Haarausfall ist eine belastende Nebenwirkung, die im Zusammenhang mit Leukämie und deren Behandlung auftreten kann. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieses Themas, von den Ursachen bis hin zu den Möglichkeiten, mit dem Haarverlust umzugehen.
Haarausfall kann verschiedene Ursachen haben und für Betroffene sehr belastend sein.
Haarausfall gehört zu den typischen Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Allerdings führt nicht jede Chemotherapie zwangsläufig zu Haarverlust. Es ist wichtig zu wissen, welche Medikamente mit einem erhöhten Risiko für Haarausfall verbunden sind.
Etwa 1 bis 4 Wochen nach Therapiebeginn können die Haare mehr oder weniger stark ausfallen. Der Grund dafür ist, dass eine Chemotherapie auf Zellen wirkt, die sich schnell und häufig teilen. Dazu zählen neben Krebszellen auch Haarwurzelzellen.
Im Folgenden werden Beispiele für Zytostatika genannt, bei denen Patientinnen und Patienten sehr häufig, gelegentlich oder selten ihre Haare verlieren:
Meist verlieren die Patientinnen und Patienten nach einer Chemo alle Haare auf dem Kopf. Die Haare fallen in der Regel aber nicht alle auf einmal aus, sondern nach und nach, manchmal auch büschelweise.
Das Risiko für Haarverlust erhöht sich beispielsweise, wenn:
Der unfreiwillige Verlust der Haare kann sehr belastend sein. Folgende Maßnahmen können Ihnen den Umgang damit erleichtern:
Wichtig zu wissen: Die Haare fangen meist wieder an nachzuwachsen, wenn die Krebsmedikamente im Körper abgebaut sind: in der Regel innerhalb von 3 bis 6 Monaten.
Verschiedene Kopfbedeckungen können helfen, den Haarausfall zu kaschieren und das Selbstbewusstsein zu stärken.
Die chronisch lymphatische Leukämie (CLL) ist die häufigste Form von Blutkrebs (Leukämie) in den westlichen Ländern. Bei der CLL verändern sich die sogenannten B-Lymphozyten - sie entarten. Aufgrund einer Mutation sterben sie nicht mehr ab, sondern leben wesentlich länger als gesunde B-Lymphozyten. Sie sammeln sich im Körper an und beeinträchtigen die Funktion der gesunden Blutzellen.
Erste Krankheitszeichen treten häufig in Form von schmerzlosen Lymphknotenschwellungen auf. Im Verlauf der Erkrankung können sogenannte B-Symptome auftreten. Sie sind die Folge der rasch zunehmenden Anzahl an Tumorzellen und einer Beeinträchtigung des blutbildenden Systems sowie des Immunsystems. Dazu gehören Fieber (über 38 °C), Nachtschweiß und ungewollter Gewichtsverlust (mehr als zehn Prozent in sechs Monaten).
Mit gängigen medikamentösen Therapien ist die CLL nach derzeitigem Kenntnisstand bisher nicht heilbar. Dennoch können viele Betroffene mit guter Lebensqualität ein normales Lebensalter erreichen. Wenn die CLL keine Symptome verursacht, ist keine sofortige Therapie nötig. Das Behandlungsteam beobachtet sorgfältig die Erkrankung und wartet ab, genannt „Watch and Wait“.
Wie bei allen Therapien können auch bei der Behandlung der CLL verschiedene Nebenwirkungen auftreten. Die Nebenwirkungen einer CLL-Therapie sind von der gewählten Behandlungsart abhängig und von Person zu Person unterschiedlich.
Mögliche Nebenwirkungen einer Immunchemotherapie sind:
Die Haarzell-Leukämie (HZL) ist eine seltene Krebserkrankung. Sie geht von den sogenannten B-Lymphozyten aus, einer Untergruppe der weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Der Name „Haarzell-Leukämie“ leitet sich vom Aussehen der erkrankten Blutzellen ab: Diese haben zahlreiche feine Ausläufer und sehen dadurch aus, als hätten sie Haare.
Die Haarzell-Leukämie ist eine chronische Krebserkrankung, die in der Regel langsam verläuft. Die meisten Betroffenen bemerken zunächst lange Zeit wenig von ihrer Erkrankung. Nach und nach verdrängen die Krebszellen ("Haarzellen") bei den meisten Erkrankten die gesunden Blutzellen, also die normalen weißen und roten Blutkörperchen sowie die Blutplättchen.
Sie löst unterschiedliche Symptome aus: Der Mangel an roten Blutkörperchen verursacht eine Blutarmut (Anämie). Typische Anzeichen dafür sind Schwäche, Müdigkeit, verringerte Belastbarkeit und blasse Haut. Das Fehlen funktionstüchtiger weißer Blutzellen schwächt das Immunsystem: Die Patienten sind anfälliger für Infekte. Das Defizit an Blutplättchen erhöht die Blutungsneigung: Es kommt zum Beispiel leicht zu Zahnfleisch- oder Nasenbluten. Auch bilden sich schneller blaue Flecken (Hämatome).
Solange eine Haarzell-Leukämie keine Beschwerden macht und die Zahl der gesunden Blutzellen noch nicht vermindert ist, heißt es: Abwarten und beobachten. In diesem Krankheitsstadium ist also keine Therapie nötig. Wenn die Messwerte der Blutzellen sinken und/oder Beschwerden auftreten, empfiehlt es sich, die Behandlung zu beginnen. Meist leitet der Arzt eine Chemotherapie ein.
In bestimmten Fällen kommen weitere Therapiemöglichkeiten infrage: Ein Beispiel ist der Wirkstoff Interferon-alpha. Eine andere Therapieoption bei Haarzell-Leukämie ist eine Immuntherapie mit sogenannten monoklonalen Antikörpern (wie Rituximab). Manchmal ist es bei Haarzell-Leukämie sinnvoll, eine Chemotherapie (mit Purin-Analoga) und eine Immuntherapie (mit Rituximab) miteinander zu kombinieren. Mediziner sprechen dann von einer Chemoimmuntherapie.
Der Haarausfall ist für viele Menschen eine der schwersten Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Es gibt einige Wege, mit diesen Belastungen umzugehen:
Eine Möglichkeit ist auch, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen oder bei einer Psychoonkologin oder einem Psychoonkologen Unterstützung zu suchen und über die Sorgen und Ängste zu sprechen, die mit dem Haarausfall zusammenhängen.
Bis die Haare wieder komplett nachgewachsen sind, pflegt man sie am besten sehr schonend.
| Zytostatika | Häufigkeit des Haarausfalls |
|---|---|
| Cyclophosphamid | Sehr häufig |
| Daunorubicin | Sehr häufig |
| 5-Fluorouracil | Gelegentlich |
| Capecitabin | Selten |
tags: #Haarausfall #Leukämie #Ursachen
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