Quaddeln nach dem Epilieren: Ursachen und effektive Behandlungen

Viele Menschen entscheiden sich für die regelmäßige Haarentfernung, sei es im Gesicht, unter den Achseln, an den Beinen oder im Intimbereich, um ein gepflegtes Äußeres zu erzielen. Eine beliebte Methode hierfür ist das Epilieren, bei dem die Haare samt Wurzel entfernt werden. Doch nicht selten kommt es nach dem Epilieren zu Hautirritationen wie Quaddeln, Rötungen und Juckreiz. In diesem Artikel werden die Ursachen für diese Hautreaktionen beleuchtet und effektive Behandlungen sowie vorbeugende Maßnahmen vorgestellt.

Was sind Quaddeln?

Quaddeln sind blasse, erhabene, runde Hauterscheinungen, oft begleitet von starkem Juckreiz, die durch allergische Reaktionen oder Kontakt mit Reizstoffen entstehen können. Medizinisch korrekt spricht man bei dem Auftreten von Quaddeln von Urtikaria, auch Nesselsucht genannt. Ihren Namen verdankt diese Erkrankung der Reaktion, die beim Hautkontakt mit Brennnesseln eintritt.

Unterschied zwischen Quaddeln und Pusteln

Es ist wichtig, Quaddeln von Pusteln zu unterscheiden. Pusteln, auch Pickel genannt, sind kleine, mit Eiter gefüllte Erhebungen, die meist durch bakterielle Infektionen verursacht werden. Häufig sind sie von einem roten Hof umgeben und schmerzen bei Berührung. Im Gegensatz dazu sind Quaddeln (Urtica) juckende, erhabene Schwellungen, die sich meist im Rahmen einer allergischen Reaktion bilden.

Quaddeln: Die Quaddel ist eine blasse, leicht erhabene und runde bis unregelmäßig geformte Hauterscheinung, die von einem roten Ring umgeben sein kann.

Pusteln: Die Pustel besteht aus einer erhabenen, punktförmigen Einschmelzung mit spitzem oder rundem Kopf, der mit Eiter gefüllt ist. Die Eiterblase ist von einem roten Hof umgeben.

Ursachen für Quaddeln nach dem Epilieren

Das Epilieren kann die Haut stark beanspruchen und verschiedene Reaktionen hervorrufen. Hier sind einige häufige Ursachen für Quaddeln nach dem Epilieren:

  • Reizung der Haut: Das Ausziehen der Haare per Epilation strapaziert die Haarwurzel dauerhaft, wodurch die Härchen immer feiner nachwachsen. Die Prozedur kann die Haut reizen und zu Rötungen führen.
  • Eingewachsene Haare: Nach einer Rasur kann ein abgeschnittenes Haar außerdem wieder unter die Haut zurückwachsen und sich dort schmerzhaft einrollen. Man spricht dann von eingewachsenen Haaren.
  • Allergische Reaktionen: Einige Menschen reagieren empfindlich auf Inhaltsstoffe in Lotionen, Rasierschäumen oder anderen Produkten, die vor oder nach dem Epilieren verwendet werden.
  • Physikalische Nesselsucht: Reibung, Druck oder Wärme können eine physikalische Nesselsucht auslösen. Bei einer Reibungs-Nesselsucht entstehen Quaddeln, wenn an der Haut etwas reibt, scheuert oder kratzt, etwa ein Gürtel oder Tragriemen.

Wie behandelt man Quaddeln nach dem Epilieren?

Die Behandlung von Quaddeln umfasst oft Antihistaminika und Kortisonpräparate. Am wichtigsten ist es jedoch, die Auslöser möglichst zu meiden.

  1. Kühlen: Haut, die nach der Rasur brennt und gerötet ist, kann man am einfachsten mithilfe von kaltem Wasser oder kalten Umschlägen kühlen. Das lindert Rötungen und Juckreiz. Ein beliebtes Hausmittel bei Rasurbrand ist auch Quark, den man dünn auf die betroffenen Hautstellen aufträgt. Das funktioniert auch im Intimbereich.
  2. Spezielle Pflege: Mitunter kann es sinnvoll sein, die gereizte Haut mit einer speziellen Pflege wieder zu beruhigen, zum Beispiel mit einer Wund- und Heilsalbe. Apotheken verfügen oft über passende Produkte.
  3. Antihistaminika: Bei einer Reibungs-Nesselsucht helfen Medikamente gegen den Botenstoff Histamin. Das sind die so genannten Antihistaminika.
  4. Kortisonpräparate: Auch ein starkes Kortisonpräparat als Creme oder Salbe kann die Beschwerden lindern. Allerdings wird wegen der Nebenwirkungen nur eine zeitlich begrenzte Anwendung empfohlen.

Bei akuten Schwellungen, Quaddeln, Pusteln und Co. helfen zunächst einmal kühlende Gels und entzündungshemmende Cremes, die in Apotheken frei verkäuflich sind. Außerdem können kalte Wickel gut gegen Juckreiz und Quaddeln oder Schwellungen helfen. Diese Wirkung kann intensiviert werden, indem Sie die Wickel in kalten Kamillentee tränken.

Hausmittel: Einige Hausmittel sind nicht ohne Grund seit Ewigkeiten beliebt - die Zwiebel bei Entzündungen oder Insektenstichen beispielsweise kennen Sie vielleicht noch aus der Kindheit. Und da ist etwas dran! Neben der Kamille ist auch die Aloe Vera eine sehr beliebte Heilpflanze.

Hilfe bei eingewachsenen Haaren | Ursachen | schnelle Hilfe | Vorbeugung | Therapie

Wie kann man Quaddeln nach dem Epilieren vorbeugen?

Rasurbrand muss nicht sein. Ein paar einfache Maßnahmen können dabei helfen, den Rötungen und Pickelchen vorzubeugen.

  • Vorbereitung: Generell gelingt eine Rasur nach dem Baden oder Duschen besser. Das warme Wasser macht die Haare weicher, sodass sie sich einfacher abrasieren lassen.
  • Rasierschaum: Ein spezieller Rasierschaum weicht die Haare zusätzlich auf und lässt den Rasierer noch schonender über die Haut gleiten.
  • Scharfe Klingen: Darüber hinaus sind scharfe Klingen von Vorteil. Bei stumpfen Klingen braucht man mehrere Züge, um die Haare zu entfernen. Das kann die Haut zusätzlich reizen.
  • Rasurtechnik: Gut ist es, in die Wuchsrichtung der Haare zu rasieren, ohne dabei fest aufzudrücken. Dermatologen raten Menschen, die sehr empfindliche Haut haben oder zu Rasurbrand neigen, eher zur Trockenrasur.
  • Hygiene: Das A und O, um Hautausschlag nach der Rasur zu vermeiden, ist vor allem Sauberkeit. Das gilt nicht nur für die Haut selbst, sondern auch für die verwendeten Rasierklingen und Handtücher.
  • Hautpflege nach der Rasur: Nach der Rasur ist die Haut angegriffen und braucht besonders viel Pflege. Gut dafür geeignet sind Cremes, die weder Alkohol noch Duftstoffe enthalten, da diese unangenehme Reaktionen wie Brennen noch verstärken und die Haut zusätzlich reizen können.
  • Schonende Kleidung: Neben der richtigen Pflege nach der Rasur schont auch die richtige Kleidung die gestresste Haut. Gut geeignet sind weiche Stoffe wie Baumwolle, Leinen oder Seide.
  • Regelmäßige Feuchtigkeitspflege: Wer regelmäßig feuchtigkeitsspendende Pflegeprodukte anwendet, kann Schmerzen beim Epilieren verringern.
  • Massageaufsatz: Zum Zubehör der meisten Epilierer gehört ein Massageaufsatz - und das aus gutem Grund: Die leichte Massage fördert die Durchblutung und erleichtert die Haarentfernung.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Normalerweise klingen Rasurbrand von allein wieder ab und Rötungen oder Pickel verschwinden innerhalb weniger Stunden oder Tage. Manchmal kann es aber sein, dass die Haut langfristig gereizt ist oder sich schmerzhafte Entzündungen der Haarfollikel bilden. Dann ist es wichtig, ärztlichen Rat einzuholen und die betroffenen Hautstellen mit professioneller Hilfe zu behandeln.

Ein Hautarzt kann auch klären, ob es sich dabei um die chronische Form des Rasurbrands handelt, der sogenannten Pseudofolliculitis barbae. Sie betrifft vor allem Männer mit dunklem, stark gekräuseltem Haar. Haarentfernung kann die Entstehung dieser chronischen Entzündungsreaktion fördern.

Alternativen zur Epilation

Wer zu Rasurbrand neigt und auf die Haarentfernung nicht verzichten möchte, kann auch andere Methoden ausprobieren.

  • Enthaarungscremes: Sie enthalten Stoffe, die über eine chemische Reaktion die Hornsubstanz der Haare über der Hautoberfläche aufweichen und dazu führen, dass sich die Haare leicht ablösen lassen.
  • Waxing: Ein Waxing kann sowohl mit Warm- als auch mit Kaltwachs erfolgen.
  • Sugaring: Sugaring funktioniert mit einer Mischung aus Zucker und Wasser und beruht im Grunde auf dem Waxing-Prinzip. Der Vorteil: Das Enthaaren mit Zucker bereitet weniger Schmerzen.
  • Lasern: Wer Haare an bestimmten Körperstellen dauerhaft entfernen möchte, kann auf die Behandlung mit einem Lasergerät setzen. Dabei wird das Haar bis in die Wurzel zerstört, sodass es nicht mehr nachwachsen kann.

Fazit

Quaddeln nach dem Epilieren sind ein häufiges Problem, das jedoch mit den richtigen Maßnahmen behandelt und vorgebeugt werden kann. Achten Sie auf eine gute Vorbereitung, die richtige Technik und eine sorgfältige Hautpflege, um Irritationen zu minimieren. Bei anhaltenden Beschwerden ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Therapie zu beginnen.

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