Haarausfall durch nasse Haare: Ursachen, Vermeidung und Mythen

Es ist normal, dass Menschen beim Haarewaschen einige Haare verlieren. Experten sagen, dass der durchschnittliche Mensch etwa 50 bis 100 Haare pro Tag verliert. Es ist normal, dass es bei Haarwäschen zu einem gewissen Haarschwund kommt.

Beim Waschen der Haare können einige dieser ausgefallenen Haare mit dem Shampoo in der Badewanne oder der Dusche ausgespült werden. Während Sie Ihre Haare waschen, wird die Kopfhaut durch die Einarbeitung des Shampoos massiert und mechanisch beansprucht. Dies kann dazu führen, dass bereits lose oder geschwächte Haare ausfallen. Die Kombination aus Wasser, Shampoo und Reibung kann den Haarfollikeln helfen, die Haare zu lockern und sie leichter freizugeben. So oder so wären die Haare aber in den folgenden Tagen ausgefallen.

Auch wenn Sie nur gelegentlich die Haare waschen, können sich über einen längeren Zeitraum mehr lose Haare auf der Kopfhaut ansammeln. Wenn Sie Ihre Haare waschen, fallen die bereits losen Haare, die sich bereits in der Ruhephase befinden, aus. Solange die Menge an Haaren nicht weit über 100 pro Tag liegt und die Haarpracht nicht merklich abnimmt, ist dies zunächst normal.

Darüber hinaus kann es aber noch weitere Gründe haben, warum es zu Haarausfall bzw.

Ursachen für Haarausfall

Es gibt verschiedene Ursachen für Haarausfall, die unabhängig von der Haarpflege auftreten können:

  • Genetische Veranlagung: Die häufigste Ursache für Haarausfall ist eine genetische Veranlagung, die als androgenetische Alopezie oder erblicher Haarausfall bekannt ist. Dies betrifft sowohl Männer als auch Frauen und führt zu einem allmählichen Ausdünnen der Haare.
  • Hormonelle Veränderungen: Veränderungen des Hormonhaushalts und Hormonstörungen können Haarausfall und übermäßigen Haarverlust auslösen oder verstärken. Beispiele dafür sind Schwangerschaft, Geburt, Wechseljahre oder hormonelle Störungen wie Schilddrüsenprobleme, die sich negativ auf das Haarwachstum auswirken.
  • Medikamente und Behandlungen: Bestimmte Medikamente und medizinische Behandlungen können Haarausfall als Nebenwirkung verursachen. Beispiele sind Alopecia areata (kreisrunder Haarausfall), Autoimmunerkrankungen, Entzündungen und Pilzerkrankungen der Kopfhaut, Schuppenflechte, Eisenmangelanämie und bestimmte Hauterkrankungen.
  • Stress und emotionale Belastungen: Ein starkes emotionales oder physisches Trauma, intensive Stressphasen oder belastende Ereignisse können zu vorübergehendem Haarausfall führen. Das Problem ist als telogenes Effluvium bekannt.
  • Mangelernährung und Vitaminmangel: Eine unausgewogene Ernährung oder ein Mangel an bestimmten Nährstoffen wie Eisen, Zink, Vitaminen (insbesondere Biotin und Vitamin D) und Proteinen kann zu Haarausfall beitragen.
  • Haarbehandlungen und Styling: Übermäßige Hitze, aggressive chemische Behandlungen (wie Dauerwellen oder Haarglätten), eine enge Frisur (z. B. Zöpfe oder Pferdeschwänze) und ständige Zugbelastung können das Haar schwächen und Haarausfall verursachen.

Wie man Haarausfall beim Haarewaschen vermeidet

Wenn Sie bemerken, dass Sie beim Waschen mehr Haare verlieren, dann können Sie zunächst Ihre Pflege-Routine verändern, um Haarausfall beim Haare waschen in Zukunft zu vermeiden. Oftmals schleichen sich im Alltag typische Fehler ein, den übermäßigen Haarausfall begünstigen. Gepflegte, saubere Haare sind für das äußere Erscheinungsbild und das Wohlgefühl von Mann und Frau wichtig. Wenn Sie täglich Ihre Haare waschen, dann achten Sie bei der Pflege auf einige wichtige Regeln.

  • Kräftige Massagen der Kopfhaut und stark entfettende Shampoos können das Gleichgewicht der Haut stören und auch die Haarwurzeln negativ beeinflussen.
  • Auch heißes Wasser schädigt die Haare.
  • Beim Kämmen der nassen Haare mit einer Bürste werden immer wieder viele Haare ausgerissen.
  • Eine Schädigung der Haarfollikel kann auch durch grobes Reiben mit einem Handtuch beim Trocknen der Haare auftreten.
  • Hitze beim Föhnen verursacht Reizungen der Kopfhaut.

Solange die Haare schonend mit lauwarmem Wasser gewaschen und an der Luft getrocknet werden, spricht nichts gegen eine tägliche Haarwäsche. Um Haarausfall beim Haarewaschen zu vermeiden, ist es ratsam, milde Shampoos zu verwenden und auf heißes Wasser zu verzichten. Besonders Anti-Schuppen-Shampoos können oft recht aggressiv sein und den PH-Wert der Kopfhaut aus dem Gleichgewicht bringen, was wiederum Haarausfall begünstigt. Beim Waschen sollten Sie darauf achten, die Kopfhaut nicht zu stark zu massieren, da dies negative Auswirkungen auf die Haarwurzeln haben kann. Spülen Sie die Pflegeprodukte nach der Wäsche gründlich aus.

No-Gos für nasse Haare:

Nasse Haare sind besonders empfindlich und können leicht beschädigt werden. Hier sind einige Dinge, die Sie vermeiden sollten, um Haarausfall zu verhindern:

  • Bürsten: Nasse Haare sind anfälliger für Haarbruch. Verwenden Sie stattdessen einen breitzinkigen Kamm oder entwirren Sie Ihre Haare mit den Fingern.
  • Heißluftföhnen: Die Hitze kann das Haar schädigen und es spröde und brüchig machen. Lassen Sie Ihre Haare lieber natürlich trocknen.
  • Rubbeln: Reiben Sie Ihr Haar nicht mit einem Handtuch trocken. Das kann zu Haarbruch führen. Tupfen Sie es stattdessen sanft ab.
  • Schlafen: Gehen Sie nicht mit nassen Haaren schlafen. Das kann ebenfalls zu Haarbruch führen und macht Ihre Haare auch anfälliger für Schäden.

Tipp: Um Haarausfall zu vermeiden, sollten Sie auch über eine gesunde Pflegeroutine für Ihre Kopfhaut nachdenken.

Haarausfall stoppen: Was hilft wirklich?

Haare sind nicht nur Ausdruck der Persönlichkeit, sondern dienen wie ein Seismograph unserem Inneren, betont die Dermatologin und Expertin für krankhaften Haarausfall Prof. Dr. med. Natalie Garcia Bartels. „Haare können viel über unseren Gesundheitszustand aussagen. Die Struktur der Haare kann Hinweise auf Mangelzustände geben, wie etwa Eisen- oder Vitaminmangel, die die Haare brüchig machen können. Unser Haarwachstum ist normalerweise genetisch programmiert, erklärt Garcia Bartels: „Der natürliche Lebenszyklus eines Haares dauert etwa 6 bis 8 Jahre, bevor es in eine Übergangsphase und schließlich in die Ruhephase übergeht. Zu jedem Zeitpunkt befinden sich etwa 15 Prozent der Kopfhaare in dieser Ruhephase.

Grundsätzlich gilt: Ein Verlust von 60 bis zu 100 Haaren pro Tag ist unbedenklich, solange er gleichmäßig verteilt ist. „Wenn jedoch über einen Zeitraum von zwei Wochen deutlich mehr Haare ausfallen - etwa in Form von größeren Büscheln in der Bürste oder im Badezimmer - sollte man einen Arzt aufsuchen“, warnt die Expertin.

Die häufigste Form des Haarausfalls ist durch eine genetisch bedingte Überempfindlichkeit der Haare auf männliche Geschlechtshormone bedingt. Typisch sind Geheimratsecken oder eine Tonsur bei Männern und ein dünner werdender Scheitel bei Frauen. „Bei Männern liegt die Wahrscheinlichkeit, bis zum 80. Lebensjahr einen erblich bedingten Haarausfall zu entwickeln, bei etwa 80 bis 90 Prozent. Bei Frauen schätzt man diese Wahrscheinlichkeit auf 30 bis 50 Prozent.

Hier fallen die Haare gleichmäßig über den gesamten Kopf aus, ohne dass kahle Stellen entstehen. Das Haar wirkt insgesamt dünner und die Kopfhaut beginnt stärker durchzuschimmern. Oft liegt ein konkreter Auslöser vor: Dazu zählen hormonelle Veränderungen, Stress, Krankheiten, bestimmte Medikamente oder Nährstoffmängel.

Alopecia areata ist eine Form des örtlich begrenzten, plötzlichen Haarausfalls, bei der sich runde, kahle Stellen im Kopfhaar bilden. Die Erkrankung beginnt meist akut und kann Menschen jeden Alters treffen - häufig bereits im Kindes- oder jungen Erwachsenenalter. Die genaue Ursache ist unbekannt.

Mit zunehmendem Alter werden die Haarwurzeln weniger aktiv, die Zellteilung verlangsamt und die Wachstumsphasen verkürzen sich. Das bedeutet: Die Haare wachsen langsamer, dünner und fallen früher aus. Bei Männern führt Dihydrotestosteron (DHT) oft zu erblich bedingtem Haarausfall, während es bei Frauen in den Wechseljahren der sinkende Östrogenspiegel ist, der das Haar dünner werden lässt.

Hormonelle Schwankungen bei Frauen können in verschiedenen Lebensphasen eine Rolle spielen: „Dies kann bereits im Pubertätsalter mit einer unregelmäßigen Periode beginnen. In der Menopause sind Haarprobleme ebenfalls häufig - etwa 50 Prozent der Frauen sind davon betroffen. Während der Schwangerschaft sorgt das hormonelle Überangebot dafür, dass die Wachstumsphase der Haare verlängert wird - das Haar wirkt voller und kräftiger.

Besonders bei Ernährungsumstellungen - etwa beim Verzicht auf Fleisch - können Eisen- oder Vitamin-B12-Mängel auftreten. Die Expertin weist darauf hin, pflanzliche Alternativen, Eier oder Milchprodukte zu konsumieren.

Schilddrüsenerkrankungen, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, Viruserkrankungen wie Grippe und Covid-19 oder Autoimmunerkrankungen können das Haarwachstum stören.

Häufiger sind jedoch äußere Ursachen für Haarbruch verantwortlich. „Zu viel Hitze, zu starkes Ziehen an nassen Haaren oder Auskämmen von Haarspray können das Haar spröde machen“, warnt Garcia Bartels.

Akute Stresssituationen wie Verletzungen, Operationen oder emotionale Belastungen können diffusen Haarausfall auslösen - oft mit einer Verzögerung von vier bis zwölf Wochen.

Haarausfall ist für viele Betroffene ein belastendes Thema, doch die gute Nachricht ist: Er ist behandelbar. Die Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch, anschließend werden die Kopfhaut und die Haare untersucht.

In einigen Fällen kommt eine computergestützte Haardiagnostik zum Einsatz, erklärt Garcia Bartels: „Dabei wird ein kleines Areal rasiert und mit einer Videosonde die Dichte der Haare sowie der Haarausfall gemessen.

„Beim genetischen Haarausfall gibt es örtliche Präparate wie Minoxidil (für Männer und Frauen) oder Finasterid (nur für Männer), auch als Tablette“, so die Expertin. Alternativ können Frauen das Alfatradiol nutzen - ein östrogenähnlicher Wirkstoff, der lokal auf der Kopfhaut gegen erblich bedingten Haarausfall wirkt. Diese Mittel verlangsamen den Fortschritt des Haarausfalls und können die Haardichte verbessern.

Bei anlagebedingtem Haarausfall kann eine Haartransplantation helfen. Bei kreisrundem Haarausfall kommen spezielle Reiz- und Immuntherapien zum Einsatz.

Ob Glanz, Fülle oder Stärke - gesunde Haare brauchen Pflege von innen und außen. „Für die innere Haargesundheit ist eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Vitamin B12, Biotin, Zink und Eisen entscheidend, um Mangelzustände zu vermeiden“, betont Garcia Bartels. Doch Vorsicht: Nahrungsergänzungsmittel sollten nur bei nachgewiesenem Mangel eingenommen werden. „Es ist ein Irrglaube, dass mehr Vitamine oder Nahrung automatisch kräftigeres Haar bedeuten. Die IKK classic unterstützt Ihre Teilnahme an Gesundheitskursen vor Ort und Onlinekursen zu Bewegung, Ernährung und mehr.

Die äußere Haargesundheit hängt stark von der sanften Pflege ab. „Haare wachsen etwa einen Zentimeter pro Monat. Bis sie Schulterlänge erreichen, haben sie zwölf Monate oder länger äußere Einflüsse ertragen müssen“, erklärt die Expertin.

Mythen über Haarausfall

Rund um das Thema Haarausfall kursieren viele Mythen, die oft für Verwirrung sorgen.

  • Mythos: Tägliches Waschen macht die Haare fettig. Falsch! Das hängt vor allem von den Genen ab. Auch Ernährung und Hormone haben einen Einfluss, aber man kann die Talgdrüsen, die für die Fettproduktion verantwortlich sind, nicht aktiv trainieren.
  • Mythos: Salz- und Chlorwasser schädigen das Haar. Stimmt zum Teil. Haarschäden können entstehen, weil Salz- und Chlorwasser die Haare spröder und stumpfer machen. Dadurch sind sie anfälliger für Reibung. Salzkristalle können zudem die Sonneneinstrahlung wie ein Brennglas verstärken.
  • Mythos: Haare nicht nass kämmen. Stimmt zum Teil. Durch die geöffnete Schuppenschicht bei nassen Haaren können diese schneller brechen. Allerdings lassen sich laut Weinitschke Haare im nassen Zustand bis fast über die Hälfte ihrer ursprünglichen Länge dehnen. Damit könnten sie auch das Kämmen gut aushalten, aber bei zu starkem Ziehen natürlich trotzdem irgendwann reißen - deswegen behutsam vorgehen.
  • Mythos: Mehr Haarausfall im Herbst. Stimmt. Um sich im Sommer vor der stärkeren Sonnen- und UV-Einstrahlung zu schützen, gehen überdurchschnittlich viele Haarfollikel von der Wachstumsphase in die Ruhephase über und fallen dann nach ein paar Wochen - also im Herbst - aus. Die Stärke des Haarverlustes ist dabei sehr individuell.
  • Mythos: Mehr Haare durchs Rasieren. Falsch! Friseurmeister Weinitschke erklärt: "Das Haar wächst in einem Haarfollikel unter der Haut und den erwischt man mit keinem Messer." Das Haarwachstum wird nur durch die Genetik gesteuert und auf die hat das Rasieren keinen Einfluss.
  • Mythos: Haarmasken wirken wie Sonnencreme. Nur bedingt! Es ist sinnvoll, die Haare vor Sonne zu schützen da UV-Strahlung chemische Reaktionen im Haar-Keratin auslöst. Das schwächt die Struktur, macht sie anfälliger für mechanische und chemische Einflüsse und erhöht das Risiko für Spliss und Bruch.
  • Mythos: Haarwachstum mit Grünkohl oder Thymian fördern. Kaum erforscht. In den sozialen Medien werden für mehr Haarwachstum Grünkohl-Smoothies oder das Auftragen von Thymian-Öl empfohlen. Statt großangelegter Studien gibt es jedoch nur kleinere Tests, in denen sich zum Teil positive Trends zeigten.
Mythen über Haarausfall
Mythos Wahrheit
Tägliches Waschen macht die Haare fettig Hängt von den Genen, Ernährung und Hormonen ab
Salz- und Chlorwasser schädigen das Haar Machen die Haare spröder und anfälliger für Reibung
Haare nicht nass kämmen Nasse Haare können leichter brechen, vorsichtiges Kämmen ist möglich
Mehr Haarausfall im Herbst Ja, aufgrund des Haarwechsels nach dem Sommer
Mehr Haare durchs Rasieren Nein, das Haarwachstum wird nur durch die Genetik gesteuert
Haarmasken wirken wie Sonnencreme Bieten begrenzten Schutz vor UV-Strahlung
Haarwachstum mit Grünkohl oder Thymian fördern Kaum erforscht, keine wissenschaftlichen Beweise

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