Haarseife ist ein Trend, der seit vielen Jahren in den Badezimmern angekommen ist. Es gibt verschiedene Motivationen, zu dieser Shampoo-Alternative zu greifen. Doch wie bei allen Dingen gibt es auch hier Vor- und Nachteile. Dieser Artikel beleuchtet die Vor- und Nachteile der Verwendung von Haarseife zur Haarwäsche und gibt praktische Tipps für die Umstellung und Anwendung.
Haarseife als Shampoo ist fest und kommt ohne Plastikverpackung aus. Sie ist nachhaltig verpackt und biologisch abbaubar. Als Backpacker bist du mit dieser Lösung für die Haarpflege bestens ausgerüstet. Du trägst kein unnötiges Gewicht in Form von Wasser mit dir herum.
Haarseife kommt ohne Tenside aus. Schaumfette sorgen dafür, dass sie guten Schaum erzeugt, mit dem du deine Haare waschen kannst. Eine gute Seife besteht nur aus verseiften Fetten und es gibt keinen Grund, sie zu konservieren oder ihr Silikone oder andere unnötige Inhaltsstoffe hinzuzufügen. Ein rundum biologisches Produkt.
Haarseife ist sehr ergiebig. Wenn du sie gut pflegst und sie nicht ständig im Wasser liegt und sich so auflösen kann, bleibt sie fest und ersetzt mindestens 2-3 Flaschen Shampoo. Du kannst sie außerdem zum Duschen verwenden. Ein praktisches 2-in-1 Produkt. Mach den Test!
Haarseife ist außerdem gut zu deiner Kopfhaut. Manche Exemplare sind mit Brennesselextrakt angereichert. Shampooseifen mit Koffeein unterstützen die Haarwurzeln bei Haarausfall. Ein Test macht Sinn, denn das Shampoo als Seife kann verduscht werden, wenn es für die Haare nicht funktioniert. Die Shampooseife enthält kein Silikon, was sie ideal für die Wäsche von pflanzengefärbten Haaren macht.
Ja! Alepposeife ist zwar nicht überfettet, ist aber trotzdem hervorragend als Seifenshampoo geeignet. Sie ist äußerst rückfettend und besonders fest. Manchmal fragt man sich: wo gibt es noch richtige Kernseife? Alepposeife ist nichts anderes, denn sie ist ausgesalzen. Also kann man die uns oft gestellte Frage: ist die Aleppo seife eine Kernseife mit "Ja" beantworten. Kann man Haarseife auch für den Körper nehmen?
Aber natürlich! Nun könnte man fragen, warum es überhaupt noch andere Shampoos gibt, wenn Haarseife noch so viel mehr Vorteile hat. Aber wie immer hat alles Vor- und Nachteile. Es gibt doch einiges zu beachten.
Vermutlich ist euch jetzt schon klar, dass die Vorteile von Haarseife für mich überwiegen, schließlich habe ich schon 2013 einen Artikel mit dem Titel „Warum Seife? - Vorteile von Seifen zum Duschen und zur Haarwäsche“ geschrieben, auch wenn ich davon heute nicht mehr jeden einzelnen Satz unterschreiben würde…
Okay, das klingt jetzt irgendwie kurz, trotzdem überwiegen die Vorteile von Haarseife für mich ganz klar! Denn die vier aufgeführten Punkte sind ja eigentlich alles, was man von einer Haarwäsche erwarten kann, oder? Duft kommt noch dazu! Ich liebe den Duft von Haarseife!
Und manche der Nachteile sind ehrlich gesagt irgendwie auch Vorteile von Haarseife.
Welchen pH-Wert sollte Seife haben? Die Frage stellt sich eigentlich nicht, denn Seife ist immer basisch. Bei handgesiedeter Seife bewegt sich der pH-Wert in einem Bereich von 9 - 11.
Die Umstellung Zunächst müssen sich deine Haare von Shampoo auf Seife umstellen. Durch jahrelanges nutzten von synthetischen Waschsubstanzen, die teils aggressiv deine Haare entfetten und reinigen kann die natürliche Haarstruktur stark beschädigt sein. Durch synthetische Haarspülungen und -Kuren befinden sich viele Ablagerungen auf deinen Haaren, die den natürlichen Zustand der Haarstruktur verbergen. Sind diese synthetischen Ablagerungen abgewaschen, wirken die Haare sehr trocken und strohig. Jetzt dauert es etwas (ca. 2 - 6 Wochen) bis sich dein Haar regeneriert hat und sich die natürliche Schutzbarriere wieder aufgebaut hat. Der Vorteil: Die eigene Schutzbarriere des Haares ist die beste und natürlichste.
Haare mit Haarseife waschenBei Seifen ist mehr mehr. Im Gegensatz zu synthetischen Tensiden reinigen Seifen sehr sanft, daher darf es hier ruhig mehr sein. Mache deine Haare und die Seife zunächst schön nass mit warmen Wasser. Trage dann die Seife direkt auf die Kopfhaut und Haare auf, verteile den Seifenschaum richtig gut überall auf dem Kopf und auch am Haaransatz. Die Seife muss richtig gut aufschäumen. Gelingt das nicht, wasche die Seife aus und versuche noch einmal aufzuschäumen. Massiere den Schaum dann in deine gesamten Haare ein. Die Seife darf keine klebrigen Stellen hinterlassen, diese lassen sich nur schwer auswaschen, daher ist es wichtig die gesamte Seife aufzuschäumen. Lass dir Anfangs mehr Zeit für´s Haare waschen. Später hast du den Dreh raus und es geht schneller.
Wasche nun deine Haare richtig gründlich mit warmen Wasser aus. PH-Wert neutralisierenDa Seife einen PH-Wert von 7 hat, unsere Kopfhaut aber einen PH-Wert von 5,5 müssen wir den PH-Wert neutralisieren. Das bedeutet wir brauchen eine saure Rinsung. Quasi die Großmutter der Haarspülungen. Der Vorteil der sauren Rinsung: Deine Haare werden glänzend und leicht kämmbar.
Das ist die klassische saure Rinsung. Ich habe immer eine leere 1 Liter Flasche unter der Dusche. Am Anfang fülle ich mir ca. 5 Esslöffel Apfelessig in die Flasche. Nach der Haarwäsche fülle ich die Flasche mit Wasser auf (kaltes Wasser ist am Besten, muss aber nicht sein) und gieße das Wasser-Essig Gemisch über die nassen Haare. Die Haare danach nicht noch einmal ausspülen! Drücke deine Haaren leicht aus und wickle dir ein Handtuch über den Kopf. Der Essiggeruch verfliegt sobald deine Haare trocknen.
Falls du den Geruch gar nicht leiden kannst, kannst du ersatzweise auch Zitronensaft nutzen. Dafür den Saft einer halben Zitrone in eine leere Flasche füllen, nach dem Waschen die Flasche mit Wasser auffüllen und deine Haare mit dem Zitronenwasser ausspülen. Auch hier nicht nochmal mit Wasser spülen. Zitronensaft kann deine Haare allerdings aufhellen. Daher eignet sich diese Methode für dunkle Haare weniger.
Feste Waschstücke und Seifen sind beides Tenside (waschaktive Substanzen). Der Unterschied besteht darin, dass Seifen ein natürliches Tensid sind, während feste Waschstücke (wie festes Shampoo) synthetisch hergestellte Tenside sind, sogenannte Syndets. Bei Syndets kann der PH-Wert im Gegensatz zu Seife auf unsere Haut abgestimmt werden. Unsere Kopfhaut hat einen PH-Wert von 5,5 und ist somit leicht sauer. Syndets können darauf abgestimmt werden und greifen deshalb die natürliche Schutzbarriere der Haut nicht an. Seifen wiederum sind von Natur aus alkalisch (PH-Wert bei 7), daher müssen die Haare nach einer Wäsche mit Haarseife sauer ausgespült werden, um den PH-Wert zu neutralisieren. Diese Haarspülung nennt sich „Saure Rinsung“, dafür brauchst du lediglich etwas Apfelessig oder Zitronensaft und Wasser.
Die Waschwirkung von Seifen ist allerdings etwas schwächer, daher reinigen Seifen etwas sanfter als Syndets und trocknen das Haar nicht aus. Die Nachteile von Syndets sind, dass die Waschstücke viel schneller aufgebraucht werden als Seife und zudem meist teurer sind. Außerdem sollte sehr auf die Inhaltsstoffe geachtet werden, vor allem welche Öle zur Herstellung verwendet wurden. Finger weg sobald Mineralöle oder Palmöle verwendet wurden. Mineralöle sind eine sehr knappe Ressource und nicht biologisch abbaubar. Bei Palmöl und auch bei Kokosöl darauf achten, dass es aus nachhaltigem Anbau kommt. Nichtsdestotrotz müssen für den exzessiven Anbau dieser Palmen viele Waldflächen weichen. Greife immer zu Naturkosmetik Haarseifen und festen Shampoos, hier kannst du dir sicher sein, dass keine unnötigen Zusatzstoffe beigesetzt wurden und auf die Herkunft der Rohstoffe geachtet wurde.
Ob du lieber Haarseife oder festes Shampoo nutzten möchtest, das musst du selber für dich herausfinden. Haarseife ist günstig, umweltfreundlich, natürlich und praktisch. Leider ist sie aber auch stark reinigend, trocknet dadurch aus, oder führt zu Build-up und kann deine Locken porös machen. Doch jedes Haar ist individuell. Falls du super mit Haarseife zurecht kommst oder sie immer noch probieren möchtest, dann mach das.
Als verpackungsfreie Alternative, kann ich feste Shampoos bzw. Shampoobars empfehlen, welche aus milden Tensiden hergestellt werden. Diese haben keinen basischen ph-Wert, lassen dadurch deine Haare auch nicht anschwellen und du brauchst danach auch keine Essigrinse. Außerdem kommen sie ohne Plastikverpackung aus und sind damit genauso praktisch.
Im Gegensatz zu vielen anderen Seifen-Manufakturen verwenden wir in unseren Körper- und Haarseifen keine Zitronensäure. Zitronensäure ist zu erkennen an der Zutatenangabe (INCI) "CITRIC ACID". Hauptsächlich verzichten wir auf Zitronensäure in unseren Körper- und Haarseifen wegen Ihrer Eigenschaft, Metall-Moleküle andocken zu können, sprich "Komplexe" zu bilden. Das an sich wäre erstmal nicht problematisch. Jedoch ist Zitronensäure in der Lage, die Blut-Hirn-Schranke zu überwinden und dabei die Metallmoleküle, wie zum Beispiel Aluminium, unbemerkt mit zu transportieren. So kann nach dem Abbau der Zitronensäure das Aluminium im Hirn zurückbleiben, welches im Verdacht steht, degenerative Hirn-Krankheiten zu begünstigen.
Neben Seife und Haartyp spielt die Wasserhärte eine ebenfalls nicht unerhebliche Rolle beim Haare waschen mit Naturseifen. Hartes, kalkhaltiges Wasser kann zu kleinen weißen Ablagerungen, der sogenannten Kalkseife führen. Um dem entgegen zu wirken empfiehlt sich eine sogenannte "saure Rinse". Hierbei handelt es sich um eine schnell selbstgemacht natürliche Spülung. Einfach 1-2 Esslöffel Apfelessig oder einen halben Teelöffel Zitronensaft auf 1 Liter Wasser geben und nach dem waschen in die nassen Haare einarbeiten. Die Rinse muss nicht unbedingt ausgewaschen werden, und auch ein möglicher leichter Essiggeruch verfliegt recht schnell nach der Anwendung.
Auch wenn der Weg etwas umständlicher erscheint: Es lohnt sich auf Naturhaarseifen umzusteigen. Denn neben gesünderen Haaren und gesünderer Kopfhaut spart man dabei im hohen Maße Plastikmüll ein und man spült daneben auch keine Unmengen von umweltschädlichen synthetischen Tensiden und Co in den Abfluss. Denn Naturseifen sind 100% biologisch abbaubar.
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