Eine neue Haarfarbe kann das Aussehen komplett verändern und bietet die Möglichkeit, sich immer wieder neu zu erfinden. Ob Beach Blonde, ein rassiges Schwarz oder ein Karamellbrauner Traum - die Vielfalt an Colorationen und Trends macht es möglich. Doch Vorsicht: Jede künstliche Haarfarbe, ob auswaschbar oder nicht, greift die Haare an.
Um die Farbpigmente im Haar einzulagern, muss zunächst die schützende Schuppenschicht jedes einzelnen Haares gelockert werden. In den meisten Fällen geschieht dies durch den Zusatz von Ammoniak. Unterstützt von einem Oxidationsmittel (Wasserstoffperoxid) quellen die im Färbeprodukt enthaltenen Farbpigmente auf und lagern sich dauerhaft im Haar ein.
Um das Färbeergebnis so lange wie möglich zu erhalten und das gereizte Haar zu beruhigen, ist es wichtig, auf gute Pflege zu setzen. Es ist auch wichtig zu wissen, dass in den letzten Jahren viel über die Risiken bei der Anwendung von Haarfärbemitteln diskutiert wurde.
In der Forschung werden ständig neue Erkenntnisse gewonnen. Auch wenn das Krebsrisiko durch eine Haarfärbung gemäß den aktuellen Erkenntnissen nicht erhöht wird, sind Haarfärbemittel auch nach heutigem Wissensstand nicht ganz ungefährlich. Manche von ihnen sollen auch die Leber und die Nieren schädigen können.
Ein bedenklicher Stoff ist jedoch zu nennen: aromatische Amine, die häufig in Haarfärbemitteln enthalten sind. Zu ihnen besteht noch Forschungsbedarf, denn sie werden ebenfalls mit einem erhöhten Krebsrisiko in Verbindung gebracht.
Einige dieser aromatischen Amine werden vom wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU jedoch als starke oder sogar sehr starke Kontaktallergene eingestuft, was bedeutet, dass sie Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz auslösen können.
Toluene-2,5-Diamin, auch bekannt als 2,5-Toluylendiamin oder PTD, ist ein solches aromatisches Amin, das in permanenten Haarfarben verwendet wird. Es dient dazu, die Haare zu färben, kann aber auch allergische Reaktionen hervorrufen.
Zur Aufklärung eines Verdachts auf eine Kontaktallergie kann dieser Stoff routinemäßig im Epikutantest beim Hautarzt getestet werden (DKG-Epikutantestreihe "Aromatische p-Aminoverbindungen" und "Friseurstoffe"). Kreuzallergien mit anderen aromatischen p-Aminoverbindungen sind möglich.
Bereits ein Selbsttest kann eine Allergie hervorrufen. Deshalb chemische Haarfarben auf keinen Fall vorab in der Armbeuge testen. Denn ob der Körper eine Allergie entwickelt, hängt auch von der Häufigkeit des Kontakts mit den Allergenen ab.
Infolgedessen sind zahlreiche natürliche Produkte auf den Markt gekommen. Inzwischen gibt es eine große Auswahl an pflanzlichen Haarfärbemitteln, die ohne bedenkliche Stoffe auskommen und mit denen man die Haare natürlich färben kann.
Aus gesundheitlicher Sicht sind diese Mittel zu begrüßen. Sie enthalten natürliche Stoffe wie Henna, Indigo und Kamille. Die Gefahr einer allergischen Reaktion ist hier wesentlich geringer.
Allerdings lassen sich mit natürlichen Haarfärbemitteln nicht die gleichen Ergebnisse erzielen wie mit konventionellen Produkten. Aufhellungen sind nicht möglich und graues Haar wird nicht vollständig abgedeckt. Wie bei Tönungen verblasst die Farbe mit jeder Haarwäsche. Noch mehr als bei konventionellen Färbemitteln hängt das Farbergebnis von der Ausgangshaarfarbe ab.
Auch ist die Anwendung natürlicher Färbemittel um einiges komplizierter als die von konventionellen. So ist die Einwirkzeit oft deutlich länger.
Worauf Sie bei pflanzlichen Haarfarben achten sollten:
Im Laufe der ersten beiden Tage können sich die Farben auch noch entwickeln oder nachdunkeln und sollten deshalb nicht mit Shampoo gewaschen werden.
Öko-Test hat 17 alternative Haarfarben eingekauft und getestet. Dabei zeigt sich: Natürliche Haarfarben sind für Verbraucherinnen und Verbraucher gar nicht so einfach zu erkennen.
In einigen Fällen enthalten die getesteten Produkte neben natürlichen Inhaltsstoffen auf pflanzlicher Basis auch potenziell allergieauslösende und hautreizende Problemstoffe. Es gibt Haarfarben im Handel, die für Verbraucherinnen und Verbraucher aufgrund ihrer Aufmachung rein pflanzlich daher kommen, es allerdings nicht sind.
Unter den neun echten pflanzlichen Haarfarben im Test, die tatsächlich mit Blättern, Wurzeln & Co. färben, war beispielsweise die Garnier Color Herbalia Pflanzenhaarfarbe Naturbraun. Sie erhielt ein „sehr gut“.
Ebenfalls unter den „sehr guten“ Testsiegern war das Henné Pulver Color Braun, das mit rund 6 Euro zu den günstigeren Farben im Test zählt.
Eine dritte „sehr gute“ Farbe war die Logona Pflanzenhaarfarbe Creme, 230 Maronenbraun, die mit ca. 15 Euro allerdings auch die teuerste im Test war. Dafür trägt sie ein Naturkosmetik-Siegel.
In den von ÖKO-TEST beauftragten Laboren wurde nach bedenklichen oder umstrittenen Inhaltsstoffen gefahndet. Darunter verschiedene aromatische Amine. Zudem suchten die Labore nach allergieauslösendem Resorcin und bedenklichen Duftstoffen wie etwa polyzyklischen Moschus-Verbindungen. Im Fokus standen zudem weitere problematische Substanzen wie halogenorganische Verbindungen und Diethylphthalat (DEP).
Zur Abwertung um jeweils zwei Noten führen:
Zur Abwertung um jeweils eine Note führen:
Die Wahl der richtigen Haarfarbe ist eine persönliche Entscheidung, die von vielen Faktoren abhängt. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte auf pflanzliche Alternativen zurückgreifen und die Inhaltsstoffe genau prüfen. ÖKO-TEST bietet hier eine gute Orientierungshilfe.
| Produkt | Bewertung | Hinweis |
|---|---|---|
| Garnier Color Herbalia Pflanzenhaarfarbe Naturbraun | Sehr gut | Rein pflanzlich |
| Henné Pulver Color Braun | Sehr gut | Günstige Option |
| Logona Pflanzenhaarfarbe Creme, 230 Maronenbraun | Sehr gut | Naturkosmetik-Siegel |
| Korres Dauerhafte Haarfarbe Arganöl 5.0 | Ungenügend | Enthält sensibilisierende Stoffe |
| Naturtint Permanente Farbgel 5N Kastanienbraun Hell | Ungenügend | Enthält sensibilisierende Stoffe |
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