Ursachen und Behandlung von übermäßigem Haarwuchs am Hals bei Frauen

Überflüssige Haare am Körper, insbesondere im Gesicht, können sehr störend sein. Besonders unerwünscht sind Haare, die plötzlich an Stellen auftreten, wo sie normalerweise nicht hingehören, wie beispielsweise am Kinn. Obwohl man diese Haare entfernen kann, stellt sich die Frage, ob ein plötzliches Auftreten von Haaren nicht auf ein tieferliegendes Problem hindeutet. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von übermäßigem Haarwuchs bei Frauen und bietet Informationen zu Behandlungsmöglichkeiten.

Ist Haarwachstum am Kinn normal?

Alle Frauen haben eine gewisse Menge an Haaren am Kinn, die meist dünn und hell sind. Es ist auch normal, wenn gelegentlich einige größere, dunklere Härchen sprießen, die umgangssprachlich als "Hexenhaare" bezeichnet werden. Diese werden durch männliche Hormone wie Androgene oder Testosteron verursacht, die Frauen auf natürliche Weise in geringen Mengen produzieren. Ein übermäßiges Wachstum von Haaren am Kinn, die dunkler und dicker als gewöhnlich sind, kann jedoch ein Zeichen für ein Problem sein.

Die wichtigsten Ursachen für verstärktes Haarwachstum am Kinn

  1. Insulinresistenz oder Diabetes Typ 2: Eine Insulinresistenz kann den Testosteronspiegel im Blut erhöhen, was zu vermehrtem Haarwuchs führen kann. Anzeichen für Diabetes Typ 2 oder eine Insulinresistenz sind extremer Durst und übermäßiges Wasserlassen.
  2. Syndrom der polyzystischen Eierstöcke (PCOS): Laut dem Amt für Frauengesundheit (OWH) sind etwa zehn Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter von Zysten betroffen, die an den Eierstöcken wachsen und die Reifung von Eiern verhindern. PCOS kann sich auf den Hormonspiegel auswirken und nicht nur zu Gewichtszunahme und Akne, sondern auch zu erhöhtem Haarwachstum führen.
  3. Eierstock- oder Nebennierentumore: Diese Tumore können die Produktion von Androgenen im Körper steigern. Zusätzliche Symptome können Beckenschmerzen und extrem unregelmäßige Periodenblutungen sein.
  4. Cushing-Syndrom: Diese hormonelle Störung kann das Ergebnis eines dauerhaft zu hohen Cortisolspiegels im Blut sein. Ein Hinweis wären viele dunkle und borstige Haare am Kinn. Weitere Symptome sind Pergamenthaut, Akne und eine extreme Gewichtszunahme.
  5. Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft spielen die Hormone verrückt, und der Testosteronspiegel kann steigen, was zu vermehrtem Haarwuchs führen kann.
  6. Häufig harmlos: Hormonelle Veränderungen, Wechseljahre, starke Gewichtsabnahme oder -zunahme können den Östrogenspiegel durcheinanderbringen und zu Hexenhaaren führen.

Neben den genannten Ursachen gibt es weitere Faktoren, die übermäßiges Haarwachstum verursachen können:

  • Hormonelles Ungleichgewicht: Frauen, die einen hohen Anteil an männlichen Hormonen produzieren, leiden möglicherweise an PCOS. Auch das Cushing-Syndrom kann hormonelle Ungleichgewichte verursachen.
  • Medikamente: Bestimmte Medikamente können übermäßiges Haarwachstum anregen.
  • Genetik: Übermäßiges Haarwachstum kann verstärkt in Familien auftreten.
  • Stress: Lange, ununterbrochene Stressperioden können zu übermäßigem Haarwuchs führen.

Hypertrichose und Hirsutismus

Es ist wichtig, zwischen Hypertrichose und Hirsutismus zu unterscheiden:

  • Hypertrichose: Eine androgenunabhängige Zunahme des Haarwuchses, bei der Alter oder Geschlecht keine Rolle spielen.
  • Hirsutismus: Ein sehr starker Haarwuchs bei Frauen, der eher dem männlichen Behaarungsmuster entspricht. Charakteristisch sind etwa ein „Damenbart“ oder Haare an Brust und Rücken.

Diagnose und Behandlung von übermäßigem Haarwachstum

Wenn sich das eigene Haarwachstum plötzlich verändert, ist es ratsam, sich medizinisch behandeln zu lassen. Je nach Befund können Fachärzte Medikamente verschreiben. Es gibt verschiedene Methoden zur Behandlung von übermäßigem Haarwachstum:

  1. Medikamentöse Behandlung:
    • Antibabypillen mit antiandrogenen Gestagenen.
    • Insulin-Sensitizer wie Metformin.
    • Vaniqa® Creme zur Verlangsamung des Haarwachstums im Gesicht.
  2. Kosmetische Haarentfernung:
    • Rasieren
    • Enthaarungscremes
    • Bleichen
    • Wachsen
    • Auszupfen
  3. Dauerhafte Haarentfernung:
    • Laser-Haarentfernung: Eine effektive und dauerhafte Lösung, bei der ein konzentrierter Lichtstrahl die Haarfollikel schädigt.
    • Elektroepilation: Dabei werden die Haare mit den Haarwurzeln herausgedreht.

Die Laser-Haarentfernung gilt als effektivste und dauerhafte Lösung. Dabei wird ein konzentrierter Lichtstrahl verwendet, der die Haarfollikel schädigt. Beschädigte Haarfollikel können keine Haare mehr produzieren. Für die dauerhafte Haarentfernung mittels Laser sind in der Regel fünf bis sieben Behandlungen notwendig. Diese effiziente Methode entfernt unerwünschte Behaarung im Gesicht, unter den Achseln, an Armen und Beinen, am Rücken sowie im Intimbereich. Auch der Hals kann problemlos gelasert werden.


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Die besten Ergebnisse erzielt die Laser-Haarentfernung bei der Kombination aus dunklem Haar und heller Haut. So können die Absorption von Lichtenergie und eine dauerhafte Schädigung der Haarwurzeln am besten erreicht werden. Daher ist gebräunte Haut weniger für die Laserbehandlung geeignet. Darüber hinaus sollten Körperhaare vor der dauerhaften Entfernung nicht gezupft oder epiliert werden. Empfehlenswert ist es, den behandelten Bereich immer zwei Wochen lang vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen sowie einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30 aufzutragen.


Methode Beschreibung Vorteile Nachteile
Rasieren Abschneiden der Haare an der Hautoberfläche Schnell, einfach, kostengünstig Kurzfristige Ergebnisse, Hautreizungen möglich
Enthaarungscremes Chemische Auflösung der Haarstruktur Schmerzfrei, einfach anzuwenden Kurzfristige Ergebnisse, Hautreizungen möglich
Wachsen/Sugaring Entfernung der Haare mit Wurzel Länger anhaltende Ergebnisse Kann schmerzhaft sein, Hautreizungen möglich
Laser-Haarentfernung Zerstörung der Haarfollikel durch Laser Dauerhafte Ergebnisse Mehrere Behandlungen notwendig, teuer
Elektroepilation Zerstörung der Haarfollikel durch Strom Dauerhafte Ergebnisse Zeitaufwendig, kann schmerzhaft sein

Es ist wichtig, die Ursache für übermäßigen Haarwuchs zu ermitteln und die geeignete Behandlungsmethode zu wählen. Eine medizinische Beratung kann helfen, die beste Vorgehensweise zu bestimmen.

Hirsutismus ist für viele Betroffene nicht nur eine körperliche, sondern auch eine große psychische Belastung. Betroffene Frauen schämen sich oft für ihre starke Behaarung, fühlen sich unattraktiv und verwenden viel Zeit für die Entfernung ihrer Körperbehaarung. Dies kann in manchen Fällen sogar zu sozialem Rückzug und psychischen Erkrankungen führen.

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