Wer schwanger ist, betrachtet viele Dinge plötzlich mit neuen Augen: Was kann ich noch essen, wie intensiv darf der Sport sein und welche Stoffe können eventuell schädlich für das Ungeborene sein? In diesem Zusammenhang schweifen die Gedanken unweigerlich zum nächsten Friseurbesuch. Denn wer sich regelmäßig die Haare färben, blondieren oder tönen lässt, erinnert sich sicher auch an die Gerüche, die von den Färbemitteln ausgehen - kann das gesund sein? Die Frage des „Ja oder Nein“ ist auf jeden Fall berechtigt. Ist Haare färben in der Schwangerschaft gefährlich?
Grundsätzlich spricht nach aktuellem Wissensstand nichts dagegen, auch in der Schwangerschaft deine Haare zu färben - dies gilt übrigens auch für das Blondieren oder Tönen deiner Haare. Laut Bundesinstitut für Risikobewertung bestehen für Haarfärbemittel keine Risiken während der Schwangerschaft und Stillzeit. Daher gibt es auch keine offiziellen Empfehlungen, die sich explizit gegen oder für bestimmte Produkte aussprechen.
Allerdings muss man sagen, dass die Studienlage auch nicht sonderlich groß ist. Meistens wird das Färben der Haare in der Schwangerschaft als unbedenklich eingestuft, jedoch solltest du als werdende Mama in der Schwangerschaft lieber kein Risiko eingehen. Um auf Nummer sicher zu gehen, solltest du am besten in der frühen Phase der Schwangerschaft (also bis zur 12. SSW) komplett auf das Haare färben verzichten. Im Zweifel kannst du auch Rücksprache mit deiner Frauenärztin oder Hebamme halten, wenn du dir während der Schwangerschaft unbedingt die Haare färben möchte. Auch das Fachpersonal im Friseursalon kann dabei zusätzlich weiterhelfen.
Jeder Schwangeren sollte es selbst überlassen bleiben, womit sie sich wohlfühlt - ob mit oder ohne Haarefärben. Bitte beachte: Die Inhalte dieses Artikels sollen dir allgemeine Informationen und Hintergrundwissen vermitteln und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Die Anregungen und Tipps ersetzen keine fachliche Beratung durch eine*n Ärzt*in oder Hebamme.
Um die Risiken besser einschätzen zu können, ist es hilfreich zu verstehen, wie die verschiedenen Methoden der Haarbehandlung funktionieren:
Die verschiedenen Techniken der Coloration differenzieren sich durch ihre Intensität und Haltbarkeit - und damit auch in den enthaltenen Inhaltsstoffen. Auf dieser Grundlage kommen manche Expert*innen zu der Empfehlung, dass das Tönen oder Blondieren prinzipiell empfehlenswerter für Schwangere sei als etwa das komplette Färben der Haare.
Beim Färben der Haare kann unser Körper einen geringen Anteil giftiger Stoffe über die Kopfhaut aufnehmen. Bei werdenden Mamas, die sich regelmäßig die Haare färben, ist daher nicht auszuschließen, dass kleine Mengen gesundheitsschädlicher Substanzen in den Blutkreislauf gelangen bzw. auch in die Muttermilch übergehen können. Unklar ist bis dato noch, ob sich das Haarefärben während der Schwangerschaft und Stillzeit auf die kindliche Entwicklung niederschlägt.
Deshalb sollte man vorsichtshalber - wenn möglich - während der Schwangerschaft und Stillzeit auf chemische Anwendungen verzichten. Dies gilt besonders dann, wenn man sich noch in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft befindet. Denn während des ersten Trimesters ist das Risiko, eine Fehlgeburt zu erleiden, am höchsten. In dieser kritischen Phase sollte bestenfalls auf ein Färben der Haare verzichtet werden.
Die chemischen Substanzen, die beim Färben der Haare freigesetzt werden, können über den Blutkreislauf in unseren Körper gelangen. Gerade bei großen Mengen könnte dies schädlich für unseren Körper werden. In aller Regel enthalten die handelsüblichen Haarfarben jedoch keine großen Mengen dieser Schadstoffe erreich und unterliegen einer strengen Kontrolle. Erst wenn sie als gesundheitlich unbedenklich eingestuft werden, landen sie beim Friseur oder in den Regalen des Supermarkts und den Drogerien.
Kontrovers diskutiert werden von Fachleuten jedoch verschiedene Inhaltsstoffe, wie beispielsweise PPD oder aromatische Amine. Manche Experten halten sie für unbedenklich und andere wiederum beurteilen sie sehr kritisch. Man weiß aber inzwischen, dass chemische Haarfärbemittel in manchen Fällen zu Allergien und Hautreizungen beim Benutzer führen können.
Viele Experten haben verschiedene Haarprodukte zum Glätten, Locken oder Färben im Hinblick auf schwangere Friseurinnen untersucht. Das Ergebnis war relativ unbedenklich, sonderlich gesund ist es jedoch auch nicht. In Deutschland darf der enthaltene Anteil an künstlich hergestellten Farbstoff nur 1 bis 2 Prozent ausmachen. Außerdem darf es auch nur gemeinsam mit Kupplersubstanzen vorkommen. Erst dann gilt PPD für die Gesundheit als unbedenklich. Wären diese Kupplersubstanzen nicht enthalten, könnte PPD Allergien auslösen und das Erbgut schädigen. In Deutschland werden solche Produkte aber streng kontrolliert. Vielmehr Vorsicht sollte bei Produkten aus dem nicht-europäischen Ausland geboten sein. Dies gilt nicht nur während der Schwangerschaft, sondern natürlich auch in allen anderen Lebenslagen.
Zum Thema Haare färben in der Schwangerschaft gibt es keine offiziellen Empfehlungen für oder gegen bestimmte Produkte. Wenn du jedoch sicherheitshalber auf Chemie verzichten möchtest, kannst du auch auf pflanzliche Haarfarbe zurückgreifen, wie beispielsweise Henna.
Zumindest sollte dabei ein Produkt verwendet werden, das frei vom Schadstoff PPD ist. Gerade in Produkten, die nicht aus Europa kommen, ist dieser enthalten. Deshalb sollte ein Färben ohne Ammoniak bevorzugt werden. Eine schonende Alternative für werdende Mamaskönnen auch Tönungsshampoos oder Ansatztönungen sein, da hier größtenteils natürliche Farbstoffe enthalten sind, die auch nur bis zur nächsten Haarwäsche oder einige Wochen halten.
Wenn du als werdende Mama nicht ganz auf dein Styling verzichten möchtest, bleiben dir einige Alternativen:
Allerdings sind die Begriffe „Pflanzenhaarfarbe“ oder „Naturhaarfarbe“ nicht geschützt. Deshalb kann es schon einmal vorkommen, dass ein Produkt vielleicht weniger natürlich ist, als man denkt und wurde möglicherweise mit chemischen Substanzen versehen. Manchmal werden verschiedenen Haarfärbemitteln bestimmte Zusätze beigemischt, um die Farbe intensiver oder dunkler zu machen. Außerdem kann Henna auch Spuren von Pestiziden beinhalten, je nachdem, wo es angebaut wurde.
Deshalb solltest du auch bei Naturprodukten unbedingt auf die Inhaltsstoffe achten. Ist keine Liste mit Inhaltsstoffen vorhanden, gilt Vorsicht! Die meisten Naturprodukte sind aber zertifiziert und können ruhigen Gewissens gekauft und während der Schwangerschaft für das Färben der Haare eingesetzt werden. Hierfür kannst du dich einfach in deinem lokalen Biomarkt oder in der Drogerie umsehen. Henna gibt es übrigens in diversen Farben. Aber Achtung: Blondieren bzw. Aufhellen von dunklen Haaren kann damit nicht erzielt werden. Möglich sind rötliche oder dunkle Nuancen. Zudem hat Henna einen sehr pflegenden Effekt auf das Haar und lässt es voller erscheinen.
Da die Möglichkeit besteht, dass unser Körper während des Haarefärbens giftige Stoffe über die Kopfhaut aufnimmmt, kann auch nicht 100 %-ig ausgeschlossen werden, dass - insbesondere bei regelmäßigen Färbungen - kleine Mengen an gesundheitsschädlichen Substanzen in den Blutkreislauf gelangen können.
Trotz allem muss man aber nicht komplett auf das Haare färben in der Schwangerschaft verzichten. Mittlerweile gibt es gute Alternativprodukte, die weniger aggressiv sind, als chemische Produkte:
Ein weiterer Tipp: Anstatt die Haare zu färben, können sie auch getönt werden. Diese auswaschbare Farbe kann nicht ins Innere eindringen und lagert sich nur außen am Haar an. Sie können auch aufgrund der Größe der Farbpartikel nicht so schnell über die Haut aufgenommen werden, als permanente Haarfarben.
Alternativ kannst du auch einfach nur einzelne Strähnen färben lassen. So kannst du die aufgetragene Menge an möglichen gesundheitsschädlichen Bestandteilen reduzieren, da die Farbe nicht auf dein Kopfhaar aufgetragen wird.
Info: Mit einer Haartönung können die Haare nur dunkler und nicht heller getönt werden. Gerade in der Schwangerschaft verändert sich der ganze Körper aufgrund der Hormonumstellung. Sogar bis in die Haarspitzen, denn auch die Haarstruktur wird von den Hormonen beeinflusst. Dies bedeutet, dass das Ergebnis des Haarefärbens evtl. anders ausfallen könnte, als du es bisher gewohnt warst. In manchen Fällen wirken die Haare aber auch aufgrund der Hormonumstellung in der Schwangerschaft etwas üppiger als sonst. Das Haar strahlt besonders viel Stärke aus und zudem verliert man auch noch weniger Haare als zuvor.
Gerade in der Schwangerschaft sind werdende Mamis einem permanenten Wandel ihres Körpers ausgesetzt. Deshalb ist es umso wichtiger, sich in seiner eigenen Haut wohlzufühlen. Wenn zum Wohlbefinden für dich nun einmal das Färben der Haare dazugehört, dann solltest du das Gespräch mit deiner Frauenärztin und zusätzlich auch mit deinem Friseur suchen, um abklären zu lassen, ob im Einzelfall eine Färbung der Haare in Betracht kommen kann. Natürlich ist es auch nur mehr als verständlich, dass werdende Mamas während der Schwangerschaft auf chemische Haarfärbemittel verzichten wollen. Spezielle Haarfarbe, extra für Schwangere, gibt es nicht.
Checkliste: Tipps zum Färben und Blondieren in der Schwangerschaft
Wenn Sie nach den ersten drei Schwangerschaftsmonaten zu Färbemitteln greifen möchten, können Sie einiges tun, um die Sicherheit für Mutter und Kind zu erhöhen.
Übrigens: In der Schwangerschaft verändert sich durch die Hormonumstellung der ganze Körper - bis in die Haarspitzen, denn Hormone beeinflussen die Haarstruktur. Die Haarfarbe fällt also mitunter anders aus, als Sie es vielleicht vorher gewohnt waren. Auch bei einer Tönung müssen Schwangere damit rechnen, einen anderen als den erwarteten Effekt zu erzielen. Wenn Sie sich in der Schwangerschaft oder Stillzeit die Haare färben möchten, lassen Sie sich am besten von einer Friseurin oder einem Friseur beraten.
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