Natürliche Hilfe gegen Läuse: Hausmittel und effektive Anwendungen

Sie gelten als Schrecken in jedem Kindergarten und in der Schule: Läuse. Wenn Kopfläuse im Umlauf sind, geraten viele Eltern regelrecht in Panik und versuchen, ihr Kind vor einem Befall durch die winzigen Insekten zu schützen. Aber selbst wenn Ihr Kind Läuse hat, ist dies kein Grund zur Sorge - so lange Sie schnell eine gezielte Behandlung einleiten, um die rasche Ausbreitung der Parasiten zu stoppen.

Bei Läusen, deren lateinische Bezeichnung "Pediculus humanus capitis" lautet, handelt es sich um winzige längliche, flügellose Insekten mit sechs Beinen. Zusammen mit der Filzlaus und der Kleiderlaus bilden sie die Familie der Menschenläuse. Die nur ca. Dank ihrer speziell gestalteten Beine (auch als Klammergreifer bezeichnet) können sich die Läuse sehr gut an Haaren festklammern und sich wegen ihrer fast durchsichtigen, leicht gräulichen oder rötlich-braunen Körperfarbe (abhängig von der verzehrten Blutmenge) nahezu unbemerkt im Haaransatz verstecken. Meist kleben sie hinter den Ohren, im Nacken oder über den Schläfen.

Etwa vier bis fünf Mal pro Tag stechen Kopfläuse zur Nahrungsaufnahme zu und saugen Blut aus der Haut. Zunächst verursacht der Stich keinen Schmerz, weil die Läuse mit ihrem Speichel ein blutgerinnendes Mittel absondern, wodurch die Einstichstelle betäubt wird. Unbehandelt überleben Kopfläuse ca. drei bis vier Wochen; ohne Nahrung, also Blut von Menschen, leben sie nur ca. einen Tag. Weil Läuse während ihrer gesamten Lebensdauer jedoch bis zu 300 Eier (sogenannte Nissen) ablegen, die sie mit einer wasserlöslichen Substanz nahe der Kopfhaut an den Haaren festkleben, können sie sich mitunter schnell verbreiten.

Aus den Eiern schlüpfen bereits nach sieben bis neun Tagen kleine Larven, die sich wiederum nach weiteren acht bis zehn Tagen weiter vermehren können.

Merke: Läuse können weder fliegen noch springen. Auch wenn es häufig behauptet wird, ist unzureichende Hygiene nicht der Grund, warum Kopfläuse von einem auf den anderen Menschen übertragen werden. Ob Sie Ihre Haare häufig oder selten waschen, ob Sie ein natürliches Shampoo verwenden oder nicht, spielt keine Rolle: Jeder kann Kopfläuse bekommen, wenn er mit einem von Läusen befallenen Menschen engen Kontakt hat, die gleichen Bürsten, Kämme, Handtücher oder Kopfkissen benutzt.

Gut zu wissen: Obwohl Kopfläuse lästig und hartnäckig sind, sind sie in der Regel nicht gefährlich für Kinder und Erwachsene. Leider reicht es nicht aus, den Kopf ausgiebig mit normalem Shampoo zu reinigen oder die Haare gründlich zu bürsten, um die unerwünschten Kopfläuse und Nissen loszuwerden - dafür sitzen die Tierchen und Eier zu fest.

Trotzdem möchte nicht jeder bei Kopfläusen direkt zu einem aggressiven Läusemittel greifen. Sowohl Haut und Haar als auch der Umwelt zuliebe ist es manchmal besser, zuerst ein mildes Hausmittel gegen Läuse auszuprobieren. In den nachfolgenden Abschnitten zeigen wir Ihnen die besten Hausmittel als mögliche Alternative zum chemischen oder physikalischen Läusemittel auf, sodass Sie bei einem Läusebefall in kurzer Zeit eine Behandlung vornehmen können. Probieren Sie eins der Mittel aus und rücken Sie Kopfläusen und Co. zukünftig auf natürliche Weise zu Leibe.

Wichtig: Durch Hausmittel werden die Kopfläuse getötet oder betäubt bzw. gelähmt. Während dieser Betäubungsphase müssen die Läuse und die abgelegten, am Haar festgeklebten Nissen dann mit einem sehr feinen Kamm oder im Idealfall mit einem speziellen Nissenkamm aus der Apotheke ausgekämmt werden. Nur so kann die Kopfhaut dauerhaft von den lästigen Parasiten befreit und verhindert werden, dass aus etwaigen noch vorhandenen Eiern nach einiger Zeit weitere Kopfläuse schlüpfen. Aus diesem Grund ist es auch wichtig, die Anwendung der Hausmittel regelmäßig zu wiederholen (über einen Zeitraum von ca.

Hausmittel gegen Läuse

Hier sind einige bewährte Hausmittel zur Behandlung von Kopfläusen:

  1. Haarspülung: Eine intensive Behandlung mit einer herkömmlichen Haarspülung kann helfen. Der Hintergrund ist, dass eine Spülung die Haare besser kämmbar und seidig weich macht, sodass sie sich besser mit einem Nissenkamm auskämmen lassen. Anschließend sollte der Nissenkamm unbedingt desinfiziert werden - je nach Material des Kamms ist dies beispielsweise in kochendem Wasser oder mit Essigwasser möglich.

    Auskaemmen der Nissen mit Nissenkamm

  2. Essig: Kopfläuse verabscheuen saure Substanzen, weshalb Essig als bewährtes Hausmittel gegen Kopfläuse gilt. Stellen Sie einfach eine Mischung aus einem oder zwei Teilen warmem Wasser und einem Teil Essig her, arbeiten Sie die Mixtur wie ein Shampoo bzw. eine Spülung in die Haare ein und lassen Sie das Gemisch ca. zehn (bei Verwendung von Apfelessig) bis fünfzehn Minuten (bei Verwendung von Speiseessig) auf der Kopfhaut einwirken.

    Essig kann helfen die Laeuse zu bekaempfen


    Tipp: Verwenden Sie diese Mischung bei Kopfläusen nicht nur als natürliche Haarspülung bzw.
  3. Öle: Obwohl Öle wie Olivenöl und Mandelöl den meisten Menschen eher im Zusammenhang mit Themen wie Kochrezepten oder Ölziehen bekannt sind, können sie auch zur Behandlung von Kopfläusen zum Einsatz kommen. Dazu wird das Öl am besten abends leicht erwärmt und sanft auf dem ganzen Kopf verteilt, sodass jede Strähne getränkt ist. Anschließend wickeln Sie einfach ein großes Handtuch um den Kopf und lassen das Mittel mindestens vier Stunden (idealerweise über Nacht) einwirken, bevor Sie das Haar mit handelsüblichem Shampoo auswaschen.
  4. Ätherische Öle: Ätherische Öle sind überwiegend zur Förderung bzw. zum Erhalt der Gesundheit und des Allgemeinbefindens verbreitet, nicht aber als Mittel gegen Parasiten. Stellen Sie eine Mischung aus zwei Tropfen ätherischem Öl (zum Beispiel Lavendel, Rosmarin oder Citronella, Geranie, Eukalyptus, Rosmarin oder Teebaumöl) und Neem-, Kokos- oder Sojaöl her, geben Sie diese auf den Kopf, massieren Sie das Mittel gründlich in die Kopfhaut ein und lassen Sie es mindestens eine Stunde einwirken.
    Hinweis: Es ist noch nicht nachgewiesen, dass die Insekten tatsächlich durch ätherische Öle ersticken. Wenn die Kopfläuse also nicht getötet werden, stattdessen lediglich weiterziehen und möglicherweise gleich ein anderes Familienmitglied befallen, entspricht dies vermutlich nicht der gewünschten Wirkung.
  5. Lavendelessig: Auch Lavendelessig soll Hilfe gegen Kopfläuse bieten. Allerdings muss dieses Mittel lange im Voraus zubereitet werden - zwei Wochen braucht der Lavendelessig, um durchzuziehen und seine Wirkung zu entfalten. Wer so viel Zeit hat (etwa, wenn Kopfläuse im Umlauf sind, aber noch kein Befall innerhalb der Familie bekannt ist), kann 100 g frische Blütenspitzen und 500 ml Essig vermischen, dieses Gemisch 14 Tage ziehen lassen und zwischendurch immer wieder umrühren.
  6. Arnica-Blüten: Der Sud abgekochter Arnica-Blüten soll Kopfläuse ebenfalls vertreiben. Um die Mischung herzustellen, werden 10 g Arnica-Blüten in einem Liter Wasser fünf Minuten aufgekocht, weitere fünf Minuten ziehen gelassen und schließlich durch ein Sieb abgegossen.
  7. Haare färben oder tönen: Was fast zu schön klingt, um wahr zu sein, soll tatsächlich gegen die lästigen Kopfläuse wirken: Haare färben oder tönen. Die chemische Haarfarbe und die weniger aggressiven Henna-Farben, die sogar als farblose Varianten im Handel erhältlich sind, sorgen Berichten nach zuverlässig für das Absterben der Insekten.
  8. Mayonnaise oder Vaseline: Daneben werden teilweise auch Küchenstars wie Mayonnaise oder Kosmetika wie Vaseline zur Bekämpfung der Kopfläuse eingesetzt. Durch das Einreiben mit den fetthaltigen Substanzen sollen die Tierchen erstickt werden. Dazu werden Kopf und Haar zunächst gründlich mit Mayonnaise oder Vaseline eingerieben und danach mit einem Handtuch, einer Duschhaube oder ein wenig Frischhaltefolie abgedeckt, damit das Mittel über mehrere Stunden oder besser noch über Nacht einwirken kann.
  9. Vorbeugung: Zwar handelt es sich bei diesem Tipp nicht um ein Hausmittel per se, doch auf diese Weise können Sie Kopfläusen wohl am besten vorbeugen. Sobald bekannt wird, dass ein Kind oder mehrere Kinder in Kindergarten, Kita, Sportverein und Co.

Chemische Alternativen

Es gibt auch chemische Mittel, die bei der Bekämpfung von Läusen helfen können:

  • Dimeticon: Mittel mit Dimeticon besitzen eine äußerst niedrige Oberflächenspannung. Dadurch können sie die Tierchen sekundenschnell ummanteln und ihre vierzehn winzigen Atemlöcher durchfluten, sodass die Kopfläuse innerhalb von nur ca.
  • Insektizide: Durch Läusemittel mit Insektengift (zum Beispiel mit dem Wirkstoff Allethrin, Pyrethrum oder Permethrin) wird das Nervensystem der Kopfläuse angegriffen. Obwohl Läusemittel mit Dimeticon sehr effektiv gegen Kopfläuse wirken, stellen sie keine Gefahr für Menschen dar - weder für Kleinkinder noch in der Schwangerschaft oder Stillzeit. Die ungiftigen Silikonöle kommen ohne Insektizide und Nervengift aus und werden nicht von der Haut oder von den Schleimhäuten aufgenommen. Chemische Läusemittel werden bei richtiger Anwendung normalerweise bestens vertragen. Allerdings muss ein guter Sonnenschutz der Haare sichergestellt werden, sodass Sonne und Föhnen zunächst tabu sind.

Ob Hausmittel oder chemisches bzw. Besteht der Verdacht auf Kopfläuse, können Sie diesen mit einem Läusekamm überprüfen. Haben sich die Tierchen im Haar eingenistet, bleiben sie am Kamm kleben. Textilien oder Kuscheltiere, die nicht bei 60 Grad gewaschen werden können, legen Sie am besten für einen Tag bei ca. Streichen Sie den Läusekamm nach jeder Strähne auf einem Küchenpapier ab und halten Sie ihn unter fließendes Wasser.

Hausmittel gegen Läuse

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