Weißer Hautkrebs ist ein Oberbegriff für bestimmte Hauttumoren, die vom schwarzen Hautkrebs (dem Melanom) zu unterscheiden sind. Früh erkannt lässt sich weißer Hautkrebs gut behandeln.
Der Begriff weißer oder heller Hautkrebs steht für Hauttumoren, die abzugrenzen sind vom Melanom, dem schwarzen Hautkrebs. Sprechen Mediziner von weißem Hautkrebs, meinen sie damit meist nur das Basalzellkarzinom (Basaliom, Basalzellkrebs) und das Plattenepithelkarzinom (Spinaliom, Stachelzellkrebs).
Beim weißen Hautkrebs unterscheiden Mediziner das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Weißer Hautkrebs bildet nur selten Tumorabsiedlungen. Das Plattenepithelkarzinom ist aber etwas aggressiver als das Basalzellkarzinom.
Die Infografik zeigt die Arten von weißem Hautkrebs: Das Plattenepithelkarzinom entsteht aus den Stachelzellen der Oberhaut (siehe rosa Zellen mit rotem Kern). Das Basalzellkarzinom entsteht aus den Basalzellen zwischen der Oberhaut und der Lederhaut (siehe dunkelgraue Zellen).
Sonne beziehungsweise UV-Strahlung ist der wichtigste Risikofaktor für weißen Hautkrebs. Weißer Hautkrebs lässt sich meist gut behandeln, vor allem, wenn er frühzeitig erkannt wird.
Das wichtigste Ziel der Behandlung ist die vollständige Entfernung des Tumors.
Hinweis: Die Informationen dieses Artikels können und sollen einen Arztbesuch nicht ersetzen und dürfen nicht zur Selbstdiagnostik oder -behandlung verwendet werden.
Basalzellkarzinom
Das Basalzellkarzinom geht aus anderen Zellen der Haut hervor als das Plattenepithelkarzinom. Das Plattenepithelkarzinom ist etwas aggressiver als das Basalzellkarzinom.
Weißer Hautkrebs tritt vor allem an den sogenannten Sonnenterrassen des Körpers auf. Das sind die Stellen, die der Sonne besonders ausgesetzt sind. Hierzu zählen zum Beispiel das Gesicht, die Ohren oder die unbehaarte Kopfhaut.
Das Basalzellkarzinom kann aber auch an Körperstellen entstehen, die der Sonne nicht übermäßig ausgesetzt sind, wie zum Beispiel dem Oberkörper.
Sowohl das Basalzellkarzinom als auch das Plattenepithelkarzinom können ganz unterschiedlich aussehen.
Weißer Hautkrebs sieht oft unscheinbar und harmlos aus und wird häufig damit abgetan, dass es sich wohl nur um einen roten Fleck oder trockene Haut handelt. Schmerzen entstehen häufig erst, wenn sich der Tumor im Gewebe weit ausgebreitet hat.
In den meisten Fällen entsteht weißer Hautkrebs, weil die Haut übermäßiger ultravioletter (UV) Strahlung ausgesetzt war. Dabei ist es egal, ob die UV-Strahlung von der Sonne, aus dem Solarium oder anderen künstlichen UV-Quellen kommt.
Sowohl für Plattenepithelkarzinome als auch für Basalzellkarzinome steigt das Risiko mit der UV-Dosis, der ein Mensch im Lauf seines Lebens ausgesetzt ist. Das Risiko für Basalzellkarzinome erhöht sich außerdem durch wiederkehrende intensive UV-Belastungen. Dazu zählen zum Beispiel Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend.
Kontakt mit Giftstoffen wie Arsen oder Teer kann ebenfalls weißen Hautkrebs auslösen.
Heller Hauttyp: Vor allem Menschen mit einem hellen Hauttyp sind gefährdet, an weißem Hautkrebs zu erkranken. Sie sind besonders empfindlich gegenüber UV-Strahlung.
Bei einigen Vorerkrankungen besteht ebenfalls ein erhöhtes Risiko für weißen Hautkrebs:
Manche Personen haben ein höheres Risiko, Hautkrebs zu entwickeln:
Mit fast 200.000 Neuerkrankungen im Jahr 2018 ist weißer Hautkrebs die häufigste Krebsart in Deutschland. Gleichzeitig sterben an weißem Hautkrebs nur sehr wenige Patienten.
Rund drei Viertel der nicht-melanotischen Hautkrebsformen (weißer Hautkrebs) sind Basalzellkarzinome, bei etwa einem Viertel handelt es sich um Plattenepithelkarzinome.
Basalzellkarzinom: Das Basalzellkarzinom wächst gewöhnlich langsam und meist nur an der Stelle, an der es entstanden ist. Es bildet in der Regel keine Tumorabsiedlungen (Metastasen). Wenn ein Basalzellkarzinom nicht behandelt wird, kann es allerdings weiter wachsen und nach und nach umliegende Gewebestrukturen zerstören.
Plattenepithelkarzinom: Auch das Plattenepithelkarzinom wächst meist nur dort, wo es entstanden ist. Es ist aber etwas aggressiver als das Basalzellkarzinom. Bei etwa 4 von 100 Patienten bildet das Plattenepithelkarzinom Metastasen.
Unbehandelt kann weißer Hautkrebs in das umliegende Gewebe wachsen und es dadurch zerstören.
Das Basalzellkarzinom entsteht im Gegensatz zum Plattenepithelkarzinom ohne eine Vorläuferform.
Weißer Hautkrebs ist vor allem auf eine intensive Belastung mit ultravioletter (UV) Strahlung zurückzuführen. Deshalb ist es besonders wichtig, sich vor zu viel Sonne beziehungsweise UV-Strahlung zu schützen. Dazu gehört auch, auf den Besuch eines Solariums zu verzichten.
Ein konsequenter Sonnenschutz kann das Risiko für weißen Hautkrebs verringern. Sicher verhindern kann man ihn aber nicht.
Folgendes können Sie tun, um sich vor zu starker UV-Strahlung zu schützen:
Eine Einschätzung dazu, wie stark die UV-Strahlung der Sonne in den nächsten Tagen in etwa sein wird, liefert das Bundesamt für Strahlenschutz.
Sonnenschutz
Ab einem Alter von 35 Jahren können gesetzlich Versicherte alle 2 Jahre eine Untersuchung auf Hautkrebs in Anspruch nehmen. Dieses sogenannte Hautkrebs-Screening gehört zum gesetzlichen Krebs-Früherkennungsprogramm.
Bei der Untersuchung betrachtet ein speziell geschulter Arzt die gesamte Haut und die Schleimhäute.
Zusätzlich sollten Sie Ihre Haut regelmäßig selbst untersuchen.
Ärztinnen und Ärzte erkennen weißen Hautkrebs in den meisten Fällen aufgrund der äußeren Erscheinung schon mit dem bloßen Auge. Manchmal kann ihnen ein Auflichtmikroskop (Dermatoskop) dabei helfen, die betroffene Hautstelle genauer zu beurteilen, etwa um andere Haut(krebs)erkrankungen auszuschließen.
Bei Verdacht auf ein Basalzellkarzinom oder ein Plattenepithelkarzinom kann der Arzt eine Gewebeprobe (Biopsie) entnehmen. Der Tumor kann aber auch direkt - ohne vorherige Probeentnahme - chirurgisch entfernt und unter dem Mikroskop untersucht werden.
Weitere Untersuchungen, wie beispielsweise ein Ultraschall oder eine Computertomographie, sind seltener nötig.
Das wichtigste Ziel bei der Behandlung von weißem Hautkrebs ist es, den Tumor vollständig zu entfernen. Hierzu schneidet die Ärztin oder der Arzt den Hautkrebs in der Regel in einer Operation heraus. Unter dem Mikroskop wird sichergestellt, dass der Tumor vollständig herausgenommen wurde.
Ist eine Operation nicht möglich oder vom Patienten nicht gewünscht, kommen andere Behandlungsformen infrage. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn der Tumor an einer gut sichtbaren Stelle im Gesicht aufgetreten ist und eine Operation Narben hinterlassen würde.
Zu den möglichen Behandlungsformen gehören:
Welche Behandlung am besten geeignet ist, hängt unter anderem von Faktoren ab wie:
Ist der Krebs bereits fortgeschritten, kann der Patient spezielle Medikamente einnehmen. Das ist der Fall, wenn der Tumor zerstörend in die Tiefe wächst oder bereits in andere Organe gestreut hat. Die Medikamente können den Hautkrebs - zumindest für eine bestimmte Zeit - zurückdrängen und aufhalten.
Für das fortgeschrittene Basalzellkarzinom stehen sogenannte zielgerichtete Medikamente zur Verfügung. Diese hemmen das Wachstum der Tumorzellen und können damit ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung aufhalten.
Patienten mit fortgeschrittenem Plattenepithelkarzinom können eine Immuntherapie mit einem sogenannten Immun-Checkpoint-Hemmer bekommen.
An die Behandlung von weißem Hautkrebs schließt sich eine Nachsorge an. Sie dient dazu, einen wiederkehrenden oder an einer anderen Stelle neu aufgetretenen Tumor frühzeitig zu erkennen.
Nach dem Ende der Behandlung untersucht eine Ärztin oder ein Arzt die Patienten in regelmäßigen Abständen. Wie groß diese Abstände sind, richtet sich nach dem Rückfallrisiko. Patienten mit einem erhöhten Risiko für das Auftreten weiterer Tumoren werden engmaschiger und über einen längeren Zeitraum nachuntersucht als Patienten mit einem geringen Risiko.
Die Ärztin oder der Arzt begutachtet bei den Nachsorgeterminen die gesamte Haut. Bei Patienten mit Plattenepithelkarzinom werden gegebenenfalls die Lymphknoten per Ultraschall untersucht.
Weitere Untersuchungsmethoden, wie zum Beispiel eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie, setzen Ärzte nur ein, wenn entsprechende Krankheitszeichen bestehen und sie ein Fortschreiten der Erkrankung ausschließen möchten.
Betroffene sollten sich außerdem regelmäßig selbst untersuchen, um einen Rückfall oder weitere Tumore möglichst frühzeitig zu entdecken und behandeln zu können.
Bei den meisten Patientinnen und Patienten mit weißem Hautkrebs ist die Tumorerkrankung gut heilbar und hat keinen Einfluss auf die Lebensdauer.
Krankenhäuser, die besonders viel Erfahrung bei der Behandlung von Patienten mit Hautkrebs haben, können sich dies durch eine Zertifizierung bestätigen lassen. Die Deutsche Krebsgesellschaft prüft dabei regelmäßig die Einhaltung bestimmter fachlicher Anforderungen.
Die Adressen der zertifizierten Zentren finden Sie auf der Internetseite OncoMAP.
Hautkliniken in Deutschland können Sie auch über die Homepage der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft suchen.
Sie haben weitere Fragen zum Umgang mit der Erkrankung im Alltag und zu weiteren Unterstützungsmöglichkeiten?
tags: #Hautkrebs #Kopfhaut #Ursachen #Symptome #Behandlung
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