Haarwuchs nach Rasur: Mythen und Fakten für Männer

Das Rasieren zählt für viele Männer zur täglichen Körperpflege wie das Zähneputzen. Durchschnittlich verbringt ein Mann rund 3350 Stunden seines Lebens damit, sich zu rasieren. Egal, ob Nass- oder Trockenrasur - bei beiden Methoden ist sowohl eine Vor- als auch Nachbehandlung notwendig. Doch wie wirkt sich die Rasur auf den Haarwuchs aus? Gibt es Möglichkeiten, den Haarwuchs zu beeinflussen? Dieser Artikel klärt über Mythen auf und gibt praktische Tipps für eine effektive und schonende Rasur.

Mythen rund um den Haarwuchs nach der Rasur

Der Mythos, dass Haare stärker und dichter nachwachsen, wenn sie regelmäßig geschnitten oder rasiert werden, hält sich hartnäckig. Doch es stimmt nicht. Das Haar an sich besteht aus abgestorbenen Zellen, ist also tote Materie. Wird es geschnitten, erfolgt darüber kein Informationsfluss hin zur Haarwurzel. Eine regelmäßige Rasur hat also keinen Einfluss auf das Haarwachstum. Die Gene und der Hormonhaushalt dagegen schon.

Man kann sich rasieren, so viel und wo immer man will - der Haarwuchs wird dadurch weder angeregt noch wird er stärker. Haare sind tote Materie. Daher fließt auch keine Information von der Haarspitze zurück in die Haarwurzel.

Warum sich das Gerücht von den nach der Rasur schneller wachsenden Haaren trotzdem so hartnäckig hält, hat vielleicht folgenden Hintergrund: Wenn Haare nach dem Rasieren nachwachsen, fühlen es sich oft rau an und die nachwachsenden Haare sind oft dicker und sehen dunkler aus als vorher, vor allem nach einer Erstrasur. Das hat aber folgenden Hintergrund: Wenn sich ein junger Mann zum ersten Mal rasiert, sind die jungen Barthaare an der Spitze noch relativ dünn und weich. Wenn er dieses Haar aber an einer relativ dicken Stelle abschneidet, sieht das nachwachsende Haar kräftiger aus als vorher .

Die Fakten zum Haarwachstum

Der Mensch besitzt rund 5 Millionen Haarfolikel, die auf dem ganzen Körper verteilt und schon bei der Geburt angelegt sind. Sie durchlaufen einen Zyklus aus Haarwachstum- und Haarausfall. Diese Phasen sind genetisch festgelegt und werden durch Faktoren wie Hormone, Immunreaktionen und Stoffe, die auf den lebendigen Teil des Haares einwirken, beeinflusst.

Jedes einzelne Haar am Körper durchlebt einen Zyklus: Zunächst sprießt es schnell, aber mit der Zeit gelangt das Wachstum zum Stillstand. Der Eindruck, dass die Haare nach einer Rasur schneller wachsen, hat einen anderen Grund. Der Rasierer schneidet die Haare an der dicksten Stelle ab, deshalb wirken sie dann beim Nachwachsen oft rauer und so, als ob sie rascher wieder zu spüren sind. Dieser Effekt ist besonders bei jüngeren Männern zu beobachten, da diese zu Beginn ihres Bartwuchses nur einen "dünnen" Flaum haben.

Tatsächlich hat die Rasur keinen Einfluss auf die Dichte oder Stärke des Haarwuchses. Vielmehr wirkt sie auf den sichtbaren Teil der Haare ein und entfernt ihn von der Hautoberfläche. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Haar schneller oder langsamer wächst, sondern lediglich, dass es durch den Schnitt stumpfer erscheinen kann.

Wenn es um das Haarwachstum geht, spielt Testosteron eine wichtige Rolle. Dieses Hormon ist vor allem bei Männern bekannt und kann das Wachstum von Gesichtsbehaarung sowie auch dem Kopfhaar beeinflussen. Bei einer Rasur wird das Haar an der Oberfläche abgeschnitten, jedoch bleibt die Wurzel erhalten. Es gibt viele Mythen darüber, dass nach der Rasur neue Haare dichter und stärker nachwachsen würden, doch dies ist nicht ganz korrekt. Vielmehr entsteht durch die Rasur ein Eindruck von mehr Volumen und Dichte. Dennoch kann Testosteron dafür sorgen, dass das Haar schneller wächst und kräftiger wird.

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Nassrasur vs. Trockenrasur

Rund 58 Prozent der Männer bevorzugen die Nassrasur. Obgleich sie sehr gründlich ist, nimmt sie jedoch viel Zeit in Anspruch. Um eine schonende Rasur zu erzielen und der Klinge weniger Widerstand zu bieten, müssen die Haare weich gemacht werden, weshalb eine Nassrasur immer nach einer warmen Dusche zu empfehlen ist.

Von der Trockenrasur sind rund 42 Prozent aller Männer überzeugt, denn sie erfolgt schneller und hautschonender als die nasse Variante. Bei der Trockenrasur werden die Haare jedoch nicht geschnitten, sondern nur an der Hautoberfläche abgehobelt, die Rasur erfolgt also nicht so gründlich und man sieht die Stoppeln schneller.

Vor- und Nachteile der Nassrasur:

  • Vorteile: Gründliche Rasur, weiche Haut
  • Nachteile: Zeitaufwendig, erhöhtes Risiko für Hautirritationen

Vor- und Nachteile der Trockenrasur:

  • Vorteile: Schnell, hautschonend
  • Nachteile: Weniger gründlich, Stoppeln schneller sichtbar

Tipps für eine effektive Rasur

Egal wie oft zum Rasierer gegriffen wird, jede Rasur (egal ob Nass oder Trocken) benötigt eine anschließende Pflege, um die Haut beispielsweise vor Rasurbrand zu schützen.

Vorbereitung:

Um eine effektive Rasur zu erreichen, gibt es einige Tipps und Tricks, die beachtet werden sollten. Zunächst sollte die Haut gut vorbereitet sein. Eine warme Dusche oder ein warmes Handtuch auf dem Gesicht können helfen, die Poren zu öffnen und das Barthaar weicher zu machen. Auch die Wahl des richtigen Rasierers spielt eine wichtige Rolle. Ob Rasierhobel oder elektrischer Rasierer - jeder Mann hat hier seine individuellen Vorlieben. Wichtig ist jedoch immer, dass der Rasierer scharfe Klingen besitzt und in einem guten Zustand ist.

Rasieröl, -creme, -schaum oder -gel weichen Bartstoppeln auf. Bei besonders empfindlicher Haut ist ein Rasieröl ratsam, welches in die feuchte Haut einmassiert wird. Das Öl stellt die Bartstoppeln auf und macht sie zusätzlich geschmeidig. Männer, die kein Rasieröl verwenden, sondern auf Rasiercreme, -schaum oder -gel zurückgreifen, sollten das jeweilige Produkt einige Minuten einziehen lassen, um eine aufquellende Wirkung zu erzielen. Erst danach sollte mit der eigentlichen Rasur begonnen werden.

Vor der Rasur sollte außerdem ein so genanntes Pre-Shave aufgetragen werden. Dieses richtet die Barthaare auf und enthält zudem noch antiseptische Wirkstoffe zum Schutz vor Entzündungen.

Rasurtechnik:

Am besten ist es, die Haut beim Rasieren mit der Hand zu spannen und die Klinge sanft und ohne Druck in Haarwuchsrichtung gleiten zu lassen. Bei sehr starkem Bartwuchs ist ein weiterer Gang gegen den Strich zu empfehlen. Diese Technik erfordert etwas Übung, da die Haut gestrafft werden muss. Zwar ist eine Rasur gegen den Haarwuchs gründlicher, sie kann aber auch zu einer schnelleren Hautirritation führen. Wurden die Bartstoppeln entfernt, sollten Schaumreste mit kühlem Wasser abgespült werden, da sich die Poren so besonders gut schließen.

Nachbehandlung:

Unabhängig von Nass- oder Trockenrasur empfiehlt sich bei beiden Methoden eine anschließende Pflege. Die Haut ist gereizt und muss nun mit Produkten beruhigt werden, die auf die speziellen Bedürfnisse abgestimmt sind. Bei einer Nassrasur sollte unbedingt auf Produkte mit Alkoholgehalt verzichtet werden. Diese trocknen nämlich die Haut aus und brennen auf den frisch rasierten Stellen. Jedoch beansprucht auch die Benutzung eines Elektrorasierers die Haut, weswegen diese mit pflegenden Essenzen angereichert werden sollte. Ein schonender Balsam ohne Alkohol, aber mit pflegenden Inhaltsstoffen wie Aloe oder Glyzerin ist hingegen bei empfindlicher Haut zu empfehlen. Bei normaler Haut pflegen und beruhigen fettfreie Fluide am besten.

Unerwünschte Nebenwirkungen und wie man sie vermeidet

Auch wenn die Rasur als solche keine Auswirkung auf die Anzahl der Haare hat, birgt es dennoch Nebenwirkungen. So wachsen die Haare z. B. am Hals, in der Bikinizone, am Po und an den Ober- und Unterschenkeln gerne ein, was in Folge häufig zu schmerzhaften Entzündungen führt.

Eingewachsene Haare:

Eingewachsene Barthaare können sehr unangenehm und schmerzhaft sein. Diese entstehen aufgrund eines erblich bedingten flachen Wuchswinkels. Hierbei treten die Haare schräg aus der Haut aus und wachsen in unmittelbarer Umgebung wieder ein. Um eingewachsene Haare zu vermeiden, ist es ratsam, diese nicht zu kurz zu rasieren, unabhängig davon, ob nass oder trocken rasiert wird. Sollte sich die betroffene Stelle entzünden, ist ein Hautarzt zu empfehlen.

Rasurbrand:

Rasurbrand tritt häufig dann auf, wenn nach einer Nass- oder Trockenrasur die falschen oder gar keine Hautpflegeprodukte verwendet wurden. Dabei entsteht ein Brennen und Jucken der Haut, die zudem Rötungen und Reizungen aufweist. Oft geht Rasurbrand mit der Entstehung rötlicher Rasierpickel einher, die meist erst nach einigen Tagen wieder abklingen. Sollte sich das Hautbild binnen kurzer Zeit nicht bessern oder treten gar zusätzliche Entzündungen der Haarfollikel auf, ist ein Hautarzt aufzusuchen. Auf das Rasieren sollte in dieser Zeit verzichtet werden.

Alternativen zur herkömmlichen Rasur

Eine Nassrasur ist eine beliebte Methode, um unerwünschte Haare zu entfernen. Es gibt jedoch auch einige Nachteile, wie beispielsweise Hautirritationen und eingewachsene Haare. Aus diesem Grund suchen viele Menschen nach Alternativen zur herkömmlichen Rasur. Eine Option ist der Rasierhobel, der aus Edelstahl besteht und langlebig ist. Ein weiteres Produkt sind Rasiermesser, die von erfahrenen Männern oft bevorzugt werden.

Hier ist eine Tabelle, die die verschiedenen Methoden vergleicht:

Methode Vorteile Nachteile
Nassrasur Gründlich, weiche Haut Zeitaufwendig, Hautirritationen möglich
Trockenrasur Schnell, hautschonend Weniger gründlich
Rasierhobel Langlebig, präzise Erfordert Übung
Rasiermesser Sehr gründlich Hohes Verletzungsrisiko, erfordert Erfahrung

Welchen Weg man einschlägt, um seine Haare zu entfernen, bleibt jedem selbst überlassen. Fakt ist aber, dass die feine Spitze abgeschnitten wird und dadurch das Haar dicker erscheint.

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