Die Pubertät ist eine Zeit großer Veränderungen, die nicht nur den Körper, sondern auch die Haare betreffen. Viele Jugendliche bemerken in dieser Phase Veränderungen in der Struktur, Farbe und Dichte ihrer Haare. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für diese Veränderungen und gibt Tipps zur richtigen Haarpflege.
Unser Haarwachstum wird durch verschiedene Hormone gesteuert, um einen gleichmäßigen Haarbestand zu erhalten. Der Haarzyklus besteht aus drei Phasen:
Der Zyklus der einzelnen Haare verläuft nicht synchron, sodass zu jeder Zeit Haare in unterschiedlichen Zyklusphasen vorhanden sind. Dadurch bleibt der Haarbestand immer gleichmäßig.
Wie lange genau die einzelnen Phasen dauern und wie oft ein Haarfollikel einen Haarzyklus durchlaufen kann (normalerweise etwa 10 bis 30 Mal), ist genetisch bedingt und dadurch individuell unterschiedlich.
Der Haarzyklus gilt nicht nur für Kopfhaare, sondern verläuft bei allen anderen Körperhaaren auf die gleiche Weise.
Während der sichtbare Teil des Haars Haarschaft genannt wird, befinden sich die für das Wachstum wichtigen Bestandteile unter der Haut, von der Lederhaut (Dermis) bis in die Unterhaut (Subcutis) reichend.
Der Haarschaft mündet in die Haarwurzel, die vom Haarfollikel umgeben ist. Am unteren Ende ist das Haar knotig verdickt - dieser Teil wird Haarzwiebel genannt.
Von unten reicht die Haarpapille in die Haarzwiebel hinein. In der Haarpapille befinden sich Blutgefäße, über die das Haar mit Nährstoffen versorgt wird.
In dieser Region sitzen auch die Keratinozyten, also die Zellen, die neue Haarsubstanz produzieren. Die Melanozyten, die den Farbstoff der Haare herstellen, geben diesen hier in die Haarzwiebel ab.
Damit das Haar gut wachsen kann, benötigt es in der Wachstumsphase viele Vitamine und Spurenelemente, Mineralien und Makronährstoffe wie Proteine und Fette. Zu den wichtigsten Stoffen gehören zum Beispiel Eisen, Biotin, Zink und Selen.
In der Telogenphase befinden sich etwa 14 Prozent aller Haare auf dem Kopf, sie dauert rund drei Monate an.
Durch die Telogenphase fallen jeden Tag bis zu 100 Kopfhaare aus.
In der Pubertät steigt die Produktion von Sexualhormonen. Bei Jungen ist das vor allem Testosteron, während bei Mädchen Östrogen und Progesteron zunehmen. Auch die Androgene - eine Gruppe männlicher Hormone - sind bei beiden Geschlechtern aktiv. Diese hormonellen Veränderungen können die Haarstruktur beeinflussen.
Viele Jugendliche erleben, dass ihre ehemals glatten Haare zu lockigen Wellen werden oder umgekehrt. Das liegt an hormonellen Veränderungen, die den Wachstumswinkel der Haarfollikel beeinflussen. Ein runder Follikel produziert glattes Haar, während ein ovaler Follikel welliges Haar und ein stark ovaler oder leicht gekrümmter Follikel lockiges Haar hervorbringt.
Mit dem Anstieg der Sexualhormone beginnt der Körper, mehr Terminalhaare zu produzieren. Das bedeutet, dass auch das Kopfhaar dicker, stärker und besser pigmentiert wird. Plötzlich fühlt sich das Haar nicht nur anders an, sondern braucht auch viel mehr Pflege!
Die erhöhte Talgproduktion auf der Kopfhaut kann dazu führen, dass die Haare schnell fettig aussehen. Sie liegen oft flach an und verlieren ihr Volumen.
Außerdem kannst du feststellen, dass deine Haarfarbe sich leicht verändert. Besonders blonde Kindheitsfrisuren neigen dazu, dunkler zu werden, wenn die hormonelle Reifung einsetzt. Das geschieht, weil die Melaninproduktion ansteigt, wodurch das Haar pigmentierter wird. Es kann sogar sein, dass du einen leicht rötlichen oder aschigen Unterton in deinem Haar entdeckst.
Insgesamt ist die Pubertät ein Wendepunkt für deine Haarpracht: Neue Strukturen, andere Pflegebedürfnisse und manchmal ganz schöne Herausforderungen. Egal, ob du mit Locken kämpfst, dickeren Strähnen zurechtkommen oder einfach einen neuen Look ausprobieren möchtest - du bist nicht allein! Alle durchleben diese Haar-Herausforderungen. Am Ende wirst du deine persönliche Haaridentität finden.
Neben hormonellen Veränderungen können auch andere Faktoren die Haarstruktur beeinflussen:
Haarausfall bei Teenagern kann verschiedene Ursachen haben:
Um übermäßigen Haarverlust zu beheben, ist es essenziell, die Ursache zu finden. Nur dann kann eine passende Therapie eingeleitet und unnötige, zeitraubende blinde Therapieversuche vermieden werden. Es ist deshalb wichtig, einen Experten für Haarausfallbehandlungen aufzusuchen - je früher, desto besser, denn je länger der Haarzyklus gestört ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Haarwurzeln irreversibel geschädigt werden.
Ist die Ursache des Haarausfalls gefunden, können die Haarwurzeln durch eine entsprechende Behandlung wieder aktiviert werden. Dazu kann zum Beispiel eine Infusionstherapie infrage kommen, bei der gezielt die fehlenden Nährstoffe in die Blutbahn gegeben werden. Auch bioregenerative Therapien sind begleitend möglich, beispielsweise eine PRP-Therapie (PRP= Platelet Rich Plasma oder Plättchenreiches Plasma).
Die möglichen Therapieoptionen sind bei jedem Patienten individuell und können durch ein persönliches Beratungsgespräch ermittelt und geklärt werden.
Um die Haare gesund und kräftig zu halten, sollten folgende Tipps beachtet werden:
Unter Hirsutismus versteht man einen sehr starken Haarwuchs bei Frauen, der eher dem männlichen Behaarungsmuster entspricht. Charakteristisch sind etwa ein „Damenbart“ oder Haare an Brust und Rücken.
Frauen mit Hirsutismus haben meist mehr männliche Geschlechtshormone im Körper als Frauen ohne Hirsutismus.
Die häufigste Ursache ist das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS), eine Hormonstörung der Eierstöcke.
Unerwünschte Haare lassen sich kosmetisch, wie durch Rasieren oder mit Licht (Photoepilation), entfernen.
Auch eine Behandlung mit Medikamenten ist möglich, dies dauert aber eine längere Zeit.
Was sind die Anzeichen von Hirsutismus? Zudem wachsen die Haare im Genitalbereich oft bis auf den Oberbauch oder die Innenseiten der Oberschenkel.
Welche Ursachen für Hirsutismus gibt es? Auch Frauen haben männliche Geschlechtshormone (Androgene) im Körper, aber in der Regel deutlich weniger als Männer.
Nimmt der Anteil an Androgenen im Körper der Frau zu, kann es zu einer solchen eher für Männer typischen Ausprägung der Körperbehaarung kommen.
Mit bis zu 80 Prozent ist das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) die häufigste Ursache für einen ausgeprägten Hirsutismus.
Bei einem mild ausgeprägten Hirsutismus ist eine Behandlung - rein medizinisch betrachtet - meist nicht nötig. Ob der übermäßige Haarwuchs stört oder nicht, ist individuell sehr unterschiedlich.
Um die Haare dauerhaft und sachgerecht entfernen zu lassen, kann man eine Fachärztin oder einen Facharzt aufsuchen. Hier kommen zwei Methoden infrage: die Photoepilation und die Elektrolyse.
Bei Frauen mit einem sehr ausgeprägten Hirsutismus kommen die Haare trotzdem oft wieder zurück. Dann können zusätzlich Medikamente helfen.
Hormonelle Verhütungsmittel mit Östrogen und Gestagen wie die Antibabypille können die Menge männlicher Geschlechtshormone im Körper senken. Sie eignen sich jedoch nur für Frauen, die aktuell nicht schwanger werden möchten.
Die Pubertät ist das Startsignal für die Entwicklung der sogenannten geschlechtsspezifischen Körperbehaarung. Das bedeutet, dass Jungs und Mädchen an neuen Stellen Haare wachsen.
In der Regel beginnen bei Jungs im Alter von 10 Jahren die ersten Schamhaare zu wachsen. Du wirst feststellen, dass diese auf deinem Hodensack und um deine Peniswurzel herum zu sprießen beginnen. Dein Schamhaar kann gerade nach unten oder trapezförmig wachsen.
Die ersten Achselhaare kommen meist erst nach der Schambehaarung - etwa im Alter von 13 Jahren.
Der Bartwuchs startet bei den meisten jungen Männern im Alter zwischen 15 und 19 Jahren.
Als junger Mann bekommst du sehr wahrscheinlich auch Haare auf der Brust. Die Brustbehaarung setzt bei jungen Männern erst gegen Ende der Pubertät ein. Das ist normalerweise im Alter von 16 oder 17 Jahren.
Bei Mädchen kommen im Verlauf der Pubertät zum Beispiel deine Schamhaare zum Vorschein. Vielleicht entdeckst du die ersten Härchen bereits mit acht Jahren. Es kann aber auch dauern bis du vierzehn bist. Die Haare in deinem Intimbereich wachsen in der Form eines Dreiecks und bedecken deinen Schamhügel. Am Anfang wachsen die Schamhaare nur vereinzelt. Mit der Zeit werden sie immer mehr.
Bei den meisten Mädchen wachsen die Achselhaare etwas später als die Schamhaare. Das gilt auch für die Haare auf deinen Beinen.
Manche Mädchen bekommen auch Haare über der Oberlippe. Auch das ist kein Grund, sich zu schämen. Der zarte Flaum wird auch Damenbart genannt.
In den vergangenen Jahrzehnten ist es zunehmend in Mode gekommen, die Körperbehaarung zu entfernen. Ob Rasieren, Wachsen oder Epilieren - nicht selten wird jedes noch so kleine Haar mühevoll beseitigt.
Entfernen oder sprießen lassen: Das Thema treibt besonders junge Menschen um und wird in den Medien, unter Freundinnen und Freunden und im Internet heiß diskutiert.
Ob man den Intimbereich oder auch die restliche Körperbehaarung entfernt, ist nicht nur ein Trend, sondern hat auch mit dem Kulturkreis zu tun, in dem man lebt.
Mittlerweile ist es auch bei vielen Männern in Mode, sich die Schambehaarung zu rasieren. Das hat vor allem optische Gründe: Ist das Schamhaar entfernt, wirkt der Penis größer.
Wie und ob du deine Körperbehaarung trimmst, rasierst oder natürlich wachsen lässt, ist also auch von der Mode und dem Zeitgeist beeinflusst.
Im Rahmen der Studie äußerte sich zu diesem Thema zum Beispiel Dr. Tami S. Rowen. „Viele Frauen denken, dass sie schmutzig und unrein sind, wenn sie ihre Schambehaarung nicht entfernen“, so Rowen. Aus den Ergebnissen der Studie geht hervor, dass das stark bezweifelt werden darf. Immerhin ist laut einer weit verbreiteten Annahme das Gegenteil der Fall: So schütze die Intimbehaarung die Vagina davor, dass Bakterien in sie eindringen. Zudem seien die Härchen eine Art Schweißfänger und verhindern das Herausbilden von Pilzen.
Univ. Prof. Dr. Armin Witt von der Universitätsklinik für Frauenheilkunde an der Medizinischen Universität Wien kann der Intimrasur hingegen durchaus etwas abgewinnen - sowohl bei Frauen als auch bei Männern: „Ich denke, dass die Intimrasur sich positiv auf die Intimhygiene auswirkt, weil Schamhaare relativ schwierig von Krankheitserregern zu befreien sind“, so Witt.
Wie du siehst, gibt es in Sachen Intimrasur Pros und Contras. Letztlich musst du auch hier selbst entscheiden, ob du dich dort rasieren willst oder nicht.
Beim Rasieren, Epilieren und Wachsen solltest du eines wissen: Alle drei Methoden können zu Hautirritationen führen. Da durch kleine Wunden und unsaubere Klingen leicht Keime eindringen und so eine Entzündung verursachen können, solltest du auf eine ruhige Hand und eine saubere Rasierklinge achten. Wie viel Haare du wo trimmst oder rasierst, bleibt dir überlassen.
Tipps für die Intimrasur:
| Empfehlung | Beschreibung |
|---|---|
| Erst trimmen, dann rasieren | Noch ehe du den Rasierer samt Rasierschaum verwendest, kürze die Haare mit einem hochwertigen Trimmer. Das verhindert, dass dein Rasierer zu schnell stumpf wird. Ist der Rasierer zu stumpf, drückst du stärker und verletzt dich leichter. |
| Verwende Rasiergel oder Rasierschaum | Der Rasierschaum und das Gel sorgen dafür, dass die harten Schamhaare weich werden. Dann kannst du sie einfacher rasieren. Lass den Schaum oder das Gel also einige Minuten einwirken. |
| Tausche die Rasierklinge regelmäßig aus | Sobald du ein Ziepen beim Rasieren spürst, ist es Zeit, den Rasierer auszutauschen. Machst du das nicht, erwischst du nicht auf Anhieb alle Haare und benötigst länger. Außerdem ist es wahrscheinlicher, dass einige Haare nicht geschnitten, sondern ausgerissen werden - und das kann etwas wehtun. |
| Rasiere nicht gegen den Strich | Rasiere immer in Wuchsrichtung. Alles andere reizt die Haut. |
| Zieh deine Haut straff | Wenn du die Haut beim Rasieren straffziehst, kann diese nicht zwischen die Klingen geraten. Passiert es doch, können schmerzhafte Schnitte entstehen. |
| Verwende kaltes Wasser und Aftershave | Kaltes Wasser auf der rasierten Stelle kühlt und beruhigt die Haut. Es bilden sich anschließend weniger Pickel. Zudem kommt es zu weniger Rötungen. Um deine Haut zu beruhigen, kannst du überdies ein Aftershave auftragen. |
Wie oft du deine Körperbehaarung entfernst, hängt von der Geschwindigkeit ihres Wachstums ab. Das ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Auch dein persönlicher Geschmack spielt eine Rolle. Wenn du immer „babyglatte“ Haut haben willst, musst du öfter ran. Wenn dich kurze Stoppeln nicht stören, entfernst du deine Haare seltener.
Im europäischen Kulturkreis ist es nicht verboten, dass sich Jungs und Mädchen im Intimbereich rasieren. Das heißt: Nein, du musst deine Eltern nicht um Erlaubnis fragen. Wenn du zur Haarentfernung allerdings in ein professionelles Studio gehen willst, benötigst du oft eine Einverständniserklärung deiner Eltern.
Während der Pubertät gibt es viele körperliche Veränderungen. Einige Veränderungen bemerkst du, weil sie sichtbar werden. Andere laufen unsichtbar im Inneren deines Körpers ab.
Bei Mädchen und Personen mit Eierstöcken sind die Hormone Östrogen und Gestagen, die in den Eierstöcken produziert werden, für körperliche Veränderungen in der Pubertät verantwortlich.
Auch dann ist verstärkte Körperbehaarung eine sichtbare Veränderung, die mit der Pubertät einhergeht. Achsel- und Vulvelippenhaare beginnen zu wachsen. Außerdem wird die Figur weiblicher. Das Brustwachstum setzt ein, die Hüften werden breiter und die Person bekommen eine Taille.
Nicht sichtbar ist zunächst die Eizellreifung, die in den Eierstöcken beginnt. Ab diesem Zeitpunkt kann die Person nun schwanger werden.
Wenn du noch etwas wissen möchtest, wende dich einfach an unsere Online-Beratung oder komme in eine unserer Beratungsstellen.
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