Haarfarbe ohne Schadstoffe: Natürliche Alternativen im Test

Erste graue Strähnen zeigen sich im Haar oder die eigene Haarfarbe nervt. Was tun? Mit Chemiefarben abdecken oder lieber zu Naturhaarfarben greifen?

Pflanzenhaarfarben im Test. Quelle: Andrii Synenkyi/Thinkstock by Getty-Images

Färben mit Pflanzenhaarfarbe - Eine uralte Tradition

Bereits im alten Ägypten färbten sich Menschen ihre ergrauten Haare mit Henna oder Indigo.

In den letzten Jahrzehnten erfolgte eine Wiederbelebung der natürlichen Pflanzenhaarfarbe. Der Trend zu einer nachhaltigeren und umweltbewussteren Lebensweise machte auch vor der Haarfärbung nicht halt. Und Gesundheitsaspekte rückten gezielt in den Fokus der Verbraucher.

Pflanzenhaarfarben - welche Pflanzen eignen sich zum Haarefärben?

Insgesamt gibt es etwa 150 Pflanzenarten, die Farbstoffe enthalten. Die farbgebenden Bestandteile sitzen in Blüten, Blättern, Wurzeln, Schalen, Früchten, im Holz, in der Rinde, sind Harze oder Gummi. Allerdings eignen sich nicht alle Färberpflanzen zum Färben von Haaren.

Zu den bekanntesten Pflanzenhaarfarben zählen Henna, Indigo und Cassia. Henna wächst in Nord- und Ostafrika sowie in weiten Teilen Asiens. Das Hennapulver wird aus den getrockneten und zerriebenen Blättern des Hennastrauches gewonnen und zum Färben mit warmem Wasser angerührt. Nach sechs bis acht Stunden verbindet sich Henna dauerhaft mit dem Haar.

Die Heimat des Indigos liegt in Indien, in China und im tropischen Afrika. Die Blätter und Stängel des Indigostrauches liefern den Rohstoff für einen komplizierten Herstellungsprozess des Färbemittels.

Cassia wächst wie der Hennastrauch vorwiegend in den Tropen. Die fein gemahlenen Blätter der Pflanzen bilden die Grundlage für das Haarfärbemittelpulver. Aber weit mehr Pflanzen dienen als natürliche Haarfarbe. So gehören Walnussschalen, Kamille, Hibiskus, Weizen, Kurkuma, Salbei, Oregano, Kümmel, Kaffee, schwarzer Tee und weitere pflanzliche Grundstoffe dazu.

Naturhaarfarben - welche Farbtöne gibt es?

Je nach Beimischung anderer Naturfarben reicht das Henna-Farbspektrum von knalligem Rot, strahlendem Kastanienbraun, Maronenbraun über warme Schokoladetöne bis hin zu dunklen und schwarzblauen Farbnuancen. Mit Indigo lassen sich kühle Burgundertöne, beliebig dunkle Haarfarben bis hin zu Schwarz färben.

Kamille, Weizen oder Kurkuma liefern Blond- und Goldtöne und Walnussschalen sorgen für Braunnuancen. Cassia, auch als Senna italica oder neutrales Henna bekannt, verleiht feinem Haar Fülle und Sprungkraft. Es pflegt das Haar und sorgt für einen hellgoldenen bis leicht gelblichen Farbton. Jede Anwendung hellt das Haar auf und verbessert die Struktur der Haare. Cassia bietet sich auch gut als Grundlage für andere Pflanzenhaarfarben an.

Farbtöne mit Pflanzenhaarfarben. Quelle: smarticular.net

Wo liegen die Grenzen beim Einsatz von Naturhaarfarben?

Pflanzenhaarfarbe unterstreicht die natürliche Haarfarbe. Das Haar einige Nuancen dunkler zu färben, stellt kein Problem dar, allerdings lassen sich braune Haare nicht blond färben oder schwarze Haare braun. Eine komplette Farbveränderung scheidet aus. Pflanzliche Haarfarbe ergänzt das Haar um Farbpartikel. Das Aufhellen von Haaren funktioniert durch Entziehen von Farbpartikeln, dies gelingt ausschließlich mit chemischen Produkten. Blondierung erfolgt mit Wasserstoffperoxid, ein Vorgang, der Haare und Kopfhaut stark strapaziert. Mit Pflanzenhaarfarbe lässt sich nur ein natürlicher Aufhell-Effekt erzielen.

Grauhaarabdeckung mit pflanzlicher Haarfarbe ist gut möglich. Hellblonde Farbtöne lassen sich problemlos erzielen, bei dunkelblond hilft eine Zweifachfärbung und dunklere, intensive Farbtöne erfordern mehrmaliges Färben.

Schwarzfärbung auf weißen, pigmentlosen Haaren könnte in Blautönen enden, daher empfiehlt es sich, dies anhand einer Probesträhne zuvor zu kontrollieren. Graues Haar lässt sich trotzdem auch für dunklere Farbnuancen mit folgender Methode gut abdecken. Henna verbindet sich wesentlich stärker mit dem Haar als Indigo. Daher färbt der Naturfriseur die Haare zunächst mit Henna vor und bringt im zweiten Schritt den gewünschten Braunton ein. Die Indigo-Anteile haften dann besser am Haar.

Besteht gegen einen Inhaltsstoff des Haarfärbemittels eine Allergie, ist von Pflanzenhaarfarben abzuraten.

Pflanzenhaarfarben kontra chemische Haarfarben

Permanent-Färbemittel gibt es erst seit 1875. Die Oxidationshaarfarben erlauben jeden gewünschten Farbton. Beim Färbeprozess entstehen durch die Mischung von Farbentwickler und Farbkoppler unauflösliche Farbpigmente. Mit dieser Erfindung rückten die jahrhundertealten natürlichen Haarfärbemittel in den Hintergrund.

Allerdings verlangt dieser Färbevorgang einen hohen Gesundheitspreis. Zum einen stehen die verwendeten Chemikalien im Verdacht, krebserregend zu sein, zum anderen zerstören sie die Haarstruktur. Die Haarpracht verliert an Glanz, wird stumpf und brüchig. Insbesondere nach einer Chemotherapie freuen sich Erkrankte über das Nachwachsen der Haare. Allerdings zeigt der Blick in den Spiegel einen Grauschopf, mit dem sich Betroffene nicht gerne anfreunden. Und Chemie ins Haar kommt meist nicht mehr infrage. In diesem Fall verhelfen Naturfarben ohne synthetische Bestandteile zu einem neuen Lebensgefühl.

Im Vergleich zu den Chemiefarben punkten Naturhaarfarben mit ihrer natürlichen Pflegewirkung. Nach dem Färben glänzt das Haar und ist ganz ohne Silikone und Chemie weich und besitzt Volumen. Die pflanzliche Haarfarbe basiert auf der Ausgangsfarbe der Haare. Damit ist sie individuell und wirkt besonders natürlich. Naturhaarfarben zählen zu den sogenannten semipermanenten Haarfarben. Diese halten je nach Haarbeschaffenheit zwischen 15 und 24 Haarwäschen. Damit handelt es sich nicht um permanente Haarfarben, sondern um Tönungen.

Für viele Kunden erhebt sich die Frage: „Ist ein Wechsel von chemisch gefärbtem Haar zu Naturprodukten möglich?“ Die Antwort darauf lautet selbstverständlich ja, allerdings gilt es einiges dabei zu beachten. Befindet sich von der Haarpflege oder -wäsche noch Silikon im Haar, liefert das Färben mit pflanzlicher Haarfarbe nicht das gewünschte Resultat. Der Kunststoff umschließt das Haar, verleiht ihm dadurch zwar Volumen, bremst aber die Wirkung der Naturfarbe aus. Silikone stehen auf der Liste der Inhaltsstoffe und enden auf „-cone“ oder „-xane“. Je weiter hinten sie erscheinen, desto niedriger ist ihr Anteil. Wer umsteigen möchte, sollte daher im Vorfeld auf silikonhaltige Produkte verzichten.

Anwendung von Pflanzenhaarfarbe.

Pflanzenhaarfarbe OHNE Ammoniak mit 100 % Grauabdeckung | Step by Step Anwendung

Mogelpackung - dank Zertifizierung erkennen

Nicht alle auf dem Markt erhältlichen Pflanzenhaarfarben enthalten 100 % pflanzliche Inhaltsstoffe. Bereits 2011 untersuchte das Verbrauchermagazin „Öko-Test“ insgesamt 33 Pflanzenhaarfarben. Dabei bestanden 18 Produkte den Test mit Bravour, der Rest fiel gnadenlos durch.

Denn zahlreiche Hersteller von Haar-Colorationen tarnen ganz konventionelle Produkte mit Zusätzen wie „Henna“, „Bio“ oder „Natur“. Das ist auch nach zehn Jahren nicht viel anders. Unter diesem Deckmantel vertreiben verschiedene Hersteller Produkte mit problematischen Inhaltsstoffen, die teils als krebsauslösend gelten. Oder sie enthalten extrem allergieerregende Stoffe, die die Haut noch anfälliger für Krankheiten macht. Laut „Öko-Test“ dürften diese Produkte so gar nicht vertrieben werden.

Dieses Greenwashing vertuscht die Problematik chemischer Inhaltsstoffe und die Verbraucher erkennen nicht, welchen gefährlichen Stoffen sie sich dabei aussetzen. Um dieser fraglichen Praxis zu entgehen, lohnt sich ein Blick auf die Zertifizierung. Dabei ist auf das vom Bundesverband der Industrie- und Handelsunternehmen (BDIH) vergebene BDIH-Siegel Verlass. Verbraucher können darauf vertrauen, dass es sich um kontrollierte Naturkosmetik handelt, die auf ökologischen, gesundheitlichen und sozialen Aspekten basiert.

Öko-Test Haarfarben Test

Im Oktober hatte Öko-Test in seinem Haarfarben-Test nur zwei Noten vergeben - „sehr gut“ oder „ungenügend“.

Pflanzenzusätze machen aus einer Haarfarbe noch lange keine Pflanzenhaarfarbe. Das zeigt unser Test von 17 braunen Haarfarben. Im Test: 17 alternative Haarfarben.

Dabei zeigt sich: Natürliche Haarfarben sind für Verbraucherinnen und Verbraucher gar nicht so einfach zu erkennen. In einigen Fällen enthalten die getesteten Produkte neben natürlichen Inhaltsstoffen auf pflanzlicher Basis auch potenziell allergieauslösende und hautreizende Problemstoffe.

Es gibt Haarfarben im Handel, die für Verbraucherinnen und Verbraucher aufgrund ihrer Aufmachung rein pflanzlich daher kommen, es allerdings nicht sind.

Einige dieser aromatischen Amine werden vom wissenschaftlichen Ausschuss für Verbrauchersicherheit der EU jedoch als starke oder sogar sehr starke Kontaktallergene eingestuft, was bedeutet, dass sie Rötungen, Schwellungen oder Juckreiz auslösen können.

Unter den neun echten pflanzlichen Haarfarben im Test, die tatsächlich mit Blättern, Wurzeln & Co. färben, war beispielsweise die Garnier Color Herbalia Pflanzenhaarfarbe Naturbraun. Sie erhielt ein „sehr gut“.

Ebenfalls unter den „sehr guten“ Testsiegern war das Henné Pulver Color Braun, das mit rund 6 Euro zu den günstigeren Farben im Test zählt. Eine dritte „sehr gute“ Farbe war die Logona Pflanzenhaarfarbe Creme, 230 Maronenbraun, die mit ca. 15 Euro allerdings auch die teuerste im Test war. Dafür trägt sie ein Naturkosmetik-Siegel.

Die Oxidationsfarbe Korres Dauerhafte Haarfarbe Arganöl 5.0 hingegen fiel neben anderen mit „ungenügend“ durch, ebenso wie das Naturtint Permanente Farbgel 5N Kastanienbraun Hell. In beiden fand das Labor extrem sensibilisierende Kontaktallergene sowie weitere umstrittene Stoffe wie halogenorganische Verbindungen und PEG/PEG-Derivate.

In der Tabelle finden Sie die Bewertungen für sechs Natur­haar­farben, darunter Produkte von Garnier, Khadi, Logona und Sante. Die geprüften Pflanzen­farben kosten 4,00 bis 10,40 Euro.

ProduktBewertung Stiftung WarentestFärbeergebnisHaarzustandGrauabdeckung
Garnier Color HerbaliaGut (2,2)GutSehr gutBegrenzt
Logona Naturkosmetik Pflanzen Haarfarbe PulverGut (2,2)Sehr gutGutBegrenzt
Khadi Naturkosmetik PflanzenhaarfarbeGut (2,3)GutGutBegrenzt
Sante Naturkosmetik 100% PflanzenhaarfarbeGut (2,3)GutGutBegrenzt

Pflanzenhaarfarbe Im Test: Die besten natürlichen Haarfarben für strahlendes, gesundes Haar

Ob als bewusste Alternative zu chemischen Haarfarben oder aus Liebe zur Natur - Pflanzenhaarfarbe ist mehr als nur ein Trend. Immer mehr Menschen entdecken die kraftvolle Wirkung natürlicher Färbepflanzen, die nicht nur die Haare tönen, sondern auch pflegen, stärken und zum Glänzen bringen.

Pflanzenhaarfarben bestehen aus fein vermahlenen Pflanzenteilen wie Henna, Indigo, Cassia, Amla oder Walnussschale. Die natürlichen Pigmente dieser Pflanzen verbinden sich mit der Keratinschicht des Haars und legen sich wie ein schützender Film darum - ganz ohne das Haar zu schädigen.Im Gegensatz zu chemischen Haarfarben wird das Haar nicht geöffnet oder gebleicht.

1. Pflanzenhaarfarbe von Khadi

BDIH-zertifiziert, veganintensive Farbauswahl, auch für Grauhaarsehr gutes Deckvermögen

Khadi Pflanzenhaarfarben schneiden in unabhängigen Tests regelmäßig sehr gut ab.Sie überzeugen durch ihre natürliche Zusammensetzung, intensive Farbwirkung und besonders gute Grauhaarabdeckung.

Sowohl bei Verbraucherportalen wie vergleich.org als auch in Fachzeitschriften für Naturkosmetik wird Khadi häufig als Testsieger oder Top-Empfehlung gelistet.

Besonders hervorgehoben werden:die Qualität der pflanzlichen Inhaltsstoffe (zertifiziert, ayurvedisch)der angenehme Geruch und die cremige Konsistenzdie sichtbare Pflegewirkung nach dem Färben

Die Farbintensität hält je nach Haarstruktur und Pflege etwa 4-6 Wochen.Da Khadi keine chemischen Oxidationsprozesse nutzt, verblasst die Farbe gleichmäßig und sanft - ganz ohne harten Ansatz. Dunklere Töne (z. B. Braun, Schwarz) halten tendenziell länger als helle oder rötliche Varianten.

Khadi ist besonders beliebt für die Abdeckung grauer Haare, da viele Töne speziell dafür entwickelt wurden. Empfehlenswert sind:Khadi Pflanzenhaarfarbe DunkelbraunKhadi Pflanzenhaarfarbe SchwarzKhadi Nussbraun oder Mittelbraun

2. Pflanzenhaarfarbe von Logona

bewährter Klassiker aus der Reformhaus-Eckemit pflegenden Inhaltsstoffen wie Jojobaöl

Ja - LOGONA gilt als eine der etabliertesten und zuverlässigsten Marken für Naturkosmetik in Deutschland.Seit über 40 Jahren steht LOGONA für hochwertige, pflanzenbasierte Pflegeprodukte - und war einer der Pioniere bei Pflanzenhaarfarben.

Die Haarfarben bestehen aus kontrolliert biologischen Inhaltsstoffen, sind vegan, tierversuchsfrei und BDIH-zertifiziert.

Besonders positiv bewertet werden:die Verträglichkeit bei empfindlicher Kopfhautdie einfache Anwendung (pulverfreie Cremevarianten erhältlich)die Umweltfreundlichkeit der Verpackungdie Verfügbarkeit in Bio-Läden, Reformhäusern & Apotheken

LOGONA Pflanzenhaarfarben halten durchschnittlich 3 bis 5 Wochen, je nach Farbton, Ausgangshaarfarbe und Pflegegewohnheiten.Da LOGONA ausschließlich mit natürlichen Farbpigmenten arbeitet (z. B. Henna, Walnussschale, Rote Beete), legt sich die Farbe sanft ums Haar - ohne es zu schädigen.Der Ton wäscht sich gleichmäßig aus, sodass kein sichtbarer Ansatz entsteht.

3. Pflanzenhaarfarbe von Sante

sanfte Tönung, ideal für Einsteiger:innengibt tollen Glanz, aber weniger intensiv bei Grau

SANTE Pflanzenhaarfarbe hält in der Regel etwa 2 bis 4 Wochen, abhängig von Haarstruktur, Pflegeprodukten und dem gewählten Farbton.Da es sich um eine sanfte Tönung auf Pflanzenbasis handelt, wäscht sich die Farbe schrittweise und gleichmäßig aus, ohne sichtbaren Ansatz.

Die Haltbarkeit ist etwas kürzer als bei intensiveren Pflanzenhaarfarben wie Khadi oder Logona - dafür punktet SANTE mit besonders einfacher Anwendung und gutem Glanz-Effekt.

SANTE Pflanzenhaarfarben können graue Haare leicht tönen, vor allem in helleren Farbtönen (z. B. Blond, Goldblond oder Kupfer). Die Deckkraft ist jedoch begrenzter als bei Marken wie Khadi oder Radico, die auf intensivere Färbepflanzen und Zweischrittverfahren setzen.

4. Pflanzenhaarfarbe von Noelie

exklusive EcoCert-zertifizierte Inhaltsstoffesehr gute Grauhaarabdeckung mit intensivem Farbglanz.

Ja - mit NOELIE Pflanzenhaarfarbe kannst du dein Haar schonend und effektiv färben. Die Produkte basieren auf rein natürlichen, EcoCert-zertifizierten Inhaltsstoffen und verzichten vollständig auf aggressive Chemikalien wie Ammoniak, Silikone oder Parabene. Dadurch eignet sich die Farbe auch für empfindliche Kopfhaut sowie für Menschen, die bewusst auf Naturkosmetik setzen.

NOELIE bietet eine breite Auswahl an warmen und kühlen Nuancen, die sowohl Naturhaar als auch graues Haar zuverlässig abdecken und gleichzeitig die Haarstruktur pflegen.

Die Haltbarkeit der NOELIE Pflanzenhaarfarbe hängt - wie bei allen Naturhaarfarben - von der Haarstruktur, der gewählten Nuance und der anschließenden Pflege ab. Im Durchschnitt bleibt die Farbintensität 4 bis 6 Wochen sichtbar, bevor sie sich sanft auswäscht. Ein Vorteil: Da NOELIE ohne chemische Oxidation arbeitet, verblasst die Farbe gleichmäßig und ohne harten Ansatz. Besonders dunklere Töne wie Braun oder Schwarz wirken oft länger intensiv, während hellere oder rötliche Nuancen schneller nachlassen können.

Worauf sollte man beim Kauf achten?

Der Markt für Pflanzenhaarfarben wächst - doch nicht jedes Produkt hält, was es verspricht. Viele vermeintlich „natürliche“ Farben enthalten synthetische Zusatzstoffe oder wurden nicht streng kontrolliert. Umso wichtiger ist es, beim Kauf auf folgende Kriterien zu achten:

✅ Inhaltsstoffe genau prüfen

Eine echte Pflanzenhaarfarbe enthält nur natürliche Bestandteile - meist gemahlene Pflanzenteile wie Henna, Indigo, Cassia, Amla, Bhringraj oder Jatropha. Finger weg bei diesen Zusätzen:

  • PPD (Para-Phenylendiamin)
  • Ammoniak
  • Peroxide
  • Resorcin
  • Duftstoffe oder Konservierungsmittel

Je kürzer die INCI-Liste, desto besser.

🔍 Zertifizierungen beachten

Vertrauenswürdige Siegel garantieren, dass du ein geprüftes Naturprodukt erhältst:

  • BDIH (kontrollierte Naturkosmetik)
  • NaTrue (international anerkanntes Naturkosmetik-Siegel)
  • Ecocert (ökologische Herstellung)
  • Vegan Society (tierleidfrei)
🧪 Dermatologisch getestet

Gerade bei empfindlicher Kopfhaut lohnt es sich, ein Produkt zu wählen, das dermatologisch getestet wurde und in unabhängigen Tests gut abschneidet.

🌍 Herkunft und Transparenz

Hochwertige Marken wie Khadi, Radico oder Logona geben transparente Auskunft über:

  • Herkunft der Rohstoffe
  • Herstellung (oft in Indien unter fairen Bedingungen)
  • Umweltfreundliche Verpackung
  • Tierversuchsfreie Produktion
⚠️ Achtung bei "Henna-Mischungen"

Einige Produkte, besonders aus dem Ausland oder Onlineshops, tragen den Namen „Henna“, enthalten aber zusätzlich metallische Salze oder chemische Farbverstärker - das kann das Haar schädigen oder zu unerwarteten Farbergebnissen führen.

Anwendung und Tipps

Wie sollte ich meine Haare vor einer Färbung mit Pflanzenhaarfarbe vorbehandeln?

Vor der Anwendung empfiehlt es sich, das Haar gründlich mit einem silikonfreien Shampoo zu waschen. Rückstände wie Silikone, Stylingprodukte oder Conditioner können die Farbpigmente daran hindern, sich gleichmäßig am Haar anzulagern. Bei stark belastetem Haar (z. B. nach synthetischen Colorationen) kann eine Tiefenreinigung sinnvoll sein.

Was sollte ich nach der Färbung mit Pflanzenhaarfarbe beachten?

Nach dem Färben sollte das Haar zunächst nur mit Wasser ausgespült werden. Auf Shampoo oder Conditioner verzichtet man idealerweise für die ersten 24-48 Stunden, damit sich die Farbpigmente optimal mit der Haarstruktur verbinden können. Ein mildes, sulfatfreies Shampoo unterstützt danach die Haltbarkeit der Farbe.

Kann ich chemisch gefärbtes Haar mit Pflanzenhaarfarbe überfärben?

Ja, das ist möglich. Allerdings können die Ergebnisse je nach Haarstruktur und Restpigmenten variieren. Bei stark geschädigtem oder sehr hellem Haar empfiehlt sich eine Strähnenprobe, um ungewollte Farbergebnisse auszuschließen.

Ist Pflanzenhaarfarbe für Allergiker:innen geeignet?

Pflanzenhaarfarben enthalten keine synthetischen Farbstoffe oder Oxidationsmittel und sind daher in der Regel sehr gut verträglich. Dennoch können auch pflanzliche Inhaltsstoffe allergische Reaktionen auslösen. Ein Allergietest in der Armbeuge vor der ersten Anwendung wird daher empfohlen.

Wie lange hält Pflanzenhaarfarbe im Haar?

Die Haltbarkeit liegt in der Regel bei 4-6 Wochen. Da Pflanzenhaarfarben das Haar ummanteln, verblasst die Farbe gleichmäßig und sanft. Dunkle Töne halten meist etwas länger, während rötliche oder helle Nuancen schneller nachlassen.

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