Als Augenbrauen (Superciliae) bezeichnet man ein streifenförmiges, behaartes Areal über den Augenhöhlen. Beim Menschen ist die Augenbraue der sich etwa 2 cm über den Augen und im unteren Stirndrittel befindende behaarte Streifen.
Sie haben neben der Schutzfunktion auch eine mimische Funktion. Die Augenbrauenhaare sind sogenannte Terminalhaare.
Die dünne Haut der Lider geht am Unterrand der Brauen in die dicke Haut der Stirn über. Während sich der Augenringmuskel der Lider direkt unter der Haut befindet, liegt er im Augenbrauenbereich unter einer Schicht subkutanen Fettes. Die motorische Nervenversorgung (Stirnast des N. facialis) verläuft unter dem Muskel. Die gute Verschiebbarkeit der Augenbraue wird durch ein verformbares Fettpolster ermöglicht, das sich zwischen dem Orbikularismuskel (Augenringmuskel) und dem Periost (Knochenhaut) befindet (Sub Orbicularis Oculi Fett = SOOF).
Mehrere Muskeln sind für die Bewegung und Positionierung der Augenbrauen verantwortlich:
Die Muskeln im Überblick:
Die Augenbrauen nehmen eine Schutzfunktion ein, indem sie die Augen vor Schweiß, Staub, Nässe, zu starker Sonnenlichteinestrahlung und Fremdkörpern schützen. Somit unterstützen sie die Wimpern.
Außerdem nehmen die Augenbrauen eine mimische Funktion ein, da sie der nonverbalen Kommunikation dienen.
Es gibt zwei mögliche Gründe: Zum einen verhindern Augenbrauen, dass einem der Schweiß von der Stirn direkt ins Auge läuft. Für unsere Vorfahren in Afrika, die in der Hitze der Savanne viel herumgerannt sind oder gekämpft haben, war das wichtig. Tatsächlich scheinen sich Augenbrauen erst entwickelt zu haben, als der Mensch die afrikanische Savanne erobert hat, denn unsere nächsten Verwandten, die Schimpansen, haben über dem Auge keine ausgeprägte Behaarung.
Die Augenbrauen schützen die Augen vor Schweiß, der sich auf der Stirn bildet. Sie wachsen zehn Wochen lang und fallen dann aus, um neuen Brauen Platz zu machen. Die Wimpern schützen die Augen vor Staub und intensiver Lichteinstrahlung.
Die Augenbrauen werden bei Verblüffung, Überraschung, Aufmerksamkeit oder Angst hochgezogen. Für Zorn steht das Zusammenziehen der Augenbrauen, da dadurch eine Falte entsteht. Das Augenbrauenhochziehen bedeutet in griechischer, türkischer sowie arabischer Kultur Ablehnung.
In der menschlichen Kommunikation spielt Mimik eine große Rolle. Wir drücken über die Augenbrauen viele Gefühle aus. Wenn wir mürrisch sind, ziehen wir sie zusammen; sind wir freudig überrascht, ziehen wir die Brauen hoch.
Augenbrauenhaare wachsen zehn Wochen lang und fallen dann aus und es wachsen neue. Augenbrauen haben einen normalen Wachstumszyklus von 4 Monaten, in welchem sie in den ersten Tagen sehr schnell und etwa 1 cm wachsen. Bis die Härchen ausgewachsen sind, ist individuell unterschiedlich. Ihre Lebensdauer beträgt etwa 4 Monate.
Der Mensch hat etwa 600 Augenbrauenhaare, also etwa 300 Härchen pro Augenbraue.
Mit dem Alter und der hormonellen Umstellung werden die Augenbrauen dünner und überzupfte Augenbrauenhärchen wachsen nicht mehr nach. Mit zunehmendem Alter produzieren die Haarfollikel nur noch langsam neue Haare oder hören ganz damit auf, wodurch es zu dünneren und wenigeren Haaren kommt.
Bei lateral ausgedünnten Augenbrauen, kann es sich um ein Anzeichen auf eine Atopie handeln. Man nennt das klinische Vorzeichen einer solchen Atopie das Hertoghe-Zeichen. Als Atopie bezeichnet man eine genetisch bestimmte Bereitschaft auf aerogenen, gastrointestinalen oder kutanen Kontakt mit Umweltstoffen mit einer gesteigerten Antikörperbildung zu reagieren.
Kommt es zu einem Ausfall der Augenbrauen spricht mann von Madarosis.
Eine Synophrys, eher bekannt unter der Bezeichnung Monobraue, tritt auf, wenn die Augenbrauen über der Nasenwurzel im Bereich der Glabella zusammengewachsen sind. In den meisten Fällen ist es eine harmlose Normvariante, kann aber auch mit einer übermäßigen Körperbehaarung, einer Hypertrichose, einhergehen sowie bei Fehlbildungen von Kopf und Gesicht (kraniofasziale Dysmorphien).
Unter Ulerythema ophyrgones versteht man das Auftreten einer Verhornungsstörung, die am häufigsten an der lateralen Seite der Augenbrauen lokalisiert ist.
Vor allem in der westlichen Welt, werden die Augenbrauen durch kosmetische Behandlung mit Wachs oder einer Pinzette in Form gebracht. Dazu gibt es heutzutage besimmte Studios, die sich nur auf die Augenbrauen spezialisieren. Es gibt neben dem “Waxen” oder der Behandlung mit einer Pinzette auch Methoden wie das Mikroblading als Behandlung um spärliche Augenbrauen durch Make-up zu verdicken und ein natürliches Ergebnis zu erzielen.
Auch wenn es keine ganz neue Form sein soll: Falls Sie vereinzelt überstehende und abstehende Härchen stören, können Sie diese wegzupfen. Vor dem Zupfen die Brauen mit einem Bürstchen in Wuchsrichtung bringen. Beginnen Sie nun vorsichtig, Haar für Haar in Wuchsrichtung aus der Haut zu ziehen. Greifen Sie das Haar mit der Pinzette dazu so nah am Ansatz wie möglich. Legen Sie immer wieder Zwischenstopps zum Überprüfen ein. Am besten zupfen Sie nur die überstehenden Haare unterhalb des Augenbrauenbogens und an der Nasenwurzel weg. Denn ist der obere Rand der Braue eine saubere Linie, wirkt das Ergebnis schnell unnatürlich. Wählen Sie im Idealfall eine Pinzette mit abgeflachter und schräger Spitze.
Nehmen Sie sich abends Zeit für Ihre Augenbrauen. Dann haben Sie genügend Ruhe und eventuelle Rötungen oder Schwellungen sind bis zum Morgen abgeklungen. Tipp: Nach dem Duschen sind die Poren geöffnet und das Zupfen schmerzt weniger.
Zu dünne Augenbrauen können die Gesichtszüge streng erscheinen lassen. Sie zupfen das erste Mal oder wollen eine neue Form? Dann lassen Sie sich Ihre Augenbrauen vorab im Kosmetikstudio professionell in Form bringen. Der Vorteil: Sie können sich beim Nachzupfen zu Hause am vorgegebenen Bogen orientieren - und müssen nicht ganz von vorn anfangen. Ihre Augenbrauen sind sehr hell, wachsen unregelmäßig oder zu dünn? Mit etwas Make-up können Sie nachhelfen.
Auch die Brauen sollten Sie täglich von Make-up, Talg und Schweiß befreien. So bleiben die Ausgänge der Haarfollikel sauber und es kommt nicht zu Unreinheiten oder Irritationen. Für schöne Augenbrauen darf etwas Pflege auf dem Beauty-Plan nicht fehlen - insbesondere im Winter. Denn dann kann auch die Haut unter den Brauen zu Trockenheit neigen und anfangen, zu schuppen. Cremen Sie in dem Fall die Augenbrauenpartie einfach mit Ihrer Tagescreme ein. Dippen Sie ein Wattestäbchen in etwas Kokosöl oder Mandelöl und bestreichen Sie die Augenbrauen damit.
Wiederholtes Zupfen der Augenbrauen kann dazu führen, dass die Augenbrauenhaare an dieser Stelle nicht mehr nachwachsen. Zupft man seine Augenbrauen, kann man damit rechnen, dass sie sechs bis acht Wochen nicht nachwachsen. Wird aber zu viel von den Härchen ausgezupft, könnte es die Haarstruktur dauerhaft schädigen, sodass sie nicht dicht und kräftig nachwachsen können.
Heutzutage gibt es zahlreiche Seren, die Vitamine und pflanzliche Extrakte enthalten, um die Härchen zu sträken und pflegen, sodass sie schneller und dichter nachwachsen.
Allerdings waren sich Wissenschaftler bisher unsicher, ob nicht doch andere Triebkräfte entscheidend für die Evolution der Braue gewesen sind. Das liegt daran, dass auch andere Säugetiere Brauen besitzen, obwohl Wulst und Braue - anders als alle anderen Merkmale im Gesicht - keine augenfällige körperliche Funktion haben.
Aus Sicht der Anthropologen erfüllt die menschliche Brauenpartie ebenfalls allein soziale Zwecke. Dabei schränkten die extremen Knochenwülste unserer Vorfahren die Beweglichkeit der Brauen zunächst stark ein und begrenzten ihre Ausdruckskraft auf einige, mutmaßlich grimmige Gesichtszüge. Der zunehmend komplexere Informationsaustausch zwischen moderneren Menschen begünstigte dann später die Entwicklung grazilerer Brauenpartien, die sehr viele verschiedene Emotionen kommunizieren.
Bewegliche Augenbrauen erlaubten den Menschen, komplexe Emotionen auszudrücken und aus fremden Gesichtern abzulesen. Durch winzige Bewegungen drücken wir Erstaunen oder Anerkennung aus und verraten unbewusst, ob wir gerade ehrlich sind oder unser Gegenüber täuschen. „Die Augenbrauen sind das entscheidende Puzzlestück, das erklärt, warum die modernen Menschen so viel besser miteinander auskamen als andere, inzwischen ausgestorbene Hominini“
Welche Funktion erfüllten die ausgeprägten Augenbrauenwülste früher Menschen? Forscher haben sich dieser Frage nun mithilfe biomechanischer Simulationen gewidmet und kommen zu dem Schluss: Statt einer physikalischen Bedeutung kam den markanten Verdickungen wahrscheinlich eine soziale Rolle zu. Sie könnten demnach Dominanz und Aggression signalisiert haben.
Wissenschaftler um Ricardo Miguel Godinho von der University of York haben nun überprüft, wie plausibel diese Erklärungen sind. Dafür erstellten sie ein virtuelles Modell des 125.000 bis 300.000 Jahre alten sogenannten Kabwe-Schädels. Am Computer variierten die Forscher die Größe der Überaugenwülste und beobachteten, wie sich diese Veränderungen auswirkten. Dabei stellten sie fest: Die Struktur schien keinen räumlichen Vorteil zu schaffen und war deutlich größer als nötig gewesen wäre, um den Übergang zwischen Gesicht und Schädel zu stabilisieren. Auch eine Schutzfunktion beim Kauen schien die knöcherne Verdickung nicht zu erfüllen.
tags: #Augenbrauen #Funktion
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