Bad Wünnenberg ist eine Stadt in Nordrhein-Westfalen, die im Süden von Ostwestfalen-Lippe im Bürener Land liegt und zum Kreis Paderborn gehört. Teile des Stadtgebiets gehören bereits zum Sauerland. Die Stadt liegt zwischen Marsberg und Büren am Aabach und nur wenig unterhalb des Aabachstausees.
Die Stadt besteht aus den Ortsteilen: Bleiwäsche, Elisenhof, Fürstenberg, Haaren, Helmern, Leiberg, Bad Wünnenberg.
Landschaftlich gehört der größte Teil des Stadtgebietes zur Paderborner Hochfläche und damit zur Westfälischen Bucht, der Südrand dagegen zum Alme-Afte-Bergland und damit zum Sauerland. An Bad Wünnenberg grenzen die Stadt Salzkotten, die Gemeinde Borchen, die Stadt Lichtenau, die Städte Marsberg und Brilon (Hochsauerlandkreis) sowie die Stadt Büren (Kreis Paderborn).
Lage von Bad Wünnenberg in Nordrhein-Westfalen
Haaren ist einer der ältesten Pfarrorte des südlichen Paderborner Landes. Die Pfarrei Haaren ist um oder bald nach dem Jahre 826 vom Kloster Corvey gegründet worden. Bereits um 830 stand in Haaren eine Kirche, die man sich natürlich sehr bescheiden vorstellen muss. Die Haarener Pfarrkirche wurde später dem Heiligen Vitus geweiht, dessen Gebeine das Kloster Corvey im Jahre 836 aus dem französischen Kloster St. Fuldensia erhalten hatte.
Die Geschichte der Pfarrei Haaren ist nun für die nächsten Jahrhunderte eng mit dem Kloster Böddeken verbunden. Für das Jahr 1507 erwähnen die Urkunden, dass die in den Fehden zerstörte Haarener Kirche nun wieder aufgebaut würde. Die alte Haarener Kirche war zu Beginn des 18. Jahrhunderts so baufällig, dass man beschloss, an einer anderen Stelle im Dorf eine neue Kirche zu errichten. Diese Kirche, das heutige Gotteshaus, wurde in den Jahren 1749 - 1751 erbaut.
Nach dem großen Brand von 1847, dem fast die Hälfte aller Gebäude im Dorf zum Opfer fiel, bauten die Haarener ihre Häuser wieder auf und reparierten auch umgehend das beschädigte Dach der Kirche. Bereits kurz darauf, im Jahre 1850, baute die Kirchengemeinde neben der Kirche ein neues Pfarrhaus. Im Jahre 1861 verlängerte man das Kirchenschiff und setzte einen Turm davor, der im Jahre 1893 nochmals erhöht wurde.
Das Dorf wurde 975 erstmals urkundlich in den Traditiones Corbeinenses erwähnt, es ist wohl um etliches älter und zählt zu den sehr alten Siedlungen des Gebietes. Grund für diese frühe Besiedlung war die verkehrsgünstige Lage; hier kreuzten sich Handels- und Heerstraßen, die wichtigste war der Frankfurter Weg.
Nach dem mittelalterlichen Wüstungsprozess siedelten sich in Haaren zum Ende des 15. Jahrhunderts wieder Bauern an. Um 1492 bildete sich hier wieder ein größeres Dorf und zu Anfang des 16. Jahrhunderts leisteten die Bauern Abgaben. Das Gebiet von Haaren gehört seit dem frühen Mittelalter zum späteren Hochstift Paderborn.
Am 1. Januar 1622 fiel der Tolle Christian mit seinen Truppen in Haaren ein und errichtete hier sein Hauptquartier und verschickte von hier seine Brandbriefe. Weitere Schäden nahmen die Bevölkerung und das Dorf während des Siebenjährigen Krieges, Hungersnöte und Seuchen forderten Opfer.
Im Jahre 1802 verlor das Hochstift Paderborn mit der Besetzung durch Preußen seine staatliche Selbstständigkeit, alle Ansprüche und Rechte gingen an den preußischen Staat über, der vehement die Nachzahlung von aufgelaufenen Steuerschulden und für die Zukunft pünktliche Zahlung forderte. Die Bauern wurden zu Eigentümern der von ihnen bewirtschafteten Flächen.
Das Gebiet fiel aber bereits 1807 für wenige Jahre an das Königreich Westphalen und 1813 nach der napoleonischen Niederlage an Preußen zurück. Haaren wurde der 1815 gegründeten Provinz Westfalen eingegliedert und kam durch Erlass der Königlichen Regierung in Minden an den 1816 gegründeten Kreis Büren. Bei Einteilung der Landkreise in Ämter kam Haaren zum Amt Atteln.
Vor dem 1. Januar 1975 gehörte die damalige Gemeinde Haaren zum Amt Atteln im Kreis Büren. Mit Inkrafttreten des Sauerland/Paderborn-Gesetzes an diesem Tage wurden die vier Gemeinden Bleiwäsche, Fürstenberg, Leiberg und Wünnenberg des Amtes Wünnenberg mit den drei Gemeinden Elisenhof, Haaren und Helmern des Amtes Atteln zur neuen Stadt Wünnenberg zusammengelegt und kam mit dieser zum Kreis Paderborn.
Rechtsnachfolgerin der Gemeinde Haaren wurde die neue Stadt Wünnenberg, die heute den Namen Bad Wünnenberg trägt, während die gleichzeitig gebildete neue Stadt Lichtenau (Westfalen) Rechtsnachfolgerin des Amtes Atteln ist. Der Sitz der Verwaltung befindet sich im Stadtteil Fürstenberg.
"Die Landjuden von Haaren eine fast vergessene Minderheit": So heißt das Gedenkbuch, das Jost Wedekin (73), Historiker aus Schloß Neuhaus und ehemaliger Schulleiter der Hauptschule Atteln/Haaren, jetzt fertiggestellt hat. Viele Jahre Vorarbeit liegen hinter Wedekin, der in dem dreiteiligen geschichtlichen Werk den Weg vom Schutzjuden im Fürstbistum Paderborn bis zum emanzipierten Staatsbürger der Weimarer Republik aufzeichnet.
Auch macht er die Verfolgung der jüdischen Mitbürger und den Untergangs der kleinen Kultusgemeinde während des Dritten Reiches zum Thema. Herausgeber des Buches ist der Heimat- und Verkehrsverein Haaren. Deshalb schließt das Buch mit Berichten über dessen Aktivitäten: Der Verein hat sich nach Aussage seines Vorsitzenden Norbert Münster zum Ziel gesetzt, "die Erinnerung an seine jüdischen Mitbürger zu wecken und wach zu halten. Mit der Herausgabe des Buches soll dazu ein weiterer wichtiger Beitrag geleistet werden."
Bereits im Herbst 2006 hatte es eine umfangreiche Dokumentation in Wort und Bild zu diesem Thema gegeben. "Wir müssen die Geschichte aufarbeiten auch für die Einwohner heute. Damit keine dunklen Löcher entstehen", sagt Autor Wedekin. Unzählige Akten hat er gewälzt, in vielen Archiven gestöbert, nachgefragt, zugehört, Antworten bekommen, die letzten Zeitzeugen interviewen können.
Die Ergebnisse seiner Recherchen sind auf 240 Seiten mit 195 Abbildungen festgehalten. Sie boten als Hausierer Manufakturwaren und Gegenstände des täglichen Bedarfs an, betrieben zudem Vieh- und Getreidehandel oder verliehen Geld. "Normalerweise lebten die Juden in den Städten, in Paderborn, Salzkotten, Büren oder Lichtenau, trieben Handel", sagt Wedekin. Grunderwerb sei ihnen verboten gewesen.
Elf jüdische Familien mit insgesamt 64 Menschen lebten in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts in Haaren. Die höchste Anzahl jüdischer Einwohner in dem kleinen Ort. Um 1930 waren es noch 18. Heute gibt es keine mehr.
Autor Jost Wedekin stellt das Gedenkbuch, das mit Unterstützung der Volksbank Büren und Salzkotten entstand, am Montag, 3. November, um 18 Uhr in den Räumen der Volksbank Haaren, Paderborner Straße 9 vor. Dazu lädt der Heimat- und Verkehrsverein als Herausgeber ein.
Eingebettet in die ruhige Ecke von Bad Wünnenberg-Haaren, in der Mühlenstraße 11, ist die Ohrmakers Mühle mehr als ein altes Gebäude - sie ist ein Fenster in die Vergangenheit und ein lebendiges Zeugnis dafür, wie Technik und Kultur Geschichten erzählen können.
Die 1933 erbaute Mühle war das Herz der lokalen landwirtschaftlichen Gemeinschaft. Mit ihrem Doppelwalzenstuhl ermöglichte die Ohrmakers Mühle den Dorfbewohnern, Getreide zu Mehl und Schrot zu verarbeiten und so die gesamte Region zu versorgen.
Im Laufe der Jahrzehnte erlebte die Mühle viele Veränderungen. Während viele ähnliche Mühlen in den 1960er und 1970er Jahren verschwanden, blieb die Ohrmakers Mühle ein seltener Überlebender im Kreis Paderborn. Das letzte Mal wurde 1972 Mehl und bis 1977 Schrot gemahlen, wodurch das Erbe harter Arbeit und Tradition für Generationen von Haarenern bewahrt wurde.
1991 erkannte der lokale Heimat- und Verkehrsverein den Wert der Mühle und restaurierte sie als technisches und kulturelles Denkmal. Heute, obwohl sie der Stadt gehört, dient die Mühle weiterhin als Veranstaltungsort für kulturelle Events, Ausstellungen und Führungen und bietet den Besuchern einen einzigartigen Einblick in das Leben auf dem Land über Jahrzehnte hinweg.
Die Ohrmakers Mühle ist nicht nur Architektur; sie ist ein lebendiges Museum der Technik und Geschichte. Besucher können die Originalausrüstung der 1930er Jahre besichtigen, erleben, wie Getreide vor der vollständigen Elektrifizierung verarbeitet wurde, und den Geist einer Gemeinschaft spüren, die jahrhundertelang auf ihre Mühlen angewiesen war.
Jeder Stein und jedes Holzdetail erzählt eine Geschichte von Hingabe, Tradition und Innovation im ländlichen Deutschland.Beim Spaziergang um die Mühle kann man fast die Flüstern vergangener Generationen hören, den Rhythmus der Walzen spüren und sich den Duft von Mehl vorstellen, der einst den Raum erfüllte.
Die Ohrmakers Mühle in Bad Wünnenberg-Haaren
Der Heimatverein hatte zu einem Dorfrundgang auf den Spuren alter Geschäfte eingeladen. Wegen des großen Erfolgs wird er jetzt noch einmal angeboten. Kleine Lebensmittelgeschäfte waren früher über das ganze Dorf verteilt, erfuhren die Teilnehmer des Rundgangs.
Hier ist eine mögliche Route für einen historischen Stadtrundgang durch Bad Wünnenberg:
Dieser Rundgang bietet einen Einblick in die reiche Geschichte und Kultur von Bad Wünnenberg.
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