Ursachen für dunkler werdendes Haar in den Wechseljahren

In den Wechseljahren durchlaufen Frauen eine Zeit des Wandels, die auch ihre Haut und Haare beeinflussen kann. Viele Frauen stellen spätestens in den Wechseljahren fest: Dunkle, dickere Haare zeigen sich plötzlich am Kinn, über der Oberlippe oder sogar auf der Brust. Unerwünschtes Haarwachstum und verschiedene Hautprobleme können dich in dieser Lebensphase belasten.

Veränderungen der Haut und der Haare sind ein typisches Phänomen des Alterns und eine häufige Fragestellung in der Hormonsprechstunde.

Einer Umfrage an 1287 französischen Frauen aus dem Jahr 2018 zufolge berichteten 72 % der Befragten, in der Menopause abträgliche Veränderungen an ihrer Haut und den damit verbundenen Strukturen wahrgenommen zu haben, während 50 % das Gefühl hatten, nicht ausreichend über diese Symptome und den potenziellen Zusammenhang mit diesem Lebensabschnitt informiert worden zu sein.

Wie die Haare verändert sich auch die Haut mit dem Eintritt der Menopause. Insbesondere nach längeren Phasen niedriger Estrogenwerte im Blut beginnt die Haut eher trocken zu werden, Auch nimmt die Hautspannung („Turgor“) durch eine verminderte Einlagerung von Wasser ab.

Mit dem Eintritt der Menopause kommt es zu einem Abfall der Estrogene. Hierdurch entsteht häufiger ein Ungleichgewicht zwischen den in der Nebennierenrinde produzierten männlichen Hormone und den weiblichen Hormonen. Auch dieser Effekt kann einen Haarausfall um die Menopause begünstigen.

Gleichfalls kann dieses Missverhältnis zu Haarwachstum in Bereichen führen, in denen dieser normalerweise nicht stattfindet. Grund für eine Hormon(ersatz)therapie ist der Haarausfall bzw. das Haarwachstum nicht.

Allerdings kann bei Haarausfall und gleichzeitigem Vorliegen einer Indikation für eine Hormonersatztherapie diese z. B. so ausgewählt werden, dass den Effekten der männlichen Hormone entgegengewirkt und damit der Haarausfall gebessert wird.

Hirsutismus: Wenn weibliche Körperpartien plötzlich behaart sind

Von sehr starkem Haarwuchs bei Frauen ist die Rede, wenn die Behaarung einem eher männlich zugeschriebenen Verteilungsmuster ähnelt (Hirsutismus). Gemeint ist damit ein vermehrter Haarwuchs am Kinn und der Oberlippe («Damenbart»), Hals, Rücken oder Brust.

Hinter dem Begriff Hirsutismus verbirgt sich verstärkter Haarwuchs bei Frauen - und zwar an Körperstellen, die sonst eher typisch männlich behaart sind: Brust, Bauch, Rücken oder Gesicht. Dabei handelt es sich nicht mehr um feinen Flaum, sondern um dunkle, dickere Haare, die deutlich sichtbar sprießen.

Wenn sie am Kinn wachsen, was häufig der Fall ist, spricht man von Hexenhaaren.

Am häufigsten tritt dieses Symptom während oder nach den Wechseljahren auf. Die Ursache liegt in der hormonellen Umstellung: Der Spiegel von Östrogen und Progesteron sinkt, während sogenannte Androgene - also männliche Hormone - weiterhin produziert werden.

In manchen Fällen steigt deren Anteil sogar an. Etwa 20 Prozent der Frauen nach den Wechseljahren beobachten vermehrten Haarwuchs an Brust oder Kinn. Der Körper bildet nämlich auch nach der Menopause sogenannte Hormonvorstufen - vor allem in Fettgewebe.

Diese können in Testosteron umgewandelt werden. Gleichzeitig wird überschüssiges Testosteron langsamer abgebaut.

Verstärkter Haarwuchs im Gesicht oder auf der Brust ist in den Wechseljahren keine Seltenheit - sondern ein natürlicher Effekt hormoneller Veränderungen. Anstatt sich zu verstecken, lohnt es sich, auf sanfte Pflege, bewusste Ernährung und gegebenenfalls medizinische Unterstützung zu setzen.

PCOS - Was ist PCOS, Symptome und Behandlung I ARD Gesund

Ursachen für Hirsutismus

  • Mit bis zu 80 Prozent ist das polyzystische Ovarialsyndrom (PCOS) die häufigste Ursache für einen ausgeprägten Hirsutismus.
  • Andere Ursachen für Hirsutismus sind seltener.

Was tun gegen Hirsutismus?

Bei einem mild ausgeprägten Hirsutismus ist eine Behandlung - rein medizinisch betrachtet - meist nicht nötig. Ob der übermäßige Haarwuchs stört oder nicht, ist individuell sehr unterschiedlich.

Viele Frauen fühlen sich aber wohler damit, die Haare zu entfernen. Es ist möglich, dass bei der Anwendung Hautreizungen auftreten.

Zur Haarentfernung gibt es Produkte und Methoden, die man selbst anwenden kann, zum Beispiel:

  • Blondierungscremes mit Wasserstoffperoxid („Bleichen“)
  • Enthaarungscremes
  • Rasieren
  • Wachsen
  • Auszupfen, entweder mit einer Pinzette oder einem elektrischen Epiliergerät

Bei diesen kosmetischen Verfahren wachsen die Haare nach einer gewissen Zeit wieder nach, da die Haarwurzeln intakt bleiben.

Um die Haare dauerhaft und sachgerecht entfernen zu lassen, kann man eine Fachärztin oder einen Facharzt aufsuchen. Hier kommen zwei Methoden infrage: die Photoepilation und die Elektrolyse.

Bei der Photoepilation werden Haarfollikel mithilfe von Licht geschädigt, bei der Elektrolyse mit Strom. In beiden Fällen wachsen die Haare weniger oder gar nicht mehr nach. Auch bei diesen Verfahren sind Nebenwirkungen möglich.

Bei Frauen mit einem sehr ausgeprägten Hirsutismus kommen die Haare trotzdem oft wieder zurück. Dann können zusätzlich Medikamente helfen.

Hormonelle Verhütungsmittel mit Östrogen und Gestagen wie die Antibabypille können die Menge männlicher Geschlechtshormone im Körper senken. Sie eignen sich jedoch nur für Frauen, die aktuell nicht schwanger werden möchten.

Andere Arzneimittel hemmen die Aufnahme von Androgenen im Körper. Alle diese Medikamente können Nebenwirkungen haben.

Es ist daher wichtig, gemeinsam mit der Ärztin oder dem Arzt den möglichen Nutzen und die Risiken abzuwägen.

Frauen mit Hirsutismus wird empfohlen, die Medikamente mindestens 6 Monate lang zu nehmen. Erst dann zeigt sich, ob die Behandlung anschlägt oder nicht.

Tipps für die Haarpflege in den Wechseljahren

Viele Frauen bemerken in den Wechseljahren, dass sich ihre Haare verändern. Sie werden dünner, trockener und spröde. Hier sind einige Tipps, wie Sie Ihre Haare in dieser Zeit pflegen können:

1. Ernährung:

Eine ausgewogene Ernährung mit speziellem Fokus auf alle wichtigen Mikronährstoffe ist spätestens seit Beginn der Hormonumstellung besonders wichtig.

  • Proteine: Haare bestehen zu 90 % aus Keratin - dem Hauptbestandteil von Haaren. Und Keratin ist ein Protein.
  • B-Vitamine: Sie sind wichtig für den Stoffwechsel in den Haarwurzeln.
  • Zink: An gesunde Haut, Nägel und Haare denkt man bei Zink mittlerweile schon fast automatisch.
  • Selen: Genauso schützt Selen die Haarzellen und Kopfhaut vor oxidativem Stress und fördert das Wachstum, indem es die Haarfollikel stimuliert.
  • Vitamin E: Es ist ebenfalls ein starkes Antioxidans.
  • Kollagen: Weil es Aminosäuren für die Bildung von Keratin liefert.

2. Stress reduzieren:

Stress verstärkt nicht nur nachweislich die Wechseljahressymptome, sondern beeinflusst auch unser Haarwachstum.

Zur Stressreduktion gehört auch: ausreichend (erholsamer) Schlaf. Denn der ist nicht nur für die allgemeine Regeneration des weiblichen Körpers 40+ unerlässlich, sondern auch für die Haarwurzeln, damit diese einwandfrei arbeiten können.

3. Kopfhautpflege:

Regelmäßig durchgeführt, kann sie wahre Wunder bewirken. Denn eine Kopfhautmassage regt die Durchblutung an und stimuliert so die Haarfollikel, in denen die Haarwurzel gebildet wird.

Ein beliebtes Hausmittel für beruhigende Kopfhautmassagen sind Öle. Je nach Haardicke genügen einige Tropfen bis eine kleine, handflächengroße Menge. Leicht angewärmt macht es die Massage noch angenehmer.

  • Rosmarinöl: Beruhigt gereizte, juckende Kopfhaut und mindert Schuppen effektiv. Weil es besonders durchblutungsfördernd wirkt, stärkt es zusätzlich den Haaransatz.
  • Rizinusöl: Auch super aufgrund der vielen Fettsäuren und des hohen Vitamin-E-Gehalts (s.o.).
  • Arganöl: Wegen seines hohen Gehalts an Vitamin E, Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren durchblutet und beruhigt es juckende Kopfhaut. Gleichzeitig kräftigt es und soll sogar den Haarwuchs anregen.

4. Haarewaschen:

Wenn du die Angewohnheit hast, dir bei jedem Duschen die Haare zu waschen, dann ändere diese Routine. Deine Kopfhaut verliert dadurch wertvolle Öle als Schutzfilm, trocknet aus und fängt an zu jucken und zu schuppen.

Heiße Luft und starkes Rubbeln mit dem Handtuch stressen Kopfhaut und Haar, trocknen sie zusätzlich aus. Lieber sanft das Wasser aus den Haaren pressen oder mit einem 100%-Baumwoll-Tuch abtupfen.

5. Haarpflege:

Wieder kommt Öl ins Spiel: Seit Jahrhunderten wird Olivenöl nicht nur in der mediterranen Küche eingesetzt, sondern auch bei der Haarpflege.

Einfach einige Tropfen Olivenöl (bitte sparsam verwenden!) in die Haarlängen einmassieren und idealerweise über Nacht einwirken lassen. Am Morgen mit einem milden Shampoo auswaschen.

6. Apfelessig:

Viele schwören auf Apfelessig - gerade für graue Haare, denn er verleiht strohigen Haaren einen tollen Glanz. Apfelessig gleicht den pH-Wert der Kopfhaut aus, wodurch Schuppen reduziert werden.

Dafür einfach 1-2 Esslöffel Apfelessig mit 1 Liter kaltem Wasser mischen und die saure Rinse nach der Haarwäsche über das nasse Haar gießen. Massiere die Rinse sanft in die Kopfhaut und das Haar ein und lasse sie ein paar Minuten einwirken.

In den Wechseljahren braucht unser Haar besondere Pflege, um den hormonellen Veränderungen und äußeren Einflüssen standzuhalten.

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