Hautkrebs auf der Kopfhaut: Ursachen, Symptome und Behandlung

Weißer Hautkrebs ist ein Oberbegriff für bestimmte Hauttumoren, die vom schwarzen Hautkrebs (dem Melanom) zu unterscheiden sind. Früh erkannt lässt sich weißer Hautkrebs gut behandeln.

Der Begriff weißer oder heller Hautkrebs steht für Hauttumoren, die abzugrenzen sind vom Melanom, dem schwarzen Hautkrebs. Sprechen Mediziner von weißem Hautkrebs, meinen sie damit meist nur das Basalzellkarzinom (Basaliom, Basalzellkrebs) und das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom, Stachelzellkrebs).

Überblick über weißen Hautkrebs

Beim weißen Hautkrebs unterscheiden Mediziner das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Weißer Hautkrebs bildet nur selten Tumorabsiedlungen. Das Plattenepithelkarzinom ist aber etwas aggressiver als das Basalzellkarzinom.

  • Basalzellkarzinom: Entsteht ohne Vorläuferform.
  • Plattenepithelkarzinom: Entwickelt sich häufig aus Krebsvorstufen, wie etwa den aktinischen Keratosen.

Die Infografik zeigt die Arten von weißem Hautkrebs: Das Plattenepithelkarzinom entsteht aus den Stachelzellen der Oberhaut (siehe rosa Zellen mit rotem Kern). Das Basalzellkarzinom entsteht aus den Basalzellen zwischen der Oberhaut und der Lederhaut (siehe dunkelgraue Zellen).

Sonne beziehungsweise UV-Strahlung ist der wichtigste Risikofaktor für weißen Hautkrebs. Weißer Hautkrebs lässt sich meist gut behandeln, vor allem, wenn er frühzeitig erkannt wird.

Das wichtigste Ziel der Behandlung ist die vollständige Entfernung des Tumors.

Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.

Basalzellkarzinom

Unterschied zwischen Basalzellkarzinom und Plattenepithelkarzinom

Das Basalzellkarzinom geht aus anderen Zellen der Haut hervor als das Plattenepithelkarzinom. Das Plattenepithelkarzinom ist etwas aggressiver als das Basalzellkarzinom.

Wo entsteht weißer Hautkrebs und wie sieht er aus?

Weißer Hautkrebs tritt vor allem an den sogenannten Sonnenterrassen des Körpers auf. Das sind die Stellen, die der Sonne besonders ausgesetzt sind. Hierzu zählen zum Beispiel das Gesicht, die Ohren oder die unbehaarte Kopfhaut.

Das Basalzellkarzinom kann aber auch an Körperstellen entstehen, die der Sonne nicht übermäßig ausgesetzt sind, wie zum Beispiel dem Oberkörper.

Sowohl das Basalzellkarzinom als auch das Plattenepithelkarzinom können ganz unterschiedlich aussehen.

Weißer Hautkrebs sieht oft unscheinbar und harmlos aus und wird häufig damit abgetan, dass es sich wohl nur um einen roten Fleck oder trockene Haut handelt. Schmerzen entstehen häufig erst, wenn sich der Tumor im Gewebe weit ausgebreitet hat.

  • Das Plattenepithelkarzinom, auch als spinozelluläres Karzinom oder Stachelzellkrebs bekannt, kann ganz unterschiedlich aussehen. Anfangs sieht es häufig aus wie ein verhorntes Knötchen oder eine Warze.
  • Das Basalzellkarzinom wächst langsam, meist über Jahre hinweg und kann unterschiedlich erscheinen. Häufig zeigt sich zunächst ein kleiner hautfarbener Knoten. An der Oberfläche sind Blutgefäße zu sehen. Die Umrandung ähnelt einer winzigen Perlenkette. Im Laufe der Zeit kann sich in der Mitte eine krustige Mulde bilden, die gelegentlich bluten und nässen kann.

Ursachen für weißen Hautkrebs

In den meisten Fällen entsteht weißer Hautkrebs, weil die Haut übermäßiger ultravioletter (UV) Strahlung ausgesetzt war. Dabei ist es egal, ob die UV-Strahlung von der Sonne, aus dem Solarium oder anderen künstlichen UV-Quellen kommt.

Sowohl für Plattenepithelkarzinome als auch für Basalzellkarzinome steigt das Risiko mit der UV-Dosis, der ein Mensch im Lauf seines Lebens ausgesetzt ist. Das Risiko für Basalzellkarzinome erhöht sich außerdem durch wiederkehrende intensive UV-Belastungen. Dazu zählen zum Beispiel Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend.

Weitere Ursachen

Kontakt mit Giftstoffen wie Arsen oder Teer kann ebenfalls weißen Hautkrebs auslösen.

Wer hat ein besonders hohes Risiko für weißen Hautkrebs?

Heller Hauttyp: Vor allem Menschen mit einem hellen Hauttyp sind gefährdet, an weißem Hautkrebs zu erkranken. Sie sind besonders empfindlich gegenüber UV-Strahlung.

Bei einigen Vorerkrankungen besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko für weißen Hautkrebs:

  • Erbliche Hautkrankheiten: Patienten mit erblichen Hautkrankheiten, die mit einer hohen Lichtempfindlichkeit einhergehen, erkranken häufiger an Basalzellkarzinomen und Plattenepithelkarzinomen.
  • Immunsuppression: Ebenfalls ein erhöhtes Risiko für weißen Hautkrebs haben Patienten, deren Immunsystem medikamentös unterdrückt wird (beispielsweise nach einer Organtransplantation) oder deren Immunsystem krankheitsbedingt nicht mehr richtig arbeitet (beispielsweise bei einer HIV-Infektion).
  • Aktinische Keratose: Die aktinische Keratose ist eine Krebsvorstufe, die sich zu einem Plattenepithelkarzinom entwickeln kann.

Manche Personen haben ein höheres Risiko, Hautkrebs zu entwickeln:

  • Babys, Kinder und Jugendliche
  • Menschen, die in ihrem Leben viele Sonnenbrände hatten.
  • Menschen mit heller Haut, die in der Sonne eher rot als braun wird.
  • Menschen mit vielen Muttermalen, Sommersprossen, Pigmentflecken oder aktinischer Keratose. Diese Hautveränderung ist eine gutartige Vorstufe von Hautkrebs.
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem, entweder wegen einer chronischen Erkrankung, einer Infektion wie HIV (Humanes Immunschwächevirus) oder aufgrund von Medikamenten, die beispielsweise im Rahmen einer Chemotherapie gegeben werden.
  • Menschen, die Fälle von Hautkrebs in der Familie haben oder die selbst schon einmal daran erkrankt waren.
  • Menschen, die oft ins Solarium gehen.
  • Menschen, die beruflich oder privat viel Zeit im Freien sind

Wie häufig ist weißer Hautkrebs?

Mit fast 200.000 Neuerkrankungen im Jahr 2018 ist weißer Hautkrebs die häufigste Krebsart in Deutschland. Gleichzeitig sterben an weißem Hautkrebs nur sehr wenige Patienten.

Rund drei Viertel der nicht-melanotischen Hautkrebs­formen (weißer Hautkrebs) sind Basal­zell­karzi­nome, bei etwa einem Viertel handelt es sich um Plattenepithelkarzinome.

Wie verläuft weißer Hautkrebs?

Basalzellkarzinom: Das Basalzellkarzinom wächst gewöhnlich langsam und meist nur an der Stelle, an der es entstanden ist. Es bildet in der Regel keine Tumorabsiedlungen (Metastasen). Wenn ein Basalzellkarzinom nicht behandelt wird, kann es allerdings weiter wachsen und nach und nach umliegende Gewebestrukturen zerstören.

Plattenepithelkarzinom: Auch das Plattenepithelkarzinom wächst meist nur dort, wo es entstanden ist. Es ist aber etwas aggressiver als das Basalzellkarzinom. Bei etwa 4 von 100 Patienten bildet das Plattenepithelkarzinom Metastasen.

Unbehandelt kann weißer Hautkrebs in das umliegende Gewebe wachsen und es dadurch zerstören.

Krebsvorstufen von weißem Hautkrebs

Das Basalzellkarzinom entsteht im Gegensatz zum Plattenepithelkarzinom ohne eine Vorläuferform.

Kann man weißem Hautkrebs vorbeugen?

Weißer Hautkrebs ist vor allem auf eine intensive Belastung mit ultravioletter (UV) Strahlung zurückzuführen. Deshalb ist es besonders wichtig, sich vor zu viel Sonne beziehungsweise UV-Strahlung zu schützen. Dazu gehört auch, auf den Besuch eines Solariums zu verzichten.

Ein konsequenter Sonnenschutz kann das Risiko für weißen Hautkrebs verringern. Sicher verhindern kann man ihn aber nicht.

Folgendes können Sie tun, um sich vor zu starker UV-Strahlung zu schützen:

  • Meiden Sie vor allem im Sommer die starke Sonne zwischen 11 und 15 Uhr.
  • Gehen Sie insbesondere in der Mittagszeit in den Schatten oder unter einen Sonnenschirm. Eltern sollten darauf achten, ihre Kinder besonders gut zu schützen. Außerdem sollten Arbeitnehmende, die im Freien tätig sind, die Sonnenschutzmaßnahmen ihres Betriebs wahrnehmen.

Eine Einschätzung dazu, wie stark die UV-Strahlung der Sonne in den nächsten Tagen in etwa sein wird, liefert das Bundesamt für Strahlenschutz.

Sonnenschutz

Welche Möglichkeiten zur Früherkennung von Hautkrebs gibt es?

Ab einem Alter von 35 Jahren können gesetzlich Versicherte alle 2 Jahre eine Untersuchung auf Hautkrebs in Anspruch nehmen. Dieses sogenannte Hautkrebs-Screening gehört zum gesetzlichen Krebs-Früherkennungsprogramm.

Bei der Untersuchung betrachtet ein speziell geschulter Arzt die gesamte Haut und die Schleimhäute.

Zusätzlich sollten Sie Ihre Haut regelmäßig selbst untersuchen.

Wie wird weißer Hautkrebs festgestellt?

Ärztinnen und Ärzte erkennen weißen Hautkrebs in den meisten Fällen aufgrund der äußeren Erscheinung schon mit dem bloßen Auge. Manchmal kann ihnen ein Auflichtmikroskop (Dermatoskop) dabei helfen, die betroffene Hautstelle genauer zu beurteilen, etwa um andere Haut(krebs)erkrankungen auszuschließen.

Bei Verdacht auf ein Basalzellkarzinom oder ein Plattenepithelkarzinom kann der Arzt eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen. Der Tumor kann aber auch direkt - ohne vorherige Probeentnahme - chirurgisch entfernt und unter dem Mikroskop untersucht werden.

Weitere Untersuchungen, wie beispielsweise ein Ultraschall oder eine Computertomographie, sind seltener nötig.

Wie kann weißer Hautkrebs behandelt werden?

Das wichtigste Ziel bei der Behandlung von weißem Hautkrebs ist es, den Tumor vollständig zu entfernen. Hierzu schneidet die Ärztin oder der Arzt den Hautkrebs in der Regel in einer Operation heraus. Unter dem Mikroskop wird sichergestellt, dass der Tumor vollständig herausgenommen wurde.

Ist eine Operation nicht möglich oder vom Patienten nicht gewünscht, kommen andere Behandlungsformen infrage. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn der Tumor an einer gut sichtbaren Stelle im Gesicht aufgetreten ist und eine Operation Narben hinterlassen würde.

Zu den möglichen Behandlungsformen gehören:

  • eine Bestrahlung
  • eine spezielle Lichttherapie (photodynamische Therapie)
  • eine Vereisung des Tumors (Kryochirurgie)
  • eine Laserbehandlung
  • örtlich auf die Haut aufgetragene Medikamente

Welche Behandlung am besten geeignet ist, hängt unter anderem von Faktoren ab wie:

  • der Art des Hautkrebses
  • der Größe des Tumors
  • der Stelle, an der der Tumor aufgetreten ist
  • wie weit fortgeschritten der Hautkrebs ist (also, ob er bereits Metastasen gebildet hat)
  • vom allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten

Ist der Krebs bereits fortgeschritten, kann der Patient spezielle Medikamente einnehmen. Das ist der Fall, wenn der Tumor zerstörend in die Tiefe wächst oder bereits in andere Organe gestreut hat. Die Medikamente können den Hautkrebs - zumindest für eine bestimmte Zeit - zurückdrängen und aufhalten.

Für das fortgeschrittene Basalzellkarzinom stehen sogenannte zielgerichtete Medikamente zur Verfügung. Diese hemmen das Wachstum der Tumorzellen und können damit ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung aufhalten.

Patienten mit fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom können eine Immuntherapie mit einem sogenannten Immun-Checkpoint-Hemmer bekommen.

Was ist Krebs?

Wie geht es nach der Behandlung weiter?

An die Behandlung von weißem Hautkrebs schließt sich eine Nachsorge an. Sie dient dazu, einen wiederkehrenden oder an einer anderen Stelle neu aufgetretenen Tumor frühzeitig zu erkennen.

Nach dem Ende der Behandlung untersucht eine Ärztin oder ein Arzt die Patienten in regelmäßigen Abständen. Wie groß diese Abstände sind, richtet sich nach dem Rückfallrisiko. Patienten mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten weiterer Tumoren werden engmaschiger und über einen längeren Zeitraum nachuntersucht als Patienten mit einem geringen Risiko.

Was wird gemacht?

Die Ärztin oder der Arzt begutachtet bei den Nachsorgeterminen die gesamte Haut. Bei Patienten mit Plattenepithelkarzinom werden gegebenenfalls die Lymphknoten per Ultraschall untersucht.

Weitere Untersuchungsmethoden, wie zum Beispiel eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie, setzen Ärzte nur ein, wenn entsprechende Krankheitszeichen bestehen und sie ein Fortschreiten der Erkrankung ausschließen möchten.

Betroffene sollten sich außerdem regelmäßig selbst untersuchen, um einen Rückfall oder weitere Tumore möglichst frühzeitig zu entdecken und behandeln zu können.

Leben mit weißem Hautkrebs

Bei den meisten Patientinnen und Patienten mit weißem Hautkrebs ist die Tumorerkrankung gut heilbar und hat keinen Einfluss auf die Lebensdauer.

Ansprechpartner für weißen Hautkrebs

Krankenhäuser, die besonders viel Erfahrung bei der Behandlung von Patienten mit Hautkrebs haben, können sich dies durch eine Zertifizierung bestätigen lassen. Die Deutsche Krebsgesellschaft prüft dabei regelmäßig die Einhaltung bestimmter fachlicher Anforderungen.

Die Adressen der zertifizierten Zentren finden Sie auf der Internetseite OncoMAP.

Hautkliniken in Deutschland können Sie auch über die Homepage der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft suchen.

Sie haben weitere Fragen zum Umgang mit der Erkrankung im Alltag und zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten?

tags: #Hautkrebs #Kopfhaut #Ursachen #Symptome #Behandlung

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