Professionelle Haarfarbenanwendung: So erzielen Sie perfekte Ergebnisse

Haltbarkeit, Intensität, Inhaltsstoffe, Verträglichkeit und Erfahrung - das sind die Eckpunkte, die den Unterschied zwischen einfachen und professionellen Haarfarben ausmachen. Eine Profi-Haarfarbe erzielt nicht nur ein ästhetisch ansprechendes Ergebnis, sondern berücksichtigt ebenso die Gesundheit und den Zustand des Haares.

Die Grundlagen der professionellen Haarfarbenlehre

Um den finalen Look jeder Farbtransformation vorherzusagen, verwenden Coloristen eine einfache Gleichung:

Ausgangspunkt des Haares + gewählte Farbe = Endergebnis

Die "gewählte Farbe" meint den gewünschten Haarton, während der "Ausgangspunkt" eine Kombination aus der Haargeschichte und dem zugrunde liegenden Pigment ist.

Die Haargeschichte

Coloristen schauen sich das Haar genau an und stellen Fragen wie: Wurde es schon einmal gefärbt? Wie lange ist das her? Was wurde verwendet? Sogar Styling-Routinen oder Schwimmgewohnheiten können besprochen werden. Dadurch wollen Coloristen herausfinden, welche Farbformeln mit den Haaren funktionieren und ob es in einem guten Zustand für eine Aufhellung ist.

Das zugrunde liegende Pigment

Wenn das Haar gefärbt wird, besonders wenn ein Aufheller verwendet wird, können einige der zugrunde liegenden Pigmente im Haar freigelegt werden. Das zugrunde liegende Pigment ist ein wichtiger Faktor bei der Farbwahl: Arbeitet der Colorist mit diesem oder versucht er, ihn zu korrigieren?

Die Aufhellungskurve

Die Aufhellungskurve hilft Coloristen, den richtigen Farbton für das Haar ihrer Kunden zu bestimmen. Zum Beispiel, wenn man von Natur aus ein tiefes Brünett hat, aber ein paar subtile Highlights hinzufügen möchte, verändert das Aufhellen von Haarsträhnen das darunter liegende Pigment. Dies schafft die perfekte Basis für einen tief karamellfarbenen Toner.

Der Farbkreis

Um herauszufinden, welcher Toner erforderlich ist, um Töne im Haar zu ergänzen oder zu korrigieren, wird der Farbkreis verwendet. Er basiert auf der Farbtheorie: dem Verständnis, dass sich Farben, die sich auf dem Farbkreis gegenüberliegen, gegenseitig neutralisieren. Nebeneinander liegende Farben erzeugen hingegen einen ganz neuen Farbton.

Wenn blondes Haar z. B. gelb und warm ist, ihr es aber eisig und kühl haben möchtet, schaut nach, welche Farbe auf dem Farbkreis dem Gelb gegenüberliegt. In diesem Fall ist es Violett. Dann würde man der Haarformel ein wenig Violett hinzufügen, um den Gelbtönen entgegenzuwirken.

Das Nummerierungssystem

Wella hat ein eigenes universelles Nummerierungssystem, das für alle Farbprodukte gleich ist. Jede Zahl im Nummerierungssystem wird durch einen Strich geteilt. Die Zahl vor dem Strich zeigt die Tiefe an (wie hell oder dunkel das Haar ist). Die Zahl danach gibt an, welche Farbe man sehen wird.

Professionelle Anwendung: Optimale Ergebnisse durch fachgerechte Vorbereitung

Möchten Sie Ihre natürliche Haarfarbe nur ein wenig auffrischen oder wollen Sie Ihre Haare um mehrere Nuancen heller oder dunkler färben? Je nach Antwort kommen unterschiedliche Produkte infrage: Wünschen Sie sich dunklere Haare, ist eine schonende Tönung ausreichend.

Expert:innen empfehlen bei Farbveränderungen, die mehr als zwei bis drei Nuancen von der Naturhaarfarbe abweichen, sich Schritt für Schritt an die neue Farbe heranzutasten.

Je nachdem, ob Sie eine vorübergehende oder dauerhafte Farbveränderung möchten, stehen verschiedene Färbemittel zur Wahl. Schaumtönungen sind ideal, wenn Sie die neue Farbe erst einmal für einige Haarwäschen ausprobieren möchten. Intensivtönungen halten etwa 6-8 Wochen und waschen sich aus, ohne, dass ein Ansatz sichtbar wird. Wenn Sie sich mit einer Coloration selbst die Haare färben, bleibt die Farbe dauerhaft im Haar.

Vorbereitung auf das Färben

Bevor Sie mit dem Haarefärben zu Hause beginnen, sollten Sie noch ein paar Vorbereitungen treffen und alle Utensilien bereitlegen. Waschen Sie Ihre Haare vor dem Färben nach Möglichkeit etwa ein bis zwei Tage nicht. So kann die natürliche Talgschicht Ihre Kopfhaut vor großflächigen Farbflecken schützen.

Wichtig ist außerdem, dass Sie vorab einen Allergietest durchführen und den Beipackzettel gründlich lesen. Legen Sie sich ein Handtuch, das ruhig Flecken bekommen darf, um die Schultern. Damit Ihre Hände und Ihr Gesicht keine Farbflecken bekommen, nutzen Sie die der Verpackung beiliegenden Handschuhe und tragen Sie am Haaransatz eine Fettcreme auf.

Der Allergietest

HAARFÄRBEMITTEL KÖNNEN SCHWERE ALLERGISCHE REAKTIONEN HERVORRUFEN. Um das Risiko einer allergischen Reaktion möglichst gering zu halten, ist es unbedingt erforderlich, folgende Hinweise zu lesen und zu beachten:

  • Während der Zubereitung, der Anwendung und des Ausspülens des Produktes GEEIGNETE HANDSCHUHE TRAGEN, vorzugsweise Einmalhandschuhe.
  • Dieses Produkt ist nicht für Personen unter 16 Jahren bestimmt.
  • Temporäre Tätowierungen mit „schwarzem Henna“ können das Allergierisiko erhöhen.
  • NICHT ANWENDEN, wenn:
    • Ihr Kunde einen Ausschlag im Gesicht hat oder wenn die Kopfhaut empfindlich, gereizt oder verletzt ist;
    • Ihr Kunde schon einmal nach dem Färben des Haares eine Reaktion festgestellt hat;
    • eine temporäre Tätowierung mit „schwarzem Henna“ bei Ihrem Kunden schon einmal eine Reaktion verursacht hat.
  • DIE DURCHFÜHRUNG EINES ALLERGIEVERDACHTSTESTS 48 STUNDEN VOR JEDER ANWENDUNG WIRD NACHDRÜCKLICH ANGERATEN.
  • Enthält: Phenylendiamin, Resorcin, Phenylendiamine (Toluylendiamine), Ammoniak.
  • Kontakt mit den Augen vermeiden.

Das Auftragen der Farbe

Teilen Sie Ihre Haare mit einem Stielkamm in vier Partien. Gehen Sie dabei zügig, Strähne für Strähne vor. Beim Blondieren starten Sie am besten mit der Nackenpartie, da diese gewöhnlich dunkler ist als das Deckhaar.

Wenn Ihr Haar bereits gefärbt ist und der Ansatz wesentlich heller oder dunkler ist, tragen Sie die Farbe zunächst nur am Ansatz auf und lassen sie einwirken. Gegen Ende der Einwirkzeit tragen Sie die Farbe auch auf den Längen Ihres Haares auf. Genaue Angaben zur jeweiligen Einwirkzeit entnehmen Sie der Packungsbeilage.

Halten Sie sich unbedingt an die in der Anleitung vorgegebene Einwirkzeit, da die Coloration sonst unnötig die Kopfhaut strapazieren und nicht zum gewünschten Ergebnis führen kann. Am besten stellen Sie sich dazu einen Timer.

Waschen Sie nach Ablauf der Zeit die Haare so lange aus, bis das Wasser klar ist. Gönnen Sie Ihrem Haar anschließend einen reichhaltigen Conditioner. Meist liegt die Pflege der Packung bei.

Bereits geöffnete Färbemittel können nicht aufbewahrt werden.

Wenn Sie etwa den Ombré- oder Dip-Dye-Stil ausprobieren wollen, bei dem nur die Spitzen in eine Kontrastfarbe getaucht sind, können Sie die Farbe frei Hand in den unteren Längen verteilen - so macht das auch der Profi im Friseursalon. Für die angesagten Crownlights hingegen, bei denen nur der Ansatz in einer kontrastreichen Nuance erstrahlt, tragen Sie die Farbe mit dem beigefügten Applikator auf.

Haarpflege nach dem Färben

Unabhängig davon, ob Sie Ihre Haare zu Hause oder beim Friseur färben: Die Farbänderung strapaziert Ihre Haare. Deshalb brauchen Sie danach eine Extra-Portion Pflege. Um möglichst lange etwas von Ihrer neuen Haarfarbe zu haben, greifen Sie zu speziellen Pflegeserien für coloriertes Haar.

Sollten Ihre frisch blondierten Haare einen Gelbstich haben, keine Panik: Mit einem regelmäßig angewandten Anti-Gelbstich-Shampoo lässt sich dieser einfach neutralisieren.

Wenn Ihnen eine Haarfarbe gut gefallen hat, schreiben Sie sich die Nuance für das nächste Mal unbedingt auf. Das erspart Rätsel-Raten am Haarfarben-Regal.

Möchten Sie Ihren aktuellen Farbton erhalten oder auffrischen, reicht es aus, lediglich den Ansatz zu färben. Dazu erhalten Sie beispielsweise von Schwarzkopf spezielle Ansatz-Sets, um sich die Haare selbst zu Hause zu färben. Bei diesen Sets tragen Sie die Farbe mit einem Pinsel nur auf den Haaransatz auf - einwirken lassen, ausspülen, fertig!

Wie oft dürfen Haare gefärbt werden?

Frisch gefärbte Haare sollten nicht zu Hause in Eigenregie ein zweites Mal gefärbt werden.

Wie lang die Färbepausen sein sollten, hängt unter anderem von Ihrer Haarstruktur und der aktuellen und gewünschten Haarfarbe ab: So können Sie kräftiges Haar oft bereits nach etwa vier Wochen erneut färben, feinem Haar tut dagegen eine längere Erholungspause von etwa acht Wochen gut.

Farbkorrekturen

Bei der Haarfarbkorrektur wird die vorhandene Haarfarbe verändert oder angepasst, um den gewünschten Farbton zu erzielen oder um unerwünschte Farbtöne oder Unstimmigkeiten in der aktuellen Farbe zu korrigieren, indem die richtige neutralisierende Farbe oder der richtige Farbton aus dem Farbkreis ausgewählt wird.

Der Zeitpunkt für eine Haarfarbkorrektur hängt von Faktoren wie dem aktuellen Zustand des Haares, dem Umfang der erforderlichen Korrektur und dem gewünschten Ergebnis ab.

Blondierungen werden häufig eingesetzt, um das Haar aufzuhellen oder frühere Farbpigmente zu entfernen, bis der gewünschte „Unterton“ erreicht ist. Es erfordert eine sorgfältige Anwendung, um Schäden zu minimieren und den gewünschten Grad an Helligkeit zu erreichen.

Um die tatsächliche Qualität des Haars zu beurteilen, müssen entsprechende Tests durchgeführt werden, z. B. ein Strähnen- und Porositätstest, um festzustellen, ob eine weitere Anwendung in Frage kommt.

Denken Sie daran, Ihre Kunden darauf hinzuweisen, dass die Farbe auswächst, aber dennoch verblasst, wenn sie der Sonne oder anderen Umwelteinflüssen ausgesetzt wird.

Tönungen spielen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, unerwünschte Töne zu neutralisieren, Messingglanz zu entfernen und den gewünschten Farbton zu erzielen. Außerdem verbessern sie den Gesamtton und die Ausstrahlung des Haares.

Empfehlen Sie Shampoos, Pflegespülungen und Stylingprodukte, die speziell für gefärbtes Haar entwickelt wurden, wie z. B. Hitzeschutz: Jedem Kunden sollte geraten werden, das Hitzestyling zu minimieren und Hitzeschutzprodukte zu verwenden, wenn er heiße Geräte wie Fön, Glätteisen oder Lockenstäbe benutzt.

Verschiedene Färbetechniken

Es gibt verschiedene Hilfsmittel, die Coloristen verwenden können, um die perfekte Mischung für jeden Kunden zu finden. Die gängigsten sind eine Farbkarte oder ein Buch mit Haarmustern. Diese sind in der Beratungsphase hilfreich (in Kombination mit dem Wissen über die Ausgangssituation des Haares).

Hier eine Übersicht einiger beliebter Färbetechniken:

  • Paintings: Hier werden einzelne Highlights freihändig eingefärbt, wodurch ein weicher Verlauf entsteht.
  • Babylights: Feine Strähnen sorgen für einen natürlichen Look und kaschieren Übergänge.
  • Color Melting: Verschiedene Haarfarben werden miteinander kombiniert, um schimmernde Highlights zu erzeugen.
  • Toupage Technik: Einzelne Strähnen werden toupiert, um starke Kontraste mit weichen Verläufen zu erzielen.
  • Foliage: Sorgt für traumhaftes Volumen durch zahlreiche Kontraste.
  • Balayage: Ein dunkler Ansatz geht in hellere Längen und Spitzen über, wobei einzelne Strähnen bis dicht zum Ansatz verlaufen.
  • Ombre: Ein weicher Verlauf von dunkleren Ansätzen zu helleren Spitzen ohne einzelne Strähnen.
  • Sunkissed: Feine, helle Strähnen werden ins Haar gefärbt, um einen sonnengeküssten Effekt zu erzielen.

Selber die Haare färben! 5 Tipps vom Profi

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