltung der Gehirngesundheit bei älteren Erwachsenen sein könnte".
Key Takeaways:
Auch wenn die Forschung noch am Anfang steht, sind diese Ergebnisse vielversprechend. Spermidin wird unsere Welt zwar nicht von Haarausfall befreien können, denn bei der häufigsten Form, dem erblich bedingten Haarausfall, wird es vermutlich wenig helfen können. Es bietet aber eine hilfreiche Unterstützung für gesundes Haarwachstum - und das zeigt sich auch in der vorteilhaften Wirkung bei diffusem Haarausfall.
Das Beste an Spermidin ist, dass es eine ganz natürliche Substanz ist. Wie immer gilt jedoch: Natürlich heißt nicht gleich nebenwirkungsfrei. Doch bei Spermidin gibt es grünes Licht, denn es gilt als gut verträglich. Dennoch ist eine ärztliche Rücksprache bei Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme ratsam.
Du kannst Spermidin als Nahrungsergänzungsmittel zu dir nehmen. Doch ganz ehrlich - dieses Geld kannst du dir sparen. Denn in der Regel enthalten solche Präparate nur einen einzigen Inhaltsstoff: Weizenkeime.
Weizenkeime sind unglaublich reich an Spermidin. 100 Gramm Weizenkeime enthalten rund 250 Milligramm Spermidin. Und auch wenn es (noch) keine offizielle Dosierungsempfehlung für Spermidin gibt, wird 1 Milligramm Spermidin ausreichen.
Besonders reich an Spermidin sind Tempeh und Champignons, aber auch Edamame, grüne Erbsen, Sojabohnen, Blattsalat, Mais, Muscheln, Brokkoli - und Kuhdarm.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Spermidin ist eine äußerst spannende Substanz, die deinen Haaren einen echten Boost geben könnte. Erste Studien sind auf jeden Fall vielversprechend, vor allem bei diffusem Haarausfall und gesundem Haar. Vor erblich bedingtem Haarausfall wird Spermidin vermutlich nicht schützen können, aber es könnte ein möglicher unterstützender Baustein in der Behandlung sein.
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