Bonnie Tyler, die walisische Sängerin mit der unverkennbaren Reibeisenstimme, feierte mit Hits wie „It’s A Heartache“ und „Total Eclipse Of The Heart“ Welterfolge. Ihre Karriere begann vor über 40 Jahren, und bis heute ist sie eine gefeierte Künstlerin. In Interviews spricht sie offen über ihr Leben, ihre Musik und ihre Schönheitsgeheimnisse.
Bonnie Tyler 1986 beim Konzert in Hannover (Quelle: picture alliance / United Archives)
Nach einer missglückten Stimm-OP Ende der Siebziger wurde das raue Organ zum Markenzeichen der Waliserin. Ihre Songs „It’s A Heartache“ und „Total Eclipse Of The Heart“ gehören bis heute zu den kommerziell erfolgreichsten Singles aller Zeiten.
Die 80er verbinden Bonnie Tyler mit großen Erfolgen mit Jim Steinman und aufregenden Zeiten. Wie in den frühen Achtzigern üblich, hatte sie jede Menge Haarspray auf dem Kopf. Sie erinnert sich an eine amüsante Anekdote mit Jürgen Drews in einem italienischen Restaurant in Hamburg. Ich wollte gerade mit den anderen anstoßen, lehnte mich etwas ungeschickt zurück, und mein Haar fing an einer Kerze Feuer. Jürgen Drews sah die Flammen auf meinem Kopf, griff beherzt zur Flasche und verpasste mir spontan eine Champagner-Dusche!
Das Bemerkenswerte war, dass es den Brand wirklich löschte. Jürgen Drews hat also quasi mein Leben gerettet! Sie betont, dass sie seit 1973 glücklich verheiratet ist. Dennoch gibt es ein Foto von ihr aus den Siebzigern Backstage im New Yorker Madison Square Garden mit Jon Bon Jovi und Little Steven, wo die Beiden mich auf Händen tragen.
Auf ihrer neuen Platte singt sie ein Duett mit Rod Stewart. Sie war ja schon immer die weibliche Antwort auf Rod Stewart! Insofern war unser Duett längst überfällig. Ich bin unglaublich stolz, dass Sir Rod Stewart Lust hatte, mit mir zu arbeiten.
Mit Sir Cliff Richard bin ich befreundet. Ich lebe ja die meiste Zeit in Portugal. Auch Cliff hat dort ein Haus. Es sind insgesamt drei Sirs in die Platte involviert. Als er hörte, dass Sir Barry Gibb einen Song für meine Platte geschrieben hatte und Francis Rossi von Status Quo ein Duett mit mir singt, der einen Orden des Britischen Königsreichs besitzt, fragte er fast ein wenig beleidigt: „Was ist mit mir?“ Er hat seinen Gesangspart von „Taking Control“ allerdings in seinem Domizil auf Barbados eingesungen.
Eines Abends sind wir mit Freunden von ihm zum Abendessen gewesen. Und einer der Gäste war Rod Stewards bester Freund aus Schultagen: Ricky Simpson, ein schottischer Millionär. Ich habe ihn angefleht, dass er mich in Kontakt bringt mit Rod. So kam unser Duett überhaupt erst zustande.
Bonnie Tyler unterstützt die #MeToo-Bewegung nicht. Ich interpretiere die Songs nur glaubhaft. Wenn man jung ist, gehört Dating und Flirten doch dazu. Aber bitte mit Respekt! Es ist wichtig, den anderen zu respektieren. Darum geht’s!
Ich fühle mich heutzutage wertgeschätzt und bin so selbstbewusst wie nie! Allein die Tatsache, dass so viele großartige Künstler mit auf meiner Platte sein wollten… Wenn mir das kein Selbstbewusstsein gibt, was dann?
Es gab da allerdings die Geschichte, dass Sie „Simply The Best“ zwei Jahre vor Tina Turner aufnahmen. In Ihrer Version war das Stück ein Totalflopp. Tina Turner war immer mein Idol und ich ihr Riesenfan - insofern war ich niemals verbittert deswegen. Ich lag also nicht völlig falsch.
Es gab auch mal eine Zeit, wo Sie mit Dieter Bohlen im Studio waren. Der Song „Fools Lullaby“ ist aus dieser Zusammenarbeit entstanden. Die Musik der Neunziger war nun mal anders. Deshalb sage ich mal: Es war gut für die Zeit. Alle denken immer, wir würden uns verabscheuen. Ich weiß nicht warum, aber so ist es nicht. Wir kamen prima zurecht.
Meine Mutter hat immer gesagt: „Glaube an dich selbst, und nimm dir, was du haben willst, denn niemand wird es für dich tun!“ Sie hatte eine wundervolle Stimme und sorgte dafür, dass in unserem Haus ständig Musik zu hören war - meistens Opern. Sie hätte es geliebt, selbst auf der Bühne zu stehen - ihre Stimme war gut genug dafür. Aber sie war zu schüchtern und hatte sechs Kinder aufzuziehen. Meinen Wunsch, Sängerin zu werden, hat sie früh erkannt.
Ihren ersten Hit „Lost In France“ hatten Sie im Jahr 1976. Hätten Sie sich damals träumen lassen, den Beruf so lange auszuüben? Nein, meine Karriere war ein Zufall. Ein Talentscout aus London landete im falschen Stockwerk in dem Club in Swansea, in dem ich auftrat. Er hörte mich singen anstatt des Jungen, wegen dem er eigentlich dort war. Ich dachte, wir machen ein paar Hit-Singles, und dann bin ich gestorben. Aber das Schicksal meinte es anders mit mir. Ich kann es selbst nicht glauben, dass ich das nun schon über 40 Jahre mache, denn die Zeit verging wie im Flug. Die Nachtclubs in Wales haben mir eh viel Glück gebracht. Bei einem Auftritt habe ich meinen Mann kennengelernt.
Ich wäre gerne Mutter geworden. Aber Robert und ich waren beruflich immer beschäftigt und mit Ende 30 hatte ich eine Fehlgeburt. Es hat einfach nicht sein sollen. Aber ich habe eine große Familie mit fünf Geschwistern und zahlreichen Nichten und Neffen, das gleicht das aus.
Sie ist heute noch immer viel unterwegs. Aber Liebe bringt dich nach Hause. Die Familie ist das, was zählt. Außerdem ist mein Mann auf Reisen immer dabei. Wir sind seit 45 Jahren verheiratet. Meine Karriere ist sehr prägend für uns beide. Sie hat mich und meinen Mann an schöne, unerwartete Orte geführt. Erst letzte Woche waren wir in Hong Kong und Singapur.
Es geht. Aber ich erinnere mich daran, als ich einmal im Flugzeug von der Stewardess gebeten wurde, für den Piloten „Total Eclipse Of The Heart“ zu singen, weil er unmittelbar vor der Pensionierung stand. Die Stewardessen haben dann um mich herum den Background-Chor gemacht. Das war lustig.
Im deutschsprachigen Raum witzelt man gern, RTL-Moderatorin Frauke Ludowig sei Ihr Gesichtszwilling. Ich bin regelrecht geschockt über diese Ähnlichkeit! Wir haben dasselbe Haar, dieselben Augen - wir sehen echt aus wie Zwillinge! Mein Vater muss sich wohl noch anderweitig vergnügt haben.
Darum, dass Sie sich seit dem 40. Lebensjahr Botox gönnen, haben Sie nie einen Hehl gemacht. Ich unterziehe mich zwei Mal im Jahr einer Botox-Behandlung. Mir ist es zwar wichtig, dass es natürlich aussieht. Aber ich will mir die Falten vom Hals halten.
Ich finde, ich brauche wirklich keine. Aber wenn man mich lang ziehen könnte, so dass ich größer wäre, würde ich’s mir überlegen.
Ich trage jeden Tag falsche Wimpern - egal ob ich arbeite oder nicht. Ich liebe sie. Und ich benutze dunklen und hellen Concealer, um meine Nase optisch schmaler zu schminken (lacht). Das Wichtigste ist aber: Glück strahlt von innen.
Momentan bin ich nicht so gut in Form. Ich trage derzeit Größe 40 bis 42 - ich war immer höchstens eine 38! Ich versuche, Kohlenhydrate wegzulassen. Dumm nur, dass all die schmackhaften Sachen voller Kohlenhydrate sind.
Für Sport habe ich keine Zeit. Nicht mal mehr für das neue Fahrrad, das Zuhause auf mich wartet. Aber was soll’s. Ich bin 67 und will mich wegen ein paar Pfunden mehr oder weniger auch nicht zu sehr stressen.
Ich will das Wembley-Stadium füllen!
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